19.02.2026
PRE-SEED-RUNDE

factorymaker: Wiener DeepTech-Startup holt Investment in Höhe von 1,1 Mio. Euro

Das Wiener DeepTech-Startup factory maker sichert sich ein Pre-Seed-Investment von 1,1 Millionen Euro, um die KI-Plattform zu skalieren und international zu expandieren.
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Die Co-Founderinnen von factorymaker, Dr. Julia Reisinger (links) und Maria Zahlbruckner (rechts). | © Sebastian Zahlbruckner/photosbyseppo

Die Planung von Industriebauten und Fabriken gilt als aufwendig und fehleranfällig: Projekte verschlingen viel Arbeitszeit, während Planungsfehler später kostspielige Nacharbeit nach sich ziehen. Dass es hier erhebliches Optimierungspotenzial gibt, erkannte Gründerin Julia Reisinger bereits 2019. Auf Basis ihrer Doktorarbeit an der TU Wien gründete sie gemeinsam mit Maria Zahlbruckner im August 2024 das DeepTech-Startup factorymaker. Nur zwei Wochen später erhielt das Unternehmen eine sechsstellige Förderung von aws (brutkasten berichtete).

Die cloudbasierte Plattform setzt auf KI-gestützte Design-Agenten und eine proprietäre Datenbank realer Projekte. Planungsarbeiten, die laut Startup üblicherweise Wochen dauern, sollen so automatisiert werden. „Die Plattform bewertet und rankt 100.000 Optionen in Minuten und ermöglicht es Unternehmen, die leistungsstärksten auszuwählen. Das beseitigt eine wesentliche Hürde für die Umplanung und macht Anlagen deutlich anpassungsfähiger an veränderte Anforderungen.”, sagt Reisinger.

2bX und XISTA im Lead

Die Pre-Seed-Runde, bei der insgesamt 1,1 Millionen Euro eingesammelt wurden, wurde vom Berliner Venture-Capital-Fonds 2bX sowie XISTA Science Ventures angeführt. „Wir waren in der glücklichen Lage, aus mehreren starken Angeboten jene Partner auszuwählen, die unsere langfristige Vision strategisch und technologisch am besten unterstützen”, kommentiert Co-Founderin Zahlbruckner den Abschluss der Finanzierungsrunde.

„Industrielle Fabrikplanung ist ein Markt im Milliarden-Euro-Bereich, der noch weitgehend auf manuellen Prozessen basiert — für uns ein klares Signal für enormes Disruptionspotenzial. Maria und Julia bringen eine seltene Kombination aus tiefem Domänenwissen und Produktvision mit. Sie bauen die Plattform, auf die diese Branche gewartet hat”, sagt Mark Harré, General Partner bei 2bX.

“Factorymaker begegnet dem Problem mit automatisierten Design-Agenten und integrierter Optimierung für Neubauten ebenso wie für die Anpassung bestehender Anlagen. […] Wir freuen uns, die beiden außergewöhnlichen Co-Founderinnen Maria und Julia auf ihrem Weg zu begleiten, die industrielle Fabrikplanung zu transformieren”, ergänzt Annu Gmeiner, Principal bei XISTA Science Ventures.

Der entscheidende Moment

„Wir können in einem entscheidenden Moment skalieren“, sagt Reisinger. Europäische Industrieunternehmen stünden unter massivem Transformationsdruck, etwa durch Energie- und Ressourcenwende, Reshoring und Industrie 4.0. Gebäude und Produktionsanlagen müssten neu errichtet oder umfassend angepasst werden. “Mit herkömmlichen, überwiegend manuellen Planungsmethoden ist diese Geschwindigkeit und Komplexität kaum zu bewältigen“, erklärt sie weiter.

Mit dem frischen Kapital will das Unternehmen seine Technologie weiterentwickeln und international expandieren. Die Plattform wird laut Startup bereits von Industrieunternehmen wie Siemens Energy, Schaeffler und Hilti eingesetzt.

Kunden würden von bis zu 82 Prozent kürzerer Planungszeit, 21 Prozent niedrigeren Gebäudekosten, einer Reduktion der Materialflüsse um 36 Prozent sowie signifikanten CO₂-Einsparungen berichten, heißt es vom Unternehmen.

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vl. Patrick Ratheiser (EY), Rainer Kalkbrener (ACP), Sulejman Ganibegovic (KEBA Digital) und Hermann Erlach (Microsoft) | (c) brutkasten
vl. Patrick Ratheiser (EY), Rainer Kalkbrener (ACP), Sulejman Ganibegovic (KEBA Digital) und Hermann Erlach (Microsoft) | (c) brutkasten

„No Hype KI“ wird unterstützt von ACPEYITSVKEBA GroupLenovoMicrosoftONTEC AI und der Universität Graz.


„Die Vorstellung, dass man dank KI seine Hausaufgaben nicht machen muss, ist grundfalsch. Ganz im Gegenteil: Gerade hier ist es essenziell, bei der Datenqualität und der gesamten IT-Architektur eine saubere Basis zu schaffen“, konstatiert Rainer Kalkbrener, CEO von ACP, im Staffelfinale der brutkasten-Serie “No Hype KI”.

Mit diesem Befund ist er in der Expertenrunde nicht alleine. Der Fokus verschiebt sich von theoretischen Machbarkeiten hin zu den harten Bedingungen für echten Business Value, so der Tenor.

