08.05.2023

Fermify: 5 Mio. Dollar für Wiener Vegan-Käse-Startup – Fund F investiert erstmals

Fermify will dank einem neuen Verfahren geschmacklich überlegenen veganen Käse anbieten. Damit überzeugt man zahlreiche Investoren.
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Das fermify-Team | (c) fermify
Das fermify-Team | (c) fermify

„Vegane Käsealternativen haben einen Marktanteil von nur zwei Prozent, während Milchprodukte auf pflanzlicher Basis schon 20 Prozent erreicht haben. Der Hauptgrund dafür ist die geringe Qualität der veganen Käsealternativen“, heißt es in einer Aussendung des Wiener Startups fermify. Sprich: Veganer Käse schmeckt den Konsument:innen noch nicht gut genug. Das Unternehmen will dank eines neuen Verfahrens besser am Markt überzeugen.

Die richtigen Proteine zum besseren Preis

Das Startup rund um die Serien-Food-Unternehmerin Eva Sommer und den Bioprozess-Forscher Christoph Herwig setzt auf „kontinuierliche Präzisions-Fermentierung“, um Casein-Proteine (eine für Käse essenzielle Art Milch-Proteine) auf pflanzlicher Basis herzustellen. Und zwar – laut eigenen Angaben – auch wirtschaftlich überlegen. Schon jetzt sei das Verfahren um die Hälfte günstiger, als vergleichbare Fermentierungsprozesse für vegane Käsealternativen. Bis 2027 will man bei den Produktionskosten mit klassischem Käse gleichziehen. Und dabei biete man eine erheblich bessere Klimabilanz – unter anderem wegen des häufig angeführten Methan-Ausstoßes von Kühen.

Verganer Mozarella auf Basis der fermify-Technologie | (c) fermify

B2B-Strategie mit bereits jetzt hoher Nachfrage

Fermify richtet sich mit seinem Angebot nicht an Endkund:innen, sondern an käseproduzierende Unternehmen. Man habe weltweit bereits 45 Kunden in der Pipeline, heißt es in der Aussendung. „Wir haben eine sehr starke Nachfrage von verschiedenen Kunden und müssen die ersten zwei oder drei Pilotkunden, mit denen wir zusammenarbeiten, sorgfältig auswählen“, kommentiert Gründerin und CEO Eva Sommer.

5 Mio. US-Dollar-Runde: fermify erstes Investment für Fund F

Bereits jetzt konnte fermify jedenfalls eine ganze Reihe von Investmentgesellschaften überzeugen. Das Startup schloss nun eine fünf Millionen US-Dollar-Finanzierungsrunde unter dem Lead des pan-europäischen ClimateTech-Fonds Climentum Capital ab. Ebenfalls dabei ist der vergangenes Jahr gestartete Female Founders-Fonds Fund F, der damit sein erstes Investment kommuniziert. Die weiteren Investoren sind Auxxo Female Catalyst Fund, Clima Now, Satgana Ventures, Triple Impact Ventures und die Bestandsinvestoren Übermorgen Ventures, Backbone Ventures, Push Ventures und Simon Capital. Mit dem Kapital wolle man die Optimierung und vollständige Digitalisierung des Bioprozesses beschleunigen und das Team erweitern, heißt es von fermify.

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Lebensstimmen
Der Fabertar | © Lebensstimmen/Screenshot

Vor rund einem Monat gab das Grazer Startup Lebensstimmen den Einstieg von Motorsportlegende Helmut Marko als Investor bekannt – brutkasten berichtete. Nun präsentierte man seine KI-basierte Plattform und hat dabei weitere prominente Unterstützung.

Lebensstimmen als Vorsorge

Das von Markus Pinter, Philipp Berkessy und Lukas Stern gegründete Startup versteht sich als ein Vorsorgeprodukt, das zu Lebzeiten abgeschlossen wird und für den Tod und darüber hinaus wirkt. Menschen können zu Lebzeiten ihre eigene Grußbotschaft oder „letzte Rede“ gestalten, in eigener Stimme, mit eigenen Inhalten, Musik und Bildern. Angehörige sollen nach einem Todesfall zudem eine digitale Trauerrede erstellen können.

Insgesamt umfasst das Angebot vier Produkte: die „Grußbotschaft“, „Meine letzte Rede“, einen neutralen „KI-Trauerredner“ sowie das Format „Aus Sicht der Familie“.

Vertrieben werden soll über Bestattungsunternehmen, Vorsorgeversicherer, Institutionen und Medienpartner im Lizenz- und White-Label-Modell. Die rechtliche Architektur der Plattform wurde gemeinsam mit Scherbaum Seebacher Rechtsanwälte entwickelt. Technologiepartner ist BLCKs AI.

Fabertar schenkt Worte her

Neben Marko unterstützt nun auch Dompfarrer von St. Stephan, Toni Faber, Lebensstimmen in Fragen von Trauer und Abschied mit einem neuartigen Angebot. Mit dem „Fabertar“ präsentiert das Startup einen gemeinsam mit ihm entwickelten und klar als KI gekennzeichneten Trauerredner. Dieser soll keine Seelsorge ersetzen, sondern Worte schenken, wo sie gewünscht werden oder wo kein Redner verfügbar ist.

„Ich begleite viele Menschen im Abschied. Oft ist das, was ungesagt bleibt, am schwersten. Wenn Technik hilft, liebevolle Worte zu bewahren, dient sie dem Menschen und dem Trost. Genau das ist der Gedanke hinter dem ‚Fabertar‘. Er soll niemanden ersetzen“, sagt Faber.

Marktstart Anfang 2027

Und Lebensstimmen-Geschäftsführer Berkessy ergänzt: „Jeder Mensch hat Worte, die bleiben sollen. Mit Lebensstimmen machen wir Vorsorge erstmals persönlich, digital und rechtssicher. Heute beginnt eine neue Abschiedskultur, und sie beginnt in Österreich.“

Nach der offiziellen Vorstellung der Plattform, der dazugehörigen Lebensstimmen-Produkte und dem aktuellen Launch der Website erfolgt in einem nächsten Schritt. Der Marktstart ist für Q1 2027 geplant und soll sowohl österreichweit als auch global erfolgen.

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