21.01.2021

Elevator Ventures führt 500.000 Euro Investment für rumänisches FinTech Finqware an

Die Corporate-Venture-Capital-Gesellschaft der Raiffeisen Bank International, Elevator Ventures, beteiligt sich am rumänischen FinTech Finqware, das sich auf die Umsetzung von Open-Banking-Lösungen spezialisiert hat.
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Finqware
(c) Finqware

Das europäische FinTech Finqware, mit Sitz in Rumänien, hat eine Seedrunde in Höhe von 500.000 Euro für die weitere Expansion und Produktentwicklung erhalten. Die Runde wurde von Elevator Ventures, der Corporate-Venture-Capital-Gesellschaft der Raiffeisen Bank International (RBI), angeführt. Frühere Investoren, darunter GapMinder VC und private Business Angels, haben sich an der Runde ebenfalls beteiligt. Das gab die RBI am Donnerstag in einer Aussendung bekannt.

Finqware spezialisiert auf Open Banking

Finqware wurde 2018 gegründet und hat sich auf die Umsetzung von Open Banking Lösungen für Banken spezialisiert. Das FinTech hat sich dabei zum Ziel gesetzt, den Datenzugang für Banken, Unternehmen und Fintechs zu optimieren.

Das Unternehmen erlangte im Mai 2020 in der europäischen FinTech-Szene größere Bekanntheit, als es zum ersten Mal die wichtigsten Banken in Kroatien an eine Open-Banking-Infrastruktur anschloss. Die Zusammenarbeit erfolgte unter anderem mit der OTP Banka. In Rumänien arbeitet das FinTech eng mit dem lokalen Marktführer Banca Transilvania zusammen und ist darüber hinaus auch in Griechenland aktiv.

Expansion in CEE-Region

Mit dem frischen VC-Kapital und Elevator Ventures als strategischen Partner möchte das Fintech nun seine Marktposition in der CEE-Region weiter ausbauen. „Für Finqware, das seinen Heimatmarkt in Mittel- und Osteuropa hat, ist Elevator Ventures die perfekte Wahl, um als unterstützender Partner an Bord zu kommen, um unsere regionale Markthochburg auszubauen“, so Cosmin Cosma, Mitgründer und CEO von Finqware über die neue Partnerschaft.

Maximilian Schausberger, Geschäftsführer von Elevator Ventures, in einem ersten Statement zur Beteiligung: „Unsere Investition in Finqware entspricht voll und ganz unserem Ziel, regionale CEE-Fintechs bei ihrem exponentiellen Wachstum zu unterstützen, indem wir unsere finanzielle und fachliche Unterstützung bieten. Mit seiner erstklassigen Open-Banking-Technologie und seiner nachgewiesenen Erfolgsbilanz bei Kundenprojekten ist Finqware gut positioniert, um in den kommenden Jahren einer der europäischen Open-Banking-Marktführer zu werden.“


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notarity-Gründer: Alexander Gugler, Sebastian Wodniansky, Jakobus Schuster, Max Pointinger
Die notarity-Gründer (vlnr.): Alexander Gugler, Sebastian Wodniansky, Jakobus Schuster, Max Pointinger | (c) Alexander Schindler

Im Sommer 2021 ging das Wiener LegalTech-Startup notarity mit einem klaren Produktversprechen an den Start: die Online-Abwicklung notarieller Dienstleistungen einfacher und angenehmer zu machen. Damit konnte im Heimatmarkt Österreich bald ein signifikanter Anteil der Notariate überzeugt werden, nicht aber die Notariatskammer, die über eine Tochtergesellschaft ein eigenes Angebot in dem Bereich hat. Es kam zu einem jahrelangen Rechtsstreit – brutkasten berichtete zuletzt über das Urteil in zweiter Instanz.

Rund 2.000 internationale Unternehmen als Nutzer

Unter anderem deswegen fokussiert notarity seit Jahren auf das internationale Geschäft. Schon Anfang 2024 verkündete man, mehr als die Hälfte des Umsatzes im Ausland zu erzielen. Mittlerweile sind es mehr als 70 Prozent, wie es nun vom Startup heißt. Dabei lege man einen besonderen Fokus auf internationale Konzerne.

Aktuell würden knapp 2.000 internationale Unternehmen mit großteils mehr als 500 Beschäftigten notarity für digitale Notariatsakte nutzen. Dazu zählen internationale Wirtschaftskanzleien wie DLA Piper und Baker McKenzie. Die Zahl digitaler Dokumenten-Beglaubigungen für internationale Unternehmen, Kanzleien und institutionelle Kunden über die Plattform habe sich im Vergleich zum Vorjahr vervierfacht.

Mit Umsatzverdopplung Break-even erreicht

So sei zuletzt auch eine Verdopplung des Umsatzes im Jahresvergleich gelungen. „Damit haben wir den Break-even erreicht und den entscheidenden Schritt vom wachstumsstarken Startup zum profitablen Global Champion gemacht“, kommentiert Co-Founder und CEO Jakobus Schuster. Rund 400 Notar:innen hätten mittlerweile mehr als eine Viertelmillion digitale Beglaubigungen über die Plattform abgewickelt, monatlich seien es derzeit rund 10.000.

Zu den wichtigsten Märkten außerhalb der EU zählen das Vereinigte Königreich, die USA, die Vereinigten Arabischen Emirate und die Schweiz. „Mit dem Erreichen der Gewinnzone schaffen wir die Grundlage, um unsere internationale Expansion künftig aus einer Position finanzieller Stärke voranzutreiben“, so Schuster.

Novelle der Notariatsordnung 2020 als Anstoß

Möglich hat das alles auch die heimische Rechtslage gemacht. Mit einer 2020 beschlossenen Novelle der österreichischen Notariatsordnung wurde die Basis für Online-Notariatsdienstleistungen im Inland geschaffen. Mittlerweile gelten elektronische Beglaubigungen von Unterschriften über notarity in mehr als 100 Ländern. „Unser Produkt entstand unter hohen regulatorischen, datenschutzrechtlichen und sicherheitstechnischen Anforderungen.

Genau diese Standards werden heute international immer wichtiger und haben uns den Eintritt in regulierte Märkte erheblich erleichtert“, sagt Schuster und gibt das Ziel aus: „die weltweit führende Infrastruktur für digitale Beglaubigungen internationaler Unternehmen bereitzustellen und diese Position in weiteren Märkten auszubauen.“

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