31.08.2022

Formel 1 entdeckt Krypto und NFTs – Launch vor Las Vegas Rennen

Die Formel 1 und die Krypto- bzw. die NFT-Welt finden zusammen.
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(c) Wikimedia/Monti - Die Formel 1 fährt ins Metaverse.

Dreifachweltmeister Niki Lauda prägte einst das Wesen der Formel 1 mit dem Spruch „im Kreis fahren“. Was allerdings auch herbe Kritiker der Rundkurs-Fahrer zugeben müssen, die Königsklasse des Motorsports testet seit jeher Grenzen aus, setzt technologische Maßstäbe und setzt auf Innovation, was die Fahrsicherheit betrifft. Man erinnere sich an den Mann, der aus dem Feuer kam, Romain Grosjean, oder die Schutzvorrichtung „Halo“, die schon manches Leben gerettet hat. Nun erforscht man neue Gebiete, wie die Plattform Medium berichtet,

Formel 1 mit virtuellem Merchandise

Die Formula One (F1) Group hat konkret zwei neue Markenlizenzen eingereicht und möchte künftig an der Krypto- und Metaverse-Welt teilhaben. Und seinen Fans etwas bieten.

Die dafür nötigen Lizenzen wurden vor knapp einer Woche von der Markenabteilung der F1, Formula One Licensing BV, für den „Las Vegas Strip Circuit“ 2023 angemeldet, wie USPTO-Anwalt Michael Kondoudis mitteilte. Laut den veröffentlichten Unterlagen beabsichtigt die Formel 1, virtuelle Güter anzubieten, darunter Kleidung, Sportausrüstung, Kopfhörer, Souvenirs, Schmuck, digitale Kunst und mehr.

Auch der Handel mit Währungen, der Austausch von Kryptowährungen und der Kohlenstoffausgleich stehen auf der Agenda.

Start 2023 vor dem Las Vegas Grand Prix

Die Initiative soll noch vor dem Großen Preis von Las Vegas im November nächsten Jahres an den Start gehen.

Wie sich genau das Fan-Service darstellen wird, ist heute noch nicht klar. Jedoch scheint ein NFT-basiertes Ticketing und Merchandise eine logische Folge zu sein, wenn man sich die Prognose von Deloitte Global ansieht. Einer Studie des Consulting-Unternehmens nach könnten Sport-Teams zukünftig allein mit NFT-Transaktionen bis zu zwei Milliarden US-Dollar erwirtschaften.

Nicht das erste Wheel-Banging mit Krypto

Diese neuen Entwicklungen sind jedoch nicht der erste Jungfernschritt zur neuen Technologie hin, wie man meinen könnte. Die Formel 1 hat die Annäherung an die Krypto-Welt bereits vor einiger Zeit gesetzt.

Im Juni letzten Jahres wurde etwa CryptoCom zum globalen und Eröffnungspartner der neuen Sprint-Serie der Formel 1 für 2021. Anfang dieses Jahres unterzeichneten beide Parteien eine weitere Vereinbarung, die den Krypto-Handelsplatz zum offiziellen Titelpartner des Grand Prix von Miami machte. Die Handelsplattformen FTX, Bybit und OKX haben ebenfalls Partnerschaften mit der Formel 1 geschlossen – FTX mit Mercedes-AMG Petronas; Bybit mit Red Bull Racing und McLaren Automotive mit OKX.

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Das Gründerteam von vioom: Lucia Studer und Ronny Türtscher | (c) vioom

Wer auf dem Land lebt, kennt das Problem: Der nächste Bus fährt erst in zwei Stunden und ohne eigenes Auto wird selbst der Weg zum Arzt oder zum Einkaufen zur Herausforderung. Diese Erfahrungen hat auch das Gründerteam des Vorarlberger Startups vioom gemacht. Sie kommen aus dem Großen Walsertal, wo öffentliche Verkehrsverbindungen teilweise nur im Zwei-Stunden-Takt angeboten werden.

„Wir haben als Jugendliche immer Autos gestoppt“, erzählt Mitgründer und Co-CEO Ronny Türtscher. Aus Bedarfserhebungen zur Mobilität in der Region, die Türtscher selbst begleitete, entstand schließlich die Idee zu vioom.

Hinter dem Startup steht die im Februar 2026 gegründete VAREO Innovations GmbH mit Sitz in Ludesch. Als CEOs fungieren Ronny Türtscher und Lucia Studer. Das Gründerteam bringt nach eigenen Angaben gemeinsam mehr als 20 Jahre Erfahrung in der Softwareentwicklung mit.

