08.03.2019

Facebook erschwert das Posten von Impfgegner-Propaganda

Wie das Magazin TechCrunch berichtet, nimmt sich Facebook des leidigen Themas Impfgegner-Propaganda an. Ähnlich, wie es vergangenes Jahr im Krypto-Bereich passiert ist, sollen es "Anti Vaxer"-Inhalte auf der Plattform nun deutlich schwerer haben.
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Facebook käpft gegen Impfgegner-Propaganda
(c) fotolia.com - Viacheslav Iakobchuk

Noch vor einigen Jahren hätte man es nicht mehr für möglich gehalten, doch in letzter Zeit mehren sich weltweit Berichte über Masern-Epidemien. Die neuerliche Ausbreitung der Kinderkrankheit, die europaweit bereits zu zahlreichen Todesfällen bei Babys und Kleinkindern geführt hat, wird vornehmlich einem gesellschaftlichen Phänomen der vergangenen Jahre zugeschrieben: Impfgegnern. Diese verbreiten etwa die vielfach wissenschaftlich widerlegte, in den 1970er-Jahren aufgestellte These, das Impfungen zu Autismus führen können. Die beliebtesten Kanäle für Impfgegner-Propaganda sind Facebook und Youtube.

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Impfgegner-Propaganda: eingeschränkt auf Facebook, gar nicht auf Instagram

Nach vermehrter öffentlicher Kritik in letzter Zeit lenkt Facebook nun ein. Hatte man bereits vergangenen Monat gegenüber Bloomberg angekündigt, entsprechende Möglichkeiten auszuloten, soll nun ein „Schlachtplan“ stehen, wie das US-Magazin TechCrunch berichtet. Konkret sollen Gruppen und Seiten, die Impfgegner-Propaganda betreiben, sowohl im Newsfeed als auch in der Suchfunktion schlechter eingestuft werden. Zudem sollen Ads mit „Anti Vaxer“-Inhalten nicht genehmigt werden. Nach mehrmaligen Versuchen, derartige Werbeanzeigen zu schalten, sollen die jeweiligen Accounts gesperrt werden. Auf der Tochter-Plattform Instagram soll Impfgegner-Propaganda gar nicht mehr angezeigt werden.

Erinnerung an Krypto-Hype

Die Maßnahmen erinnern an den Umgang mit dem Krypto-Hype vor etwa einem Jahr. Auch damals stand Facebook in der Kritik, weil der Aufstieg von Pyramiden-Schemata wie Bitconnect oder hierzulande Optioment durch die Plattform begünstigt wurde. Diesmal muss Facebook den Algorithmus aber wohl besser finetunen. Denn wie der Konzern gegenüber TechCrunch angibt, will er gleichzeitig mit den Impfgegner-Gegenmaßnahmen auch Informationen durch Gesundheits- und Wissenschaftsinstitutionen begünstigen. Im Krypto-Hype benachteiligte man einfach rigoros Inhalte mit bestimmten Keywords – auch kritische.

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(c) Enpulsion
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Das am Wiener Flughafen ansässige Scaleup Enpulsion hat sich in den vergangenen Jahren eine beachtliche Position auf dem SpaceTech-Weltmarkt herausgearbeitet. Nach eigenen Angaben ist man mittlerweile Europas führender industrieller Hersteller für Weltraum-Antriebssysteme. Im Zentrum stehen dabei bislang elektrische Antriebe für Mikro- und Nano-Satelliten, die die „FEEP-Technologie“ nutzen, bei der flüssiges Metall (Indium) in winzige geladene Teilchen zerlegt und ausgestoßen wird. Mittlerweile bietet man zudem auch Antriebe für größere Satelliten mit bis zu 500 Kilogramm Gewicht an.

Konkurrierende Antriebssysteme

Diese elektrischen Antriebe, mit denen Enpulsion groß geworden ist, sind eine Alternative zu vielfach genutzten chemischen Antriebssystemen. Ein nun kommunizierter strategischer Schritt kann daher auf den ersten Blick durchaus verwundern: Mit Lift Me Off Ltd (LMO) aus dem Vereinigten Königreich will man ein Unternehmen zu 100 Prozent übernehmen, das auf chemische Weltraum-Antriebssysteme spezialisiert ist. Das Unternehmen ist unter anderem an den ESA-LEO-Missionen (Low Earth Orbit) und geplanten Mondmissionen beteiligt.

Über den Kaufpreis gibt es dabei keine Angabe. Erst im März dieses Jahres hatte Enpulsion eine 22,5 Millionen Euro schwere Finanzierungsrunde verkündet. Die aktuelle Transaktion muss noch von den britischen Behörden im Rahmen des National Security and Investment Act 2021 (NSIA) bewilligt werden. Der Abschluss wird für das dritte Quartal 2026 erwartet.

Mit Technologie-Kombination zum Komplettanbieter

Bei Enpulsion argumentiert man die Übernahme als strategischen Schritt, um hybride Antriebssysteme aus einer Hand anbieten zu können. Man wolle durch die Kombination mit dem konkurrierenden Antriebssystem einen „complete spacecraft mobility backbone“ aufbauen, wird Gründer und CEO Alexander Reissner in einer Aussendung zitiert: „LMO bringt Erfahrungen im institutionellen Bereich, ein talentiertes Team und eine komplementäre Technologiebasis im Bereich chemischer Antriebe und Tanksysteme mit.“ In Kombination mit den industriell produzierten elektrischen Antrieben könne man Kunden ermöglichen, ihre gesamte Weltraum-Mobilitätsarchitektur über einen einzigen Partner aufzubauen, so Reissner.

LMO-Chef Shaun Dormon sieht einen logischen Schritt für beide Unternehmen, die eine ähnliche Vision, aber unterschiedliche technologische Zugänge hätten. „Gemeinsam können wir eine Kombination aus hocheffizientem und agilem Manövrieren im Weltraum bei minimaler Komplexität schaffen“, so Dormon. Das LMO-Team, das im Harwell Space Cluster nahe dem ESA-Zentrum ECSAT angesiedelt ist, soll erhalten bleiben. Auch die laufenden Missionen werden weitergeführt.

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