24.05.2022

EZB-Studie: Das sind typische Krypto-Investor:innen in Europa

Die EZB veröffentlicht Daten einer Umfrage unter Krypto-Anleger:innen in Europa. Die Zentralbank warnt außerdem vor Risiken und fordert eine raschere Regulierung.
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Die meisten Menschen, die in Europa Krypto-Assets besitzen, dürften dort Summen von umgerechnet weniger als 5000 Euro halten – mehr als ein Drittel sogar weniger als 1000 Euro. Das geht aus einer Umfrage hervor, die im Auftrag der Europäischen Zentralbank im November 2021 in sechs europäischen Ländern durchgeführt wurde. Die Ergebnisse hat die EZB am Dienstag als Auszug der „Consumer Expectation Survey“ veröffentlicht, für die insgesamt 10.000 Menschen in den Niederlanden, Deutschland, Italien, Spanien, Belgien und Frankreich befragt wurden.

10 Prozent der Haushalte halten Krypto-Assets

Nur sechs Prozent der befragten Krypto-Investor:innen halten Assets im Wert von mehr als 30.000 Euro – je nach Krypto-Assets kann sich der angelegte Wert seit der Befragung natürlich stark geändert haben. Grundsätzlich dürften in Europa etwa 10 Prozent der Haushalte Krypto-Assets besitzen, wie die EZB-Analysten aus den Umfrage-Ergebnissen schließen. In den einzelnen Ländern gibt es aber durchaus große Unterschiede: Während in den Niederlanden fast 15 Prozent der Befragten angaben, Krypto-Assets zu besitzen, waren es in Frankreich nur knapp über sechs Prozent. Deutschland liegt ein wenig unter dem Schnitt von 10 Prozent, während Spanien und Italien darüber liegen.

Kryptoinvestments sind – wenig überraschend – in Haushalten mit höherem Einkommen am beliebtesten, allerdings: im einkommensschwächsten Fünftel der Befragten gab es mehr Krypto-Besitzer:innen als in mittleren Einkommensschichten. Laut der Studie legen vor allem junge Männer mit höherer Ausbildung Geld in Krypto an.

Ergebnisse aus dem Consumer Expectation Survey der EZB © EZB
Ergebnisse aus dem Consumer Expectation Survey der EZB © EZB

EZB sorgt sich um Anleger und Finanzmarktsstabilität

Die EZB hält Krypto-Assets weder als Anlage, noch als Wertspeicher oder als Zahlungsmittel für Privatpersonen geeignet. Auch die Stabilität des Finanzmarkts sei gefährdet: „Wenn die derzeitigen Wachstums- und Marktintegrationstrends anhalten, werden Krypto-Assets ein Risiko für die Finanzstabilität darstellen. Ungedeckte Krypto-Assets können sich durch vier Kanäle auf die Finanzstabilität auswirken: Vermögenseffekte, Vertrauenseffekte, Risiken für den Finanzsektor und die Verwendung von Krypto-Assets als Zahlungsmittel“, so die EZB in einer Analyse zu den Risiken durch Krypto-Assets. Erst am Wochenende ließ EZB-Präsidentin Christine Lagarde mit ihrer Meinung aufhorchen, dass Kryptowährungen „völlig wertlos“ seien.

Ruf nach rascherer Regulierung

Die EZB warnt, dass die EU sich mit einer strengen Regulierung von Krypto-Assets zu viel Zeit lasse. „Obwohl eine EU-Verordnung vorgeschlagen wurde, um die Risiken von Krypto-Vermögenswerten zu minimieren, steht eine Einigung darüber noch aus. In der EU wurde der Vorschlag der Kommission für die MiCA-Verordnung, der erstmals im September 2020 veröffentlicht wurde, noch nicht von den EU-Gesetzgebern angenommen. Das bedeutet, dass die Verordnung frühestens 2024 angewandt wird, da sie voraussichtlich erst 18 Monate nach ihrem Inkrafttreten zur Anwendung kommen wird. Angesichts der rasanten Entwicklung der Kryptowährungen und der zunehmenden Risiken ist es wichtig, dass Krypto-Vermögenswerte dringend in den regulatorischen Rahmen und unter Aufsicht gestellt werden. Darüber hinaus wird es wichtig sein, die sektoralen Vorschriften zu überprüfen, um sicherzustellen, dass etwaige Risiken für die Finanzstabilität, die von Krypto-Vermögenswerten ausgehen, insbesondere solche, die sich aus ihrer Verflechtung mit traditionellen Finanzinstituten ergeben, gemildert werden“, so die EZB.

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Beyond Gravity Austria, verdoppelt seine Produktionsfläche in Berndorf (Niederösterreich). © Beyond Gravity, Martin Steiger

Der globale Space-Sektor verzeichnet starkes Wachstum und die heimische Industrie profitiert. Der Weltraumzulieferer Beyond Gravity Austria, reagiert auf die steigende internationale Nachfrage mit einem Kapazitätsausbau am Standort Berndorf (Bezirk Baden). Der Österreichische Arm des internationalen Unternehmen mit Sitz in Zürich ist bereits am Ariane-6-Programm beteiligt, das Amazon-Internetsatelliten ins All bringt.

Verdoppelte Fläche, neuer Maschinenpark

Für insgesamt 4,5 Millionen Euro wird ausgebaut.Beyond Gravity mietet eine Nachbarhalle der Berndorf AG und verdoppelt die eigene Produktionsfläche auf rund 5.000 Quadratmeter, inklusive neuem Maschinenpark. Die Fertigstellung ist für Frühjahr 2027 geplant. Bis dahin soll in Berndorf laut Unternehmensangaben der größte Weltraum-Reinraum Österreichs entstehen.

Fertigung von Steuermechanismen kommt nach Berndorf

Bisher lag der Fokus des Standorts auf Thermalisolation für Satelliten und Trägerraketen. Künftig wird dort auch die Serienfertigung von Steuermechanismen für elektrische Triebwerke von Telekommunikationssatelliten angesiedelt. Geschäftsführer Wolfgang Pawlinetz erklärt: „Wir haben im vergangenen Jahr einen bedeutenden Auftrag erhalten, um Steuermechanismen für elektrische Triebwerke von Telekommunikationssatelliten zu bauen.“

Kleinere Serien sollen weiterhin im 2024 eröffneten Wiener Reinraum gefertigt werden. Entwicklung und Design verbleiben am Hauptsitz in Wien-Meidling.

50 neue Jobs, 20 Prozent Wachstum

Aktuell beschäftigt Beyond Gravity Austria in Berndorf rund 30 Personen. Mit dem Ausbau sollen in den nächsten drei Jahren 50 neue Industriearbeitsplätze entstehen. „Wir wachsen in den nächsten drei Jahren um mehr als 20 Prozent“, so Pawlinetz und Co-Geschäftsführer Kurt Kober. Insgesamt beschäftigt Beyond Gravity Austria rund 250 Mitarbeitende und erwirtschaftete 2025 einen Umsatz von rund 57 Millionen Euro.

Weltraumminister Peter Hanke unterstreicht die strategische Bedeutung: „Die Raumfahrtindustrie zählt zu den am stärksten wachsenden heimischen Wirtschaftssektoren.“ Hanke erhöhte zuletzt den österreichischen ESA-Beitrag von 260 auf 340 Millionen Euro.

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