09.07.2025
GOOGLE-RANKING

Expoya: Linzer Startup bietet Landingpage-Trick für besseres Google-Ranking

Das Linzer Startup Expoya stellt mit "Boost expos" eine Lösung für das Google-Ranking vor, die Unternehmen unterstützen soll. Dabei greift es auf einen bekannten SEO-Trick zurück, den es automatisiert.
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SEO, Expoya, Google, Google Ranking
© Expoya

Eine Analyse der Plattform Backlinko zeigt, wie entscheidend auch heute noch die Platzierung in den Google-Suchergebnissen für organischen Traffic ist. Ihr zufolge entfallen im Durchschnitt 27,6 Prozent aller Klicks auf das erste Ergebnis. Platz zwei erhält bereits deutlich weniger Aufmerksamkeit (15,8 Prozent), Platz drei landet bei elf Prozent. Ab Position sechs sinkt die Klickrate auf unter fünf Prozent. Auf Seite zwei der Suchergebnisse verirren sich laut Studie gerade einmal 0,63 Prozent der Nutzer:innen. Die Analyse basiert auf Daten von vier Millionen Google-Suchergebnissen und mehr als 875.000 Suchanfragen.

Expoya und die Landingpages

Womöglich wird in diesem Sinne – mit ChatGPT und Co. – Künstliche Intelligenz künftig die Internetsuche drastisch verändern, oder den Giganten der Internetsuche komplett ablösen. Heute jedoch bleibt das Ranking auf der ersten Google-Seite weiterhin essentiell. Das Linzer Startup Expoya hat daher mit „Boost expos“ eine Lösung entwickelt, um Unternehmen bei SEO und E-Commerce zu unterstützen.

Dabei greifen die Linzer auf spezialisierte Landingpages und gezielte Keyword-Optimierung zurück. Oder anders gesagt: Das Tool erstellt automatisiert Landingpages für jedes Produkt, das ein Unternehmen in seinem Online-Shop anbietet. Google berücksichtigt nämlich die Existenz und die Qualität einer Landingpage bei der Berechnung des Qualitätsfaktors eines Keywords. Ein hoher Qualitätsfaktor kann daher zu besseren Platzierungen führen: „Unsere Boost expos wirken wie ein zusätzliches Triebwerk für die Sichtbarkeit des Shops“, erklärt Expoya-Gründer Harald Gumpenberger.

In bestehende Systeme integrierbar

Die Boost expos lassen sich mit bestehenden Shopsystemen verbinden. Aktuell unterstützt Expoya die gängigsten Plattformen wie Shopify, Shopware, Gambio, Prestashop oder WooCommerce.

Darüber hinaus bietet das Startup eine offene API, über die sich auch individuelle Shoplösungen anbinden lassen. Nach eigenen Angaben setzen bisher mehr als 1.000 Unternehmen auf die Lösung aus Linz. Die Inhalte können mit einigen KI-Hilfen direkt auf Expoya erstellt werden. Danach werden diese direkt über die „Google Indexing API“ übermittelt.

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Vlnr: Mag. Markus Manz (CEO SCCH Innovations GmbH) und die Gründer*innen von LUML, Nikita Gonchar, Oleh Kostromin und Iryna Kondrashchenko | (c) SCCH

Das Software Competence Center Hagenberg forscht als COMET-Zentrum seit Jahren für Industriepartner wie Siemens, Bosch oder Fronius. Mit der SCCH Innovations GmbH will das oberösterreichische Forschungszentrum seine Ergebnisse zusätzlich auch selbst in Unternehmen überführen, statt sie ausschließlich an Auftraggeber weiterzugeben. „Es war mir immer ein besonderes Anliegen, dass die Ergebnisse unserer Forschung nicht mit dem Abschluss eines Forschungsprojekts enden, sondern ihren Weg in die wirtschaftliche Anwendung finden“, sagt Markus Manz, CEO der SCCH Innovations GmbH.

