04.11.2017

Forschungsförderung für digitale Produkte zu holen!

Mit dem Programm „AT:net" des Bundeskanzleramts soll die Markteinführung und Etablierung digitaler Anwendungen und Produkte gefördert werden. Bestehende Unternehmen auf dem Weg zur Digitalisierung und neue Start-up-Initiativen werden gleichsam zur Einreichung eingeladen. Hier die Kriterien:
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(c) Fotolia/Coloures-Pic

Mit der vierten Ausschreibung des Programms „AT:net“ fördert das Bundeskanzleramt im Rahmen seiner Initiative „Digitale Innovation fördern“ die Markteinführung und Etablierung digitaler Anwendungen und Produkte. Ausgehend von einem bestehenden Prototyp, unterstützt das Programm die Markteinführungsphase bis hin zum kommerziellen Betrieb. Themenoffen werden dabei Projekte aus den Breichen E-Government, E-Health, E-Learning und E-Inclusion genauso adressiert und gefördert wie Unterstützungsdienstleistungen für Klein- und Mittelbetriebe.

Open-Source-Technologie im Fokus

Insbesondere Förderungswerber mit Projekten, die Open-Source-Technologie einsetzen oder fördern, sind explizit erwünscht und zur Einreichung aufgerufen. Die Verwendung von proprietärer Software ist jedoch weiterhin zulässig. Das Programm „AT:net“ unterstützt des weiteren Softwareentwicklungen, bei denen Softwarelösungen bereits in einem frühen Reifestadium mit PilotkundInnen/Beta-UserInnen erprobt werden, während gleichzeitig noch Funktionalitäten hinzugefügt oder erweitert werden, das User-Interface verbessert, die Barrierefreiheit sichergestellt oder die Lösung intensiv getestet wird.

Förderbare Kosten

Zur Förderung zugelassen sind Projekte aus den Bereichen b2b, b2c und b2a. Die Förderwürdigkeit wird anhand anhand des eingereichten Markteinführungsplans beurteilt. Übernommen werden grundsätzlich die Kosten der Markteinführung (z. B. Marketing- und Vertriebskosten), Kosten für Software- und Usertests sowie Entwicklungskosten für Fehlerbeseitigung, Verbesserungen und – in begrenztem Umfang – neue Funktionalitäten. Aktuell sind zwei weitere, nahtlos aufeinanderfolgende Ausschreibungen geplant, für die insgesamt 14 Millionen Euro zur Verfügung stehen. Die vierte, aktuelle Ausschreibung 2017/2018 läuft vom 2. Oktober 2017 bis zum 16. Januar 2018. Und die fünfte Ausschreibung 2018 ist vom 17. Januar 2018 bis zum 23. April 2018 geplant.

200.000 Euro Schwellenwert

Die maximale Förderungshöhe beträgt 200.000 Euro und erfolgt nach der De-minimis-Verordnung mit einer Förderungsquote von 25 % bzw. einer erhöhten Förderungsquote von 35 % für KMU. Sie kann zudem nur von Organisationen in Anspruch genommen werden, bei denen die Summe aller bisherigen De-minimis-Förderungen der letzten beiden sowie des laufenden Wirtschaftsjahre und zuzüglich der Förderung für das geplante AT:net-Projekt, unter dem Schwellenwert von EUR 200.000 liegt. Die Laufzeit beträgt 18–36 Monate. Weitere Informationen zur Anmeldung gibt es hier.

 

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Wolfgang Reisinger und Michael Hurnaus bildeten die Führungsspitze von Tractive und sind nun auch bei Traxit an Bord | (c) Tractive

Erst im August dieses Jahres wurde die Early-Stage-Investment-Firma „Traxit“ vom ehemaligen Tractive-Führungsteam gegründet (brutkasten berichtete). Nun investiert das 19-köpfige Team rund um Wolfgang Reisinger und Michael Hurnaus in 7hauben, einem oberösterreichischen Kochkurs-Startup. Die Finanzierungsrunde liege im mittleren sechsstelligen Bereich.

„Hochwertige Inhalte und ein skalierbares Abo-Geschäftsmodell“

„7hauben hat in den vergangenen Jahren eindrucksvoll bewiesen, dass sich hochwertige digitale Inhalte und ein skalierbares Abo-Geschäftsmodell erfolgreich verbinden lassen. Das starke Wachstum, die konsequente Weiterentwicklung des Produkts und die klare internationale Perspektive haben uns überzeugt. Wir freuen uns, das Team bei der nächsten Wachstumsphase zu begleiten“, sagt Michael Hurnaus, Mitgründer von Tractive und Investor bei Traxit.

Übernahme von Vegan Masterclass

Parallel zu der Investition übernimmt 7hauben die deutsche Vegan Masterclass, eine digitale Kochschule für pflanzenbasierte Küche, sowie das Weiterbildungsangebot der vefa Fernschule für pflanzliche Kulinarik. Mit der Akquisition wachse das Kursangebot auf mehr als 150 Online-Kochkurse.

„Mit Vegan Masterclass übernehmen wir eine starke Marke mit herausragenden Inhalten und einer Community, die für hochwertige pflanzliche Küche begeistert ist. Wir sehen enormes Potenzial, die Plattform mit unserer Erfahrung in Marketing, Technologie und Kursproduktion weiterzuentwickeln“, sagt Johannes Sailer, Geschäftsführer von 7hauben.

Die Zusammenarbeit mit Vegan-Masterclass-Gründer Sebastian Copien werde fortgesetzt und das deutsche Unternehmen als eigenständige Marke weitergeführt. 7hauben plant, das Angebot durch zusätzliche Kursproduktionen, gezieltes Marketing und technologische Weiterentwicklungen auszubauen. Dabei sollen insbesondere Synergien bei der Videoproduktion, Vermarktung und Plattformtechnologie genutzt werden.

Wachstum um „knapp 40 Prozent“

Der Umsatz von 7hauben liege „um knapp 40 Prozent“ über jenem des vergleichbaren Vorjahreszeitraums. Bis Jahresende peile man mehr als drei Millionen Euro wiederkehrenden Jahresumsatz (ARR) an. Insgesamt sollen bisher mehr als 100.000 zahlende Kund:innen das Angebot von 7hauben genutzt haben. Besonders stark entwickle sich die Neukundengewinnung mit einem Plus von nahezu 70 Prozent. In Zukunft möchte man zunehmend internationaler werden.

„Unser Ziel ist es, hochwertiges Kochwissen weltweit zugänglich zu machen. Wir wollen sowohl durch strategische Übernahmen als auch durch die internationale Expansion die nächsten Wachstumsschritte setzen“, erklärt Sailer.

 

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