31.10.2023

Wiener Software-Scaleup Dimetor erhält EIC-Förderung in Millionenhöhe

Das Wiener Software-Scaleup Dimetor hat sich als einziges österreichisches Unternehmen neben 47 weiteren Unternehmen aus Europa für eine Förderung des European Innovation Council (EIC) qualifiziert.
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Dimetor GmbH (c) aws.at

Der Europäische Innovationsrat (European Innovation Council, kurz EIC) hat kürzlich seine neuen geförderten Projekte im Rahmen des EIC Accelerators vorgestellt. Unter den 47 ausgewählten Projekten befindet sich auch das österreichische Softwareunternehmen Dimetor, das 2017 von Thomas Neubauer und Thomas Wana in Oberösterreich gegründet wurde. Seither verfolgt Dimetor das Ziel, eine Schnittstelle zwischen Telekom und Luftfahrt zu bilden. In ihrem Geschäftsmodell fokussieren sich die beiden Gründer auf den Einsatz von automatisierten Drohnen – unter anderem mit ihrer Lösung AirborneRF.

EIC stellt drei Förderinstrumente zur Verfügung

Der European Innovation Council bietet drei Hauptinstrumente: Die Förderung von Pathfinder-Projekten, wobei phasenübergreifend von der Idee bis zum Proof-of-Concept unterstützt wird. Dessen drei Finanzierungsinstrumente decken den gesamten Zyklus der Innovationsentwicklung ab. Programmeigentümer und Geldgeber ist die Europäische Kommission.

Weiters hilft das Förderinstrument Transition Activities, die Lücke zwischen Pathfinder und Accelerator, dem dritten Förderungsinstrument des EIC, zu schließen. Dazu gehören Aktivitäten zur Formulierung eines Businessplans oder die Gründung von Spinoff-Unternehmen. Das Accelerator-Programm unterstützt risikoreiche Innovationen, in erster Linie Startups oder KMU. Das Programm soll die Prototypenentwicklung vorantreiben. Ziel sei dabei die Skalierung des Geschäftsmodells.

Nach der letzten Auswahlrunde im Juni dieses Jahres wurden 47 neue Projekte für EIC Accelerator-Förderung ausgewählt – kombiniert aus Zuschüssen und Kapitalbeteiligungen, wobei vor allem Technik und Technologie waren High Performer des Accelerator Programms.

In einem “hoch kompetitiven Umfeld” wählte die Jury 47 Unternehmen aus den insgesamt 648 eingereichten Anträgen aus. Die ausgewählten Projekte erhielten insgesamt ein Finanzierungs- und Förderungsvolumen im Wert von 350 Millionen Euro, heißt es in einer Ausschreibung des EIC.

„Grant Only“-Förderung von EIC in Millionenhöhe

Nach Angaben des European Innovation Councils hat sich das Wiener Unternehmen für das “Grant Only” Verfahren beworben. Im Rahmen des Grant Fundings, also der Finanzierung durch finanzielle Zuschüsse, stehen jedem ausgewählten Projekt bis zu 2,5 Millionen Euro nur für Innovationsaktivitäten zur Verfügung. Die Laufzeit beläuft sich auf 24 Monate. Genaue Angaben zur Förderung des Scaleups sind nicht bekannt, die Förderung liegt in Millionenhöhe.

Dimetor ist Schnittstelle von Telekommunikation und Luftfahrt

Die beiden Gründer integrieren notwendige Daten für gesetzlich zu genehmigende Drohneneinsätze für Beyond Visual Lines of Sight (BVLOS). Historisch gesehen gibt es keine gesetzliche Regelung zwischen Mobilfunk und Luftfahrt. „Weil die Luftfahrt bisher Mobilfunk als Sicherheitsproblem gesehen hat“, meint Neubauer im brutkasten-Interview. „Bei Drohnen gelten dieselben Regeln wie beim Pilot von Flugzeugen. Er muss das Gerät zu jedem Zeitpunkt steuern können. Was historisch gesehen ein Pilot in Command im Flugzeug ist, ist nun ein Remote-Pilot in Command für Drohnen. Dafür braucht es zwingend einen richtig guten Kommunikationskanal, den wir zur Verfügung stellen“, heißt es.

