03.08.2017

Finstar: 150 Mio Dollar in fünf Jahren für Fintech-A-Runden

Der russische Investment-Fonds Finstar plant in den kommenden fünf Jahren weltweit insgesamt 150 Millionen US-Dollar in Fintechs zu investieren.
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(c) finstar: Vorstand Oleg Boyko

Der russische Investment-Fonds Finstar Group verfügt über etwa zwei Milliarden US-Dollar Kapital. In den kommenden fünf Jahren sollen nun 150 Millionen davon in A-Runden von Fintech-Startups investiert werden. Finstar fokussiert dabei auf Europa, Lateinamerika, Süd- und Südostasien. Zusätzlich soll weiter in F&E-Aktivitäten der Portfolio-Unternehmen investiert werden. Die Gruppe ist unter anderem bereits mit 31,5 Millionen Dollar in die deutsche Spotcap und mit 15 Millionen Dollar in die finnische Euroloan investiert. Dazu betreibt Finstar in Berlin mit dem Finstar Labs Program einen eigenen Accelerator.

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Investments zwischen 0,5 und 30 Mio Dollar

Finstar-Vorstand Oleg Boyko gab bekannt, dass jährlich drei bis sechs Series-A-Investments in einer Höhe zwischen einer halben und 30 Millionen US-Dollar getätigt werden sollen. Neben der Investitionstätigkeit sollen die neuen Portfolio-Unternehmen auch von den technischen Ressourcen und der Expertise von Finstar profitieren, sagt Boyko. Mit den F&E-Investitionen wolle man die Finanz-Technologie weiter nach vorne bringen und die bestehenden Beteiligungen weiter stärken.

Weltweiter Investment-Anstieg zu erwarten

Eine KPMG-Studie ergab, dass die weltweiten Investitionen in Finanztechnologien von 2015 auf 2016 um etwa 50 Prozent von rund 50 Milliarden Dollar auf rund 25 Milliarden zurückgegangen sind. Zugleich gab es im Sektor einen kleinen Anstieg bei VC-Investments. Nicht nur die Finstar-Ankündigung lässt jedoch vermuten, dass der Trend dauerhaft wieder bergauf geht. So dürfte der derzeitige Blockchain-Hype zu verstärkter Investitionstätigkeit führen. Im Global Fintech Report 2017 von PwC heißt es dazu: „Der Finanzsektor wird in fünf Jahren nicht wiederzuerkennen sein. Die Innovatoren von heute müssen nicht zwingenderweise die Innovatoren von morgen sein.“ Es müsse nun laufend schnell auf die technischen Neuerungen reagiert werden.

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Combyn, Biogena
© zVg - Der BioCore Loop von Combyn.

Die Combyn Health Care GmbH mit Sitz in Graz entwickelt medizintechnische Lösungen für Prävention und Gesundheitsanalyse. Mit dem BioCore Loop hat das Unternehmen einen Health Kiosk entwickelt, der eigenen Angaben nach mehrere Untersuchungsmethoden in einem Gerät vereint und die erhobenen Gesundheitsdaten unmittelbar nach der Messung aufbereitet.

Dafür gab es (bereits im August) ein Investment von Biogena. Über die Höhe und die Beteiligungsverhältnisse wurde Stillschweigen vereinbart – laut wirtschaft.at ist aber öffentlich ersichtlich, dass sich Biogena laut Letztstand 5,68 Prozent der Anteile gesichert hat.

Combyn: BioCore Loop im Zentrum

Im Zentrum der Zusammenarbeit steht der erwähnte BioCore Loop. Das System ermöglicht nach Angaben des Unternehmens eine vollautomatisierte Gesundheitsmessung in weniger als fünf Minuten. Die Messung könne selbstständig und ohne unmittelbare Unterstützung durch medizinisches Fachpersonal durchgeführt werden.

