11.01.2018

Finnest: Fünf Mio Euro-Crowdinvesting für Hotelkette

Mit insgesamt fünf Millionen Euro Investitionssumme für die Hotelkette Falkensteiner gelang der Wiener Mittelstands-Crowdinvesting-Plattform Finnest eine neue Bestmarke.
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Finnest: Die Gründer Günther Lindenlaub und Jörg Bartusek. Nun bietet Finnest Eigenkapital-Crowdinvesting in Form einer Aktienemission über die Plattform
(c) Finnest: Die Gründer Günther Lindenlaub und Jörg Bartusek.

Während man die Wiener Crowdinvesting-Plattform Finnest selbst durchaus noch als Startup bezeichnen kann (gegründet 2014), ist die Losung für die aufgenommenen Projekte klar. „Keine Startups, nur profitable Mittelständler“, wird auf der Startseite von Finnest die deutsche „Börsen-Zeitung“ zitiert. Man setzt bei der Wiener Plattform auf etablierte Unternehmen mit gutem Cashflow. Und das Konzept scheint aufzugehen.

+++ Finnest etabliert sich im Mittelstand: 1,5 Mio Euro für deutschen Saftproduzenten +++

2,5 Millionen Euro in unter sechs Wochen

Nun konnte das Portal mit einem Projekt einige seiner eigenen Bestmarken übertreffen. In die österreichische Premium-Hotelkette Falkensteiner steckten Crowd-Investoren in zwei Kampagnen insgesamt fünf Millionen Euro. Bei der zweiten Kampagne kamen die geplanten 2,5 Millionen Euro innerhalb von etwas mehr als fünf Wochen und damit fast in der Hälfte der Laufzeit herein. Die durchschnittliche Anlegersumme betrug dabei rund 8000 Euro – auch eine neue Bestmarke. Die erste 2,5 Millionen-Euro-Runde war bereits im Herbst abgeschlossen worden.

Auch Speedinvest an Finnest beteiligt

An Finnest ist unter anderem Speedinvest beteiligt. Der Wiener VC hält rund 27 Prozent des Wiener Startups. Die Co-Founder Günther Lindenlaub und Jörg Bartusek halten gemeinsam noch etwas unter 60 Prozent der Anteile. Das im deutschsprachigen Raum und der Slowakei tätige Unternehmen konnte seit 2015 über 20 Millionen Euro über Crowdinvesting-Kampagnen bewegen.

+++ Speedinvest: Vom VC zum Startup-Dienstleister +++


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Mistral.
© LinkedIn/Canva - Arthur Mensch, Co-Founder und CEO Mistral AI.

Drei Milliarden Euro. Das ist die Summe, die der französische Anthropic- und OpenAI-Herausforderer Mistral in seiner heute verkündeten Series-D-Finanzierungsrunde aufnahm. Es ist die größte VC-Runde für ein Tech-Unternehmen in der europäischen Geschichte – und das für ein gerade einmal drei Jahre altes Unternehmen.

Den Lead in der Runde übernahm mit Samsung – wenig überraschend – ein außereuropäischer Player. Dazu kommen große US-Investoren wie PSG Equity als Co-Lead, a16z und Nvidia, aber auch eine ganze Reihe europäischer Kapitalgeber, darunter der Scaleup Europe Fund der schwedischen EQT als weiterer Co-Lead.

Keine normalen Umstände

Drei Milliarden Euro. Eine Bewertung von 21 Milliarden Euro. Das sollte unter normalen Umständen ein Garant für den großen Durchbruch sein. Zum Vergleich: Meta (damals Facebook) genügten vor seinem Börsengang insgesamt 2,27 Milliarden US-Dollar VC-Kapital, um sich im Social-Media-Wettlauf klar an die Spitze zu setzen und zum Tech-Giganten zu werden.

Doch die Umstände sind nicht normal. Der KI-Wettlauf hat die Volumina an VC-Kapital vor allem in den USA auf ein nie dagewesenes Level gehievt. Anthropic, das Unternehmen hinter Claude, hat allein in seiner Series-H-Runde im Mai dieses Jahres 65 Milliarden US-Dollar aufgenommen und steht bei einer Bewertung von 965 Milliarden Dollar. OpenAI, das Unternehmen hinter ChatGPT, hat diesen März in seiner Finanzierungsrunde sogar 122 Milliarden US-Dollar eingesammelt und steht bei einer Bewertung von 852 Milliarden Dollar.

Beim insgesamt aufgenommenen Kapital steht Mistral (ca. 6 Mrd. Euro inklusive Kredite) in einem Verhältnis von etwa 1:19 zu Anthropic (mindestens 130 Mrd. US-Dollar) und 1:26 zu OpenAI (mindestens 180 Mrd. US-Dollar). Das wird im beinharten internationalen Tech-Wettlauf vermutlich nicht ausreichen.

Digitale Souveränität als Verkaufsargument

Und das weiß man auch beim französischen Scaleup. Der größte Trumpf, den es in der Hand hat, ist, dass es aus Europa kommt. Punkten kann das Unternehmen vor allem bei den Themen Digitale Souveränität und Datensicherheit. Und das wiederum sind Fragen, die im B2B- und vor allem im öffentlichen Bereich deutlich schwerer wiegen als im B2C-Bereich, den aktuell Anthropic, OpenAI und Google dominieren.

„Während der ersten Welle der generativen KI lautete die zentrale Frage: Wer kann das leistungsstärkste Modell entwickeln? Unternehmen und Regierungen stellen sich nun eine andere Frage: „Wie können sie die Leistungsfähigkeit der KI für ihre geschäftskritischen Anforderungen nutzen, ohne die Kontrolle über die Infrastruktur und den Informationskreislauf abzugeben?“, heißt es von Mistral in der Presseaussendung zur aktuellen Kapitalrunde.

Die Frage will man freilich mit dem eigenen Produkt beantworten. „Die Nachfrage nach dieser Kombination aus Leistung, Kontrolle, Auswahlmöglichkeiten und Unabhängigkeit nimmt weltweit zu“, ist man sich sicher. Und Mistral sei das weltweit einzige KI-Unternehmen, das den gesamten Stack entwickle, der dafür erforderlich ist: „Open-Weight-Modelle, die Infrastruktur und die Rechenkapazität, auf der sie laufen, und die Produkte, mit denen sie in den Unternehmen wirksam werden“.

Ausstehender Beweis

Dass diese Argumente angesichts des europäischen Diskurses durchaus valide sind, liegt auf der Hand. Ob die Rechnung am Ende auch betriebswirtschaftlich aufgeht, steht auf einem anderen Blatt geschrieben. Mistral bekommt durch die Mega-Runde genug Luft, um sich innerhalb Europas weiterhin im öffentlichen und im Unternehmenssegment zu etablieren. Doch dass das ausreicht, um das eingesetzte Kapital (mehrfach) zurückzuspielen, muss erst bewiesen werden.

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