21.04.2022

Exvomo: Ehemaliger Shöpy-Co-Founder führt E-Commerce-Führerschein ein

Nach fünf Jahren in der E-Commerce-Branche hat Thomas Leskowsky die online-Akademie “exvomo” gegründet. Der Abschluss des Basiskurses erfolgt mit einem E-Commerce-Führerschein.
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Thomas Leskowsky, Gründer von exvomo.com. | © Bernd Sumereder
Thomas Leskowsky, Gründer von exvomo.com. | © Bernd Sumereder

Erst letztes Jahr verkündete Shöpy die Übernahme durch das Grazer E-Commerce-Unternehmen niceshops und den damit einhergehenden Relaunch als 42 things. Nun möchte der ehemalige Shöpy-Co-Founder und Seriengründer, Thomas Leskowsky, sein Wissen rund um das Thema Online-Handel weitergeben und gründete die online-Akademie exvomo. Zum Abschluss des Kurses erhalten die Teilnehmer:innen einen E-Commerce-Führerschein.

Das Ziel des Jungunternehmers ist es, den österreichischen E-Commerce-Bildungsmarkt mit einem eigens entwickelten Programm zu transformieren. „Mit dem E-Commerce Führerschein soll der Einstieg sowohl einfach als auch kostengünstig gelingen. Ebenfalls sollen Personen, die bereits im Onlinehandel arbeiten, die Möglichkeit bekommen, ihren Blick unabhängig ihrer Vorqualifikationen zu erweitern“, sagt Leskowsky.

Basiskurs mit E-Commerce-Führerschein

Mit über fünf Jahren Branchenerfahrung – davon vier Jahre in der strategischen Online-Handel-Beratung – hat der Jungunternehmer schon in verschiedenen Lehrinstituten Lektorate gehalten. Nun möchte der Akademieleiter Leskowsky sein Wissen rund um die Themen Vertriebspsychologie im Onlinehandel und E-Commerce Infrastruktur mit Gleichgesinnten teilen. Die Kosten für den Basiskurs betragen aktuell 690 Euro. Das Programm beinhaltet zehn Lektionen und eBooks, 100 Videos, zahlreiche Übungen und ein Abschlusszertifikat – der E-Commerce-Führerschein. 

Im Fokus stehe die Förderung von Startups, Jungunternehmer:innen und lokalen Handelsunternehmen, damit Österreich europaweit aufholen könne, so die Akademie. Denn laut den Salzburger Nachrichten sei Österreich im Digitalvergleich im unteren Drittel des EU-Schnitts. “Durch die fehlenden Fortbildungsmöglichkeiten in diesem Segment werden potentielle Unternehmer:innen auf ausländische Websites wie Amazon geführt und werden nicht im österreichischen Markt aktiv. Dadurch verlässt das Geld das eigene Land”, so Leskowsky. 

Neue Qualitätsstandards und Mindestanforderungen

Um den Einstieg in die E-Commerce-Branche zu schaffen, müssen Interessent:innen in Österreich entweder Zeit für Präsenzunterricht haben oder diverse Vorqualifikationen aufweisen – zumindest das behauptet die online-Akademie. Um die damit verbundenen Einstiegshürden in die Branche zu eliminieren, bietet exvomo mit dem E-Commerce-Führerschein eine neue Mindestanforderung an Qualitätsstandards für den Onlinehandel im deutschsprachigen Raum an. “Damit schaffen wir in Österreich eine positive Revolution im Bildungsmarkt und ergänzen das fehlende Knowhow im E-Commerce-Bereich” sagt Leskowsky.

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Vl. A1-CCO Martin Resel und IBM-Österreich-Chef Marco Porak | © A1/APA/Hörmandinger
Vl. A1-CCO Martin Resel und IBM-Österreich-Chef Marco Porak | © A1/APA/Hörmandinger

Dass für Unternehmen kein Weg mehr an Agentic AI vorbeiführt, ist mittlerweile ein Gemeinplatz. Dass eine sichere und konforme Umsetzung davon nicht so einfach ist, ebenfalls. „Für KI im Unternehmenskontext gelten andere Spielregeln als im privaten Bereich. Ich spreche hier besonders von souveräner KI“, sagt Marco Porak, Generaldirektor von IBM Österreich, bei einem gemeinsamen Pressetermin mit A1 und dessen Cloud-Tochter Exoscale. Mit einer gemeinsamen Plattform, die IBM watsonx auf A1 Exoscale bringt, will man Unternehmenskunden gemeinsam eine sichere und digital souveräne Lösung bieten.

