18.09.2023

Female Founders: Das sind die TOP 30 Startups in Europa

Du willst wissen, welche Startups es unter Europas Top 30 in puncto Diversität, Inklusion und Zukunftsfähigkeit geschafft haben? Schau in den Female Founders Top 30 Startup Report oder komm zum nächsten Event!
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Die Female Founders bringen Farbe in graue Venture Capital-Runden. (c) Female Founders
kooperation

Wie weht der Wind am europäischen VC-Markt und wohin soll es mit der Startup-Szene unseres Kontinenten gehen? Was macht die besten 30 Startups europaweit aus und warum sind gerade ihre Business Modelle bei VCs und Ecosystem Partners attraktiv?

Das und spannende Insights in Funding- und Business-Modelle sowie die besten Startup-Länder Europas erhältst du im diesjährigen Top 30 Startup Report von Female Founders. Der Report zeigt, welche Startups von renommierten Ecosystem Players als Vorreiter in puncto Zukunftsfähigkeit bewertet werden. Auch europaweite Trends und der Status Quo rund um die Branchen-Diversität am Startup- und VC-Markt stehen im Fokus.

Jeder ist willkommen, außer Frauen?

“In der heutigen volatilen Landschaft ist die Priorisierung der organisatorischen Widerstandsfähigkeit überlebenswichtig”, so Amelia Suda-Gosch, Co-CEO von Female Founders. Inklusion ist dabei ein strategisches Gebot, das es unbedingt einzuhalten gilt, meint Suda-Gosch. Inklusion fördere nämlich nicht nur eine offene Kommunikationskultur, sondern könne Unternehmen auch durch unsichere Zeiten bringen und ein stabiles Wachstum garantieren.

87 Prozent europäischer VCs sind Männer

Inklusion ist als strategische Kernkompetenz am europäischen VC-Markt nur leider etwas unterrepräsentiert. Das zeigt eine Vorstudie zum aktuellen Female Founders Report: Laut dem letzten Female Startup & Investing Report der WU Wien sind 87 Prozent der europäischen Business Angels männlich. Das führt – unter anderem wegen unbewusster Gender-Stereotypisierung – dazu, dass weibliche oder gender-diverse Gründungsteams schlechtere Chancen auf Investments haben. Darüber hinaus werden gut 80 Prozent der europäischen VC-Runden von rein männlichen Partnerteams geführt.

Female Founders bringt Farbe in graue Venture-Capital-Runden

Der Female Founders Top 30 Startup Report sieht die aktuelle Situation lieber halb voll als leer: Die europäische VC-Szene braucht definitv mehr Diversität, Potenzial gibt es aber genug. Um unentdeckten Trends und Talenten ein Sprachrohr zu verleihen, haben die Female Founders ihren neuesten Report als Vorgeschmack auf ihr Flagship Event Lead Today.Shape Tomorrow 2023 veröffentlicht. Das Ziel: Entrepreneurship für Frauen attraktiver zu gestalten und die Chancengleichheit in der VC-Szene zu erhöhen.

Mission erfüllt: Das sind die Top 30 in Europa

Mit dieser Mission erreicht Female Founders als Hub und Vernetzungsplattform für weibliche und gender-diverse Gründerinnen-Teams schon über 70.000 Menschen europaweit. Ihr jüngster Report präsentiert die besten 30 Startups in puncto Diversität und Innovation und featured die innovativsten Startup-Branchen, darunter Health & FemTech, Circular Economy, ClimateTech, FinTech & InsurTech und Education & HR sowie Realestate.

Die gelisteten Startups werden auch am Lead Today.Shape Tomorrow Event vor Ort sein. Am Event selbst könnt ihr also nicht nur von den Vorreiter:innen der europäischen Startups-Szene lernen, sondern euch auch mit renommierten Ecosystem Partners von Female Founders vernetzen und neue Zukunftspläne schmieden.

Innovation geht nur ohne Barrieren

Neben den gelisteten Startups werden auch die Ecosystem Partners des Startup Reports am Lead Today.Shape Tomorrow Event mit dabei sein. Eine davon ist Nina Wöss, Female Founders Gründerin und Managing Partnerin von FundF.

Die Innovatorin ist überzeugt: Um eine gleichmäßige Verteilung der Mittel für Gründerteams zu erreichen, braucht es also nicht nur Vielfalt in Gründungs- und Unternehmerteams, sondern auch bei Investor:innen. Inklusion bedeutet, Barrieren auf beiden Seiten abzubauen und eine Zukunft zu schaffen, in der Innovation keine Grenzen kennt, so Wöss:

An inclusive tech and innovations ecosystem warmly embraces a diverse array of entrepreneurs and startups, guaranteeing them fair access to the financial resources and support necessary to transform their visionary ideas into impactful innovations.

