23.03.2026
KOOPERATION

Finale in San Francisco: Red Bull Basement sucht Österreichs innovativsten Ideen

Von der Idee zum globalen Pitch: Red Bull Basement 2026 bietet Gründer:innen und Visionär:innen eine Bühne, die weit über die Grenzen Österreichs hinausreicht. Wer den Sprung die USA schaffen will, kann sich noch bis zum 12. April bewerben.
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Das Red Bull Basement World Final 2024. | © Suguru Saito / Red Bull Content Pool

Viele österreichische Gründer:innen träumen von den Möglichkeiten in den USA. Doch nur wenige Ideen haben das Potenzial, nicht nur lokal, sondern global ihre Wirkung zu entfalten. Genau hier setzt Red Bull Basement an. Das Programm versteht sich nicht bloß als Wettbewerb, sondern als Plattform und Beschleuniger für eine neue Generation von Entrepreneur:innen, die Technologie und Kreativität einsetzen, um Lösungen für die Herausforderungen von morgen zu entwickeln.

Jetzt bei Red Bull Basement bewerben

  • Wer: Einzelpersonen oder Zweier-Teams (ab 18 Jahren)
  • Was: Eine innovative Idee
  • Deadline: 12. April 2026
  • Preis für das Siegerteam: globale Medienaufmerksamkeit, 100.000 USD Startkapital (equity-free) und individuelles Mentoring durch Red Bull Ventures
  • Preis für drei Finalist:innen: 25.000 USD in Microsoft-Azure-Credits

Bewerbung: KI-Tool statt Pitch-Deck

Der Bewerbungsprozess wurde für 2026 deutlich weiterentwickelt. Ein fertiges Pitch-Deck ist keine Voraussetzung mehr. Stattdessen stellt Red Bull gemeinsam mit Microsoft und AMD ein KI-Tool bereit, das Bewerber:innen dabei unterstützt, ihre Idee zu strukturieren und in einen professionellen One-Pager zu übersetzen.

Ob Nachhaltigkeit, DeepTech oder Social Impact: Teilnehmen kann jede:r ab 18 Jahren mit einer klaren Vision. Ziel ist es, den Status quo zu hinterfragen und neue Lösungsansätze zu entwickeln. Die nationalen Gewinnerteams erhalten in der Development Phase (remote) Zugang zu Ressourcen wie Microsoft Azure Credits. In dieser Phase entwickeln sie ihre Ideen weiter und bekommen die Chance auf den globalen Preis beim Red Bull Basement World Final in der USA.

Sieger 2024: „Einer der wichtigsten und schönsten Momente meines Lebens“

Wie sich dieser Weg anfühlen kann, zeigt das Beispiel von Patrick Funke-Rapp. Der österreichische Gewinner des Jahres 2024 überzeugte mit seinem Projekt „EcoSport Nation“ und vertrat Österreich beim Weltfinale in Tokio.

Patrick Funke-Rapp aus Tirol gewann 2024 den Pitchwettbewerb von Red Bull Basement. | © Philipp Carl Riedl / Red Bull Content Pool

„Red Bull Basement war für mich einer der wichtigsten und schönsten Momente meines Lebens. Es war nicht nur ein Wettbewerb, sondern der Moment, in dem ich gespürt habe, dass Menschen an mich und meine Idee glauben. Diese Bühne, das Umfeld und die Begegnungen mit Gleichgesinnten haben mir enormen Rückenwind gegeben. Ich habe dort gemerkt, dass aus einer Idee etwas Reales entstehen kann, wenn man den Mut hat, sie zu zeigen und konsequent umzusetzen”, erinnert sich Funke-Rapp im Interview.

Mit „EcoSport Nation“ entwickelte er ein nachhaltiges Sharing-System für Sportgeräte: Über eine App können Nutzer:innen Ausrüstung wie Skier verleihen und ausleihen. Der damals 21-jährige Tiroler setzte sich gegen rund 350 Teams aus ganz Österreich durch und schaffte es unter die 39 Finalist:innen in Tokio. “Red Bull Basement hat mir Türen geöffnet, die ich alleine so schnell nicht erreicht hätte. Durch das Programm bin ich in ein starkes Startup-Umfeld in Innsbruck gekommen und konnte mein Projekt gezielt weiterentwickeln und auf den Markt bringen”, erzählt Funke-Rapp.

