20.10.2021

Forscherin Johanna Pirker erhält Hedy Lamarr Preis 2021

Die an der TU Graz tätige Forscherin Johanna Pirker erhielt den diesjährigen Hedy Lamarr Preis der Stadt Wien.
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Pirker, Hedy Lamarr Preis,
(c) Joey Prink - Johanna Pirker wurde für ihre Forschung zu innovativen Lernmethoden und immersiven Erfahrungen geehrt.

Johanna Pirker ist Assistenzprofessorin, Softwareentwicklerin und Forscherin am „Institut für Interaktive Systeme und Data Science“ der Technischen Universität Graz (TUG). Sie schloss ihre Masterarbeit während eines Forschungsaufenthalts am Massachusetts Institute of Technology (MIT) ab, wo sie sich mit kollaborativen virtuellen Welten beschäftigte. In ihrer Doktorarbeit von 2017 spezialisierte sich auf Spiele und Umgebungen, die User durch motivierende Aufgaben zum Lernen, Trainieren und Zusammenarbeiten anregen. Nun wurde sie mit dem Hedy Lamarr Preis 2021 ausgezeichnet.

Pirker bei EA

Pirker verfügt über langjährige Erfahrung in der Spielegestaltung sowie in der Entwicklung virtueller Welten und hat in der Videospielindustrie bei „Electronic Arts“ (EA) gearbeitet. Ihre Forschungsinteressen umfassen KI, Datenanalyse, immersive Umgebungen, Spieleforschung, Gamification-Strategien, HCI, e-learning, CSE und IR.

Hedy Lamarr Preis 2021 zum Nachsehen

Innerhalb der Computerspiel-Branche ist sie vor allem bekannt als Initiatorin und Direktorin der Game Dev Days Graz, Österreichs größter Konferenz für Spieleentwickler, sowie als Vortragende bei internationalen Konferenzen wie beispielsweise der GDC. Sie engagiert sich außerdem stark für die Indie Game Development Szene und Game Jams.

AR-Technology
(c) PID/VOTAVA – Verleihung des Hedy Lamarr Preis 2021 mit Laudatorin Wissenschafterin und RNA Spezialistin Renee Schröder, StRIn Ulli Sima, Gewinnerin des Hedy Lamarr Preises Johanna Pirker, VBgmIn Kathrin Gaal und StRIn Veronica Kaup-Hasler.

Es war eben nicht nur die wissenschaftliche Bedeutung der Arbeit von Johanna Pirker im Bereich virtueller Lernmethoden und immersive Spiele, die bei der Vergabe eine Rolle gespielt haben, sondern auch ihre Leistungen auf gesellschaftlicher Ebene, wie Verena Fuchsberger-Staufer, Forscherin an der Universität Salzburg und Hedy Lamarr Preisträgerin 2018, die Juryentscheidung begründet: „Pirker entwickelt Tools, um Lernen interaktiver und spannender zu machen und bringt diese zum Einsatz, veröffentlicht ihre Vorlesungen und Vorträge und unterstützt Tech-Startups, um nur einige ihrer Leistungen zu nennen. Ihr Ziel, die Zukunft des Lernens zu revolutionieren und dass sie insbesondere junge Mädchen ermutigt, Informatik als buntes, kreatives Werkzeug zu sehen, um die Welt zu verbessern, machen sie zu einem ausgezeichneten Vorbild und einer würdigen Hedy Lamarr-Preisträgerin.“

IT und Gaming nur für Männer?

Pirker selbst sieht darin eine Bestätigung für ihre Arbeit in einem Feld, dem, was Frauen betrifft, noch immer mit Voreingenommenheit begegnet wird.

