19.12.2025
PLATZHIRSCH

EY-Befragung: Bitpanda führt in Österreich bei Krypto überlegen

Laut einer aktuellen EY-Studie mit mehr als 1.500 Befragten investieren mittlerweile 17 Prozent der 18- bis 65-Jährigen in Kryptowährungen. Erste Wahl ist dabei in Österreich ganz klar das Wiener Unicorn Bitpanda.
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Collage: brutkasten | Bilder (c) Bitpanda / Adobe Stock
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1.532 Personen zwischen 18 und 65 Jahren in Österreich befragte das Beratungsunternehmen EY für eine aktuelle Studie zum Spar- bzw. Investitionsverhalten und konkret zu Kryptowährungen. Ein hierzulande wohl wenig überraschendes Hauptergebnis: Mit 64,3 Prozent der Befragten, ist das Sparbuch nach wie vor Anlageprodukt Nummer 1, gefolgt von Versicherungsprodukten (44,5 Prozent), Aktien, Anleihen bzw. Unternehmensanteilen (35 Prozent), Edelmetallen (29,9 Prozent) und Fonds-Produkten wie ETFs (28,9 Prozent).

Kryptowährungen auf Platz 7 bei Anlageprodukten

Kryptowährungen schaffen es also nicht in die Top 5. Sie kommen noch hinter Immobilien bzw. Grundstücken (23,1 Prozent) mit 17,1 Prozent auf Platz 7 – mit laut EY steigender Tendenz. Auffällig ist dabei der Geschlechterunterschied: Während 24,5 Prozent der Männer in Kryptowährungen investieren, trifft das nur auf 9,6 Prozent der Frauen zu. Knapp mehr als ein Drittel (35,3 Prozent) der Investierenden handelt mindestens einmal pro Monat. Weitere 26,3 Prozent kaufen und verkaufen Kryptowährungen in unregelmäßigen Abständen – meist abhängig von marktrelevanten Ereignissen. 23,8 Prozent haben bislang nur einmal investiert.

Risikobereitschaft ausschlaggebend

Der vergleichsweise geringe Anteil von Krypto-Investments in der Bevölkerung korreliert auch mit der abgefragten Risikobereitschaft: 37, 3 Prozent der Befragten geben an, bei hohen Risiken nur sehr kleine Summen zu investieren, mehr als ein Drittel (34,3 Prozent) vermeidet risikoreiche Anlagen überhaupt. Gerade einmal 4,9 Prozent sind bereit, bei hohem Risiko auch größere Beträge zu investieren. Und 68,9 Prozent schätzen dabei Kryptowährungen insgesamt als (eher) unsicheres Anlageprodukt ein, 18,8 Prozent als sicheres.

Entsprechend fällt auch die Detailabfrage zu den Gründen bei jenen aus, die bislang nicht in Kryptowährungen investiert haben. Mehr als die Hälfte empfindet Kryptowährungen als zu riskant (51,4 Prozent). Ein Drittel gibt fehlendes Verständnis an (33,8 Prozent), und ähnlich viele haben schlicht kein Interesse (32,4 Prozent).

Kryptowährungen mittlerweile fast allen bekannt

Dennoch haben Kryptowährungen mittlerweile einen hohen Bekanntheitsgrad. Auch 95,5 Prozent jener Personen, die aktuell nicht darin investiert sind, kennen die digitalen Assets prinzipiell. Wenig überraschend ist Bitcoin unter sämtlichen Befragten mit 98,6 Prozent am bekanntesten, gefolgt von Ethereum mit 49,2 Prozent. Bitcoin führt unter den Krypto-Investor:innen mit 81,4 Prozent auch die Liste der Kryptowährungen, in die bereits investiert wurde, an. Ethereum liegt erneut auf dem zweiten Platz (51 Prozent), alle Altcoins kommen gemeinsam auf 29,5 Prozent, alle Meme-Coins auf 25,7 Prozent, alle Stablecoins gar nur auf 11,7 Prozent.

Bitpanda führt Plattform-Ranking in Österreich mit fast 60 Prozent klar an

Bei jenen, die in Kryptowährungen investieren, gibt es in Österreich eine klare Plattform-Präferenz (Anm.: hier war eine Mehrfachnennung möglich). Als Platzhirsch führt das Wiener Unicorn Bitpanda die Statistik mit 59,6 Prozent klar vor Binance (21 Prozent) und Kraken (11 Prozent) an. Mit 21Bitcoin (4,8 Prozent) schafft es eine weitere heimische Plattform in die Top 5 – hinter dem asiatischen Anbieter Bybit, der sein europäisches Headquarter in Wien hat, der mit 6,5 Prozent auf Platz 4 landet.

Nach den Gründen für die Wahl der Plattform gefragt, geben Nutzer:innen vor allem hohe Benutzerfreundlichkeit (85 Prozent eher wichtig/sehr wichtig) sowie niedrige Gebühren und Kosteneffizienz (82,8 Prozent) an. Wichtig sind den Befragten ebenfalls der regulatorische Status der Plattform (68,6 Prozent sehr wichtig/eher wichtig), die Qualität des steuerlichen Reportings (68,0 Prozent) und die automatische Abfuhr der Kapitalertragsteuer, die ebenfalls 68 Prozent als eher wichtig oder sehr wichtig einschätzen.

