10.04.2025
NEUES BUCH

Florian Koschat: „Wer langfristig denkt, sieht den Crash als Chance“

Mit "Trotzdem reich! Wie Du trotz armer Eltern vermögend wirst." bringt Investmentbanker Florian Koschat ein neues Buch in den Handel. Er beantwortete brutkasten einige Fragen dazu.
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Florian Koschat mit seinem neuen Buch | (c) Martin Miskic
Florian Koschat mit seinem neuen Buch | (c) Martin Miskic

Statistisch gesehen ist der soziale Aufstieg in Österreich durchaus schwierig. Der überwiegende Großteil der Menschen bleibt in der sozialen Schicht der Eltern. Doch es geht auch anders, ist Investmentbanker Florian Koschat überzeugt. Mit „Trotzdem reich! Wie Du trotz armer Eltern vermögend wirst.“ richtet er ein neues Ratgeber-Buch direkt an Jugendliche aus finanziell schwachen Familien und will ihnen konkrete Tipps auf den Weg geben. Das Buch ist ab heute im Handel und online erhältlich und erschien im semper fi Verlag des früheren Lernsieg-Gründers Benjamin Hadrigan.

Doch was ist die Motivation für Florian Koschat, der öffentlich bekanntlich kein Geheimnis aus seinem eigenen Reichtum macht, einen Ratgeber für Jugendliche zu schreiben? Und was unterscheidet das Buch von anderen mit ähnlichem Konzept am Markt? Das und mehr hat brutkasten ihn gefragt.


brutkasten: Die Idee eines Ratgebers, der zeigt, wie man aus dem Nichts ein Vermögen aufbaut, ist nicht neu. Was machen Sie in „Trotzdem reich!“ anders?

Florian Koschat: Stimmt, es gibt viele Finanzratgeber. Aber die meisten davon kommen aus den USA und funktionieren nur in einem völlig anderen System. In Österreich wachsen Jugendliche unter anderen Voraussetzungen auf – sozial, kulturell und wirtschaftlich. Deshalb war es mir wichtig, ein Buch zu schreiben, das unsere Realität abbildet. Ich wollte jungen Menschen zeigen: Du brauchst keine reichen Eltern, um ein Vermögen aufzubauen – aber du brauchst das richtige Wissen. Und das bekommen sie bei uns nicht in der Schule. „Trotzdem reich!“ bietet einfache, ehrliche Strategien – ohne theoretisches Blabla, ohne Fachchinesisch.

Was ist Ihre persönliche Motivation, diese Gruppe anzusprechen?

Die Schere zwischen Arm und Reich geht immer weiter auseinander. Und das liegt nicht nur daran, dass Kinder aus reichen Familien viel Geld bekommen, sondern vor allem daran, dass sie bestimmtes Wissen und Denkweisen mitbekommen, mit denen sie Reichtum aufbauen können. Oft schreiben mir auf Instagram junge Menschen aus einfachen Verhältnissen und fragen, ob ich ihnen nicht helfen kann. Dieses Buch ist meine Antwort darauf.

Woher kommt generell die Motivation, ein Buch zu schreiben?

Ich glaube, wer Erfolg hat, hat auch Verantwortung. Und ein Buch ist ein perfekter Weg, Wissen zu teilen. Ich kann nicht mit jedem einzelnen jungen Menschen ein Gespräch führen – aber ich kann meine Erfahrungen aufschreiben. Und wenn dieses Buch nur ein Jugendlicher lesen sollte und es ihm hilft, die Kurve zu kriegen, hat es sich für mich gelohnt.

Für alle, die das Buch nicht lesen: Was muss in Sachen Finanzbildung politisch passieren?

Ich halte mich aus politischen Themen heraus, das ist was für Politiker– aber eins ist klar: Finanzbildung gehört verpflichtend in jedes Klassenzimmer. Es kann nicht sein, dass man maturiert und keine Ahnung hat, wie ein Konto funktioniert oder wie man sich vor Schulden schützt. Wir bilden Dichter aus – aber keine jungen Menschen, die wirtschaftlich auf eigenen Beinen stehen können. Das muss sich ändern.

Gibt es auch andere politische Maßnahmen als eine Integration in die Lehrpläne, die Ihrer Meinung nach sinnvoll wären?

Das ist ein Thema für unsere Politiker. Geld ist allgegenwärtig – und trotzdem wird kaum darüber gesprochen. Deshalb ist es wichtig, dass wir schon bei Kindern und Jugendlichen das Interesse für wirtschaftliche Zusammenhänge wecken. Finanzielle Bildung sollte keine Frage von Herkunft oder Glück sein. Jeder junge Mensch verdient die Chance, wirtschaftlich kompetent durchs Leben zu gehen.

Sie äußern sich auch sehr kritisch gegenüber dem Prinzip Work-Life-Balance, wenn es um den Aufbau eines Vermögens geht…

Ich bin nicht grundsätzlich gegen Balance – aber ich glaube, viele haben die Reihenfolge verwechselt. „Work-Life-Balance“ klingt gut, aber wenn du bei null startest, brauchst du zuerst Work. Und zwar richtig viel davon. Erfolg fällt nicht vom Himmel. Wer heute sagt: „Ich will reich werden“, aber gleichzeitig vier Tage arbeiten und drei Tage chillen will – das wird nicht funktionieren.

Sie liefern im Buch einen konkreten Fünf-Schritte-Plan. Können Sie uns den ersten Schritt schon verraten?