„Ich freue mich sehr und bin dankbar, mit dem Hedy Lamarr Preis 2021 ausgezeichnet zu werden. Videospiele und Virtual Reality kämpfen immer noch ständig mit vielen Vorurteilen. Dabei bieten diese unterschiedliche Möglichkeiten für motivierendes Lernen, für interaktive Therapien oder auch für Klimaforschung und werden nicht umsonst auch als Empathiemaschinen bezeichnet“, sagt Pirker. „Diese Medien erlauben innovative Arten des Erlebens, die mit traditionellen Methoden nicht möglich sind. Dieses Potenzial der virtuellen Welten möchte ich nutzen, um auch die reale Welt ein bisschen besser zu machen. Außerdem möchte ich mit meiner Arbeit jungen Frauen zeigen, dass Gaming und IT keine reine Männerdomäne sind.“

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Das unbemannte Überwasserfahrzeug Variant 7 von Blue Ops, der Marine-Sparte von Red Cat. Laut Red Cat wird es von einem Motor von Steyr Motors angetrieben | © Red Cat Holdings / Blue Ops

Der US-Drohnenspezialist Red Cat Holdings (NASDAQ: RCAT) will die Steyr Motors AG übernehmen. Wie Red Cat am Montag mitteilte, legt das US-Unternehmen ein freiwilliges öffentliches Übernahmeangebot für sämtliche Aktien vor. Der Angebotspreis soll 39 Euro je Aktie in bar betragen, ein Aufschlag von 28,9 Prozent auf den Schlusskurs vom 16. Oktober. Steyr Motors zählt zu Europas führenden Herstellern von Hochleistungsmotoren für Defense-Spezialfahrzeuge und maritime Anwendungen sowie von Hilfsaggregaten für Kampfpanzer und Lokomotiven. Red Cat bietet Drohnen- und Robotiklösungen für Verteidigung und nationale Sicherheit an, darunter auch unbemannte Wasserfahrzeuge.

Ganz neu ist die Annäherung nicht: Beide Unternehmen hatten bereits unverbindliche Gespräche geführt, die im Juli 2026 beendet wurden. Nun wurden sie laut Aussendung wieder aufgenommen und haben zu einem vollständig finanzierten Barangebot geführt.

B&C und Cassutti dienen an

Die Ankeraktionärin B&C Holding Österreich GmbH hat sich unwiderruflich verpflichtet, ihre rund 15 Prozent am Grundkapital anzudienen. Auch CEO Julian Cassutti will seine eigenen Steyr-Aktien im Rahmen des Angebots andienen. Der Vollzug setzt voraus, dass Red Cat zum Ende der Annahmefrist mindestens 50 Prozent plus eine Aktie hält; zudem sind behördliche Genehmigungen in Österreich, Italien, Australien und dem Vereinigten Königreich erforderlich. Die Annahmefrist soll am 18. Dezember 2026 um 17:00 Uhr MEZ enden.

Red Cat will Steyr Motors laut Aussendung als österreichisches Kompetenzzentrum erhalten und ausbauen. Die Belegschaft soll bleiben, Fertigung sowie Forschung und Entwicklung verbleiben am Standort. „Wir sehen Österreich als zentral für die Zukunft des Unternehmens”, erklärt Red-Cat-CEO Jeff Thompson. Cassutti, der 2022 als CEO eingestiegen war und unter dem 2024 der Börsengang an der Frankfurter Wertpapierbörse erfolgte, spricht vom nächsten Kapitel der Unternehmensentwicklung: „Zugleich steht Red Cat uneingeschränkt hinter unserem Standort und unseren Mitarbeitenden.” Der Aufsichtsrat um den Vorsitzenden Rolf Wirtz beurteilt die Transaktion vorbehaltlich der Prüfung der Angebotsunterlage positiv.

Einordnung: Viel Absicht, wenig Garantie

Mit Steyr Motors würde ein Zulieferer für Kampfpanzer, Militärfahrzeuge und Marineanwendungen in den Besitz eines US-Unternehmens übergehen, Behörden in vier Ländern müssen zustimmen. Das Standortbekenntnis ist in der Aussendung als Absicht formuliert, eine vertragliche Garantie nennt sie nicht; das mittelfristige Potenzial von Steyr als europäischer Ankerpunkt will Red Cat erst „prüfen”. Und mit den rund 15 Prozent der B&C ist die Schwelle von 50 Prozent noch nicht erreicht. Bis Mitte Dezember bleibt der Ausgang offen.

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