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Schlüsseltechnologie-Beschleunigungsgesetz, 18-Millionen-Euro-Fördercall
© Screenshot - (v.l.) Infrastrukturminister Peter Hanke, Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer, Georg Kopetz, CEO und Co-Founder TTTECH und Deregulierungsstaatssekretär Sepp Schellhorn.

Ein halbes Jahr nach der Präsentation der „Industriestrategie 2035“ hat die österreichische Bundesregierung – in Form von Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer, Infrastrukturminister Peter Hanke, Deregulierungsstaatssekretär Sepp Schellhorn – gemeinsam mit Georg Kopetz, CEO und Co-Founder TTTECH, eine erste Zwischenbilanz vorgelegt. Demnach sind aktuell 42 der insgesamt 117 definierten Maßnahmen – was rund 35 Prozent entspricht – bereits umgesetzt oder befinden sich in Umsetzung.

Um die Standortbedingungen für heimische Betriebe konkret zu verbessern, liegt der strategische Fokus der Regierung derzeit auf dem Abbau bürokratischer Hürden und der finanziellen Unterstützung beim Aufbau neuer Produktionskapazitäten. Zwei Kernmaßnahmen stehen dabei im Zentrum: das neue Schlüsseltechnologie-Beschleunigungsgesetz und ein frischer Fördercall der Austria Wirtschaftsservice (aws).

Beschleunigungsgesetz für Industrieanlagen

Um die oft langwierigen Genehmigungsverfahren für neue Produktionsanlagen zu straffen, geht mit dem heutigen 16. Juni 2026 der erste Teil des Schlüsseltechnologie-Beschleunigungsgesetzes in die Begutachtungsphase. Dieser erste Gesetzesabschnitt konzentriert sich spezifisch auf Anlagen im Bereich der Energie- und Umwelttechnologien.

Das in Begutachtung befindliche Gesetz sieht die Etablierung eines Fast-Track-Verfahrens vor: Das Wirtschaftsministerium kann Vorhaben künftig innerhalb einer Frist von 30 Tagen offiziell als „strategisches Projekt“ einstufen. Projekten, die diesen Status erhalten, wird in den behördlichen Genehmigungsverfahren rechtlich ein „überragendes öffentliches Interesse“ beigemessen. Dies soll formelle Hürden abbauen und die Verfahrensdauer signifikant reduzieren. Um die Unternehmen zudem nicht zwischen verschiedenen Zuständigkeiten aufzureiben, wird das Prinzip der „Single Points of Contact“ eingeführt. Bei den neun Bundesländern werden zentrale Kontaktstellen eingerichtet, die den Unternehmen künftig als alleinige Ansprechpartner durch die Genehmigungsverfahren dienen.

18 Millionen Euro für Pilotanlagen und Skalierung

Flankierend zu den administrativen Erleichterungen startet die Förderbank aws ein neues Impulsprogramm unter dem Titel „Industrielle Schlüsseltechnologien – Leitbetriebe 2030„. Der Call öffnete heute um 13:00 Uhr und ist mit einem Gesamtfördervolumen von 18 Millionen Euro dotiert. Das Programm soll Unternehmen in der ressourcenintensiven Phase zwischen technologischer Entwicklung und der tatsächlichen industriellen Produktion mit frischem Kapital unterstützen.

Die Eckdaten der Förderung

  • Zielgruppe: Mittlere und große österreichische Unternehmen, die eine industrielle Skalierungsfähigkeit aufweisen.
  • Ticketgröße: Pro eingereichtem Projekt können bis zu drei Millionen Euro an Förderung beantragt werden.
  • Projektvolumen: Das Gesamtinvestitionsvolumen der Projekte muss zwischen 1 und 50 Millionen Euro betragen.
  • Förderzweck: Gefördert werden Investitionen in neuartige Pilot-Produktionsanlagen mit hohem Innovationsgehalt sowie der Aufbau von wesentlichen Innovationsinfrastrukturen, wie etwa Laborinfrastruktur oder Reinräumen, innerhalb der neun definierten Schlüsseltechnologien.
  • Einreichfrist: Konzepte können bis Ende Oktober bei der aws eingereicht werden.

Neben diesen beiden primären Maßnahmen hob die Regierung in ihrer Halbjahresbilanz weitere Schritte hervor, die Innovationen „Made in Austria“ vorantreiben sollen. Dazu zählen unter anderem die Beschaffung eines KI-optimierten Hochleistungsrechners für die AI Factory Austria mit einem Investitionsvolumen von 53 Millionen Euro sowie eine anstehende Patentrechtsnovelle, die es KMU und Startups künftig ermöglichen soll, selbst genutzte Patente als bilanzierbare Vermögenswerte auszuweisen. Damit soll geistiges Eigentum besser nutzbar gemacht, Innovation gezielt gefördert und der Zugang zu Finanzierungsmöglichkeiten für innovative Unternehmen verbessert werden.

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