28.04.2020

FFG „Ideen Lab“: 1,2 Millionen Euro Förderung für 6 AI-Projekte

Im Rahmen des Programms "Ideen Lab 4.0" der FFG werden sechs AI-Projekte mit insgesamt 1,2 Millionen Euro gefördert. Die Projekte liefern Antworten auf die Frage, wie KI-Systeme bzw. deren Algorithmen unter Berücksichtigung ethischer Grundsätze möglichst vertrauensvoll gestaltet werden können.
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FFG
(c) AdobeStock

Die FFG finanziert mit Mitteln der Nationalstiftung und Unterstützung des Bundesministeriums für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort (BMDW) sechs neue „Ideen Lab 4.0“-Projekte im Bereich KI mit Ethik-Schwerpunkt. Den Projekte stehen insgesamt 1,2 Millionen Euro zur Verfügung. Sie sind in Wien, Oberösterreich und der Steiermark angesiedelt.

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FFG „Ideen Lab“: AI und Ethik

Die Projekte liefern laut FFG Antworten auf die Frage, wie KI-Systeme bzw. deren Algorithmen unter Berücksichtigung ethischer Grundsätze möglichst vertrauensvoll gestaltet werden können, damit österreichische Unternehmen diese akzeptieren, ihre Potenziale erkennen und ausschöpfen. Zu den Projekten zählen:

  • complAI
  • TA4AIStartups
  • SafeSign 
  • dAIalog.at
  • CALIBRaiTE
  • KITKat.at

Die neuen „Ideen Lab“-Projekte decken laut FFG aktuelle Themen im KI-Bereich ab und berücksichtigen insbesondere das Ziel, ethische Aspekte bei der Entwicklung künftiger Technologien von Beginn an zu bedenken.

„Nur wenn es auch entsprechendes Vertrauen in KI-Lösungen gibt, werden die heimischen Unternehmen die Möglichkeiten durch KI umfassend und verantwortungsvoll nutzen können“, so die beiden FFG-Geschäftsführer Henrietta Egerth und Klaus Pseiner.

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Die sechs AI Projekte im Überblick:

complAI: Collaborative Model-Based Process Assessment for trustworthy AI in Robotic Platforms

Ziel des Projekts unter der Konsortialführung der BOC Asset Management GmbH ist die Entwicklung eines Assistenzsystems um Organisationen bei der Verwendung von KI zu unterstützen. Relevante ethische, rechtliche und sicherheitsbezogenen Anforderungen werden durch ein modellbasiertes Risikomanagement mittels Softwaretool beurteilt.

TA4AIStartups: Machbarkeitsstudie für Technikfolgenabschätzung in österreichischen KI-Startups

Das Institut für Technikfolgen-Abschätzung der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) möchte mit den weiteren Partnern in einem Sondierungsprojekt ein Tool für Technikfolgenabschätzung auf Unternehmensebene entwickeln, das den spezifischen Anforderungen von KI-Startups entspricht.

SafeSign: Das sichere Verkehrszeichen 4.1

Von Menschen kann oftmals nicht beurteilt werden, wie gut ein Verkehrszeichen für eine Künstliche Intelligenz lesbar ist. Mit neuen Methoden will das Team unter Konsortialführung der RISC Software GmbH die Entwicklung zukünftiger Verkehrszeichen ermöglichen, die für Mensch und Maschine gleichermaßen lesbar sind.

dAIalog.at: Förderung von Fairness und Vertrauen in KI durch Formate der partizipativen Technikgestaltung

Das Team unter Führung des Interdisziplinären Forschungszentrums für Technik, Arbeit und Kultur (IFZ) hat sich einen nutzerbasierten Ansatz zur Aufgabe gemacht, um damit die Fairness von KI-Systemen zu fördern und das Vertrauen von Unternehmen und Gesellschaft in KI zu steigern.

CALIBRaiTE: Reliability Displays für die Vertrauenskalibrierung KI-basierter Systeme

Unter Konsortialführung des Austrian Institute of Technology GmbH (AIT) widmet sich das Team mittels „Reliability Displays“ der Verlässlichkeit intelligenter Funktionen, die zentral ist für die langfristige Akzeptanz von KI-basierten Anwendungen.

KITKat.at: Künstliche Intelligenz – Transparenz durch katalogbasierte Plattform für Österreich

Geleitet vom Institut für Höhere Studien (IHS) wird in einem interdisziplinären Projektteam eine Open Access Plattform konzipiert, um Use Cases von KI in ganzheitlicher Form darzustellen und entlang eines entwickelten Kriterienkataloges zu bewerten.


