15.02.2023

Foreus: Wiener Krypto-Crime Startup stellt sich neu auf

Und strebt die Internationalisierung an. Geplant ist, nach Deutschland zu expandieren und ein Büro in Israel zu eröffnen. Einen personellen Umbau gab es bereits.
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Foreus, Krypto Crime, Kryptobetrug, Hilfe bei Krypto Verbrechen, gescammt worden
(c) Bojan Glamocak - (v.l.n.r.) Simon Degenkolb, Head of Business Operations, Stefan Embacher, CEO und Danijela Babic, Head of Business Administrations.

Das Wiener Startup Foreus wurde 2021 von Stefan Embacher, Georg Coester und Albert Quehenberger (ehemals Sperl) gegründet, um gestohlene Kryptowährungs-Beträge aufzuspüren. Auch im B2B-Bereich arbeitet das Unternehmen für Banken, die einen Herkunftsmittelnachweis brauchen, wenn größere Summen von Kryptowährungen in Währungen wie Euro oder Dollar gewechselt werden. Vor kurzem hat man sich auf oberster Ebene neu aufgestellt, ist gewachsen und verfolgt Expansionspläne nach Deutschland und Israel.

„Wir haben entschieden, uns neu auszurichten“, erklärt Embacher. „Meine Co-Founder hatten neben Foreus noch andere Projekte, doch ich habe vollen Fokus auf mein Unternehmen gebraucht.“

Archiv: Stefan Embacher im brutkasten-Interview

So trennte sich das Gründertrio, laut Founder, im Guten und Embacher war in der Lage, die Management-Struktur neu aufzustellen.

Neue Rollenverteilung bei Foreus

Nachgerückt sind jetzt Danijela Babic, die die erste Mitarbeiterin im Startup war und nun „Head of Business Administration“ ist, sowie Simon Degenkolb als „Head of Business Operation“, den Embacher bereits seit seiner Zeit beim Bundesheer kennt.

Dragana Legenovic als Legal Associate stellt die letzte Personalneuerung bei Foreus dar. Sie betreut als Absolventin der Rechtswissenschaften sämtliche juristischen Aufgaben, verfügt über Zusatzqualifikationen in Wirtschaft und IT und engagiert sich auch regelmäßig für gesellschaftliche Themen.

2021 erhielt Legenovic den Wissenschaftspreis der Arbeiterkammer Salzburg in der Kategorie „gerecht leben & arbeiten“. Außerdem war sie „Excellent Talent“ an der Paris Lodron Universität Salzburg und wurde beim „ELSA Mergers and Acquisitions Moot Court 2019“ als Best Speaker ausgezeichnet.

Startup kämpft gegen Rufmord und Stalking

Mit diesem Team und insgesamt nun 20 Mitarbeiter:innen hat Foreus auch sein Serviceportfolio ausgeweitet. Neben der Jagd auf Kryptoräuber sammelt das Startup, grob gesprochen, Informationen aus dem Netz zu Betrugsdelikten und schafft so mittels Indizien eine Grundlage für Strafverfahren.

Konkret bewegt sich das Foreus-Team in Chaträumen, sammelt Social Media Intelligence, nutzt Künstliche Intelligenz (KI) zur Bildauswertung und wird bei Rufmord und Stalking im Netz aktiv.

„Dies alles dient dazu, die Beweislast zu verdichten und die Beweiskette zu schließen“, präzisiert Embacher. „Krypto-Forensik macht jedoch noch immer rund 80 Prozent unserer Arbeit aus.“

Foreus „checkt“ Kryptobörsen

Zu weiteren Aufgaben zählen neuerdings jedoch auch Geldwäschefälle und Terrorismusfinanzierung sowie das Auditieren von Kryptobörsen.

„Wir durchleuchten das dortige Management-Team, sehen nach, ob die Plattform einen Hackerschutz hat und wie sie allgemein aufgestellt ist“, so der Founder weiter. „Bei Rufmordkampagnen suchen wir nach der Person, die die Kampagnen schaltet und heben Leute bei ID-Diebstahl aus.“

Die Investmentfrage

Bisher ist Foreus, trotz großem Interesse diverser Investoren, organisch gewachsen und möchte diese Wachstumsentwicklung fortsetzen. Dafür ist man auf der Suche nach geschultem Personal mit Erfahrung.