Sein Rat an alle, die überlegen, sich zu bewerben: „In meinen Augen ist einer der größten Fehler, dass viele Menschen mit einer Idee zu lange zögern. Man muss zu Beginn noch kein perfektes Produkt haben. Eine klare Vision, Motivation und die Bereitschaft zu lernen reichen aus. Red Bull Basement ist dafür eine sehr gute Plattform, weil man eine Bühne bekommt, Zugang zu einem starken Netzwerk hat und Unterstützung erhält, um das Projekt schneller voranzubringen.“

Ziel: San Francisco

Für die besten österreichischen Teams führt die Reise vom National Final über eine intensive Entwicklungsphase bis auf die internationale Bühne. 2026 wartet dabei ein besonderes Highlight: Das Global Final findet erstmals in San Francisco statt – einem der weltweit wichtigsten Zentren für Technologie und Innovation.

Die nationalen Gewinner:innen präsentieren ihre Ideen vor internationalen Expert:innen, knüpfen Kontakte zu Investor:innen und Branchenführer:innen und sammeln wertvolle Erfahrungen im globalen Wettbewerb.


** Dieser Beitrag ist im Rahmen einer Medienkooperation mit Red Bull entstanden.

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Jonas Finck und Philip Pauer, Vorstände der Reploid Group AG | (c) Reploid / Stefan Beiganz
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Im Juli gab das Welser Scaleup Reploid bereits vorläufige Zahlen zum Geschäftsjahr 2025 bekannt, wie brutkasten berichtete. Und große Überraschungen gibt es im nun veröffentlichten kompletten Jahresbericht bei den damals genannten Kennzahlen keine:

Der Umsatz stieg demnach von 5,1 Millionen Euro im Jahr 2024 auf 37,9 Millionen Euro im Jahr 2025, das Betriebsergebnis (EBIT) von 1,1 Millionen auf 12,6 Millionen Euro. Die Bilanzsumme wuchs von 7,7 Millionen auf 48,3 Millionen Euro und das Eigenkapital von 4,7 Millionen auf 19,2 Millionen Euro (jeweils zum Stichtag 31.12.). Unterm Strich stehen 9,4 Millionen Euro Gewinn.

Österreichs Scaleup-Musterschüler?

Die Zahlen sprechen für sich, will man meinen. Ist Reploid also Österreichs Scaleup-Musterschüler, dem starkes Wachstum auf allen Ebenen bei steigender Profitabilität gelingt? Ein genauer Blick in den Jahresbericht abseits der Zahlen, die es in die begleitende Presseaussendung geschafft haben, zeigt ein deutlich differenzierteres Bild.

Hoher Gewinn trifft tief negativen Cashflow

In der Presseaussendung nennt Reploid Umsatz, Betriebsergebnis, Bilanzsumme und Eigenkapital. Der Jahresüberschuss und vor allem die Cashflow-Rechnung finden sich nur im vollständigen Bericht. Und dort zeigt sich, dass die Ertragszahlen deutlich von der tatsächlichen Kassenlage abweichen: Dem ausgewiesenen Gewinn von 9,4 Millionen Euro steht ein Minus von nicht weniger als 6,5 Millionen Euro beim operativen Cashflow gegenüber. Hinzu kamen Abflüsse für Investitionen von rund 6,1 Millionen Euro. Diesen Geldbedarf deckte das Scaleup mit frischem Geld von außen: Über Eigenkapitaleinzahlungen von Investoren sowie neue Kredite holte man sich 2025 insgesamt 12,4 Millionen Euro. Mit Stichtag 31.12.2025 lag der ausgewiesene Kassenbestand bei rund 6.000 Euro, also eine „schwarze Null“.