Nina Wöss, Managing Partner FundF

Ähnlicher Ansicht ist Ecosystem Partner Cihat Cengiz, Principal Dieter von Holtzbrinck Ventures:

An inclusive tech and innovation ecosystem ensures that people from all backgrounds participate in and benefit from technological advancements, reflecting diverse needs and perspectives. Promoting diversity in entrepreneurship is, therefore, crucial.

Cihat Cengiz, Principal Dieter von Holtzbrinck Ventures

Auch Hermann Erlach, General Manager bei Microsoft Austria, sieht sich als Female Founders Ecosystem Partner in der Aufgabe, Chancengleichheit, Diversität und vor allem Nachhaltigkeit in der Startup- und VC-Szene zu fördern:

Our mission is to empower every person and every organization on the planet to achieve more, while also being dedicated to environmental sustainability and diversity. At Microsoft we are driven by an unyielding commitment to innovation, constantly pushing the boundaries of technology.

Hermann Erlach, General Manager bei Microsoft Austria

Hol dir jetzt dein Lead Today.Shape Tomorrow Ticket!

Auch du kannst bald Teil der besten 30 Startups Europas werden und mit renommierten Ecosystem Partners networken: Komm dafür zum Female Founders Flagship Event Lead today.Shape Tomorrow, das am 11. und 12. Oktober 2023 mit über 2.500 Teilnehmenden stattfindet. Lerne von Kolleg:innen, lass dich von Startup-Pitches inspirieren und vernetze dich in der europäischen VC-Szene. Mit dem Discount Code LTST23xT30 kannst du die Zukunft ganz einfach mitgestalten.

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Stefan Embacher | (c) Foreus

Als Stefan Embacher Foreus im Jahr 2021 gründete, hatte er die heutige Ausrichtung bereits im Kopf. „Ich mach eine Firma, Private Intelligence. Das war meine Idee“, erzählt der Gründer im brutkasten-Interview beim Business Angel Summit in Kitzbühel. Weil das Krypto-Thema damals brannte und er über einen Kontakt in den USA auf ein Feld stieß, das es in Europa praktisch noch nicht gab, startete Foreus zunächst hochfokussiert mit Krypto-Forensik. Erste Zielgruppe waren spezialisierte Rechtsanwälte, dann kamen Banken dazu, etwa mit Mittelherkunftsnachweisen für ein Institut in Liechtenstein.

Der Fokus zahlte sich aus: Schritt für Schritt erweiterte das Team sein Feld um genau jene Themen, die durch die geopolitische Lage massiv an Relevanz gewonnen haben, von Sanktionsprüfungen im Russland-Kontext über Background-Checks bei M&A-Transaktionen bis zur Dual-Use-Exportkontrolle. Wenn etwa ein österreichischer Sensorhersteller an einen Abnehmer in der Türkei liefern will, prüft Foreus die Firmenstruktur des Käufers bis in die dritte, vierte und fünfte Ebene: Wer steht dahinter? Gibt es direkte oder indirekte Verbindungen zu sanktionierten Personen? Für exportierende Unternehmen ist das ohne spezialisierte Unterstützung kaum zu leisten.

HIDX: 60 Produkte auf einer Plattform

Heute steht Foreus auf zwei Standbeinen: Intelligence as a Service, also Dienstleistungen durch das eigene Expertenteam, und Software as a Service. Kern des Software-Geschäfts ist die selbst entwickelte Plattform HIDX (gesprochen „Hidex“, kurz für Hybrid Intelligence Detector). Rund 60 Produkte bündelt Foreus darin, von UBO-Checks über Sanktions- und AML-Prüfungen bis zur Krypto-Forensik. „Es gibt Hunderte von Softwareplattformen. Was wir anders machen: Wir haben rund 60 verschiedene Produkte in einer Plattform“, sagt Embacher.

Integriert ist auch ein Large Language Model, das bewusst in einer geschlossenen, sicheren Umgebung läuft und etwa Firmenbuchauszüge prüfen kann. Die Usability habe man an Social-Media-Logik orientiert, damit auch Nicht-Techniker:innen das Tool bedienen können. Abgerechnet wird pro User und Jahr, dazu kommen nutzungsbasierte Kosten. Ausbaustufen gibt es für Rechtsanwaltskanzleien, Banken und Regierungskunden.

