07.12.2015

Forscher: Darum fallen Smartphones ständig auf das Display

2006 untersuchte Robert Matthews, ob Brote wirklich immer auf die Butterseite fallen. Jetzt hat er sich Smartphones gewidmet.
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(c) Motorola. Eine neue Display-Technologie soll Brüche verhindern.

Alle zwei Sekunden fällt versehentlich ein Smartphone zu Boden und das Display bricht, schätzt Motorola. Der Handy-Konzern hat dieses Phänomen in einer Studie genau untersuchen lassen und die Forscher stießen auf ein erstaunliches Phänomen: Es ist wie mit dem Butterbrot – Smartphones fallen einfach meistens auf das Display.

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Es ist die Handhaltung!

Robert Matthews von der Aston University erklärt sich das Phänomen so: Smartphones werden meist mit einer spezifischen Handhaltung gehalten, die beim Sturz ein ganz konkretes Flugmuster auslöst. Das ganze drückt der Physiker in einer Formel aus, p=2/L, wobei L die Länge des Smartphones ist und g die Beschleunigung. Daraus soll sich das Drehmoment des fallenden Smartphones berechnen, wodurch man abschätzen könne, ob das Smartphone am Display landet.

Gebrochenes Display trotz Verletzung

Laut einer Motorola-Befragung unter 6000 Smartphone-Nutzern lebt derzeit rund ein Fünftel mit einem gebrochenen Display. Skurriles Detail: 23 Prozent der Nutzer verwenden ihr gebrochenes Display weiter, obwohl sie sich daran geschnitten haben. Die Studie gab der Konzern anlässlich der neuen Technologie ShatterShield in Auftrag, die verhindern soll, das Displays brechen.

https://www.youtube.com/watch?v=JPPuWW0zi98

Mit Matthews wurde kein Unbekannter auf diesem Gebiet beauftragt. 1996 untersuchte er mit 1000 Kindern und 21.000 Butterbroten fast dasselbe Phänomen. Er lieferte den Beweis: In 62 Prozent der Fälle fällt ein Brot auf die Butterseite. Matthews ist seitdem Träger eines „IgNobel“-Preises, mit dem Forschung ausgezeichnet wird, die Menschen zum Lachen bringt.

Motorola Blog

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Matteo Rosoli, CEO von eustella © eustella

„In den USA wird gerade die Ära der Superintelligenz ausgerufen. Europa darf dabei nicht zuschauen“, sagt Matteo Rosoli, CEO von eustella. Das Wiener Startup hat am 20. Oktober die Version 1.5 seiner Plattform für KI-Agenten veröffentlicht. Sie läuft nach eigenen Angaben auf rein europäischer Cloud-Infrastruktur.

Nachtraining statt Neuentwicklung

Eustella entwickelt kein Sprachmodell von Grund auf. Stattdessen setzt das Team auf offene Modelle, deren Gewichte frei verfügbar sind, und entwickelt sie mit eigenen Daten und Verfahren weiter. Ausgangspunkt ist laut Aussendung „das chinesische Basismodell Qwen 3.8 27B”. Die leistungsstärksten offenen Modelle stammten demnach „derzeit überwiegend aus China”. Das Nachtraining soll auch deren Voreingenommenheit reduzieren.

Ergebnisse aus eigener Messung

Wie viel das Nachtraining bringt, hat eustella selbst gemessen, mit 14 gängigen Leistungstests für KI-Modelle (Benchmarks). Laut Unternehmen schneidet v1.5 in allen 14 besser ab als das Basismodell, im Schnitt um fünf Punkte. Am deutlichsten fällt der Zuwachs beim Programmieren (LiveCodeBench, plus 17,1 Punkte), beim Befolgen komplexer Anweisungen (IFBench, plus 10,9) und in mehrstufigen Gesprächen (MultiChallenge, plus 10,8) aus.

Im Vergleich mit US-Modellen zieht eustella folgende Bilanz: v1.5 erreicht mit 27 Milliarden Parametern bei LiveCodeBench 89,1 Prozent, fast identisch mit Claude Opus 5 (89,0). GPT-5.6 Sol kommt auf 82,6. Bei GPQA Diamond, einem Test mit naturwissenschaftlichen Expertenfragen, liegt eustella mit 92,6 Prozent hinter Claude Opus 5 (93,9). Beim Verstehen langer Dokumente (AA-LCR) führt v1.5 laut eigenen Angaben mit 87,5 Prozent vor Claude Opus 5 (79,0) und GPT-5.6 Sol (84,0).

Auch gegenüber dem französischen Anbieter Mistral liegt v1.5 laut eustella in allen sieben vergleichbaren Benchmarks vorn, obwohl Mistral Medium 3.5 rund fünfmal so viele Parameter habe.

Die im Sommer verglichenen Modelle sind allerdings nicht mehr die aktuellsten ihrer Anbieter. Anthropic hat mit Fable 5.1 (seit 1. September) und Opus 5.5 (seit 22. September) zwei jüngere Modelle veröffentlicht. Auch OpenAI und Mistral haben mittlerweile neue Modelle vorgestellt.

Vom Launch zur Unternehmensplattform

Vorgestellt hat eustella seine App am 24. Juni. Beim Start im Juni waren es knapp 5.000 Nutzer:innen, jetzt mehr als 22.000. Die KI-Agenten unterstützen mehrstufige Aufgaben wie Recherchen, Präsentationen oder Reiseplanung. Ende August folgte laut eustella eine Optimierung, die das Achtfache an Nutzung zum gleichen Preis ermöglicht. Mit v1.5 kommen Team- und Enterprise-Pläne: „Orbit” kostet 20 Euro pro Nutzer:in und Monat, „Constellation” mit vierfachem Nutzungsvolumen 80 Euro. Die ersten 25 Partner:innen haben bereits API-Zugriff.

Eigene Technologie in Planung

„Wir haben diesen Sommer gezeigt, dass ein europäisches Team mit offenen Modellen und eigener Forschung an die Weltspitze heranrücken kann”, sagt Rosoli. v1.5 sei „erst der Anfang”. Weitere Forschung ist in Vorbereitung, eigene KI-Technologie will eustella Schritt für Schritt entwickeln.

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