16.03.2022

Forum Alpbach: Bewerbung für junge Führungskräfte und Stipendium offen

Für junge Talente ab 18 Jahren und (künftige) Führungskräfte bis 40 hat das EFA 2022 wieder spezielle Angebote.
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EFA 2021
© Europäisches Forum Alpbach - Bogdan Baraghin

Von 21. August 2022 bis 2. September 2022 verwandelt sich das kleine österreichische Bergdorf Alpbach wieder in den Schauplatz einer der wichtigsten Konferenzen in Europa: Das Forum Alpbach lockt jedes Jahr Entscheidungsträger:innen aus Wirtschaft und Politik, Philosoph:innen, Künstler:innen und Unternehmer:innen zum Austausch und informellen Networking. Diversität in Hintergründen, Herkunft und Erfahrungen war dem EFA immer wichtig und ganz in diesem Sinne gibt es auch wieder Angebote für junge Talente. Student:innen können sich über ein Stipendium am Forum beteiligen und für junge Führungskräfte gibt es mit „Alpbach in Motion“ ein eigenes Programm. Für beide Angebote ist die Bewerbung ab 15. März 2022 offen.

Stipendium: Keine eigene Seminarwoche mehr

Das Stipendiat:innen-Programm steht internationalen Student:innen und Künstler:innen zwischen 18 und 30 Jahren offen. Neu ist, dass für sie keine eigene Seminarwoche vorgesehen ist, sondern das Programm in das gesamte EFA integriert wird. „Damit kommen wir der Gründungsidee des Forums nach: im Dialog zwischen den Generationen Europa zu stärken“, schreibt das Forum. Für die Bewerbung ist unter anderem ein Englisch-Sprachnachweis notwendig – Österreicher:innen und Deutsche sollen sich über die jeweiligen Alumni-Clubs bewerben. Eine Bewerbung ist bis 31. März möglich und deckt neben der Teilnahmegebühr auch die Kosten für die Unterkunft und teilweise auch für alltägliche Ausgaben ab. Die Unterstützung geht aber weit über die Teilnahme am EFA hinaus – Alumni-Clubs, das Forum Alpbach Network (FAN) und das Africa Alpbach Network sind bekannt dafür, Mitglieder mit potenziellen Mentor:innen zu vernetzen und in unterschiedlichen Formaten zu fördern.

Alpbach in Motion für junge Talente in Unternehmen

Junge oder zukünftige Führungskräfte zwischen 30 und 40 Jahren können sich für das Programm „Alpbach in Motion“ bewerben. Das Programm vernetzt bis zu 40 junge Talente aus Startups, KMU, Social Businesses und Kreativwirtschaft und bietet ihnen von 27. bis 30. August ein eigenes Programm mit Trainings und Workshops. Im Unterschied zum Stipendiatenprogramm gibt es hier eine Teilnahmegebühr: 2.500 Euro decken das Alpach in Motion Programm und das EFA-Ticket ab, die Kosten für die Unterkunft sind ebenfalls selbst zu tragen. Die Bewerbung ist noch bis 15. April offen.

Nach zwei Jahren Hybrid-Veranstaltung will das EFA 2022 erstmals wieder in vollem Umfang für alle Teilnehmer:innen vor Ort öffnen. Thematisch dreht sich das Programm wie vergangenes Jahr wieder um die großen Themen-Tracks t“The Climate Opportunity“, „Securing Europe’s Future in a Globalised World“ und „The Financing of Europe’s Future“. Neu ist der Themen-Track „The Future of Democracy and the Rule of Law in Europe“. Die bisherigen Trennung in einzelne Teile, wie zum Beispiel die Wirtschafts-, Politik-, und Gesundheitsgespräche, wird aufgehoben.

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(c) Ruiz Cruz
(c) Ruiz Cruz

Zwei Tage lang haben die Entrepreneurship-Verantwortlichen der österreichischen Hochschulen am 13. und 14. Oktober an der Universität Wien und der WU Wien darüber beraten, wie Ausgründungen aus der Wissenschaft leichter gelingen können. Das Entrepreneurship Center Network (ECN), das inzwischen 36 Universitäten, Fachhochschulen und Forschungseinrichtungen verbindet, hat rund um seine sechste Konferenz auch neue Zahlen veröffentlicht: 2025 wurden 530 studentische Startups und akademische Spinoffs an den Partnerhochschulen betreut, ein Jahr davor waren es 457.

Strategiearbeit im Fokus

Auch die Konferenz selbst ist gewachsen. „Als wir 2021 die erste ECN-Konferenz hier in Wien organisiert haben, hatten wir so 25 bis 30 Teilnehmer, und heuer waren über 80 Teilnehmende dabei”, sagt Rudolf Dömötör, Direktor des WU Entrepreneurship Center und Gründer des Netzwerks, im brutkasten-Talk. Statt Keynotes und Workshops gab es heuer Strategiearbeit: In Kleingruppen wurden zuerst die größten Probleme bei Ausgründungen gesammelt, dann ein Wunschzustand formuliert und daraus Maßnahmen abgeleitet.

