05.04.2021

Flüwa: Wasserwaage misst in zwei Richtungen gleichzeitig

Dank ihrem ausklappbaren "Flügel" soll sich mit Flüwa etwa eine Waschmaschine mit einer Messung nivellieren lassen.
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Flüwa: So sieht die
(c) Flüwa: So sieht die "Flügel-Wasserwaage" aus

Auf den ersten Blick sieht Flüwa aus, wie eine herkömmliche Wasserwaage. Doch das Gerät des gleichnamigen deutschen Startups hat eine Besonderheit aus der sich auch der Name ableitet: Einen „Flügel“. Bei diesem handelt es sich um eine zweite, etwas kürzere Wasserwaage, die ausgeklappt werden kann.

Flüwa: Für Fliesen, Waschmaschinen und Co

Das soll es ermöglichen, Flächen in zwei Richtungen gleichzeitig zu nivellieren. Zum Einsatz kann das etwa beim Fliesenlegen oder beim Aufstellen einer Waschmaschine kommen. „Eine ebene Fläche bzw. eine komplett plane Ausrichtung zu schaffen, erfordert Geschick, Augenmaß – und in der Regel gleich zwei Wasserwaagen. Nicht selten verrutscht beim umständlichen Hantieren damit mindestens eine wieder und die Geduldsprobe startet von vorn“, heißt es auf der Page des Unternehmens. Dieses Problem wolle man lösen.

Zusätzlich zum ausklappbaren Flügel soll Flüwa auch mit einem weiteren Feature punkten, das bereits von Konkurrenzprodukten bekannt ist: Die Unterseite der Wasserwaage ist magnetisch, sodass sie etwa zum Tarieren senkrechter Metallflächen leicht angebracht werden kann. Das Gerät wird in zwei Größen angeboten: Die 60 Zentimeter-Version kostet 20 Euro, die 80-Zentimeter-Variante ist um 40 Euro zu kaufen.

Mittelmäßiges Abschneiden bei Produkttest

Ganz so einfach, wie vom Unternehmen versprochen, dürfte der Umgang mit dem Werkzeug jedoch nicht sein, wie ein Produkttest durch das deutsche Online-Magazin chip.de nahelegt. Bekrittelt wird dort etwa, dass der „Flügel“ beim ausklappen etwas nachgibt, wodurch ungenaue Messungen möglich werden. Außerdem müsse die Fläche, damit das Prinzip funktioniert, komplett gerade sein. „Letztendlich eignet sich die Flüwa eher für Experten“, resümiert die Produkttesterin. Denn die Messung erfordere Feingefühl und hohe Aufmerksamkeit.

Flüwa tritt diese Woche in der Startup-Show Die Höhle der Löwen auf. Der Gründer pitcht dort um 60.000 Euro für 20 Prozent Firmenanteile. Außerdem in dieser Episode zu sehen: easyBeeBoxPocketsy, Kulero und munevo.

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Das microagi-Team | (c) microagi
Das microagi-Team | (c) microagi

Sie gilt aktuell als einer der – mit dem KI-Boom verknüpften – globalen Mega-Trends: die Robotik. Und einmal mehr droht Europa im globalen Wettlauf ins Hintertreffen zu geraten, warnt man beim Münchner Startup microagi. Denn trotz einer großen industriellen Basis und starken Leistungen in Forschung und Entwicklung, laufe China dem Kontinent aktuell davon. Eine besondere Herausforderung für Europa sei dabei die Alterung der Bevölkerung.

„Wir können es uns nicht leisten, Europas Zögern bei der KI zu wiederholen“

„Das industrielle Europa hat 12 bis 18 Monate Zeit, um seinen Vorsprung in der Robotik auszubauen. Wir können es uns nicht leisten, Europas Zögern bei der KI zu wiederholen“, meint Bercan Kilic, Gründer und CEO von microagi.
„Wer Fabriken in Europa betreibt, hat die Zahlen schon auf dem Schreibtisch: Die erfahrensten Mitarbeiter gehen in diesem Jahrzehnt in den Ruhestand, und deren Nachfolger wurden nie geboren.“

Datenaufbereitung im Fokus

Kilic war zuvor Ingenieur bei Red Bull Racing und gründete microagi vor zehn Monaten unter anderem mit einem weiteren ehemaligen Formel-1-Ingenieur von Mercedes-AMG Petronas. Mit dem Startup, das seinen Forschungshauptsitz im Umfeld der ETH Zürich betreibt, setzt das Team auf das Thema Datenaufbereitung. Denn, so heißt es vom Unternehmen: „Roboter erreichen etwa 95 Prozent einer Aufgabe und stagnieren dann. Die letzten paar Prozentpunkte – diejenigen, die darüber entscheiden, ob eine Maschine die Wirtschaftlichkeit der Fabrik tatsächlich verbessert –, stammen ausschließlich aus den eigenen Betriebsdaten und Edge Cases dieser Fabrik.“

Das System Atlas erfasst Daten im laufenden Betrieb und diese in einer Simulation, um sie für werkspezifische Aufgaben zu optimieren. Zusammen mit Hardware-Partnern wie NVIDIA und Unitree setzen dann Ingenieur:innen des Startups vor Ort in den Fabriken ein System auf.

„Unsere Partner bauen wirklich gute Roboter und Modelle“, erklärt CTO Nico Nussbaum. „Unsere Arbeit beginnt danach, in der Fabrikhalle. Wir stellen unsere Ingenieure bei jedem Kunden vor Ort bereit, und das System lernt aus ihren realen Abläufen und speist das in den nächsten Durchlauf ein. So sind sie mit jedem Monat, den wir dort sind, ihrer Konkurrenz ein Stück weiter voraus.“

Rekord-Seedinvestment primär aus Europa

Mit dem System überzeugte microagi nun eine ganze Reihe vorwiegend europäischer Investmentgesellschaften. Mit 55 Millionen US-Dollar (umgerechnet rund 48 Mio. Euro) schließt das Startup nach eigenen Angaben die größte Seed-Finanzierungsrunde in der deutschen Geschichte ab. Den Lead übernimmt dabei Hummingbird mit Sitz in Belgien, mit Beteiligung von Northzone (UK), LocalGlobe (UK), Village Global (USA) und redalpine (Schweiz).

„Europa bildet einige der besten Robotiker der Welt aus – und sieht ihnen dann dabei zu, wie sie Unternehmen in Kalifornien aufbauen. Was gefehlt hat, ist die richtige Ambition“, kommentiert Firat Ileri, Managing Partner bei Hummingbird. „Microagi hat einige der ehrgeizigsten Menschen versammelt, die wir je getroffen haben, sie in Europa gehalten und sie auf eines der schwierigsten Probleme ausgerichtet, die es gibt.“

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