15.10.2025
KRYPTO-SECURITY

Foreus-Co-Founder startet mit neuer Firma US-Kooperation gegen Krypto-Kriminalität

Albert Quehenberger, Mitgründer von Foreus und nun von AQ Forensics, kooperiert mit der US-Firma VerifiWallet, um internationale Ermittlungen gegen Krypto-Betrug zu beschleunigen.
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AQ Forensics
© Albert Quehenberger.

Das österreichische Sicherheitsunternehmen AQ Forensics von Foreus-Co-Founder Albert Quehenberger (Anm.: 2023 aus dem Unternehmen ausgeschieden) und die US-Firma VerifiWallet von Mudassar Malik starten eine Kooperation, um internationale Ermittlungen im Bereich Krypto-Kriminalität zu beschleunigen und die Transparenz im digitalen Finanzsektor zu erhöhen.

Im Fokus dabei: ein gemeinsames Tool, das Privatpersonen, Behörden und Unternehmen erlaubt, Wallet-Adressen kostenlos zu überprüfen, bevor mit diesen interagiert wird.

AQ Forensics: „Netzwerk entsteht“

Ziel dieser Zusammenarbeit ist es zudem, bestehende Strukturen zu vernetzen und Falldaten aus forensischen Analysen von AQ Forensics in das internationale Deconfliction-Netzwerk von VerifiWallet einzuspeisen.

„Wir schaffen Transparenz, wo bisher Abschottung herrschte“, sagt Albert Quehenberger. „Durch unsere Kooperation entsteht ein Netzwerk, das Ermittlern erlaubt, schneller, gezielter und koordiniert zu handeln, auf Basis verifizierter Daten und sicherer Kommunikationswege.“

Das sei wichtig, weil Krypto-Kriminalität global operiere, während nationale Ermittlungsstrukturen häufig an rechtlichen oder technischen Hürden scheitern. Wird etwa ein österreichischer Bürger oder eine österreichische Bürgerin Opfer eines Betrugs und fließen die gestohlenen Kryptowährungen über internationale Exchanges, sind Ermittler oft auf langwierige Rechtshilfeverfahren angewiesen.

„Unsere Systeme ergänzen sich ideal. Gemeinsam ermöglichen wir Ermittlern weltweit Zugriff auf aktuelle Blockchain-Daten – mit dem Ziel, Täterstrukturen frühzeitig zu erkennen und grenzüberschreitend zu stoppen.“, sagt Malik.

Wallet-Adressen prüfen

Der US-Partner von AQ Forensics arbeitet mittlerweile mit über 400 Strafverfolgungsbehörden aus mehr als zehn Ländern zusammen. Die Plattform verwaltet über 395 Millionen Wallet-Datensätze und ermöglicht Ermittlern, Fälle abzugleichen, Wallets zu verifizieren und sich sicher mit anderen Behörden auszutauschen. Zugriff auf die Ermittlungsdatenbank erhalten ausschließlich Behörden.

Die Ergebnisse der Analysen stehen Privatpersonen und Unternehmen in anonymisierter Form kostenfrei zur Verfügung. Bei einer Abfrage zu einer Wallet werden eine Risikobewertung sowie ergänzende Informationen angezeigt, beispielsweise ob die Wallet bereits im Zusammenhang mit bekannten Betrugsprojekten aufgetreten ist. Dadurch werde das Risiko, unbeabsichtigt mit betrügerischen oder sanktionierten Adressen in Kontakt zu geraten, erheblich reduziert, heißt es.

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Der Prototyp auf dem PROTEAS-Forschungsgelände des Cyprus-Instituts in Zypern © Waldstein

„Ich habe erstmal aus Meerwasser destilliertes Wasser getrunken. Es schmeckte sehr gut“, berichtet Carl Albrecht Waldstein, Geschäftsführer der Wiener Seawater BV GmbH im brutkasten-Gespräch über die gelungene Inbetriebnahme der ersten solaren Meerwasser-Entsalzungsanlage des Desertgreener-Projekts in Limassol, Zypern.

