23.06.2025
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fonio.ai: Wiener Startup knackt mit KI-Telefonassistenten die 1.000-Kunden-Schwelle

Das Wiener KI-Startup fonio.ai automatisiert inzwischen mehr als 500.000 Telefonate pro Monat.
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v.l.n.r.: Die beiden fonio.ai Gründer Daniel Keinrath und Matthias Gruber | (c) fonio.ai

Das Wiener Startup fonio.ai entwickelt einen KI-gestützten Telefonassistenten, der sowohl eingehende als auch ausgehende Anrufe automatisiert führt, Termine bucht, Daten in Echtzeit in CRM- und ERP-Systeme schreibt und bei Bedarf weiterleitet. Im Feber 2025 meldete das Unternehmen nach sechs Monaten am Markt den Sprung über die Marke von 300 Kund:innen (brutkasten berichtete). Nur ein Quartal später liegt die Zahl bereits bei bei über 1000 Kund:innen; das System verarbeitet inzwischen mehr als 500.000 Gespräche pro Monat. Rund 90 Prozent der Kundschaft kommen aus Deutschland.

Technologie mit Fokus auf Tempo und Präzision

fonio.ai betreibt einen sogenannten proprietären Speech-Stack, der laut dem Startup komplexe deutsche Ausdrücke wie E-Mail-Adressen oder KFZ-Kennzeichen mit über 95 Prozent Genauigkeit erkennt. Die Antwortlatenz bleibt stabil unter einer Sekunde – ein Wert, der für eine natürlich wirkende Konversation entscheidend ist. Parallel zum Funktionsausbau kletterte der Umsatz allein im vergangenen Monat um 92 Prozent; selbst der bislang schwächste Monat brachte nach eigenen Angaben noch ein Plus von 35 Prozent.

„Das rapide Wachstum von fonio.ai ist ein Indikator dafür, wie selbstverständlich KI-gestützte Assistenten mittlerweile im Alltag vieler Unternehmen eingesetzt werden“, sagt Co-Founder Daniel Keinrath.

AI-First-Organisation als Blueprint

Intern setzt das Team laut fonio.ai denselben Automatisierungsansatz um, den es verkauft: Vertriebs-, Support- und Buchhaltungsprozesse laufen weitgehend KI-gestützt. „Wir stehen erst am Anfang einer Entwicklung, die die Art, wie Unternehmen gegründet und geführt werden, grundlegend verändern wird“, betont Keinrath weiter.

Bis Jahresende plant fonio.ai zusätzliche CRM-Integrationen und den Markteintritt in weitere EU-Länder. Das Startup ist laut den Gründern gebootstrapped und finanziert sich – anders als viele Wettbewerber – vollständig aus dem eigenen Cashflow.

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© Harrison Broadbent

Die Europäische Kommission plant eine Neuauflage ihres Halbleiter-Gesetzes. Laut einem internen Papier, über das die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, soll der geplante „Chips Act 2.0“ staatliche Anreize schaffen, damit Regierungen gezielt Halbleiter von europäischen Startups erwerben.

Öffentliche Beschaffung als Hebel

Wie Reuters berichtet, verschiebt die neue Initiative den Fokus von der Angebots- auf die Nachfrageseite. Der vor drei Jahren eingeführte erste Chips Act sollte den weltweiten Marktanteil der EU bis 2030 auf 20 Prozent verdoppeln. Aktuell liegt dieser jedoch bei lediglich rund zehn Prozent. Mit dem neuen Vorhaben will man vor allem die Abhängigkeiten von Produktionen in Amerika sowie Ostasien verringern.

Um das Wachstum anzukurbeln, soll nun die öffentliche Innovationsbeschaffung als strategisches Instrument genutzt werden. Damit will die EU heimische Startups und Scaleups unterstützen. Zudem sind sogenannte „Demand Accelerators“ geplant, die Anbieter und Endnutzer über Abnahmevereinbarungen sowie ein eigenes Nachfrageforum direkt vernetzen.

120 Milliarden Euro Investitionsbedarf

Das Papier beziffert auch das finanzielle Fundament: Das europäische Halbleiter-Ökosystem benötigt bis 2035 rund 120 Milliarden Euro an öffentlichen und privaten Investitionen. EU-Tech-Kommissarin Henna Virkkunen stellt das Paket voraussichtlich am 3. Juni vor.

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