Diese digitale Infrastruktur sei dafür im Luftraum allerdings nicht überall gegeben, erklärt Neubauer: „Wir haben also eine automatisierte Schnittstelle zwischen der Telekom-Industrie und den Systemen der Luftsicherheit – unter anderem des Drohnenmanagements – entwickelt. Das heißt, jeder, der Drohnenflüge autorisieren lassen will und muss, kann und soll dafür auf Daten bezüglich der Connectivity zugreifen.“ Es gäbe nämlich durchaus Punkte im Luftraum, die keine Connectivity aufweisen – in diesem Raum dürfe man auch nicht fliegen, heißt es von Neubauer. „Wir liefern die Softwarelösungen dazu, die Zugriff auf Live-Daten von Mobilfunknetzen erlauben und mit denen jene Bereiche errechnet werden können, in denen geflogen werden darf. Mittels AI-Lösungen machen wir auch entsprechende Vorhersagen“, erklärt Neubauer.

Projekt Neduna gewinnt EIC-Förderung

Nicht mit AirborneRF, sondern mit seinem Projekt Neduna hat das Unternehmen Dimetor die EIC-Förderung gewonnen. „Wir schaffen mit Neduna eine zentrale Plattform – also einen sogenannten Store für digitale Daten – wo man als Drohnenpilot oder Behörde hingehen und Daten anfordern kann. Auch Informationen bezüglich des Risikos am Boden sind hierbei für Betreiber erhältlich“, erklärt Gründer Neubauer.

„Wir haben mit unserer Lösung AirborneRF eine Möglichkeit geschaffen, wie man diese Daten im Mobilfunknetz für die Flugplanung zur Verfügung stellen kann. Nur wenn ich diese Daten wirklich verarbeiten kann und digitalisierte Prozesse einführen kann, kann die gesamte Drohnenindustrie entsprechend skalieren“, erklärt Neubauer. Das alles kann nur mit automatisierten Schnittstellen wie jener von AirborneRF geschehen, meint der Gründer.

Die Lösung AirborneRF ist eine Analyse-, Daten- und Serviceplattform für den Betrieb von Drohnen in Mobilfunknetzen jenseits der Sichtlinie (Beyond Visual Lines of Sight – BVLOS). Genauer gesagt bietet AirborneRF automatisierte Analysen der Mobilfunkkonnektivität im Luftraum und liefert 4D-Analysen zur Datenleitung in der Luft.

Dimetor und AirborneRF international tätig

Seither hat Dimetor sein Betätigungsfeld erweitert und ist nicht nur Mobilfunkanbieter, sondern auch für Kund:innen im Luftfahrt-, Öl-, Strom- und Bergbausektor tätig. Dazu zählt unter anderem der Einsatz von AirborneRF in der Schweiz: Dimetor implementiert nämlich für das dortige Bundesamt für Zivilluftfahrt (BAZL) ein digitales SORA, kurz für Specific Operations Risk Assessment – also eine Risikoanalyse für den Einsatz von Drohnen. Damit will man Luft- und Boden-Risikoprozesse unter der Verwendung von mobilen Netzwerkdaten optimieren, heißt es.

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Wyoming E-Auto-Verbot E-Auto-Förderung , Ladepunkt, Charging, E-Mobility
© Unsplash

„Elektromobilität ist in Österreich angekommen“. So lautet eine aktuelle Meldung des Bundesministeriums für Innovation, Mobilität und Infrastruktur (BMIMI). Demnach waren im Juli 2026 erstmals mehr als 300.000 rein batterieelektrische Pkw (BEV) auf Österreichs Straßen unterwegs. Konkret lag der hochgerechnete Bestand Ende Juli bei 304.328 E-Pkw. Gleichzeitig setze sich der dynamische Hochlauf bei den Neuzulassungen fort: Im Juli waren 27,39 Prozent aller neu zugelassenen Pkw rein elektrisch, insgesamt wurden im Juli 7.073 E-Pkw neu zugelassen.

E-Autos: Drei Jahre später

„300.000 E-Pkw auf Österreichs Straßen sind ein starkes Signal: Die Elektromobilität ist in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Besonders erfreulich ist, dass wir gleichzeitig bei den Neuzulassungen einen Rekord sehen. Immer mehr Menschen entscheiden sich für ein E-Auto, weil das Angebot größer wird, die Technologie ausgereifter ist und die Ladeinfrastruktur kontinuierlich wächst. Diesen Weg werden wir mit eMOVE Austria (Anm.: Dachmarke des Bundes für emissionsfreie Mobilität) weitergehen“, kommentiert Mobilitätsminister Peter Hanke.

