19.02.2026
INVESTMENT

Ferrero investiert Millionen in Neoh – das sagt Gründer Manuel Zeller

Die Luxemburger Investmentgesellschaft Teseo Capital steigt bei Neoh ein – hinter ihr steht die italienische Familie Ferrero, bekannt für Marken wie Nutella und Ferrero Rocher. Wie Manuel Zeller gegenüber brutkasten bestätigt, handelt es sich um einen zweistelligen Millionenbetrag.
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NEOH, Ferrero, Riegel,
Gründer und Geschäftsführer Manuel Zeller (c) NEOH

Wie der „Der Standard“ zuerst berichtet hat, steigt eine Investmentgesellschaft aus Luxemburg namens Teseo Capital bei Neoh ein. Dahinter steht die italienische Familie Ferrero, die mit Marken wie Nutella, Kinder und Ferrero Rocher den Süßigkeitenmarkt dominiert.

Neoh: Erfolg im Snack-Regal

Zuletzt ist Neoh mit seiner Bueno-Alternative aufgefallen, die im Verkaufsregal Snickers und KitKat übertroffen hat – brutkasten berichtete. Das aktuelle Investment von Ferrero (bestehend aus mehr als 100 Gesellschaften) bewegt sich im niedrigen zweistelligen Millionen-Bereich, wie CEO Manuel Zeller gegenüber brutkasten bestätigt.

„De Neoh-Investoren hatten Zuckerreduktion schon länger am Radar“, präzisiert Zeller. „Und denken extrem langfristig.“

Zero+ ausschlaggebend

Ausschlaggebend für Ferrero war nicht zuletzt, dass Neoh seinen Zuckerersatz Zero+ bereits in fertigen Produkten einsetzt. „Es funktioniert und ist keine Fantasie, die erst in zehn Jahren wirksam wird“, so Zeller. „Crisp N Cream hat ja wie eine Bombe eingeschlagen.“

„Wir haben weltweit unterschiedliche Ansätze zur Zuckerreduktion evaluiert. Zero+ hebt sich insbesondere durch seine industrielle Einsetzbarkeit sowie sein breites Anwendungspotenzial über mehrere Produktkategorien hinweg ab. Für uns ist dies ein entscheidender Faktor bei der Bewertung der Skalierbarkeit“, sagt Alessandro Boccardo, Investment Director bei Teseo Capital.

Zur Einordnung: Zero+ ist ein Zuckerersatz, der von Neoh entwickelt wurde und wenige Kalorien enthält. Er besteht zu über 90 Prozent aus pflanzlichen Ballaststoffen und soll dadurch geringere Auswirkungen auf den Blutzucker haben als herkömmlicher Zucker. Das wurde in einer klinischen Studie der Medizinischen Universität Wien (2022) überprüft und bestätigt, wie Neoh im November 2025 mitteilte.

Neoh plant Expansion nach Deutschland

Dass weitere Produkte wie ein zuckerfreies Nutella der Traum des Wiener Scaleups und vieler anderer seien, ist kein großes Geheimnis, man solle aber „die Kirche im Dorf lassen“, denn solche Pläne seien noch nicht konkret, betont Zeller: „Innovation steht bei uns immer ganz oben. Das sind unsere Wurzeln, unsere Basis. Und da nehmen wir auch in Kauf, etwas langsamer zu sein und fokussieren auf Innovation und Zero+.“

Mit dem Kapital soll unter anderem weiter an innovativen Produkten gearbeitet und eine Expansion nach Deutschland vorangetrieben werden.

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vl. Shalev Hulio (Co-Founder und CEO) und Sebastian Kurz, (Co-Founder and President) | (c) DREAM/eclipse media
vl. Shalev Hulio (Co-Founder und CEO) und Sebastian Kurz, (Co-Founder and President) | (c) DREAM/eclipse media

Anfang 2025 war Dream mit einer 100 Millionen US-Dollar schweren Finanzierungsrunde zum Unicorn geworden (brutkasten berichtete). Nun holte sich das Scaleup erneut frisches Kapital. Mit einem Investment von 260 Millionen US-Dollar erreicht es in seiner Series-C-Kapitalrunde eine Bewertung von drei Milliarden US-Dollar. Die Runde wurde von den Investmentfonds Bicycle Capital und Group 11 angeführt, gemeinsam mit Beteiligung von Bain Capital, Tru Arrow Partners, Antler „und weiteren globalen Investoren“.

„Wir sind noch ein junges Unternehmen, aber wir sind sehr dankbar, dass sich alles in die richtige Richtung entwickelt und wir schnell wachsen. Wir arbeiten weiter hart daran, dass es sich auch in den nächsten Jahren weiter so positiv entwickelt“, kommentiert Co-Founder und Ex-Bundeskanzler Sebastian Kurz, der als President von Dream fungiert.

Auch Co-Founder mit bekannter Vorgeschichte

Nicht nur sein Name ist ein klingender. Auch Mitgründer und CEO Shalev Hulio erlangte bereits zuvor internationale Bekanntheit. Als Co-Founder und Ex-CEO des Unternehmens NSO hatte er mit dessen Spionagesoftware Pegasus, die an Staaten vertrieben wurde, weltweit für Kontroversen gesorgt. Mit Dream wechselte Hulio vom Cyber-Offensiv- in den Cybersecurity-Bereich. Die Zielgruppe hat aber eine große Überschneidung: Staaten und Betreiber kritischer Infrastruktur. In diesem Bereich ist freilich auch der Ex-Kanzler bestens vernetzt.

Digitale Souveränität als neues Verkaufsargument

Im Produkt setzt Dream mit seinem „Cyber Language Model“ voll auf Künstliche Intelligenz, im Narrativ mittlerweile auch auf Digitale Souveränität, die zuletzt vor allem in Europa zum großen Thema wurde. „Die entscheidende Frage für Staaten ist nicht mehr, ob sie Künstliche Intelligenz einsetzen werden, sondern ob sie diese auch besitzen, betreiben und vollständig kontrollieren. Andernfalls begeben sie sich in eine kritische Abhängigkeit von anderen Staaten, wie beispielsweise China oder den USA“, sagt Kurz.

Und Hulio legt nach: „Wer die Kontrolle über seine KI verliert, verliert langfristig auch einen Teil seiner staatlichen Souveränität. So wie es undenkbar wäre, die Kontrolle über Verteidigung, kritische Infrastruktur oder die Innere Sicherheit aus der Hand zu geben, wird es künftig undenkbar sein, keine vollständige Kontrolle über die eigenen KI-Systeme zu haben.“ Dass KI-Modelle, auf denen zentrale Elemente staatlichen Handelns abgestützt sind, über Nacht abgestellt werden können, sei keine theoretische Debatte, wie man zuletzt bei „Fable“ von Anthropic gesehen habe, argumentiert man beim Unternehmen.

Cybersecurity: KI als Herausforderung und Lösung

Und wie will Dream das konkret lösen? Die KI-Systeme des Scaleups arbeiten laut Unternehmen „in einer völlig souveränen und sicheren Umgebung“. Dort biete man unter anderem einen umfassenden Cyber-Abwehr-Schirm, strukturiere sensible Daten als Entscheidungsbasis und decke noch unbekannte Cybersecurity-Schwachstellen („Zero Days“) auf. „Durch den Einsatz von Künstlicher Intelligenz hat sich Cybersicherheit grundlegend verändert. Herkömmliche Systeme können keinen ausreichenden Schutz mehr bieten. Nur durch den konsequenten Einsatz von KI auch in der Cyber-Abwehr ist ein Schutz auch in der Zukunft möglich“, sagt Hulio.

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