Zum Einsatz kommt das vor allem bei „Härtefällen“, wie Embacher sagt: bei Geschäftspartnern in Afrika, Südostasien, Zentralasien oder Südamerika, wo selbst erfahrene Compliance-Verantwortliche mit den lokalen Jurisdiktionen kaum vertraut sind. Rund 400 Anwaltskanzleien weltweit zählt Foreus nach eigenen Angaben zu seinen Kunden, mit Schwerpunkt in der DACH-Region. Der größte Treiber seien globale Kanzleien mit Niederlassungen in zehn bis 15 Ländern.

4,5 Millionen Euro ARR, 25 Prozent Wachstum, frisches Kapital

Die Zahlen bestätigen die Strategie: Der ARR (Annual Recurring Revenue) liegt aktuell bei 4,5 Millionen Euro, heuer wächst Foreus um 25 Prozent, und das bei einem Team von etwas mehr als 30 Mitarbeiter:innen. Genau darin sieht Embacher die Stärke des Modells: „Wir wollen mit einem kleinen Team von 50 bis 60 Mitarbeitern wirklich einen Einfluss in diesem Markt in Europa haben.“ Die Vision ist klar formuliert: Foreus soll in Europa zum führenden Anbieter im Private-Intelligence-Bereich werden.

Rückenwind dafür gibt es auch auf der Kapitalseite: Vor rund drei Monaten kam es zu einem Investment im Umfeld der Wiener WBYD Management GmbH. „Da haben wir jetzt ein größeres Investment gehabt, im siebenstelligen Bereich“, so der Gründer.

Das frische Kapital fließt vor allem in den nächsten Wachstumsschritt: Im September relauncht Foreus seinen Government-Bereich mit neuen Anwendungen in der Software. Ziel sind Fünf- bis Sechs-Jahres-Verträge mit Regierungskunden, die für planbare, stabile Erlöse sorgen sollen. Im Fokus stehen kleinere Staaten, etwa am Balkan oder Länder in der Größenordnung Österreichs und Ungarns. International wird die Software nach Embachers Angaben bereits von Nachrichtendiensten genutzt. Das Corporate-Geschäft mit Banken laufe parallel weiter gut, monatlich kommen Neukunden dazu.

Vom Bundesheer über Palantir zur eigenen Firma

Seine Expertise bringt Embacher aus einer ungewöhnlichen Laufbahn mit: acht Jahre beim Österreichischen Bundesheer in einer K-Einheit für internationale Operationen, danach knapp vier Jahre im Sicherheitsbereich des US-Datenanalysekonzerns Palantir. „Da habe ich eigentlich meine ganze Experience her“, sagt er. Mit einer kolportierten Darstellung räumt er dabei auf: Dass er beim Bundesheer Ausbilder für Scharfschützen gewesen sei, wie mehrfach publiziert wurde, stimme nicht. „So ist es publiziert worden, aber das habe ich nie gesagt.“

Dass ein militärischer Hintergrund in Österreich lange eher skeptisch beäugt wurde, hat Embacher selbst erlebt: „Vor sechs, sieben Jahren war es schwierig für mich, dass ich mich hinsetze und sage: Ich war beim Militär. Das ist jetzt schon anders.“ Die Zeitenwende habe auch hier ein Umdenken gebracht.

Klare Worte zur parlamentarischen Anfrage

Offen spricht Embacher auch über die parlamentarische Anfrage der Grünen vom August 2025, die private Sicherheits- und Intelligence-Firmen und darin auch ihn namentlich behandelt. Er macht kein Geheimnis daraus, dass ihn die Anfrage stört, und stellt die zentralen Punkte klar: Ja, er habe nach wie vor Kontakte zu Palantir und ins Bundesheer, das liege bei seiner Biografie auf der Hand. Nur folge daraus nichts: „Ich habe noch keinen Cent mit dem Bundesheer verdient. Und selbst wenn da einmal etwas käme, gibt es immer noch das Ausschreibungsgesetz.“ Strafrechtlich habe es nie ein Verfahren gegeben.

„Der Westen ist Amerika und Europa“

Beim Business Angel Summit moderierte Embacher auch ein Panel zur europäischen Souveränität, ein Thema, bei dem er eine differenzierte Position vertritt. Eine Abschottung Europas hält er für den falschen Weg: „Ich denke, der Westen ist Amerika und Europa.“ Zugleich müsse Europa eigene Infrastruktur aufbauen und bei der militärischen Landesverteidigung europäisch statt nur nationalstaatlich denken. Was ihm in der öffentlichen Debatte fehle, sei die diplomatische Perspektive neben der militärischen: „Überall sitzen die Experten vom Militär. Aber die Soft Power in dem Kontext, die fehlt mir komplett.“

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