30.07.2025
INSOLVENZSTATISTIK

Firmeninsolvenzen in Österreich: Negativ-Rekord für 2. Republik erwartet

Der Gläubigerschutzverband Creditreform prognostiziert auf Basis der Firmeninsolvenzen in Österreich im ersten Halbjahr einen Höchstwert für 2025.
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Firmeninsolvenzen - Pixelrunner - Ein Bild zeigt das Wort
Symbolbild Insolvenz (c) Adobe Stock / Pixel-Shot

Während die heimischen Wirtschaftsforschungsinstitute zuletzt davon ausgingen, dass Österreich knapp aus der seit mehr als zwei Jahren andauernden Rezession herauskommen dürfte, ist die Lage bei den Firmeninsolvenzen weiterhin mehr als nur angespannt. So erwartet der Gläubigerschutzverband Creditreform auf Basis einer Analyse der Firmeninsolvenzen im ersten Halbjahr für das Gesamtjahr 2025 den höchsten Wert in der seit 1945 bestehenden 2. Republik.

Stimmung negativer als zum Höhepunkt der Corona-Pandemie

Nach 3.662 Firmeninsolvenzen in den ersten sechs Monaten des Jahres soll die Zahl laut Prognose demnach bis Jahresende auf rund 7.500 ansteigen. „So viele Insolvenzen gab es noch nie in der Geschichte der 2. Republik. Die Stimmung bei den Unternehmen ist am Tiefpunkt und immer weniger meistern die Herausforderungen“, kommentiert Creditreform-Geschäftsführer Gerhard Weinhofer in einer Aussendung.

Er referenziert dabei auch auf eine vom Gläubigerschutzverband im Frühjahr durchgeführten Umfrage unter 1.400 österreichischen Unternehmen. Laut dieser ist das Geschäftsklima der heimischen Unternehmen das zweite Mal in Folge negativer als am Höhepunkt der Corona-Pandemie. Die Mehrzahl der Unternehmen berichte von rückläufigen Aufträgen, sinkenden Erträgen und einer sehr geringen Investitionsbereitschaft, heißt es von Creditreform.

Ein Prozent aller Unternehmen muss Insolvenz anmelden

Insgesamt sind die Firmeninsolvenzen im ersten Halbjahr um 8,9 Prozent angestiegen. Das Gesamtvolumen der Insolvenzpassiva, also der Schulden, belief sich dabei auf rund fünf Milliarden Euro. 8.000 Arbeitsplätze waren betroffen. Auffällig ist dabei ein massiver Anstieg der mangels Vermögen abgewiesenen Insolvenzen um 18 Prozent auf fast 1.500. Die Zahl der eröffneten Verfahren stieg dagegen „nur“ um 3,4 Prozent auf rund 2.170 Fälle.

In einem anderen Verhältnis ausgedrückt: Laut Creditreform-Prognose muss dieses Jahr rund ein Prozent sämtlicher österreichischen Unternehmen einen Insolvenzantrag stellen. In Wien sind es gar 1,7 Prozent. Die stärksten Zuwächse gab es im ersten Halbjahr in Tirol (plus 29,4 Prozent), Salzburg (plus 24,2 Prozent) und Wien (plus 14,6 Prozent). Vorarlberg (minus 20,2 Prozent), Burgenland (minus 15 Prozent) und in Niederösterreich (minus 4,4 Prozent) verzeichneten dagegen sinkende Zahlen.

Unterschiedliche Entwicklung bei Firmeninsolvenzen in Branchen

Ein differenziertes Bild zeigt sich auch bei Betrachtung der Firmeninsolvenzen in den unterschiedlichen Branchen im ersten Halbjahr. In den beiden für die allgemeine Wirtschafts- und Arbeitsmarktentwicklung besonders wichtigen Bereichen Sachgütererzeugung/Industrie (minus 2,7 Prozent) und Bauwesen (minus 10 Prozent) gibt es jeweils eine Verbesserung. Gleichzeitig verbleibt das Bauwesen aber mit 22 Insolvenzen je 1.000 Branchenunternehmen in den Top 3 der am stärksten betroffenen Branchen.

Die meisten Insolvenzen wurden im Handel (642), in den Unternehmensbezogenen Dienstleistungen (617) und im Bauwesen (539) angemeldet. Die größte relative Insolvenzbetroffenheit gab es im Transportwesen mit 26 Insolvenzen von 1.000 Branchenunternehmen, gefolgt von der Branche Kredit- und Versicherungsvermittlung mit knapp 25 von 1.000.

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Digicusts neue Führungsebene (v.l.) Manuel Strausz, Thomas Übellacker, Matthias Pfeiler, Tolga Erkoç und Bernhard Klug

Nachdem das niederösterreichische Unternehmen Digicust im Dezember 2025 seine Gesamtsumme an Investments und Förderungen auf 2,3 Millionen Euro ausbauen konnte, folgt nun die organisatorische Anpassung. Ziel ist es laut Unternehmen, klare Verantwortlichkeiten für das globale Wachstum zu schaffen.

Führungskräfte aus den eigenen Reihen

Das neue Führungsteam rekrutiert sich vorwiegend aus den eigenen Reihen. Co-Founder Thomas Übellacker übernimmt die Position des CTO und Managing Directors. In der Wiener Szene ist Übellacker kein Unbekannter: Er gründete zuvor das KI-Startup Texterous und initiierte 2025 Wiens erste „Start-up-WG“, ein 480 Quadratmeter großes Loft inklusive Pool und Sauna, in dem mehrere Gründer:innen gemeinsam leben und arbeiten. Die technische Architektur leitet Co-Founder Manuel Strausz als Chief Software Architect. Er begleitet Digicust bereits seit den Anfängen im Jahr 2020 und war zuvor beim Softwareunternehmen Fabasoft tätig.

Den Vertrieb verantwortet künftig Tolga Erkoç als Chief Sales Officer, der seit 2024 an Bord ist und davor unter anderem für Xing tätig war. Die Rolle des Chief Marketing Officers übernimmt Bernhard Klug, der zuvor Marketing-Erfahrung beim CleanTech-Unternehmen neoom sowie auf selbstständiger Basis sammelte. Mitgründer Matthias Pfeiler fokussiert sich als CEO weiterhin auf die übergeordnete Unternehmensstrategie sowie auf Investor Relations.

„Ab einem gewissen Punkt braucht nachhaltiges Wachstum klare Verantwortlichkeiten“, erklärt Pfeiler. Mit diesem Team sei man laut dem CEO „ideal aufgestellt“, um das Unternehmen als Automatisierungsschicht für weltweite Zollprozesse zu etablieren.

Expansion nach Millionen-Finanzierung

Digicust entwickelt modulare KI-Komponenten für die Dokumentenverarbeitung, um manuelle Aufwände und Fehlerquoten bei Speditionen zu reduzieren. Bereits in der Vergangenheit lag der Fokus des Startups stark auf der Zoll-Digitalisierung und dem damit verknüpften internationalen Rollout.

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