12.11.2025
BILDUNG

FH Joanneum erneuert Digital Entrepreneurship Master – Christian Friedl wird Leiter

Mit neuem Curriculum, englischsprachiger Ausrichtung und Studiengangsleiter Christian Friedl will die FH Joanneum den Brückenschlag zwischen Technologie, Wirtschaft und Innovation weiter stärken.
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Christian Friedl | (c) Fabian Haslinger

Die FH Joanneum hat das Masterstudium „Digital Entrepreneurship & Innovation“ inhaltlich und organisatorisch neu ausgerichtet. Nach fünf Jahren wurde der Studiengang überarbeitet und mit einem vollständig englischsprachigen, interdisziplinären Curriculum ausgestattet. Ziel ist es, Studierende besser auf die Anforderungen einer technologiegetriebenen Wirtschaft vorzubereiten.

Christian Friedl übernimmt Studiengangsleitung

Die Leitung übernimmt künftig Christian Friedl, Boardmitglied und Mitautor des Global Entrepreneurship Monitor (GEM). Friedl bringt wissenschaftliche Expertise, praktische Erfahrung im Aufbau von Innovationsprojekten und Lehrtätigkeit im Bereich Entrepreneurship mit. Zudem ist er im heimischen Innovations-Ökosystem sehr gut vernetzt.

„Wir haben unser eigenes Programm disruptiert – so, wie es echte Entrepreneur:innen tun. Der neue Studienplan verbindet wirtschaftliches Denken, technisches Verständnis und persönliche Entwicklung – genau diese Kombination wird künftig entscheidend sein“, sagt Friedl.

Was die Studierenden lernen

Das neue Curriculum entstand in einem mehrstufigen Entwicklungsprozess gemeinsam mit Studierenden, Alumni, Lehrenden und Vertreter:innen aus Wirtschaft und Startup-Ökosystem. Es kombiniert wirtschaftliche, technologische und persönliche Kompetenzen: Studierende lernen, digitale Geschäftsmodelle zu entwickeln, aktuelle Technologien praxisnah einzusetzen und kreative Problemlösungsstrategien zu erarbeiten. Lehrveranstaltungen wie Future Tech for Innovators oder Cloud Prototyping ergänzen Seminare zu Resilienz, Leadership und Design Thinking.

Startup Labs für Innovationsprojekte

Zentraler Bestandteil des Studiums sind die Startup Labs, in denen Studierende eigene Innovationsprojekte von der Idee bis zum Prototyp umsetzen. Durch Kooperationen mit Innovationszentren, Startup-Netzwerken und Unternehmen in Österreich und Europa erhalten sie Zugang zu Mentoring-Programmen und realen Marktumgebungen.

Der Master richtet sich an Absolvent:innen verschiedener Fachrichtungen, die in den Bereichen Innovation, Unternehmensgründung oder Organisationsentwicklung tätig werden möchten. Dank des „berufsermöglichenden Formats“ lässt sich das Studium laut FH Joanneum mit Teilzeitbeschäftigung oder eigenen Projekten kombinieren. Der Studiengang startet im Herbst 2026. Pro Jahr gibt es 20 Studienplätze.

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Die beiden CEOs von ParityQC: Wolfgang Lechner und Magdalena Hauser. | © Günther Egger

Die Cyberagentur ist die Innovationsabteilung des deutschen Verteidigungsministeriums und hat 2022 eine europaweite Ausschreibung für den Ankauf von mobilen Quantencomputern veröffentlicht. 2024 – wie brutkasten berichtete – taten sich das Innsbrucker Quanten-Spinoff ParityQC und das deutsch-australische Quantenunternehmen Quantum Brilliance für die Miniaturisierung eines Quantencomputers zusammen – mit dem Ziel, den 35-Millionen Euro Großauftrag der Deutschen zu ergattern. Nun wird der erste Prototyp des mobilen Quantencomputers Mitte Juli an die Cyberagentur geliefert, wie das Founder-Duo Magdalena Hauser und Wolfgang Lechner brutkasten erzählt.

ParityQC: Auftrag gewonnen

„Gemeinsam mit Quantum Brilliance, dem NV-Center-Quantum-Hardware-Hersteller (Anm. zu NV-Center: Ein NV-Zentrum ist ein spezieller Defekt in einem Diamanten, der als stabiles Quantensystem dient und unter anderem für Quantencomputer sowie hochpräzise Sensoren genutzt werden kann.), haben wir nach einem mehrstufigen Auswahlverfahren den Auftrag gewonnen. Neben unserem Konsortium wurden zwei weitere Konsortien beauftragt“, erklärt Hauser. Die Gründer:innen halten sich dabei bedeckt, wie genau die 35 Millionen Euro bei dem Auftrag aufgeteilt sind.

Die Cyberagentur wurde 2020 vom deutschen Verteidigungs- und Innenministerium gegründet, um disruptive Innovationen im Bereich Cybersicherheit zu fördern. Die Partnerschaft von Quantum Brilliance und ParityQC war eines von drei ausgewählten Konsortien für das 35-Millionen-Euro-Programm – der höchsten Forschungssumme, die die Cyberagentur bislang vergeben hat.

„Betrieb bei Raumtemperatur“

„Der Auftrag ist der erste seiner Art, der es zwingend notwendig macht, die Technologie zu miniaturisieren und stabil gegen äußere Einflüsse wie Erschütterungen, Vibrationen oder Temperaturunterschiede zu bauen“, sagt Lechner. „NV-Zentren eignen sich aufgrund ihrer Bauweise und Eigenschaften wie z.B. möglicher Betrieb bei Raumtemperatur, robust gegen Außeneinflüsse und mehr ideal als Kandidat für diesen Auftrag. Durch die Kombination mit unserer ParityQC-Architecture können selbst Prototypen mit wenigen Qubits schon einen Vorteil in der weiteren Skalierung vorzeigen.“

Österreich noch zurückhaltend

Mit dem ersten Prototyp werden auch der ParityQC-Compiler sowie der darauf aufbauende Software-Stack ausgeliefert, wie Hauser erzählt. In Österreich gebe es derzeit keine vergleichbaren Ausschreibungen; zwar beschäftige sich das Verteidigungsministerium mit Quantencomputing, konkrete Projekte seien jedoch noch nicht veröffentlicht worden. Eine entsprechende Initiative würde das Unternehmen ausdrücklich begrüßen, da man auf den Erkenntnissen aus Deutschland aufbauen und so die nächste Generation mobiler Quantencomputer auch für Österreich nutzbar machen könne.

Nächster Schritt: IBM

Nach einem Weltrekord gemeinsam mit IBM – siehe hier – arbeitet ParityQC zusätzlich am Launch einer eigenen „IBM Qiskit Function“, der im Herbst dieses Jahres stattfinden soll. Dies soll – so Hauser – User:innen ermöglichen, die unterliegende Technologie basierend auf der ParityQC-Architecture für den Weltrekord selbst auszuprobieren und für eigene Use Cases zu nutzen.

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