Personen- und Warentransporte gemeinsam organisieren

Vioom setzt auf sogenannte On-Demand-Mobilität: Fahrgäste können über eine App eine Strecke innerhalb eines festgelegten Gebiets buchen. Das System organisiert daraufhin ein verfügbares Shuttle. Anders als bei klassischen Anrufsammeltaxis sollen die Fahrzeuge zusätzlich regionale Waren transportieren. „Wir versuchen, die Ausnutzung so hoch wie möglich zu halten und diese Wege von A nach B mit mehreren Erlösströmen zu gestalten“, sagt Türtscher. So könnte ein Shuttle beispielsweise eine Gemüsekiste bei einem Bauernhof abholen, anschließend einen Fahrgast vom Bahnhof transportieren und die Ware danach bei einem Hotel abliefern.

Ziel ist es, Leerfahrten zu reduzieren und Fahrzeuge auch außerhalb der Stoßzeiten auszulasten. Gleichzeitig soll das Angebot bestehende Bus- und Bahnverbindungen ergänzen und insbesondere die sogenannte „First und Last Mile“, also den Weg zur beziehungsweise von der nächsten Haltestelle, abdecken. Durch die gemeinsame Nutzung der Fahrzeuge und eine bessere Anbindung an den öffentlichen Verkehr sollen zudem CO₂-Emissionen reduziert werden. Die Regionen entscheiden dabei selbst, wann Personen- beziehungsweise Warentransporte angeboten werden. Die Durchführung übernehmen beispielsweise regionale Taxiunternehmen. Vioom selbst stellt keine Fahrzeuge oder Fahrpersonal bereit, sondern liefert die Software und begleitet die Umsetzung.

Wie sich die regionale Mobilität rechnen soll

Mit seinem Geschäftsmodell richtet sich vioom an Gemeinden und Regionen. Diese zahlen je nach Modell eine monatliche Gebühr für die Nutzung der Plattform. Zusätzlich erhält das Startup eine Vermittlungsprovision für jede gebuchte Fahrt. Die Fahrgäste und Unternehmen bezahlen für die jeweiligen Personen- oder Warentransporte. Diese Einnahmen fließen grundsätzlich an die Regionen selbst. Die Abrechnung erfolgt vollständig automatisiert über die Plattform.

Durch die Kombination von Personenbeförderung und Warenlogistik sollen die Fahrzeuge besser ausgelastet und zusätzliche Einnahmen erzielt werden. Langfristig will vioom damit die Wirtschaftlichkeit regionaler Mobilitätsangebote verbessern und deren Abhängigkeit von öffentlichen Förderungen verringern.

Technologiepartnerschaft mit ioki

Für die technische Umsetzung arbeitet vioom mit dem Mobilitätstechnologie-Anbieter ioki zusammen. Das Unternehmen ist ursprünglich aus der Deutschen Bahn hervorgegangen und bietet Software für bedarfsgesteuerte Mobilitätsangebote an. Vioom nutzt Teile dieser Technologie und hat darauf aufbauend ein eigenes Logistikmodul entwickelt.

Die Partnerschaft soll auch die Skalierung erleichtern. Für jede Region wird zwar eine individuelle Mobilitätsanalyse durchgeführt, die anschließende Umsetzung erfolgt jedoch über eine standardisierte, anpassbare Plattform.

Eigenfinanziert und erste Pilotprojekte geplant

Bislang wurde vioom vollständig aus Eigenmitteln der CEOs finanziert, mit einem Stammkapital von 12.000 Euro. An der VAREO Innovations GmbH sind die LOONEY GmbH (gehört unter anderem Lucia Studer) mit 66,67 % und scale.out (gehört Ronny Türtscher) mit 33,33 % beteiligt. Für externe Investoren zeigt sich das Unternehmen grundsätzlich offen.

Die größte Herausforderung besteht laut Türtscher darin, erste Referenzprojekte umzusetzen und nachzuweisen, dass die Kombination aus Personen- und Warentransporten tatsächlich wirtschaftliche Vorteile bringt. „Viele Kunden fragen: Was habt ihr schon gemacht und was könnt ihr nachweisen?“, erzählt der Gründer.

Der erste Pilotbetrieb ist derzeit in Vorarlberg in Vorbereitung, ein konkreter Starttermin steht noch nicht fest. Parallel führt vioom Gespräche mit zwei Landkreisen und einer Stadt in Deutschland. Bis Ende 2027 will das Startup drei bis fünf Regionen an die Plattform angebunden haben. Zusätzlich sollen weitere Partnerschaften und Anwendungen, etwa im Tourismus, entstehen.

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