Große offene Forderungen mit Unsicherheitsfaktor im Umsatz

Ein wesentlicher Grund für diese Schere zwischen dem verbuchten Gewinn und dem tatsächlichen Kassenstand liegt in den Verträgen für die Insektenmastanlagen, die das Scaleup für seine Kunden baut. Zwar verbuchte Reploid einen Rekordumsatz von 37,9 Millionen Euro, wartete zum Bilanzstichtag jedoch noch auf erhebliche Kundenzahlungen: Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen standen netto, also bereits nach Abzug von Wertberichtigungen, mit rund 18,6 Millionen Euro in der Bilanz.

Ein Unsicherheitsfaktor: Viele Kunden müssen vertraglich erst zahlen, wenn ein behördlicher Baubescheid für die jeweilige Anlage vorliegt. Da Fälligkeit und Zahlungszeitpunkt vieler Forderungen damit unsicher sind, musste Reploid den Wert seiner Forderungen drastisch korrigieren. Zum Bilanzstichtag summierten sich die Wertberichtigungen auf 13,8 Millionen Euro, wovon allein 12,1 Millionen Euro das operative Ergebnis des Jahres 2025 als Aufwand belasteten. Wegen dieser Unsicherheiten stufte der Prüfer Deloitte die Werthaltigkeit der Forderungen im Bericht als „besonders wichtigen Prüfungssachverhalt“ ein.

Viele Geschäfte im eigenen Firmennetzwerk

Auffällig ist zudem eine enge Verflechtung im eigenen Firmennetzwerk. Zu den offenen Kundenforderungen kommen weitere Forderungen von rund 6,5 Millionen Euro gegenüber Tochtergesellschaften, davon rund 2 Millionen Euro aus Lieferungen und Leistungen und der Rest aus Finanzierungen und Verrechnungen, sowie von rund 5,3 Millionen Euro gegenüber Beteiligungsunternehmen der Gruppe. Die Forderungen gegenüber den eigenen Töchtern mussten dabei bereits mit 5,5 Millionen Euro wertberichtigt werden, das entspricht rund 46 Prozent ihres ursprünglichen Werts.

Zusätzlich stiegen die Vermögenswerte durch ein von einer Tochterfirma erworbenes Patentrecht im Wert von knapp 4,8 Millionen Euro. Frisches Geld von außen brachte dieser interne Deal freilich nicht. Zum Stichtag standen zugleich Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen von knapp 6 Millionen Euro aus Verrechnungen in den Büchern.

„Kleine Kapitalgesellschaft“ Reploid muss keinen Konzernabschluss vorlegen

Ein weiterer auffälliger Punkt betrifft die Transparenz. Die Bilanzsumme wuchs von 7,7 Millionen auf 48,3 Millionen Euro, die Belegschaft auf Gruppenebene lag per Ende 2025 bei 109 Mitarbeitenden. Dennoch ist das Unternehmen formell weiterhin als „kleine Kapitalgesellschaft“ eingestuft. Zudem greifen laut Bericht die größenabhängigen Befreiungstatbestände des § 246 UGB: Reploid muss daher keinen Konzernabschluss aufstellen. Das tatsächliche Gesamtbild der Finanzen aller in- und ausländischen Tochterfirmen bleibt für die Öffentlichkeit damit teilweise intransparent. Die im aktuellen Bericht veröffentlichte Beteiligungsliste weist jedenfalls bei mehreren Tochtergesellschaften Verluste aus, was das Gesamtbild schärft.

Normaler Vorgang, außergewöhnliche Transparenz

Dass bei derartigem Wachstum ein hoher Kapitalbedarf besteht und es finanzielle Risiken und Unsicherheitsfaktoren gibt, ist bei Scaleups freilich völlig normal. Und auch dass bei den kommunizierten Zahlen eine Auswahl getroffen wird, die das Unternehmen gut dastehen lässt, ist gang und gäbe. Der Unterschied liegt freilich darin, dass Reploid als börsennotiertes Unternehmen höhere Transparenzpflichten hat. Es notiert seit Juli 2025 im direct market plus der Wiener Börse. Für Beobachter:innen bietet Reploids Jahresabschluss 2025 in Kombination mit der Presseaussendung jedenfalls ein spannendes Anschauungsobjekt, wie man mit betriebswirtschaftlichen Kennzahlen hantieren kann.

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