Österreichs Status quo und der Weg aus der Sandbox

Hermann Erlach, General Manager Austria bei Microsoft, weist auf ein aktuelles Studienergebnis hin: Österreich befindet sich bei der KI-Nutzung weltweit in den Top 20. Während Konsument:innen die Technologie im privaten Alltag bereits intensiv nutzen würden, zeige sich im Unternehmensbereich – insbesondere im Mittelstand – jedoch noch Aufholbedarf bei der Adaption. Für Patrick Ratheiser, Director & Head of AI bei EY, ist dabei klar: Der wahre geschäftliche Mehrwert liege oft nicht in hochgradig gehypten Vorzeigeprojekten. “Es sind oft die unscheinbaren Machine-Learning-Lösungen und Prozessautomatisierungen, die den Unternehmen wirklich helfen”, sagt er.

Dennoch stecken derzeit viele Initiativen noch in isolierten Experimentierphasen fest. Sulejman Ganibegovic, CEO KEBA Digital, fordert daher mehr Risikobereitschaft, um Projekte aus der geschützten Laborumgebung in den produktiven Betrieb zu überführen. Sein Appell an die Entscheidungsträger:innen: „Lieber ist man einmal mutig und wagt den Schritt aus der geschützten Laborumgebung, anstatt sich zweimal feige davor zu drücken, endlich etwas Produktives umzusetzen“. Man müsse akzeptieren, dass auch eine KI-Lösung, die nicht zu 100 Prozent fehlerfrei funktioniert, bereits einen enormen Mehrwert liefern kann.

KI als unbestechlicher Spiegel der Datenqualität

Dass dieser Weg in die erfolgreiche Produktivität zwingend über saubere Datenstrukturen führt, ist breiter Konsens in der Runde. Kalkbrener warnt, dass die KI durch ihre weitreichenden Suchkapazitäten “schonungslos die Schwächen von bestehenden Systemen aufdeckt”. Denn ohne eine funktionierende Data-Governance, so der ACP-Chef “führt das am Anfang oft zu bösen Überraschungen, wenn plötzlich intern sensible Dokumente wie Gehaltslisten oder Passwort-Dateien dank KI für weite Teile der Belegschaft auffindbar werden.”

Auch Ratheiser betont, dass der bloße Import von unstrukturierten Firmendaten in ein KI-Sprachmodell keine Wunder bewirke: „Die Arbeit, die wir seit 20 Jahren bei der Datenqualität und beim Aufräumen versäumt haben, kann jetzt nicht einfach die KI für uns lösen“.

Regulierung: Innovationsbremse oder Türöffner?

Neben der internen Datenorganisation bestimmt auch der externe Rahmen maßgeblich, wie schnell KI im Unternehmensalltag ankommt. Ein differenziertes Bild zeichnen die Experten daher bei der Debatte um den europäischen AI Act. Für Ratheiser stellt das risikobasierte Regelwerk eine notwendige Basis dar, um den breiten Rollout von Use-Cases sicher skalierbar zu machen. “Ohne klare Policies und Governance sind autonome KI-Agenten im Unternehmen auf Dauer nicht steuerbar”, so der EY-Experte. Ähnlich pragmatisch sieht das Ganibegovic aus Sicht der Industrie. Er argumentiert, dass verbindliche Spielregeln gerade bei kritischen B2B-Infrastrukturen als Türöffner fungieren: „Wenn man KI in sensiblen Bereichen einsetzen möchte, braucht es einen Rahmen, der Vertrauen schafft. Klare Gesetze untermauern dieses Vertrauen und bringen Kunden dazu, sich für neue Anwendungen zu öffnen“.

Kalkbrener hingegen äußert sich deutlich kritischer. Er warnt, dass Regulatorien oft innovationsfeindlich seien und die Geschwindigkeit im Markt drosseln würden. “Man darf nicht den Fehler machen, aus Angst vor Regulierungen alle potenziellen Probleme schon im Vorfeld lösen zu wollen”, so der CEO. Europa verliere sonst in der globalen Wirtschaft an Wettbewerbsfähigkeit.

Der kulturelle Wandel: Menschen als „Manager von Agenten“

Letztlich entfalten aber weder saubere Daten noch die besten regulatorischen Rahmenbedingungen ihre Wirkung, wenn die Belegschaft nicht mitzieht – ein Befund, der sich übrigens wie ein roter Faden durch die gesamte “No Hype KI”-Staffel zog. Die massiven Auswirkungen auf die Unternehmenskultur bilden laut den Experten den entscheidenden Hebel für die Zukunft. Erlach prognostiziert den Aufstieg sogenannter „Frontier Firms“, die KI ganz selbstverständlich neben Kapital und menschlicher Arbeitskraft als elementaren Produktionsfaktor begreifen. Der organisatorische Durchbruch gelinge dann, „wenn jeder im Unternehmen beginnt, als Manager von Agenten zu agieren und den eigenen Job mithilfe von KI zu optimieren“. Mitarbeiter:innen, die diese Tools aktiv nutzen, würden vom Management als hochproduktiv wahrgenommen, während Verweigerer an Leistungsfähigkeit dramatisch zurückfielen.

Dass dieser Wandel die Teams bereits spürbar verändert, bestätigt Ganibegovic aus der Praxis: Wenn man ein AI-natives Team mit KI-Tools ausstatte, forme man quasi ein Team von „Avengers“ mit enormer Schlagkraft, das traditionelle Entwicklungszyklen im Softwarebereich massiv verkürzen könne. Um diesen Zustand jedoch flächendeckend zu erreichen, sei ein gezieltes Befähigen der Belegschaft notwendig, meint Ratheiser. Unternehmen müssten aktiv in den Aufbau von KI-Kompetenzen (Literacy) investieren, um Berührungsängste zu minimieren und den produktiven Umgang mit den neuen Werkzeugen strategisch im Arbeitsalltag zu verankern.

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