„Wir sind Teil der kritischen Infrastruktur“

Denn Schatten-KI, also die Nutzung privater bzw. vom Unternehmen nicht genehmigter KI-Anwendungen durch Mitarbeiter:innen, sei ein echtes Sicherheitsrisiko, betont Martin Resel, stv. Vorstandsvorsitzender von A1 und CCO Enterprise. „Unternehmen können es sich nicht leisten, KI nicht zu nutzen. Da geht es um Wettbewerbsfähigkeit. Alles muss effizienter werden, etwa auch in der Verwaltung. Wenn man dann aber Daten global findet, die eigentlich nicht global gespeichert werden sollten, ist das ein Problem“, sagt Resel.

Für viele A1-Unternehmenskunden und auch für A1 selbst sei das besonders relevant. „Wir sind Teil der kritischen Infrastruktur. Viele hochsensible Daten laufen auf unseren Netzen. Wir haben nicht nur Unternehmen aller Größen als Kunden, sondern zum Beispiel auch Ministerien“, sagt der A1-CCO. Gerade in der aktuellen geopolitischen Situation müssten sich Österreich und ganz Europa daher souverän aufstellen.

Orchestrierte KI-Agenten mit klaren Regeln und voller Transparenz

Und wie macht das die gemeinsame Plattform? „Ich bin mir bewusst, dass ich Repräsentant eines amerikanischen Unternehmens bin“, räumt Marco Porak ein. IBM habe aber nach nicht weniger als 98 Jahren am österreichischen Markt ein anderes Standing, als etwa die US-Hyperscaler. Warum? „IBM hat seit jeher das Prinzip, dass Kundendaten Kundendaten sind und die Architektur vom Kunden bestimmt wird“, so Porak. Und: „Globale Innovation und lokale Kontrolle widersprechen einander nicht.“ Genau so sei es auch bei watsonx. Kunden können dort entscheiden, welche KI-Modelle genutzt werden und wo die Daten liegen. Die Bandbreite geht dabei von lokal gehosteten On-Premise-Lösungen über europäische bzw. Open-Source-Modelle auf europäischen Servern bis zu Frontier-Modellen in Datencentern der US-Hyperscaler.

Konkret greift das System auf eine Vielzahl an Large Language Models (LLMs) und Agentic-Modelle zurück und orchestriert KI-Agenten, um Tasks zu erfüllen. Die dazugehörige Governance-Plattform ermöglicht nicht nur das Festlegen der Regeln dafür, sondern bietet auch jederzeit komplette Transparenz, um jeden Arbeitsschritt und die dafür genutzten Modelle nachvollziehen zu können. Für Martin Resel ist dabei ebenfalls klar: „Dass alles, was aus Asien oder Amerika kommt böse ist, sehen wir nicht so. Wichtig ist die Wahlfreiheit.“ Die Plattform sei daher offen für sämtliche Modelle.

„Wir folgen einer sehr strikten Datenklassifizierung – selber und auch für unsere Kunden“

Je nach Usecase und dem damit verbundenen Sicherheits-Level der Daten seien unterschiedliche LLMs und Speicherorte sinnvoll. „Wir folgen einer sehr strikten Datenklassifizierung – selber und auch für unsere Kunden“, sagt Resel. Nach dieser erfolge die Entscheidung, welche Modelle genutzt werden können. Gleichzeitig optimiere die Plattform durch die passende Modell-Auswahl auch den Token-Verbrauch. „Das kann sonst bekanntlich schnell teuer werden“, sagt der A1-CCO.

A1 bietet seinen Enterprise-Kunden nicht nur Zugang zur Plattform, sondern auch begleitende Services, um diese aufzusetzen. Mit den europäischen Datencentern der Tochter Exoscale kommt noch das Angebot der souveränen Cloud im eigenen Land hinzu.

Wie watsonx für A1 und seine Kunden konkret funktioniert, zeigt Exoscale-KI-Experte Christos Kapodistrias beim Pressetermin vor. In seinem Beispiel arbeiteten nicht weniger als 14 KI-Agenten orchestriert zusammen, um eine optimale Vorbereitung auf ein Kundengespräch zu erstellen. „Diesen Usecase nutzen wir auch selber“, erklärt der Experte und zeigt die verschiedenen Sicherheits- und Kontrollmechanismen ebenso wie die Nachvollziehbarkeit über die Governance-Plattform. Marco Porak merkt dazu an: „Man sieht, es gibt mehrere Checkpoints im Prozess, der ‚Human in the Loop‘ bleibt erhalten.“ Denn es gehe eben darum, Menschen bei ihrer Arbeit zu unterstützen.

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