09.02.2026
INVESTMENT

Findustrial: Langjähriger Kunde investiert in oberösterreichisches FinTech

Der Gründer des Intralogistik-Pioniers Agilox beteiligt sich als strategischer Investor an Findustrial. Die Entscheidung basiert auf einer langjährigen operativen Zusammenarbeit beim Aufbau und Betrieb von Equipment-as-a-Service-Modellen.
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Findustrial
(c) Findustrial GmbH

Das 2020 gegründete Startup aus Schörfling am Attersee Findustrial bietet EaaS-Lösungen (Equipment-as-a-Service) für Unternehmen an. Dafür gab es bereits vor rund vier Jahren ein Millioneninvestment, dem 2023 der Einstieg eines strategischen Investors folgte. Zwei Jahre danach, konkret im Juli 2025, sicherte man sich zusätzlich eine EU-Förderung in Höhe von 1,7 Mio. Euro. Nun wird der Gründer eines langjährigen Kunden Investor des oberösterreichischen Unternehmens.

Findustrial und Equipment-as-a-Service

Agilox gehörte zu den ersten Kunden von Findustrial und arbeitete bereits in einer frühen Phase eng mit dem Team an der Umsetzung von Equipment-as-a-Service-Modellen in der Intralogistik. Die Entscheidung zur Beteiligung basierte eigenen Angaben nach auf diesen gemeinsamen Erfahrungen aus realen Projekten.

„Beim Aufbau unseres Equipment-as-a-Service Modells wurde sehr schnell klar, dass es nur dann funktioniert, wenn finanzielle Logik und operative Realität konsequent zusammengedacht werden“, sagt Josef Baumann-Rott, Gründer von Agilox. „Findustrial hat genau dieses Spannungsfeld von Anfang an adressiert – pragmatisch, strukturiert und nah an der operativen Realität. Diese Erfahrung war ausschlaggebend für meine Entscheidung, die Zusammenarbeit nun auch als Investor zu vertiefen.“ Zur Höhe des Investments wurden keine Angaben gemacht, eine brutkasten-Anfrage blieb bisher unbeantwortet und wird gegebenenfalls hier ergänzt.

Investor nun Teil des Advisory Boards

Im Rahmen der Beteiligung wird Baumann-Rott in das Advisory Board von Findustrial einziehen und soll dort seine Erfahrung aus dem „Aufbau und der Skalierung serviceorientierter Industrie-Geschäftsmodelle“ aktiv einbringen. Die Beteiligung soll zudem die nächste Wachstumsphase von Findustrial mit dem Fokus auf den weiteren Ausbau der Plattform sowie des Ökosystems für Hersteller und Finanzierungspartner in Europa unterstützen.

„Wenn ein Unternehmer, der selbst ein industrielles Unternehmen aufgebaut und skaliert hat, aufgrund operativer Erfahrung investiert, ist das ein starkes Signal“, sagt Martin Gruber, Mitgründer von Findustrial zum neuen Investor. „Es bestätigt unseren Ansatz: Equipment-as-a-Service braucht mehr als gute Ideen – es braucht Struktur, finanzielle Klarheit und verlässliche Prozesse.“

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Erst vor wenigen Tagen berichtete brutkasten, dass die ÖBB Postbus beim Forum Alpbach einen autonomen Bus testen wird. Der Regelbetrieb mit bis zu 100 fahrerlosen Fahrzeugen ist hierzulande frühestens ab 2028 geplant. Was in Österreich also noch Zukunftsmusik ist, wird in Kalifornien gerade in einer ganz anderen Dimension Realität: Schwere autonome Lkw dürfen dort ab sofort auf öffentlichen Highways getestet werden.

Ein Heimspiel mit Verspätung

Die Situation hatte bislang etwas Paradoxes: Auf autonomes Fahren spezialisierte Firmen wie Aurora und Kodiak entwickeln ihre Technologie direkt im Silicon Valley, durften ihre schweren Trucks aber lange nicht auf kalifornischen Straßen erproben. Aurora wurde 2017 von drei Veteranen der Selbstfahr-Branche gegründet, unter anderem ehemals bei Tesla und beim Google-Ableger Waymo. Kodiak wiederum hat sich auf autonome Sattelschlepper spezialisiert.

Fahrzeuge ab 10.001 Pfund Gesamtmasse waren vom Testbetrieb ausgeschlossen. Mit neuen Regeln, die am 28. April beschlossen wurden, ist damit Schluss. Kodiak hat rund um seinen Firmensitz in Mountain View, mitten im Silicon Valley, bereits erste Fahrzeuge auf die Straße geschickt.

Von führerlosen Trucks kann trotzdem noch keine Rede sein. Die Genehmigungen gelten vorerst nur für Tests mit Sicherheitsfahrer:in am Steuer. Kalifornien will das Ganze stufenweise angehen: Auf begleitete Tests soll die fahrerlose Erprobung folgen, ein kommerzieller Einsatz ist frühestens danach denkbar.

Texas war schneller

Dass Aurora und Kodiak überhaupt schon so weit sind, liegt an Texas. Dort waren die regulatorischen Auflagen für autonomes Fahren von Anfang an niedriger, weshalb beide Unternehmen ihr operatives Geschäft zunächst dort entwickelten.

Aurora fährt seit 2025 kommerziell und fahrerlos zwischen mehreren texanischen Städten, Kodiak startete im wenig befahrenen Permian Basin und ist mittlerweile ebenfalls auf öffentlichen Highways unterwegs. Die kalifornische Zulassung erlaubt es nun vor allem Kodiak, seine Systeme erstmals auch im eigenen Heimmarkt unter anderen Verkehrsbedingungen weiterzuentwickeln.

Gewerkschaft sieht Jobs in Gefahr

Weniger Begeisterung für die neuen Regeln gibt es bei den Lkw-Fahrer:innen selbst. Die Gewerkschaft Teamsters California hat das für die Zulassung zuständige DMV (Department of Motor Vehicles) verklagt und will die Zulassung wieder kippen. Ihr Vorwurf: Die Behörde habe mögliche Sicherheitsrisiken für andere Verkehrsteilnehmer:innen nicht ausreichend untersucht.

Die Unternehmen argumentieren umgekehrt mit mehr Effizienz und langfristig höherer Sicherheit. Am Ende steht die Frage, wer die amerikanische Logistik von morgen kontrolliert und was das für Fahrerjobs und die Milliarden bedeutet, die bereits in die Technologie geflossen sind.

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