01.03.2023

Förderungen in Millionenhöhe nicht abgeholt – neue Ausschreibung startet

Für das Förderprogramm "Transformation der Wirtschaft", dessen erste Ausschreibung von Juli 2022 bis Oktober 2022 über den Klima- und Energiefonds geöffnet war, standen 35 Millionen Euro zur Verfügung. Ingesamt wurden davon nur 4,5 Millionen Euro abgeholt. Nun startet eine neue Ausschreibung.
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Um Treibhausgasemissionen in der Industrie und der Energiewirtschaft zu vermeiden, wurde im vergangenen Jahr über den Klima- und Energiefonds das Förderprogramm „Transformation der Wirtschaft“ abgewickelt. Das Programm zielt auf die Umstellung ganzer Produktionsstandorte ab. Ingesamt standen dafür in einer ersten Trance 35 Millionen Euro aus den Mitteln des Aufbau- und Resilienzfonds der Europäischen Union zur Verfügung. Der Call war von Juli 2022 bis Oktober 2022 geöffnet. Wie aus einer Aussendung des Klima- und Energiefonds hervorgeht, wurden im Zuge des Callls allerdings nur 4,5 Millionen Euro abgeholt.

Diese Projekte wurden gefördert

Die 4,5 Millionen Euro teilen sich auf insgesamt drei Projekte auf, wie brutkasten auf Anfrage vom Klima- und Energiefonds erfuhr. So wurde der Tiroler Kristallhersteller Swarovski gleich zweimal gefördert. Einmal für den Umstieg auf erneuerbare Energien durch zwei sogenannte „Elektro-Heizerzeuger“, ein anderes Mal für den Austausch einer „Schmelzwanne“ auf eine rein elektrisch beheizte „Glasschmelzwanne“. Eine weitere Förderung erhielt das in Hallein ansässige Unternehmen AustroCel, ein Erzeuger von Zellstoff und Bio-Energie.

Nur ein Bruchteil der Förderungen abgeholt

Warum nur ein Bruchteil der Förderungen abgeholt wurde, erklärt der Klima- und Energiefonds wie folgt: „Der erste Call war im Sommer 2022 offen. In diesem Zeitraum war die Zielgruppe des Programms – Unternehmen der produzierenden Industrie – mit den Konsequenzen des Ukrainekrieges beschäftigt und vor enorme Herausforderungen gestellt“. Als Herausforderungen werden steigende Energiepreise, Inflation, Verknappung und Verlängerung der Lieferzeiten bei alternativen Energietechnologien angeführt. Weiters heißt es vom Klima- und Energiefonds, dass EU-Gelder nur dann abgeholt werden können, wenn diese Projekte auch „sehr kurzfristig realisiert“ werden. Zudem schreibe die Aufbau- und Resilienzfazilität der Europäischen Union – NextGenerationEU ein wettbewerbliches Ausschreibungsverfahren vor, so der Klima- und Energiefonds.

Zweite Ausschreibung gestartet

Wie der Klima- und Energiefonds nun bekannt gab, startet ein zweiter Fördercall. Dazu heißt es: „Der zweite Call ist mit 95 Millionen Euro dotiert und inkludiert die verbliebenen 30,5 Millionen des ersten Calls“. Gefördert werden Maßnahmen, die zur Umstellung auf erneuerbare Energieträger, zum effizienten Einsatz von Energie oder zu einer sonstigen größtmöglichen Verminderung von Treibhausgasemissionen führen. Darunter fallen auch Pilot- und Demonstrationsanlagen.

Die Ausschreibung ist von 28. Februar bis 28. Juni 2023 geöffnet. Für die eingereichten Maßnahmen müssen Investitionskosten von je zumindest zwei Millionen Euro vorliegen. Die Förderintensität beträgt bis zu 80 Prozent pro eingereichter Maßnahme, maximal jedoch zehn Millionen Euro. Für die Erteilung des Förderzuschlags ist das Verhältnis der beantragten Förderung (Euro) pro eingesparter Tonne Treibhausgas-Emission (CO2-Äquivalent) ausschlaggebend. Ein für Österreich relativ neues Förderverfahren, wie der Klima- und Energiefonds abschließend anmerkt.


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Michael Krebs, CEO von HeartBeat.bio. | Foto: HeartBeat.bio.

2023 holte sich das Wiener BioTech HeartBeat.bio, das 2021 gegründet wurde und im Vienna Biocenter ansässig ist, ein 4,5-Millionen-Euro-Investment im Rahmen einer Pre-Series-A-Runde – brutkasten berichtete.

Im Vorjahr folgte eine Forschungskooperation mit dem Pharmaunternehmen Boehringer Ingelheim, mit dem Ziel gentherapeutische Behandlungen für genetisch bedingte Kardiomyopathien zu entwickeln. Nun kooperiert man mit dem schwedischen Genomikunternehmen CubaseBio, das 3D-Spatial-Transkriptomik-Technologien entwickelt, um einen Hochdurchsatz-3D-Spatial-Profiling-Ansatz für myokardiale Fibrose zu entwickeln und um die Wirkstoffforschung bei Herzinsuffizienz zu steigern.

