21.06.2021

Exit: Wiener Startup „Leichtgemacht.at“ geht an Mietguru

Das Wiener Startup „Leichtgemacht.at“ – Österreichs Preisvergleichsportal für Umzug & Wohnen – wird im Zuge eines Asset Deals zur Gänze von der Mietguru GmbH (Mietguru.at), übernommen. Über die Details des Exits wurde Stillschweigen vereinbart.
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Leichtgemacht Mietguru
Die Leichtgemacht-Gründer Michael Schneider und Markus Tiefenbacher
© Maximilian Röder/Joel Kernasenko

Leichtgemacht.at wechselt den Besitzer. Das im Februar 2016 von Michael Schneider und Markus Tiefenbacher gegründete Unternehmen bietet Usern kostenlos die Schätzung der Umzugskosten an und vergleicht Angebote von lokalen und verlässlichen Umzugsfirmen in Echtzeit. Bis dato komplett eigenfinanziert geht es nun ins Eigentum der Mietguru GmbH über, die der gleichnamige Betreiber des Immobilienportals Mietguru.at ist. Das Umzugsportal soll eigenständig weiterbestehen und zusammen mit der bereits im Portfolio befindlichen Immobiliensuchmaschine neue Synergien erschließen.

Neben dem Umzugsgewerbe hat leichtgemacht.at auch zeitweise die notwendige Transparenz in das Schlüsseldienstgewerbe gebracht. Ebenfalls konnte man über die Jahre zahlreiche und prominente Kooperationspartner wie die Telekom, willhaben, Immobilienscout24, derStandard und Findmyhome gewinnen. In 2018 und 2020 wurde man vom ÖGVS für die höchste Kundenzufriedenheit in der Umzugsvergleichsbranche ausgezeichnet. Michael Schneider zum Exit: „Ich freue mich, dass wir mit Leichtgemacht eine transparente und verlässliche Anlaufstelle für das Umzugsgewerbe geschaffen haben und wir diese nun an einen erfahren Partner aus dem Immobilienbereich weitergeben können. Das wird der Plattform zu einem weiteren Wachstum verhelfen, welches wir aus eigener Kraft nicht mehr erzeugen konnten.“

Zeichen stehen auf Wachstum

Mit der Übernahme von leichtgemacht.at setzt das ebenfalls 2016 in Wien gegründete PropTech Startup Mietguru.at nämlich seinen noch lange nicht abgeschlossenen Wachstumskurs weiter fort, wie es in einer Aussendung betont. Seit der Gründung habe man sich als beliebter Blog zum Thema Immobilien etabliert und im Social Media Bereich zum führenden Immobilienportal Österreichs entwickelt. Nun steht die internationale Expansion auf der Agenda. Zielsetzung: Man will ein all-in-one-Portal für Wohnungssuchende kreieren und eine Reihe von neuen Services für Mieter und Mieterinnen anbieten, um die Suche nach Mietwohnungen zu vereinfachen.

Stillschweigen über Exit-Details

Über die Details des Exitszenarios haben die beiden Parteien Stilschweigen vereinbart. Schneider und Tiefenbacher haben ihre Fühler bereits wieder nach neuen Ventures ausgestreckt. So arbeitet Schneider derzeit an der Entwicklung der „Break Stuff App“, einem AI-basierenden One-Stop-Shop für Sammler von Trading Cards (Schwerpunkt auf US-Sport) und Tiefenbacher an dem bereits veröffentlichten und sicheren Gästeregistrierungssystem „Cowirt“ für Lokale, Sportstätten und Veranstaltungen im Zuge der Covid-19 Pandemie.

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notarity-Gründer: Alexander Gugler, Sebastian Wodniansky, Jakobus Schuster, Max Pointinger
Die notarity-Gründer (vlnr.): Alexander Gugler, Sebastian Wodniansky, Jakobus Schuster, Max Pointinger | (c) Alexander Schindler

Im Sommer 2021 ging das Wiener LegalTech-Startup notarity mit einem klaren Produktversprechen an den Start: die Online-Abwicklung notarieller Dienstleistungen einfacher und angenehmer zu machen. Damit konnte im Heimatmarkt Österreich bald ein signifikanter Anteil der Notariate überzeugt werden, nicht aber die Notariatskammer, die über eine Tochtergesellschaft ein eigenes Angebot in dem Bereich hat. Es kam zu einem jahrelangen Rechtsstreit – brutkasten berichtete zuletzt über das Urteil in zweiter Instanz.

Rund 2.000 internationale Unternehmen als Nutzer

Unter anderem deswegen fokussiert notarity seit Jahren auf das internationale Geschäft. Schon Anfang 2024 verkündete man, mehr als die Hälfte des Umsatzes im Ausland zu erzielen. Mittlerweile sind es mehr als 70 Prozent, wie es nun vom Startup heißt. Dabei lege man einen besonderen Fokus auf internationale Konzerne.

Aktuell würden knapp 2.000 internationale Unternehmen mit großteils mehr als 500 Beschäftigten notarity für digitale Notariatsakte nutzen. Dazu zählen internationale Wirtschaftskanzleien wie DLA Piper und Baker McKenzie. Die Zahl digitaler Dokumenten-Beglaubigungen für internationale Unternehmen, Kanzleien und institutionelle Kunden über die Plattform habe sich im Vergleich zum Vorjahr vervierfacht.

Mit Umsatzverdopplung Break-even erreicht

So sei zuletzt auch eine Verdopplung des Umsatzes im Jahresvergleich gelungen. „Damit haben wir den Break-even erreicht und den entscheidenden Schritt vom wachstumsstarken Startup zum profitablen Global Champion gemacht“, kommentiert Co-Founder und CEO Jakobus Schuster. Rund 400 Notar:innen hätten mittlerweile mehr als eine Viertelmillion digitale Beglaubigungen über die Plattform abgewickelt, monatlich seien es derzeit rund 10.000.

Zu den wichtigsten Märkten außerhalb der EU zählen das Vereinigte Königreich, die USA, die Vereinigten Arabischen Emirate und die Schweiz. „Mit dem Erreichen der Gewinnzone schaffen wir die Grundlage, um unsere internationale Expansion künftig aus einer Position finanzieller Stärke voranzutreiben“, so Schuster.

Novelle der Notariatsordnung 2020 als Anstoß

Möglich hat das alles auch die heimische Rechtslage gemacht. Mit einer 2020 beschlossenen Novelle der österreichischen Notariatsordnung wurde die Basis für Online-Notariatsdienstleistungen im Inland geschaffen. Mittlerweile gelten elektronische Beglaubigungen von Unterschriften über notarity in mehr als 100 Ländern. „Unser Produkt entstand unter hohen regulatorischen, datenschutzrechtlichen und sicherheitstechnischen Anforderungen.

Genau diese Standards werden heute international immer wichtiger und haben uns den Eintritt in regulierte Märkte erheblich erleichtert“, sagt Schuster und gibt das Ziel aus: „die weltweit führende Infrastruktur für digitale Beglaubigungen internationaler Unternehmen bereitzustellen und diese Position in weiteren Märkten auszubauen.“

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