01.08.2017

Sechsstellige AT:net Förderung der FFG für Formunauts

Das Wiener Startup Formunauts erhält eine sechsstellige AT:net Förderung der FFG für seine App zur Erfassung von Daten.
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Bereits im Vorjahr erhielt Formunauts ein Investment im Rahmen einer strategischen Partnerschaft mit der schweizer Digitalspenden AG RaiseNow. Dadurch wurde es möglich, die Marktführerschaft im deutschsprachigen Raum zu übernehmen. Im Rahmen der AT:net Förderung der österreichischen FFG (Forschungsförderungsgesellschaft) erhält das 2014 gegründete Wiener Startup nun eine sechsstellige Förderzusage.

Die digitale Transformation beschleunigen

Die Formunauts bieten mit Donutapp.io eine App zur Erfassung von Daten im Rahmen von Face-to-Face Kampagnen. Damit soll die digitale Transformation von Außendienststrukturen von Unternehmen und Organisationen beschleunigt werden. Die Software ist bereits im DACH-Raum und in England erfolgreich in Verwendung.

Redaktionstipps

Spendenkampagnen starten

Durch geschickte Validierungen und gut abgestimmte Features wie Gamification, soll der Arbeitsalltag der Nutzer erleichtert werden. Prozesse könnten überdies vereinfacht und die Datenqualität gesteigert werden. So könne man die Akquisitionskosten senken und den Return on Investment erhöhen. Besonders für Spendenkampagnen soll dies zahlreiche Vorteile beiten und zeigen, dass die Digitalisierung auch im Fundraising eine wichtige Rolle spielt.

Neue Maßstäbe

“Durch die Förderung der FFG sind wir jetzt in der Lage, neue Features zu entwickeln, die zum einen die Einbettung neuer Zahlungsmethoden ermöglichen und zum anderen im Bereich des Qualitätsmanagements neue Maßstäbe setzen sollen”, sagt Reinhard Schlossnagel, CEO und Co-Gründer (35). Die Geschäftsführung erwartet sich dadurch weiteres Wachstum in der DACH- Region und die Erschließung neuer Märkte in ganz Europa.

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NATO,Startup,Fonds
Startups im DefenseTech Bereich könnten einen Aufschwung erleben. (c) pexels

In Österreich unterliegen Rüstungsbetriebe strengen Export- und Herstellungskontrollen, primär geregelt durch das Kriegsmaterialgesetz und das Außenwirtschaftsgesetz. Um der Rüstungsindustrie die Arbeit zu erleichtern, will Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer (ÖVP) die gesetzlichen Rahmenbedingungen nun lockern. Unsicherheiten sollten entfernt werden und Exporte schneller und einfacher über die Bühne gehen, so der Minister gestern gegenüber der „Zeit im Bild“ (ZIB) des ORF bei einem Besuch eines Rheinmetall-Werks in Wien. Die Finanzierung von Rüstungssaufträgen sei ein wesentliches Finanzierungsvehikel für heimische Industrie und Betriebe.

„Neutralität ist oberstes Gut“

Gleichzeitig sagte er, dass diese Schritte keinen Einfluss auf die Neutralität haben sollen. „Die Neutralität ist oberstes nationales Gut, das es zu schützen gilt. Wir dürfen aber durch die Neutralität nicht in eine Situation kommen, dass unsere Betriebe gewisse Aufträge nicht abarbeiten können.“

Ob sich die strikte Trennung von wirtschaftlichem Profit und militärischer Neutralität in Österreich in der Realität so aufrechterhalten lässt, wie es die Politik erhofft, bleibt angesichts der verankerten juristischen Hürden abzuwarten. Für die heimischen Startups und Unternehmen im Defense- oder auch Dual-Use-Bereich sind die geplanten Lockerungen jedenfalls eine Chance, sich auf dem europäischen Markt noch stärker zu etablieren.

Diskretion und Dual Use

Dass die Vereinbarkeit von wirtschaftlichem Potenzial und der Neutralität in Österreich nicht gerade einfach ist, wissen auch Founder:innen. Dem Thema DefenseTech wird in Österreich traditionell mit großer Diskretion begegnet. Kein Wunder, hat sich das Land schon vor 71 Jahren der Neutralität verpflichtet. Reine DefenseTech-Startups findet man hierzulande kaum, die meisten agieren im sogenannten „Dual Use“-Bereich. Das bedeutet, ihre Produkte lassen sich nicht ausschließlich im militärischen, sondern auch im zivilen Bereich einsetzen. Neben dem teils kritischen Ansehen der Industrie, gibt es weiters auch Strafen für Unternehmen, wenn deren Produkte für Kriegsparteien bereitgestellt werden.

3,3-Milliarden-Euro-Industrie

Trotz der strengen Auflagen leistet die Rüstungsindustrie in Österreich ihren wirtschaftlichen Beitrag: Laut Industriemagazin erwirtschaftet die Branche jährlich etwa 3,3 Milliarden Euro und damit 0,6 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Und es haben sich in den letzten Jahren auch einige Startups im DefenseTech- oder verwandten Bereichen etabliert, die von den Lockerungen profitieren könnten. Viewpointsystem, CycloTech oder Drone Rescue Systems, um ein paar zu nennen – wohl gemerkt alle drei im genannten „Dual Use“-Segment.

Wie groß das Potenzial ist, das durch solche Lockerungen entfesselt werden kann, zeigt ein Blick über die Grenze. Im Nachbarland Deutschland boomt die DefenseTech-Branche. Erst gestern berichtete brutkasten über ein 1,6 Mrd. Euro schweres Investment in das Münchner KI-DefenseTech-Scaleup Helsing – der neue Deutschland-Rekord. Das Unternehmen für Drohnen und unbemannte Kampfflugzeuge wird nun mit 18 Mrd. US-Dollar bewertet. Zuvor holte der Münchner Drohnenhersteller Quantum Systems 1,2 Mrd. US-Dollar.

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