HeartBeat.bio erhält von der FFG nationale Förderung

Die Partner erhalten dafür rund eine Million Euro an Förderung im Rahmen des Calls 10 des Eurostars-Programms für ihr gemeinsames Projekt „Fibrosis Analysis in Cardioids via Transcriptomic Spatial-mapping in 3D“ (FACTS-3D).

Die nationale Förderung erfolgt durch Vinnova (Schwedens Innovationsagentur) und die österreichische Forschungsförderungsgesellschaft (FFG), mit Ko-Finanzierung durch die Europäische Union im Rahmen von Horizon Europe.

Das Projekt verbindet die firmeneigene Cardioid-Technologie von HeartBeat.bio mit der 3D-Spatial-Transkriptomik-Plattform von CubaseBio, um einen skalierbaren Ansatz zur Analyse der molekularen und zellulären Mechanismen hinter myokardialer Fibrose zu entwickeln.

64 Millionen Menschen von Herzinsuffizienz betroffen

Trotz bedeutender Fortschritte in der kardiovaskulären Forschung bleibt die Entwicklung neuer Therapien gegen Herzinsuffizienz eine Herausforderung. Weltweit sind mehr als 64 Millionen Menschen von Herzinsuffizienz betroffen, was eine große und wachsende globale Gesundheitsbelastung darstelle, heißt es per Aussendung. Herkömmliche präklinische Werkzeuge wie Tiermodelle und 2D-Zellkulturen könnten die Komplexität der menschlichen Biologie, zellulärer Interaktionen und der räumlichen Organisation zugrundeliegender Herzerkrankungen häufig nicht vollständig abbilden.

FACTS-3D soll genau hier ansetzen: Das Projekt verbindet menschliche Herzorganoide, die die Biologie des Herzens realitätsnah abbilden, mit einer 3D-Spatial-Transkriptomik-Methode, die viele Proben gleichzeitig auswerten kann. Zur Erklärung: Bisherige Verfahren zur räumlichen Genanalyse funktionieren nur bei dünnen, flach geschnittenen Gewebeproben. Für die Untersuchung von Organoiden, die dreidimensionale Struktur besitzen, sind sie deshalb kaum brauchbar, und schon gar nicht, wenn viele Proben zügig analysiert werden sollen. Die 3D-Technologie von CubaseBio umgeht dieses Problem: Sie lässt sich direkt in gängigen Labor-Plattenformaten mit 96 oder 384 Vertiefungen einsetzen. Dadurch kann das Projekt die Herzorganoide von HeartBeat.bio erstmals in ihrer vollständigen, dreidimensionalen Struktur untersuchen, statt sie in dünne Scheiben zerlegen zu müssen.

Dieser Ansatz sei besonders wichtig für die Erforschung von Herzmuskel-Vernarbung (Fibrose), einem Prozess, der zum krankhaften Umbau des Herzens beiträgt und bei vielen Formen von Herzinsuffizienz eine Rolle spielt. Indem die Partner sichtbar machen, welche Gene in welchen Zellen des intakten 3D-Herzgewebes aktiv sind, wollen sie herausfinden, wie die Erkrankung entsteht, wie das Gewebe auf Behandlungen reagiert und wo neue Ansatzpunkte für Medikamente liegen könnten.

Neue Mechanismen

„Das FACTS-3D-Projekt bringt zwei hochgradig komplementäre Technologien zusammen, um eine der zentralen Herausforderungen der kardiovaskulären Wirkstoffforschung anzugehen: das Verständnis der Krankheitsbiologie in einem physiologisch relevanten menschlichen Kontext bei gleichzeitigem Erhalt der räumlichen Informationen, die für komplexe kardiale Phänotypen essenziell sind. Für HeartBeat.bio stellt diese Kooperation einen wichtigen Schritt dar, Cardioide nicht nur für die phänotypische Wirkstoffforschung zu nutzen, sondern auch um neue Mechanismen und Zielstrukturen für Herzinsuffizienz zu entdecken und zu validieren, insbesondere bei myokardialer Fibrose und kardialem Remodeling“, sagt Michael Krebs, CEO von HeartBeat.bio.

Und Malte Kühnemund, CEO von CubaseBio, ergänzt: „Die Herzbiologie ist ein perfektes Beispiel dafür, warum der 3D-Spatial-Kontext so wichtig ist. Die Art, wie sich Zellen dreidimensional organisieren, ist zentral dafür, wie eine Herzkammer aufgebaut ist, was bei Fibrose geschieht und wie sich das Herz umbaut. Unsere Technologie wurde genau dafür entwickelt, diese Art von Komplexität vollständig in drei Dimensionen zu erfassen. Das lässt sich nicht durch Schnittverfahren erfassen, und 3D-Bildgebungshardware verfügt nicht über den nötigen Durchsatz. Das macht unsere 3D-Spatial-Transkriptomik-Technologie zu einer naheliegenden Wahl für das Hochdurchsatz-Screening von Herzmedikamenten. HeartBeat.bio ist der ideale Partner, um unsere 3D-Spatial-Technologie in umsetzbare Erkenntnisse für komplexe kardiovaskuläre Erkrankungen zu übersetzen.“

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