Gerne. Der erste Schritt ist die Denkweise. Viele Jugendliche wachsen mit Glaubenssätzen auf wie: „Reiche sind arrogant“ oder „Ich werde sowieso nie etwas erreichen“. Aber wer so denkt, sabotiert sich selbst. Deshalb beginnt mein Plan damit, alte Denkblockaden zu lösen – und sich selbst überhaupt erst mal zu erlauben, erfolgreich zu sein.

Aus aktuellem Anlass: Vermögensaufbau passiert unter anderem über Aktieninvestments. Diese Woche ist die Börse gecrasht und viele sind in Panik verfallen. Wie sehen Sie die Situation, was würden Sie jungen Menschen diesbezüglich raten?

Ruhig bleiben. Panik und Angst sind die schlechtesten Berater, wenn du Vermögen aufbauen willst. Wer jung ist, sollte solche Phasen nicht fürchten – sondern verstehen, was sie bedeuten. Stell dir vor: Ein Nike-Schuh, der gestern noch 500 Euro gekostet hat, kostet heute 250. Würdest du ihn dann panisch meiden? Oder zugreifen? Genau so ist es bei Qualitätsaktien. Wer langfristig denkt, sieht den Crash als Chance – nicht als Risiko.

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Beyond Gravity Austria
© Beyond Gravity Austria/Canva - Kurt Kober, Geschäftsführer von Beyond Gravity Austria.

Beyond Gravity Austria (vormals RUAG Space Austria) zählt mit rund 57 Millionen Euro Umsatz (2025) und rund 250 Mitarbeitenden zu den größten österreichischen Weltraumtechnikunternehmen. Das Hochtechnologieunternehmen rüstet weltweit Satelliten und Trägerraketen mit Elektronik, Mechanik und Thermalisolation aus und hat eigenen Angaben nach eine Exportquote von rund 100 Prozent. Erst kürzlich hat der Weltraumzulieferer seine Produktionsfläche in Niederösterreich verdoppelt – brutkasten berichtete über den 4,5-Millionen-Euro-Ausbau.

Beyond Gravity: Navigationsempfänger für zwei NASA-Wettersatelliten

Nun wird die nächste Generation von US-Wettersatelliten mit Technologie aus Österreich ausgestattet. Beyond Gravity Austria liefert – wie man vermeldet – hochpräzise Navigationsempfänger für zwei NASA-Wettersatelliten, die ab 2032 für die US-Wetterbehörde NOAA ins All starten sollen. Gebaut werden die Satelliten vom US-Unternehmen Lockheed Martin in Colorado.

Die Navigationsempfänger aus Wien werden – so der Claim – die Position der Satelliten in rund 36.000 Kilometern Höhe mit einer Genauigkeit von weniger als 20 Metern bestimmen.

„Im Rahmen unseres ersten Vertrags mit Lockheed Martin werden wir Navigationsempfänger für zwei NASA-Wettersatelliten liefern. Je genauer die Position des Satelliten durch unseren Empfänger bestimmt wird, desto genauer sind die Wetter- und Umweltdaten“, sagt Kurt Kober, Geschäftsführer von Beyond Gravity Austria. Die Wettersatelliten namens GeoXO sollen die Vorhersage von Unwettern sowie die Überwachung von Umwelt- und Klimaphänomenen in der westlichen Hemisphäre deutlich verbessern.

Nicht die erste NASA-Partnerschaft

Beyond Gravity Austria lieferte schon mehrmals Technik für NASA-Satelliten, etwa einen Navigationsempfänger für den 2018 gestarteten NASA-Umweltsatelliten ICESat-2 oder Navigationsempfänger für den 2024 gestarteten Klimaschutzsatelliten PACE inklusive Thermalisolation für ein NASA-Instrument des Satelliten.

Die Wettersatelliten GeoXO (Geostationary Extended Observations) werden in einer geostationären Umlaufbahn über dem Äquator betrieben. In dieser Höhe von rund 36.000 Kilometern bewegen sie sich mit derselben Geschwindigkeit, wie die Erdrotation und können dadurch kontinuierlich dieselbe Region der Erde beobachten.

© zVg – Infografik zu den GeoXO-Wettermissionen.

„Unsere GEORIX-Empfänger bieten selbst in einer Entfernung von 36.000 Kilometern eine Positionsbestimmung mit einer Genauigkeit von weniger als 20 Metern. Damit setzen wir neue Maßstäbe für präzise Echtzeit-Navigation an Bord von Satelliten“, so Kober. Im Jahr 2023 wurde der erste GEORIX-Navigationsempfänger ins All geschickt; er bestimmt die Position des NASA-Klimainstruments TEMPO, das atmosphärische Gase (Ozon, Stickstoffdioxid und Formaldehyd) sowie Aerosole über Nordamerika misst.

Rund 30 Satelliten nutzen Navigationsempfänger von Beyond Gravity

Insgesamt nutzen derzeit etwa 30 Satelliten Navigationsempfänger von Beyond Gravity zur Positionsbestimmung. Die Empfänger kommen bei Satelliten von der niedrigen Erdumlaufbahn (LEO) bis zur geostationären Erdumlaufbahn (GEO) zum Einsatz, also in Entfernungen von etwa 1.000 Kilometern bis 36.000 Kilometern von der Erde. Alle weltraumgestützten Navigationsempfänger werden am österreichischen Standort von Beyond Gravity in Wien entwickelt und produziert.

Die GeoXO-Mission soll Bilder und atmosphärische Messungen der westlichen Hemisphäre der Erde und eine Echtzeit-Erfassung der Blitzaktivität liefern sowie kurzfristige Wettervorhersagen und Warnungen vor Extremwetter und Umweltgefahren unterstützen.

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