Blickt man etwas mehr als drei Jahre zurück, sah die Lage noch anders aus: Damals zeigte eine Deloitte-Umfrage unter rund 1.000 Österreicher:innen ein zurückhaltendes Stimmungsbild: Nur neun Prozent der Befragten planten der im Jänner 2023 erschienenen Befragung nach, sich als nächstes Auto ein E-Fahrzeug anzuschaffen. Verbrennungsmotoren blieben damals für die Mehrheit weiterhin die erste Wahl, während Plug-in-Hybride an Zuspruch gewannen.

Allerdings: Eine heuer veröffentlichte Deloitte-Studie stützt teilweise die Erkenntnisse des BMIMI: Der österreichische E-Automarkt komme laut aktueller Untersuchung spürbar in Bewegung, auch wenn Verbrenner bei Konsument:innen weiterhin beliebt bleiben.

Von Jänner bis November 2025 wurden – wie in der Untersuchung angeführt – laut Statistik Austria 158.000 Elektro- oder Hybridautos neu zugelassen, ein Plus von 40 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Für die Kaufentscheidung zugunsten eines E-Autos sprechen aus Sicht der rund 1.000 befragten Österreicher:innen vor allem geringere Treibstoffkosten (45 Prozent) und Umweltaspekte (37 Prozent), während Zweifel an der Reichweite (50 Prozent) und hohe Anschaffungskosten (40 Prozent) weiterhin als größte Hürden gelten.

Bei der Frage nach dem nächsten Autokauf hat sich der Wert gegenüber der Erhebung von vor drei Jahren hingegen kaum verändert: Rund zehn Prozent der Befragten würden sich für ein reines E-Auto entscheiden, weitere zehn Prozent für einen Plug-in-Hybrid und 15 Prozent für einen klassischen Hybrid als Einstieg.

Ladeinfrastruktur weiterhin Thema

Als zweiten zentralen Faktor identifiziert die aktuelle Deloitte-Studie die Ladeinfrastruktur: 38 Prozent nennen lange Ladezeiten als Hemmnis, und obwohl sich beim Netzausbau zuletzt viel getan habe, bleibt vor allem außerhalb Wiens Aufholbedarf. Auch bei privaten Lademöglichkeiten zeigt sich eine Lücke: Zwar würde die Mehrheit (63 Prozent) ihr E-Auto am liebsten zuhause laden, doch etwa ein Drittel (30 Prozent) verfügt gar nicht über eine eigene Ladestation.

Deloitte-Partner Matthias Kunsch bringt es so auf den Punkt: „Beim Thema Laden besteht erheblicher Handlungsbedarf. Investitionen in das Schnellladenetz sind – gerade außerhalb von Wien – dringend notwendig. Grundsätzlich ist es aber erfreulich, dass der E-Auto-Markt hierzulande endlich in Fahrt kommt. Doch Fakt ist auch: Erst durch ein effizient ausgebautes, flächendeckendes Ladenetz und vor allem leistbare Fahrzeuge wird sich die Elektromobilität wirklich bei der Masse durchsetzen.“

40.000 Ladepunkte als Sommerziel

In diesem Sinne spricht das BMIMI von einer „zunehmenden Dynamik“ bei diesem Thema: „Die Marke von 100.000 batterieelektrischen Pkw wurde in Österreich im September 2022 erreicht. Für die nächsten 100.000 Fahrzeuge waren anschließend 27 Monate notwendig. Für den Sprung von 200.000 auf 300.000 E-Pkw brauchte es hingegen nur noch rund 19 Monate. Damit beschleunigt sich der Hochlauf der Elektromobilität deutlich. In einzelnen Bundesländern liegt der Anteil der E-Pkw an den Neuzulassungen mittlerweile sogar bei über 30 Prozent“, liest man in der Aussendung.

Parallel zur steigenden Zahl an E-Fahrzeugen würde auch die öffentliche Ladeinfrastruktur kontinuierlich ausgebaut. Im Juli wurden 676 neue öffentliche Ladepunkte errichtet, seit Jahresbeginn 2026 damit insgesamt 3.817. Damit verfügt Österreich derzeit über rund 39.500 öffentliche Ladepunkte, die Marke von 40.000 soll noch im Sommer erreicht werden, so der Plan.

„Der Hochlauf der E-Mobilität funktioniert dort besonders gut, wo Fahrzeugangebot und Infrastruktur zusammenspielen. Deshalb setzen wir mit eMOVE Austria gezielt auf den weiteren Ausbau der Ladeinfrastruktur“, erklärt Hanke. „Unser Ziel ist klar: E-Mobilität soll für die Menschen einfach, alltagstauglich und verlässlich sein – unabhängig davon, ob sie in der Stadt oder am Land leben.“

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