27.01.2026
KI-TELEFONASSISTENT

fonio.ai: Wiener KI-Startup mit großen Zielen nach Frankreich-Expansion

Das Wiener Startup fonio.ai setzt nach einer kürzlich erfolgten Finanzierungsrunde seinen Wachstumskurs fort. Vor wenigen Wochen startete das Unternehmen im französischsprachigen Raum und bezifferte nun das ambitionierte Ziel im Kundenwachstum genau.
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(vl.) Daniel Keinrath und Massimiliano Gritti | (c) fonio.ai
(vl.) Daniel Keinrath und Massimiliano Gritti | (c) fonio.ai

KI-Telefonassistenten gibt es alleine in Österreich einige auf dem Markt. Unter den zahlreichen Anbietern stach ein Startup aber bereits mehrmals mit beachtlichen Zahlen und News heraus: fonio.ai aus Wien, das sich mit seiner personalisierbaren Lösung auf KMU als Zielgruppe spezialisiert hat.

2024 gegründet, verkündete man bereits Mitte 2025 das Erreichen der 1.000 Unternehmenskunden-Marke (brutkasten berichtete). Im September folgte die Übernahme eines Konkurrenten aus Linz (brutkasten berichtete). Bis zum Jahresende wuchs fonio.ai auf stolze rund 5.000 Kunden an – und eroberte nach eigenen Angaben die Marktführerschaft im DACH-Raum.

Große Angel-Investmentrunde im Dezember

Bis dahin gebootstrappt, holte sich das Unternehmen im Dezember zudem drei Millionen Euro Investment, um den Wachstumskurs zusätzlich zu beschleunigen (brutkasten berichtete). Bei der Gelegenheit war seitens des Startups von mittlerweile 300.000 Euro monatlichen Umsatz die Rede – und davon, dass die Expansion in weitere europäische Märkte geplant sei.

Nach einigen Tagen bereits 30 französischsprachige Unternehmen als Kunden

Um welche Märkte es sich dabei konkret handelt, wurde damals, Anfang Dezember, noch nicht kommuniziert. Dabei dürften die Pläne zu dem Zeitpunkt schon deutlich mehr als eine bloße Vision gewesen sein. Denn keine zwei Monate später verkündete fonio.ai nun, bereits in den vergangenen Wochen im französischsprachigen Raum gestartet zu sein – neben Frankreich auch in den französischsprachigen Regionen der Schweiz und Belgiens. Und 30 Unternehmen würden die Lösung des Startups nun, „wenige Tage nach dem Marktstart“, bereits produktiv nutzen.

„Nach dem deutschsprachigen Raum war der französischsprachige für uns ein logischer nächster Schritt. Er umfasst einige der größten und zugleich kleinteiligsten Märkte Europas, in denen viele kleine und mittlere Unternehmen auf verlässliche Erreichbarkeit angewiesen sind. Genau in diesem Umfeld entfaltet fonio.ai seinen größten Mehrwert“, kommentiert Co-Founder und CEO Daniel Keinrath in einer Aussendung.

„In den kommenden zwei Monaten rechnet fonio.ai mit einem Wachstum auf rund 500 Kund:innen“

Das Unternehmen beziffert auch das – wieder einmal durchaus ambitionierte – Ziel beim Kundenwachstum im neuen Markt konkret: „In den kommenden zwei Monaten rechnet fonio.ai mit einem Wachstum auf rund 500 Kund:innen im französischsprachigen Markt“, heißt es vom Startup. Man habe eine „gut gefüllte Vertriebspipeline“.

Für den Markteintritt im französischsprachigen Raum holte sich fonio.ai Massimiliano Gritti als Go-to-Market Manager, der in der im Dezember kommunizierten Finanzierungsrunde auch als Business Angel beim Startup eingestiegen ist. Er war zuvor unter anderem Co-Founder und Chief Commercial Officer des auf handwerkliche, hochwertige KMU-Marken spezialisierten E-Commerce-Marktplatzes Bombinate, mit dem er zehn Millionen US-Dollar VC-Kapital einsammelte.

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Gerhard Petzl möchte mit seinem Elektrolyt-Cocktail ein unbesetztes Segment erobern. | © Gerhard Petzl

Wenn Gerhard Petzl eine seiner Plash-Dosen aufmacht, fühlt sich das für ihn ein bisschen nach Urlaub an. Genau dieses exklusive Gefühl will der Gründer mit seinem Getränke-Startup in den Alltag seiner Kund:innen bringen. Seine alkoholfreien Mocktails sollen nach Bar schmecken und nebenbei Elektrolyte liefern. Das Konzept würde die Gen Z mit dem Begriff „Spaßgetränk“ auf den Punkt bringen. Etwas, das man sich zu besonderen Anlässen gönnt, wie ein Gläschen Wein, nur gesünder.

