28.02.2019

Exit: NÖ-Startup indoo.rs wird vom US-Tech-Konzern Esri übernommen

Das Startup indoo.rs mit Sitz in Brunn am Gebirge (Niederösterreich) wird für einen nicht näher genannten Betrag an den US-Tech-Riesen Esri verkauft. Am Startup waren unter anderem Speedinvest und Tecnet beteiligt.
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indoo.rs - Exit an Esri
(c) indoo.rs (vlnr.): Bernd Gruber (Co-Founder indoo.rs), Doris Agneter (Tecnet), Thomas Ecker (Tecnet), Rainer Wolfsberger (CEO indoo.rs), Werner Zahnt (Speedinvest)

In der Erstellung von Karten ist die Software ArcGIS des US-Tech-Konzerns Esri nicht wegzudenken. Knapp über eine Milliarde US-Dollar betrug der Jahresumsatz zuletzt. Nun verstärkt sich der Konzern mit einer DeepTech-Lösung aus Österreich. Wie heute verlautbart wurde, übernahm Esri das Indoor-Navigations-Startup indoo.rs mit Sitz in Brunn am Gebirge (Niederösterreich). Ein Betrag wurde dabei nicht genannt. Neben den Gründern Bernd Gruber und Markus Krainz waren unter anderem Speedinvest (erster Fonds) und der niederösterreichische VC Tecnet am 2010 gegründeten Unternehmen beteiligt, die in mehreren Runden investiert hatten.

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indoo.rs als Teil der „Esri-Familie“

„indoo.rs ist ein führender Anbieter von IPS-Software (Anm. Indoor Positioning System) und -Services und arbeitet mit Organisationen, wie internationalen Drehkreuzflughäfen, großen Bahnhöfen und Unternehmenszentralen, auf der ganzen Welt zusammen. Ich freue mich sehr, sie in der Esri-Familie begrüßen zu dürfen“, sagt Brian Cross, Direktor Professional Services bei Esri, in einer Aussendung. „Ihre Technologie, Erfahrung und Führungsstärke im IPS-Bereich werden für unsere Kunden, die GIS in Innenräumen nutzen möchten, von enormem Nutzen sein“.

Verschmelzung der Produkte

Die Software des heimischen Startups und INiTS-Alumnus wird künftig Teil von ArcGIS Indoors von Esri sein. Das neue Produkt des Konzerns soll das interaktive Indoor-Mapping von Gebäuden wie Unternehmenseinrichtungen, Einzelhandels- und Geschäftsstandorten, Flughäfen, Krankenhäusern, Veranstaltungsorten und Universitäten ermöglichen. Durch die Übernahme erhalten die Benutzer der ArcGIS-Plattform von Esri außerdem die native Fähigkeit, IPS-Ortungsdienste zur Unterstützung von Mapping und Analyse in Innenräumen zu verwenden. Bestehende indoo.rs-Kunden haben jetzt wiederum Zugriff auf ArcGIS, wodurch sie die leistungsfähigste GIS-Software für ihre Indoor-Mapping-Anwendungen hinzufügen.

Unternehmenssitz wird zu Forschungs- und Entwicklungszentrum

Der indoo.rs-Hauptsitz in Österreich soll zu einem Forschungs- und Entwicklungszentrum für Esri werden. „Wir können nun unsere Dienstleistungen auf höchstem professionellem Niveau anbieten“, sagt Bernd Gruber, Co-Founder von indoo.rs. „Es fördert auch neue und zukünftige Entwicklungen und sichert unseren führenden Ansatz“.

Neunter Exit aus Speedinvest 1

Über den Exit freut man sich naturgemäß auch bei den bisherigen Investoren. Speedinvest kann damit bereits den 9. Exit aus dem ersten Fonds verbuchen, mit dem in gerade einmal 20 Startups investiert wurde. „indoo.rs ist eines der Startups, die die These, dass sich österreichische Talente vor allem im Bereich B2B Hochtechnologie durchsetzen können, bestätigt. Die Übernahme durch Esri war nun der logische nächste Schritt und wir gratulieren dem Team herzlich dazu“, sagt Werner Zahnt, Partner bei Speedinvest. „Es freut mich, dass wir von tecnet als Deeptech-Investor die Möglichkeit hatten, die beiden Gründer von indoo.rs schon in einer sehr frühen Unternehmensphase zu begleiten und das ständig wachsende Team bei ihren Entwicklungen zu unterstützen“, sagt tecnet Geschäftsführerin Doris Agneter.

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Beyond Gravity Austria, verdoppelt seine Produktionsfläche in Berndorf (Niederösterreich). © Beyond Gravity, Martin Steiger

Der globale Space-Sektor verzeichnet starkes Wachstum und die heimische Industrie profitiert. Der Weltraumzulieferer Beyond Gravity Austria, reagiert auf die steigende internationale Nachfrage mit einem Kapazitätsausbau am Standort Berndorf (Bezirk Baden). Der Österreichische Arm des internationalen Unternehmen mit Sitz in Zürich ist bereits am Ariane-6-Programm beteiligt, das Amazon-Internetsatelliten ins All bringt.

Verdoppelte Fläche, neuer Maschinenpark

Für insgesamt 4,5 Millionen Euro wird ausgebaut.Beyond Gravity mietet eine Nachbarhalle der Berndorf AG und verdoppelt die eigene Produktionsfläche auf rund 5.000 Quadratmeter, inklusive neuem Maschinenpark. Die Fertigstellung ist für Frühjahr 2027 geplant. Bis dahin soll in Berndorf laut Unternehmensangaben der größte Weltraum-Reinraum Österreichs entstehen.

Fertigung von Steuermechanismen kommt nach Berndorf

Bisher lag der Fokus des Standorts auf Thermalisolation für Satelliten und Trägerraketen. Künftig wird dort auch die Serienfertigung von Steuermechanismen für elektrische Triebwerke von Telekommunikationssatelliten angesiedelt. Geschäftsführer Wolfgang Pawlinetz erklärt: „Wir haben im vergangenen Jahr einen bedeutenden Auftrag erhalten, um Steuermechanismen für elektrische Triebwerke von Telekommunikationssatelliten zu bauen.“

Kleinere Serien sollen weiterhin im 2024 eröffneten Wiener Reinraum gefertigt werden. Entwicklung und Design verbleiben am Hauptsitz in Wien-Meidling.

50 neue Jobs, 20 Prozent Wachstum

Aktuell beschäftigt Beyond Gravity Austria in Berndorf rund 30 Personen. Mit dem Ausbau sollen in den nächsten drei Jahren 50 neue Industriearbeitsplätze entstehen. „Wir wachsen in den nächsten drei Jahren um mehr als 20 Prozent“, so Pawlinetz und Co-Geschäftsführer Kurt Kober. Insgesamt beschäftigt Beyond Gravity Austria rund 250 Mitarbeitende und erwirtschaftete 2025 einen Umsatz von rund 57 Millionen Euro.

Weltraumminister Peter Hanke unterstreicht die strategische Bedeutung: „Die Raumfahrtindustrie zählt zu den am stärksten wachsenden heimischen Wirtschaftssektoren.“ Hanke erhöhte zuletzt den österreichischen ESA-Beitrag von 260 auf 340 Millionen Euro.

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