„Ob wir tatsächlich ein Investment benötigen, wird sich im Sommer zeigen“, erklärt Embacher. „Wir möchten nach Deutschland expandieren und auch in Israel ein Büro eröffnen. Von dort aus streben wir eine weitere Internationalisierung an. Und schauen, wie sich die Nachfrage entwickelt.“

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© Envato/Rawpixel - Beispielfoto.

Die Elevatry GmbH hat eine Pre-Seed-Finanzierung über 3 Mio. Euro abgeschlossen. An der Runde beteiligen sich Bayern Kapital, die Unternehmensberatung H&Z sowie mehrere Business Angels, darunter Jan Henner-Theißen, Martin Berr-Sorokin, Mike Simon, Markus Ehrle, Andreas Junck und Alexander Bruehl.

Elevatry und Companions

Der strategische Einkauf beeinflusse Kosten, Qualität, Resilienz und Compliance des gesamten Einkaufsvolumens maßgeblich, doch in der Praxis reiche die Kapazität von Einkaufsteams oft nur, um einen Teil der Lieferanten und Warengruppen aktiv zu managen, heißt es von Elevatry. Somit bleibe dem Unternehmen zufolge ein großer Teil des möglichen Hebels ungenutzt. Ein Großteil der Arbeitszeit im strategischen Einkauf skaliere bisher nicht, denn sie fließe in analytische und anspruchsvolle Arbeit. Hier setzt das Startup an.

Hinter dem Unternehmen stehen drei Gründer. Heiko Schwarz (CEO) bringt rund 25 Jahre Erfahrung im strategischen Einkauf und in Procurement-Software mit; zuvor gründete er riskmethods, das von Sphera übernommen wurde. Christian Ruck (Chief Product Officer & Operations) war Associate Partner bei McKinsey und COO des Procurement-SaaS-Anbieters Orpheus, der an McKinsey verkauft wurde. Tizian Ruck verantwortet als AI Lead die technische Entwicklung der Plattform.

Die Companions der Plattform, u. a. Category Strategist, Negotiation Coach sowie Risk & Integrity Manager, übernehmen die analytischen Arbeiten, Recherchen sowie Szenariobewertungen entlang des gesamten Source-to-Contract-Prozesses. Das reicht von der Bedarfsanalyse über Sourcing-Strategie, Ausschreibung und Lieferantenauswahl bis zu Sollkostenanalyse, Verhandlung, Vertrag und Erfolgscontrolling.

System of Initiative

Elevatry versteht sich als „System of Initiative“ statt als „System of Record“. Die Plattform plant proaktiv, priorisiert nach Impact in Euro und bereitet Vorschläge vor, heißt es. Entschieden wird im Team. Autonomiegrade, Freigaben und Datenhoheit konfigurieren die Kunden selbst, auf einer offenen Multi-LLM-Architektur.

„Strategischer Einkauf ist einer der größten Ergebnishebel im Unternehmen. Gezogen wird er bisher nur dort, wo die Kapazität reicht und entsprechendes Wissen verfügbar ist“, sagt Schwarz, CEO von Elevatry. „Unsere Companions übernehmen komplexe Denkarbeiten und führen Aufgaben auf höchstem Niveau aus. So können Einkaufsteams die Methodik ihrer besten Category Manager auf jede Warengruppe anwenden. Unsere Investoren bringen Kapital, exklusive Einkaufsexpertise und Marktzugang zusammen. Ab jetzt beweisen wir den Impact beim Kunden.“

Und Monika Steger, Geschäftsführerin Bayern Kapital, ergänzt: „Elevatry verbindet ein sehr erfahrenes Gründerteam mit einer klaren Vision für die Zukunft des strategischen Einkaufs. Die KI-native Plattform adressiert einen erheblichen Effizienz- und Wertschöpfungshebel in Unternehmen und schafft durch die intelligente Nutzung von Einkaufswissen und -daten einen unmittelbar nachvollziehbaren Kundennutzen. Gleichzeitig agiert das Unternehmen in einem attraktiven, stark wachsenden Markt für KI-gestützte Procurement-Software.“

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