Der Geschmack einer Bar, die Mineralien eines Sportgetränks

Der Hybrid-Cocktail in den drei Geschmacksrichtungen Pink Guava, Lemon & Mint und Orange Ginger | © Plash

Am Anfang der Getränke-Reise stand ein Ärgernis: Sportgetränke liefern Elektrolyte, schmecken aber nicht besonders hochwertig, Softdrinks schmecken, sind aber oft voll mit Zucker oder anderen Konservierungsmitteln. Also entwickelte Petzl, laut eigenen Angaben, den ersten trinkfertigen Mocktail mit Elektrolyten in der EU.

Eine 330-Milliliter-Dose enthält laut eigenen Angaben rund 20 Kalorien, drei Gramm Zucker und bis zu zehn Prozent Fruchtsaft. Zudem sind die Getränke vegan und kommen ohne Konservierungsstoffe aus. Auf künstliche Zuckerfreiheit verzichtet das Startup bewusst: „Der Zucker fungiert als Brücke, die das Geschmacksprofil und die Fruchtnoten stabilisiert“, betont Petzl im Gespräch. Ohne die drei Gramm Zucker würde im Mittelbereich des Körpers der Geschmack absacken – selbst bei der Verwendung von Stevia.

Pro Dose enthält der Hybrid-Cocktail zudem 320 Milligramm Kalium, 120 Milligramm Kalzium, 57 Milligramm Magnesium und 14 Milligramm Natrium in einer Menge, die laut Petzl die gesetzlichen Vorgaben für die Auslobung erfüllt. Ein vergleichbares US-Produkt unterschreite sie. Die gelösten Mineralien zählen zu den teuersten Zutaten, wie der Gründer im Gespräch verrät.

Vom Pastry Chef über Nestlé zum Alleingründer

Ursprünglich kommt Petzl aus der Schokoladenwelt: Über 20 Jahre arbeitete er als Pastry Chef, Chocolatier und Berater in Europa, den USA, Asien und Australien, nach eigenen Angaben mit mehr als acht Goldmedaillen. Danach entwickelte er knapp ein Jahrzehnt lang bei Nestlé in der Schweiz Produkte, von Schokolade bis Babynahrung, und stieg im Sommer 2025 aus.

Eigenfinanzierung und schrittweiser Markteintritt

In puncto Kapitalstruktur geht Plash eigenständige Wege. Petzl ist alleiniger Gründer und verzichtete aktiv auf externes Risikokapital, um die volle Kontrolle über Rezepturen und Unternehmensstrategie zu behalten. Die Produktentwicklung erfolgte in der Schweiz, wo der Webshop im August dieses Jahres eröffnete. Ein Karton mit 24 Dosen wird online für 69,95 Schweizer Franken angeboten.

Parallel bereitet das Startup den Markteintritt in Österreich vor. Die Produktion für den EU-Raum soll künftig direkt in Österreich oder der EU erfolgen, um Logistikwege zu optimieren und Zoll- sowie Mehrwertsteuerhürden zu vermeiden. Der Marktstart im österreichischen Handel verzögert sich aktuell jedoch durch bürokratische Prozesse rund um das nationale Einwegpfandsystem, für das gesetzliche Vertretungen und Registrierungen erforderlich sind.

B2B-Personalisierung und Gastronomie

Um sich im hart umkämpften Getränkesektor durchzusetzen, verzichtet Plash vorerst bewusst auf den klassischen Lebensmitteleinzelhandel. „Der Supermarkt ist definitiv der letzte Schritt“, betont Petzl. Stattdessen setzt das Unternehmen auf zwei Säulen: die gehobene Gastronomie, Hotellerie und Event-Szene sowie ein direktes B2B-Modell.

Für Unternehmenskunden bietet Plash personalisierte Drink-Boxen an, die als Mitarbeiter- oder Kundengeschenke positioniert werden. Kleinserien ab 30 Stück können individuell bedruckt und geliefert werden. Nach dem Anlauf im DACH-Raum plant Plash eine schrittweise internationale Skalierung, unter anderem im Mittleren Osten, wo der Lifestyle-Ansatz des alkoholfreien Premiumsortiments greifen soll. Zu Verkaufszahlen äußert er sich noch nicht. Zum Jahreswechsel soll Österreich folgen, mit Vertrieb, Lager und möglichst auch Produktion vor Ort.

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