Exit: Wiener nextSalesroom geht an spanische Go-PopUp
Der europäische Popup-Store Marktführer Go-PopUp, der aus einer Fusion der deutschen Go-PopUp und der spanischen PopPlaces entstanden ist, übernimmt für einen nicht genannten Betrag den österreichischen Marktführer nextSalesroom.
Seit 2014 versuchte das Wiener Startup nextSalesroom es in der DACH-Region mit dem Popup-Store-Prinzip. Damit schaffte es das Team um die Gründer Hannes Baumgartner, Andreas Jungblut und Armin Schleicher zur Marktführerschaft in Österreich. Nun wurde das Startup vom europäischen Marktführer Go-PopUp geschluckt. „Über den Verkaufspreis wurde Stillschweigen vereinbart“, sagt Founder Baumgartner gegenüber dem Brutkasten. Im katalonischen Spartenmagazin „Expansión“ ist von einem Betrag unter einer Million Euro die Rede.
Die nun spanische Go-PopUp entstand in ihrer heutigen Form durch die Fusion der deutschen Go-PopUp mit der spanischen Pop-Places. Sie hatte bereits vor der Übernahme von nextSalesroom die europäische Marktführerschaft inne. Noch vor der Fusion hatte das damals deutsche Unternehmen erwägt, nextSalesroom zu schlucken. „Go-PopUp hat uns schon 2015 einmal wegen einer Übernahme kontaktiert. Wir haben auch damals schon in Berlin darüber verhandelt, sind uns aber im Endeffekt nicht einig geworden. Im Herbst letzten Jahres hat dann die, jetzt spanische, Geschäftsführung von Go-PopUp im Rahmen einer großen Internationalisierungsoffensive nochmal mit uns Kontakt aufgenommen und wir haben über den Winter hinweg eine Einigung erzielt“, sagt Baumgartner.
nextSalesroom-Team widmet sich anderen Projekten
Er und sein Team werden mit Anfang März nicht mehr für Go-PopUp tätig sein. „Go-PopUp wird ein eigenes Team in Wien einsetzen. Nach einer Übergabephase werden wir unser gesamtes Team mitnehmen und an neuen Projekten arbeiten. Eines davon ist mit oras.io schon öffentlich. Den Rest wird man im Lauf der nächsten Monate erfahren können“, sagt er. Go-PopUp verfolgt indessen auch weltweit eine massive Expansionsstrategie. Inzwischen ist das Unternehmen auch in Australien, Hong Kong und den USA aktiv.
Der European Venture Sentiment Index von Venionaire für das 2. Quartal 2026 zeigt wieder einmal: Es ist anders gekommen, als erwartet. Dabei passen die harten Zahlen aktuell nicht unbedingt mit der Stimmung zusammen.
Der European Venture Sentiment Index von Venionaire für das 2. Quartal 2026 zeigt wieder einmal: Es ist anders gekommen, als erwartet. Dabei passen die harten Zahlen aktuell nicht unbedingt mit der Stimmung zusammen.
„Für das zweite Quartal könnten die Vorzeichen kaum schlechter stehen“, zitierte brutkasten Venionaire im April zur Veröffentlichung des European Venture Sentiment Index für das erste Quartal. Doch – wie so oft – kam es dann doch anders. Die im ersten Quartal durch den Angriff der USA auf den Iran hervorgerufene Krise schlug sich nämlich – anders als etwa die Krise nach Beginn des Ukraine-Kriegs – nicht auf die Risikokapital-Volumina nieder.
Die Zahlen sahen laut Venionaire-Analyse im zweiten Quartal nämlich gut aus: Die Gesamtinvestitionen am europäischen Risikokapitalmarkt nahmen weiter zu und erreichten mit 29 Milliarden US-Dollar einen neuen Rekord. Weiters konnte auch die reine Deal-Anzahl um rund fünf Prozent auf 965 Deals gesteigert werden.
Dennoch sind die für den quartalsweisen Index befragten Investor:innen nicht in Jubelstimmung. Der Indexwert liegt mit 4,8 knapp unter der neutralen Marke 5. Er ist damit besser als der Wert im Vorquartal und besser als der für das Quartal erwartete Wert (siehe Grafik), aber immer noch nicht positiv. Auch die Erwartung für das kommende Quartal ist mit 4,4 wieder schlechter. „Die Zahlen zeichnen ein positiveres Bild als die Stimmung. Investor:innen sind weiterhin zurückhaltend und warten mit Investments“, analysiert Berthold Baurek-Karlic, Gründer und Vorstandsvorsitzender der Venionaire Capital AG.
(c) Venionaire Capital
Man erkenne eine leichte Stabilisierung, so Baurek-Karlic weiter zum Index-Wert. „Zwar erwarten Investor:innen mehr Aktivität und Wettbewerb im dritten Quartal, doch die großen Sorgen rund um geopolitische Spannungen und handelspolitische Unsicherheit sind aber weiterhin da.“ Es verwundere also nicht, dass der erwartete Index-Wert lediglich 4,4 betrage. Investor:innen würden kurzfristig ohne verlässlichen Ausblick auf die kommenden Quartale agieren, meinen die Analysten von Venionaire Capital.
DeepTech im Vorteil
Und langfristig könnte sich eine Veränderung der Investitionskriterien abzeichnen, erwarten die Analysten. Effizienz und Produktdifferenzierung würden zunehmend als Grundvoraussetzungen gelten. In den Mittelpunkt rücke stattdessen die Frage, ob ein Unternehmen über einen dauerhaft verteidigungsfähigen Wettbewerbsvorteil verfüge. „Investoren hinterfragen verstärkt, ob KI-basierte Produkte tief in Infrastruktur und Arbeitsabläufen verankert sind oder lediglich auf bestehenden Basismodellen aufsetzen. Geschäftsmodelle, deren Kernfunktion kurzfristig von einem großen KI-Anbieter in dessen Plattform integriert werden könnte, werden entsprechend kritischer bewertet“, so Baurek-Karlic.
Davon würden insbesondere Bereiche mit höheren technologischen und physischen Eintrittsbarrieren profitieren, darunter DeepTech, Biotechnologie, Hardware, Robotik und fortschrittliche Fertigung. „Vielleicht stehen wir vor einem goldenen Zeitalter der DeepTech-Unternehmen“, mutmaßt der Venionaire-Gründer.
Größte Runden und stärkste Länder
Diese Erwartungen würden sich in den Top-Investments des zweiten Quartals widerspiegeln: Mit Eurowind Energy (2,3 Mrd. US-Dollar, Energie- und Abfallwirtschaft), Isomorphic Laboratories (2,1 Mrd. US-Dollar, KI-Biotechnologie) und Stegra (1,6 Mrd. US-Dollar, erneuerbare Energien) seien die größten Finanzierungsrunden an Unternehmen gegangen, die nicht einfach vom Markt verdrängt werden können. Im europäischen Risikokapital-Länderranking führte einmal mehr das Vereinigte Königreich (12,3 Mrd. US-Dollar) überlegen vor Deutschland (3,6 Mrd. US-Dollar) und – überraschend dank Eurowind Energy – Dänemark (3 Mrd. US-Dollar).
(c) Venionaire Capital
Und wie geht es weiter? Baurek-Karlic analysiert: „Der Risikokapitalmarkt befindet sich momentan im Wandel. Investor:innen sind bereit, mehr Kapital zur Verfügung zu stellen, wollen dafür aber auch ein gewisses Maß an Sicherheit. Auch im dritten Quartal werden es etabliertere Unternehmen mit einem felsenfesten Geschäftsmodell leichter haben.“
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