Mit einer Kombination aus Parabolspiegeln und energetischem Recycling will man dem weltweiten Wassermangel, der aktuell über 2 Milliarden Menschen betreffe, begegnen. Was vor zwei Jahrzehnten an einer verdorrenden spanischen Küste als kühnes Gedankenspiel begann, soll nun globale Wucht entfalten.

Die Vision: Wasser für eine wachsende Welt

„Wir saßen am Ufer des Meeres an der spanischen Mittelmeerküste. Vor uns unendlich viel Meer und hinter uns trocknete alles aus. Also haben wir gesagt, das kann nicht sein, dass das Wasser vor uns die Probleme hinter uns nicht löst“, erinnert sich der Geschäftsführer an die Anfänge der Lösung eines der herausforderndsten Probleme unserer Zeit.

Die Technologie soll Süßwasser so günstig verfügbar machen, dass nicht nur Trinkwasser gesichert wird, sondern auch die wasserintensivere Landwirtschaft, Industrie und der Bergbau versorgt werden können. Bereiche, die klassische Entsalzung aus Kostengründen kaum bedient. Das Potenzial reicht laut Waldstein von der Rettung versalzter Agrarflächen über die Begrünung von Wüstenregionen bis zur Erzeugung von grünem Wasserstoff und Ammoniak als Dünger- und Treibstoffalternative.

Perspektivisch positioniert sich Desertgreener damit als Anbieter einer Basisinfrastruktur, die – wenn sie im großen Maßstab umsetzbar ist – wasserarmen Regionen weltweit neue wirtschaftliche und ökologische Entwicklungsmöglichkeiten eröffnen könnte.

Wasserkreislauf der Natur als Vorbild

Statt auf energieintensive Umkehrosmose zu setzen, soll die Anlage im Kleinen kopieren, was die Natur im Wasserkreislauf im Großen macht: Sonne verdampft Meerwasser, der Dampf kondensiert wieder zu Süßwasser. Bewegliche, der Sonne nachgeführte Spiegel bündeln dafür die Sonnenstrahlen direkt auf einen mit Meerwasser gefüllten Behälter und bringen es zum Kochen. Laut Unternehmen werden so über 90 Prozent der Sonnenenergie direkt genutzt.

Der entstehende, salzfreie Dampf wird von einer Turbine abgesaugt und in ein Röhrensystem gepresst. Dabei kondensiert er sofort wieder zu Wasser und gibt seine Wärme an das noch kochende Meerwasser zurück. „Wir schicken 83 Prozent der Energie ständig im Kreis“, erklärt Waldstein. Dadurch lasse sich mit derselben Menge Sonnenenergie ein Vielfaches an Wasser verdampfen, statt sie nach einmaliger Nutzung zu verlieren.

Finanzierung über Utility-Token

Um die kapitalintensive Serienproduktion nun vorzubereiten, meidet die Seawater BV GmbH bewusst Banken und Venture Capital. Man wolle unabhängig bleiben: „Wir wissen, wir stören auch viele“, so Waldstein. Stattdessen gelangt man über den Verkauf des eigenen „DGRX“ Utility-Tokens bereits an über zehn Millionen Euro, wie der Gründer im Interview erwähnt.

Verkauft wird der Token über die DGRX Sales GmbH, welche daraus wiederum schrittweise Anteile an der Seawater BV GmbH erwirbt (bis zu 24%). Weitere sechs Millionen Euro sollen nun über die Token-Finanzierung folgen, um die Serienproduktion voranzutreiben.

1,8-Milliarden-Bewertung von „Big Four“-Prüfungsgesellschaft

Zu den anvisierten Kunden zählen Regierungen, Kommunen sowie große Agrar- und Bergbaukonzerne. „Um den Markt mache ich mir null Sorgen. Wo ich hintippe, schreien die Leute, wann könnt ihr liefern“, kommentiert Waldstein die Nachfrage. Laut ihm bewertete eine „Big Four“-Prüfungsgesellschaft die Firma Ende 2025 mit 1,8 Milliarden US-Dollar. Mit der aktiven Pilotanlage steige der Wert laut Waldstein kalkulatorisch auf 2,9 Milliarden Dollar.

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