Rund 30 Unternehmen als Ziel

Im Gespräch mit brutkasten formuliert Manz ein ambitioniertes Zielbild: Rund 30 Beteiligungen sollen bis 2030 und darüber hinaus realisiert bzw. aufgebaut  werden. Die Vision beschreibt er als Unendlichsymbol (∞), welches das Forschungs- und das Gründerökosystem iterativ verbindet. Tiefe Technologien aus der angewandten Forschung sollen in Unternehmensgründungen überführt werden, die Rückflüsse daraus wiederum die Forschung speisen. Es gehe dabei nicht darum, eine App zu entwickeln, betont Manz, sondern darum, tiefe Technologien aus der eigenen Forschung mit Industriepartnern und Universitäten in Unternehmensgründungen zu bringen. Ein vergleichbares Modell, bei dem ein angewandtes Forschungszentrum eine eigene Beteiligungsgesellschaft betreibt, kenne er aus seiner Recherche nicht.

Die Gesellschaft soll zu Beginn mit rund 500.000 Euro kapitalisiert werden. Große Einzelinvestments sind damit nicht geplant: Die Ticketgröße für Erstinvestments liegt laut Manz bei maximal 100.000 Euro. Das Startkapital soll Gründer:innen helfen, die erste Phase zu überbrücken, Förderungen einzureichen und das Produkt weiterzuentwickeln. Noch heuer sind drei weitere Beteiligungen geplant, zwei davon im Deep-Tech-Bereich und eine im Dienstleistungsbereich, um schneller rekapitalisieren zu können.

Die Wege in den Markt

Die SCCH Innovations GmbH verfolgt mehrere Beteiligungsmodelle. Bei klassischen Spinoffs aus Forschungsprojekten setzt das Forschungszentrum bewusst auf externe, erfahrene Gründer:innen statt auf die eigenen Forscher:innen. Diese erhalten die Mehrheit der Anteile, während sich das SCCH einen bis zu einem vereinbarten Unternehmenswert nicht verwässerbaren Minderheitsanteil sichert. Dazu kommen Joint Ventures mit Unternehmenspartnern, etwa die gemeinsam mit TÜV AUSTRIA gegründete TRUSTIFAI, der österreichische Prüf- und Zertifizierungshub für KI-Systeme, sowie strategische Beteiligungen ohne Kapitalfluss.

Das vierte Modell heißt Research for Equity: Das SCCH bringt Forschungs- und Entwicklungsleistungen in ein Startup ein und erhält dafür, ganz oder teilweise anstelle einer klassischen Vergütung, Unternehmensanteile. „Mit diesen unterschiedlichen Modellen schafft die SCCH Innovations GmbH neue Möglichkeiten für den Transfer von Forschungsergebnissen in die Wirtschaft“, so Manz.

Erste Beteiligungen

Wie das in der Praxis aussieht, zeigt die erste Beteiligung der neuen Gesellschaft. Oleh Kostromin, Data Scientist am SCCH, hat gemeinsam mit Iryna Kondrashchenko und Nikita Gonchar die LUML FlexCo gegründet. Die entwickelte Plattform soll Data Scientists helfen, Machine-Learning-Modelle schneller in die Praxis zu bringen, und ist von Anfang an darauf ausgelegt, dass Menschen und KI-Agenten gemeinsam an ML-Projekten arbeiten. „LUML läuft auf der Infrastruktur des jeweiligen Unternehmens. Die Daten und Modelle verlassen die Unternehmensumgebung nicht“, sagt Kostromin.

An LUML hält die SCCH Innovations GmbH auf brutkasten-Nachfrage fünf Prozent, als reine strategische Beteiligung ohne Kapitalfluss. Laut Manz bringt das SCCH dafür vor allem Zugang zu seinem Industrienetzwerk, eine gemeinsame Vermarktungskampagne und Mitarbeiterstunden ein und setzt die Plattform in eigenen Forschungsprojekten ein. Zusätzliches Kapital habe das Startup nicht benötigt, weil das Produkt bereits fertig entwickelt war. Der bewusst niedrige Anteil soll LUML für spätere Investoren attraktiv halten. Das Wachstum soll vorerst gebootstrapped erfolgen, je nach Entwicklung sind laut SCCH aber auch eigene Finanzierungsrunden denkbar.

Das SCCH gehört als Mitglied des UAR Innovation Network zu den Beteiligungsgesellschaften der Upper Austrian Research GmbH und beschäftigt derzeit rund 130 Mitarbeiter:innen. Bereits im Jänner hatte sich das Forschungszentrum am KI-Spin-off Responsible Annotation Services beteiligt (brutkasten berichtete) und hält weitere Beteiligungen, die zukünftig auf die SCCH Innovations GmbH übertragen werden sollen.

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