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David R. Prasser, Gründer von StartUs Insights, verkauft die Technologie seines Unternehmens an Sprouts.ai | (c) StartUs Insights

Das US-amerikanische KI-Unternehmen Sprouts.ai hat im August die Such- und Datentechnologie sowie das AI-IP des Wiener Unternehmens StartUs Insights übernommen. Das teilt StartUs Insights in einer Aussendung mit. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart. Auch Teile des Teams wechseln zu Sprouts.ai. Was mit der Gesellschaft selbst und den bestehenden Kunden der Plattform geschieht, geht aus der Aussendung nicht hervor.

Vom Startup-Netzwerk zur Datenplattform

StartUs Insights wurde 2016 von David R. Prasser in Wien gegründet. Prasser hatte zuvor mit StartUs ein Online-Netzwerk für Startups aufgebaut, das brutkasten bereits in den Anfangsjahren porträtiert hat. Aus dem Startup für die Vernetzung und Entdeckung junger Unternehmen entwickelte sich über die Jahre eine internationale Business- und Innovation-Intelligence-Plattform.

Im Zentrum stand zunehmend die eigene Technologie: Systeme, die große Mengen unstrukturierter Unternehmens- und Technologiedaten erfassen, strukturieren und durchsuchbar machen, darunter KI-basierte Informationsextraktion und Natural-Language-Search. Nach eigenen Angaben handelt es sich um das weltweit umfangreichste Tool zur Suche und Identifikation von Firmen, Technologien und Markttrends. Vor allem in den vergangenen Jahren setzte das Unternehmen Large Language Models und KI-basierte Datenverarbeitung ein, um Informationen aus unstrukturierten Quellen für Recherche und Innovation Intelligence nutzbar zu machen.

Unter Prassers Führung wuchs StartUs Insights auf über 50 Mitarbeiter:innen, 20 davon arbeiteten zuletzt im Technologie- und Datenbereich. Das Unternehmen betreute mehr als 1.500 internationale Kunden mit seiner Discovery-Plattform (SaaS) und unterstützte rund 2.000 Innovations-, Scouting- und Research-Projekte. Zu den Unternehmen, mit denen StartUs Insights zusammenarbeitete, zählen unter anderem Roche, Siemens, Samsung, Shell und Mitsubishi. Ein Großteil der Erkenntnisse zu Startups, neuen Technologien und Branchentrends wurde wöchentlich auf dem eigenen Unternehmensblog veröffentlicht, der zuletzt über 200.000 Leser:innen pro Monat erreichte.

Was Sprouts.ai mit der Technologie vorhat

Sprouts.ai entwickelt eine KI-basierte Go-to-Market-Plattform für Enterprise-Kunden. Im Zentrum stehen Datenintelligenz und autonome Agents entlang des Sales-Funnels. Die Lösung lässt sich unter anderem in Salesforce und Microsoft Dynamics integrieren und arbeitet auch mit KI-Umgebungen wie Copilot und Claude. Das 2023 von Karan Chaudhry, Kapil Chaudhry und Avinash Nagla gegründete Unternehmen hat seinen Hauptsitz in Palo Alto.

Mit der übernommenen Technologie und den Daten will Sprouts.ai seine AI-ready Datensätze und seine semantische Suche erweitern. „Die Technologie, die Daten und das Team von StartUs Insights passen sehr gut zu unserer Mission, AI-ready Datensätze und die weltweit führende semantische Suchmaschine für Enterprise-GTM zu entwickeln“, sagt Karan Chaudhry, Co-Founder und CEO von Sprouts.ai.

Prasser gründet Tilly & Elliot

„Dass die von uns aufgebaute Technologie jetzt bei einem AI-Unternehmen weiterentwickelt wird, ist für mich ein sehr guter Abschluss dieses Kapitels“, sagt Prasser. „Gleichzeitig interessieren mich heute mehr denn je die Fragen: was passiert, wenn immer leistungsfähigere AI-Systeme auf Unternehmen, Geschäftsmodelle und ganze Branchen treffen und wie man diese Entwicklung strategisch nutzt, statt ihr nur hinterherzulaufen.“

Der Gründer bleibt den Themen Künstliche Intelligenz, neue Technologien und Innovation treu. Aktuell unterstützt er Unternehmen und Startups bei der AI-Produktentwicklung sowie bei Fragestellungen rund um Daten, Technologie und datengetriebene Geschäftsmodelle. Seine Investment- und Advisory-Aktivitäten bündelt er in der neu gegründeten Tilly & Elliot GmbH. „Neben tatkräftiger Unterstützung für Startups und Scaleups rund um AI, Physical AI und datengetriebene Geschäftsmodelle wird Tilly & Elliot ausgewählte Startups in der Frühphase auch mit Kapital unterstützen“, heißt es in der Aussendung.

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FFG „Ideen Lab“: 1,2 Millionen Euro Förderung für 6 AI-Projekte

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