Der BioCore Loop erfasst unter anderem Gesundheitsparameter zu Herz und Kreislauf, autonomem Nervensystem, Gefäßsteifigkeit, Flüssigkeitshaushalt, Muskelmasse und Körperfett. Die Ergebnisse werden aufbereitet und sollen medizinisches Fachpersonal bei der Einschätzung ausgewählter gesundheitlicher Risiken unterstützen. Darüber hinaus unterstützt das System die Einschätzung gesundheitlicher Risiken wie Osteoporose, Diabetes, Sarkopenie oder Herzinsuffizienz, wie es heißt.

BioCore Loop wurde in Österreich entwickelt und die Technologie wurde laut Unternehmensangaben an mehr als 6.000 Patienten validiert. Das System wird heute unter anderem in österreichischen Schwerpunktkrankenhäusern sowie in Forschungseinrichtungen in den USA und Finnland eingesetzt.

Früherkennung als Credo

„Die Zukunft der Medizin beginnt nicht erst dann, wenn ein Mensch krank ist. Sie beginnt damit, gesundheitliche Veränderungen und Risiken frühzeitig zu erkennen und daraus die richtigen Maßnahmen abzuleiten“, sagt Albert Schmidbauer, Gründer und CEO der Biogena Group. „Combyn hat eine Technologie entwickelt, die komplexe Gesundheitsdaten innerhalb weniger Minuten verfügbar und für die weitere Einordnung nutzbar macht. Diese Verbindung aus Wissenschaft, Prävention, Effizienz und einfacher Anwendung hat uns überzeugt.“

Für Biogena ist die Beteiligung ein weiterer Schritt in der Entwicklung vom Mikronährstoffunternehmen zu einem umfassenden Gesundheitsökosystem, wie auch Schmidbauer brutkasten gegenüber im Juli erklärte: Dieses umfasst neben Premium-Mikronährstoffen auch Diagnostik, Biohacking, Longevity-Anwendungen, Gesundheitswissen und personalisierte Präventionskonzepte.

„Wir stellen nicht nur Kapital zur Verfügung. Wir wollen Combyn mit unserer Erfahrung, unserem Netzwerk von mehr als 30.000 Ärztinnen, Ärzten sowie Therapeutinnen und Therapeuten und unserem Zugang zu gesundheitsbewussten Kundinnen und Kunden bei der weiteren Entwicklung und der Marktexpansion unterstützen“, präzisiert Schmidbauer. „Unser gemeinsames Ziel ist es, fundierte Gesundheitsanalysen und personalisierte Prävention einfacher, schneller und für deutlich mehr Menschen zugänglich zu machen.“

Combyn tritt in neue Phase

Mit dem Abschluss der Finanzierungsrunde sieht Combyn die Grundlage geschaffen, in die nächste Phase seiner Unternehmensentwicklung zu treten. Im Fokus stehen die Weiterentwicklung der Technologie, die Skalierung des Vertriebs und die stärkere Integration des BioCore Loops in medizinische und präventive Versorgungsmodelle.

„Mit Albert Schmidbauer und der Biogena Group gewinnen wir Partner, die den Gesundheitsmarkt seit vielen Jahren kennen und unsere Vision einer modernen, zugänglichen Präventionsmedizin teilen“, sagt Christoph Grimmer, CEO von Combyn Health Care. „Biogena bringt neben großer unternehmerischer Erfahrung ein außergewöhnlich starkes Netzwerk im medizinischen Bereich mit. Diese Kombination eröffnet uns wertvolle Möglichkeiten, unsere Technologie schneller in die breite Anwendung zu bringen.“

Falko Skrabal, Gründer und Medical Advisor von Combyn Health Care, ergänzt: „Der modernen Medizin stehen immer mehr Daten und diagnostische Möglichkeiten zur Verfügung. Entscheidend ist, diese Informationen so zusammenzuführen, dass sie im Alltag einfach, schnell und sinnvoll nutzbar werden. Genau dafür haben wir den BioCore Loop entwickelt.“

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