(c) Ruiz Cruz

Mehr Role Models?

Diskutiert wurde dabei auch, wen das Thema überhaupt erreicht. Sara Matt, Leiterin der Transferstelle Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft der Universität Innsbruck, sieht die bisherigen Role Models fast ausschließlich im MINT-Bereich. „Ganz viele helle Köpfe kommen nicht aus der Technik, sondern aus den Geistes-, Sozial- und Kulturwissenschaften. Die muss man auch abholen.“ Und nicht jede Person mit unternehmerischen Fähigkeiten müsse ein eigenes Unternehmen gründen: „Die könnten zum Beispiel Betriebsnachfolgen übernehmen oder in bestehenden Unternehmen Innovation vorantreiben.”

Im Rahmen der Konferenz wurde – in Anwesenheit von Sektionschef Elmar Pichl aus dem BMFWF – auch der neue Ausgründungsrahmen für diese sog. SHAPE-Disziplinen vorgestellt. SHAPE steht für Social Sciences, Humanities and the Arts for People and the Economy, also für Sozial-, Geistes- und Kulturwissenschaften sowie die Künste. Dieser Rahmen ergänzt den 2024 erarbeiteten Ausgründungsrahmen für den technischen und naturwissenschaftlichen Bereich.

Die Frage des Budgets?

Die Ergebnisse der Konferenz treffen auf einen schwierigen Moment. Wie sich das Universitätsbudget in den nächsten Jahren entwickelt, ist offen, mehr Geld wird es nach Einschätzung von Dömötör wohl nicht geben. Die Frage sei, wo gespart werde: bei etablierten Bereichen oder im Transfer, „der noch nicht so etabliert ist und auch keine starke Lobby in Budgetdiskussionen hat”. Das Budget sei deshalb ein Leitmotiv der Konferenz gewesen: „Was können wir tun, um dieses weiterhin zwar größer werdende, aber immer noch zarte Pflänzlein, das in den letzten fünf bis zehn Jahren entstanden ist, zu schützen?”

(c) Ruiz Cruz

Matt beobachtet die Folgen bereits. An einigen Universitäten sei das Personal im Transferbereich zurückgefahren worden. „Das finde ich einen falschen Ansatz, weil gerade jetzt müssen wir darauf achten, Innovation voranzutreiben.” Dass überall gespart werden müsse, sehe sie ein, „aber für die langfristige Sicht eines Wirtschaftsstandortes ist es nicht die richtige Entscheidung, an der Innovation zu sparen”.

Konkret bedauert Matt, dass es im Herbst keine Fellowship-Ausschreibung gab. Eine Handvoll Forscher:innen an ihrer Universität hätte gerne eingereicht. Wenn man in dieser Situation doch die akademische Karriere wähle, sei das nachvollziehbar, weil man es sich auf dem Weg dorthin kaum leisten könne, ein paar Jahre für einen unternehmerischen Versuch liegen zu lassen. Eine bei der Konferenz diskutierte Maßnahme sei deshalb ein Forschungsfreisemester, „damit diese Entscheidung nicht so früh fallen muss: Unternehmertum oder Forscherkarriere”.

Gründen soll in der akademischen Laufbahn zählen

Genau an diesem Punkt setzt der Maßnahmenplan an, den das ECN aus der Konferenz ableitet und Ende des Jahres veröffentlichen will. Gründen soll ein gleichwertiger Karriereweg werden, der auch in der akademischen Laufbahn anerkannt wird. „Kulturwandel bedarf auch der entsprechenden Incentives”, sagt Dömötör. „Wie wird es von meiner Uni gewürdigt, wenn ich gründe? Werde ich nur für die traditionellen Kernaufgaben einer Universität belohnt, Forschung und Lehre, oder wird auch die Third Mission stärker berücksichtigt?” In den letzten Jahren habe es eine positive Entwicklung gegeben, „aber da ist immer noch Luft”.

Der zweite Kernpunkt richtet sich an den Gesetzgeber: Das ECN fordert einen klaren Rechtsrahmen für Ausgründungen im Universitätsgesetz (UG) und im Fachhochschulgesetz (FHG). Dazu kommen österreichweite Standards für IP und Beteiligungen sowie Entrepreneurship Education für alle Studierenden. Die Details sollen im Plan Ende des Jahres folgen.

Verbündete in der Politik?

Unterstützung erhofft sich das ECN aus der Politik. Elisabeth Zehetner, Staatssekretärin für Energie, Startups und Tourismus im Bundesministerium für Wirtschaft, Energie und Tourismus, stellte sich bei einem Kamingespräch den Fragen der Community. Für Dömötör „ein sehr wertschätzendes Signal”. Man nehme aus dem Gespräch mit, „in ihr eine Verbündete zu haben”. Für die Änderungen an UG und FHG, die das ECN anstrebt, ist allerdings nicht ihr Ressort zuständig, sondern das Bundesministerium für Frauen, Wissenschaft und Forschung.

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