10.02.2026
SOCIAL CLUB

faund: Wiener Gründerinnen bringen Dating zurück ins echte Leben

Der Wiener Social Club faund setzt auf persönliche Begegnungen im echten Leben statt auf digitales Matching. Dafür hat das Unternehmen nun auch eine sechsstellige Pre-Seed-Förderung von aws und Wirtschaftsministerium erhalten.
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Die Gründerinnen von faund. | © Jana Mack

Mit faund ist in Wien ein neuer Social Club für Singles an den Start gegangen, der Menschen mit ähnlichem Alter, Interessen und Lebensrealitäten zusammenbringen will. Im Mittelpunkt stehen persönliche Begegnungen im echten Leben, nicht digitales Matching oder endloses Swipen.

Gegründet wurde faund von Janet Kuschert und Laura Eisl. Bereits vor der offiziellen Gründung organisierten die beiden als Hobby Partys für Singles. Daraus entwickelte sich eine Community mit mehr als 2.000 Menschen. faund ist im Februar 2026 offiziell gestartet und wird nun als skalierbare Event- und Plattformlösung aufgebaut.

Begegnungen ohne Erwartungen

Das Konzept von faund basiert auf verschiedenen Events, die unterschiedliche Interessen und soziale Kontexte abdecken sollen. Das Angebot reicht von Partys und Afterworks über Sportformate und kuratierte Dinners bis hin zu kreativen und kulturellen Aktivitäten an wechselnden Locations in Wien, darunter etwa Parlamentsführungen oder Keynotes.

Ziel ist es laut dem Unternehmen, einen niederschwelligen Rahmen zu schaffen, in dem Begegnungen ohne Erwartungsdruck entstehen können. “Wir sind überzeugt, dass Nähe und das Gefühl von Zugehörigkeit nicht erzwungen werden können, sondern durch gemeinsame Erlebnisse entstehen. Die Events von faund sind so gestaltet, dass sich Menschen auf Augenhöhe begegnen können – ohne Druck, aber mit echter Offenheit. Wir setzen das Setting, alles Weitere passiert ganz natürlich”, sagen die Gründerinnen.

„Dating soll wieder Spaß machen“

faund versteht sich nicht als klassisches Dating-Angebot, sondern als “soziale Infrastruktur” für Begegnung. Der Fokus liegt weniger auf einem klar definierten Dating-Ziel, sondern auf gemeinsamen Erlebnissen innerhalb einer Community. “Wenn Menschen sich wohlfühlen, entsteht Verbindung von selbst. Dating soll sich nicht wie Arbeit anfühlen, sondern wieder Spaß machen”, heißt es von faund.

Die Events sprechen derzeit vor allem Menschen im Alter zwischen 27 und 45 Jahren an. Angebote für die Altersgruppe 60+ befinden sich aktuell noch im Aufbau.

Förderung von aws und BMWET

Für den Aufbau erhielten die Gründerinnen die Pre-Seed-Förderung „Impact Innovation“ von der Austria Wirtschaftsservice (aws) und dem Bundesministerium für Wirtschaft, Energie und Tourismus (BMWET). Mit der sechsstelligen Förderung soll das Modell weiterentwickelt, zentrale Annahmen validiert und die Grundlage für eine spätere Skalierung geschaffen werden.

Der Fokus liegt derzeit auf dem weiteren Community-Aufbau, der Weiterentwicklung der Plattform sowie der Etablierung eines nachhaltigen Geschäftsmodells rund um kuratierte Begegnungen im echten Leben.

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Das microagi-Team | (c) microagi
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Sie gilt aktuell als einer der – mit dem KI-Boom verknüpften – globalen Mega-Trends: die Robotik. Und einmal mehr droht Europa im globalen Wettlauf ins Hintertreffen zu geraten, warnt man beim Münchner Startup microagi. Denn trotz einer großen industriellen Basis und starken Leistungen in Forschung und Entwicklung, laufe China dem Kontinent aktuell davon. Eine besondere Herausforderung für Europa sei dabei die Alterung der Bevölkerung.

„Wir können es uns nicht leisten, Europas Zögern bei der KI zu wiederholen“

„Das industrielle Europa hat 12 bis 18 Monate Zeit, um seinen Vorsprung in der Robotik auszubauen. Wir können es uns nicht leisten, Europas Zögern bei der KI zu wiederholen“, meint Bercan Kilic, Gründer und CEO von microagi.
„Wer Fabriken in Europa betreibt, hat die Zahlen schon auf dem Schreibtisch: Die erfahrensten Mitarbeiter gehen in diesem Jahrzehnt in den Ruhestand, und deren Nachfolger wurden nie geboren.“

Datenaufbereitung im Fokus

Kilic war zuvor Ingenieur bei Red Bull Racing und gründete microagi vor zehn Monaten unter anderem mit einem weiteren ehemaligen Formel-1-Ingenieur von Mercedes-AMG Petronas. Mit dem Startup, das seinen Forschungshauptsitz im Umfeld der ETH Zürich betreibt, setzt das Team auf das Thema Datenaufbereitung. Denn, so heißt es vom Unternehmen: „Roboter erreichen etwa 95 Prozent einer Aufgabe und stagnieren dann. Die letzten paar Prozentpunkte – diejenigen, die darüber entscheiden, ob eine Maschine die Wirtschaftlichkeit der Fabrik tatsächlich verbessert –, stammen ausschließlich aus den eigenen Betriebsdaten und Edge Cases dieser Fabrik.“

Das System Atlas erfasst Daten im laufenden Betrieb und diese in einer Simulation, um sie für werkspezifische Aufgaben zu optimieren. Zusammen mit Hardware-Partnern wie NVIDIA und Unitree setzen dann Ingenieur:innen des Startups vor Ort in den Fabriken ein System auf.

„Unsere Partner bauen wirklich gute Roboter und Modelle“, erklärt CTO Nico Nussbaum. „Unsere Arbeit beginnt danach, in der Fabrikhalle. Wir stellen unsere Ingenieure bei jedem Kunden vor Ort bereit, und das System lernt aus ihren realen Abläufen und speist das in den nächsten Durchlauf ein. So sind sie mit jedem Monat, den wir dort sind, ihrer Konkurrenz ein Stück weiter voraus.“

Rekord-Seedinvestment primär aus Europa

Mit dem System überzeugte microagi nun eine ganze Reihe vorwiegend europäischer Investmentgesellschaften. Mit 55 Millionen US-Dollar (umgerechnet rund 48 Mio. Euro) schließt das Startup nach eigenen Angaben die größte Seed-Finanzierungsrunde in der deutschen Geschichte ab. Den Lead übernimmt dabei Hummingbird mit Sitz in Belgien, mit Beteiligung von Northzone (UK), LocalGlobe (UK), Village Global (USA) und redalpine (Schweiz).

„Europa bildet einige der besten Robotiker der Welt aus – und sieht ihnen dann dabei zu, wie sie Unternehmen in Kalifornien aufbauen. Was gefehlt hat, ist die richtige Ambition“, kommentiert Firat Ileri, Managing Partner bei Hummingbird. „Microagi hat einige der ehrgeizigsten Menschen versammelt, die wir je getroffen haben, sie in Europa gehalten und sie auf eines der schwierigsten Probleme ausgerichtet, die es gibt.“

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