25.02.2019

Exit: Wiener Startup GoFoxBox an Umzugs-Marktführer Frachtmeister

Das Wiener Startup GoFoxBox hatte nach einem 2 Minuten 2 Millionen-Auftritt mit Speedinvest, Hans-Peter Haselsteiner und Leo Hillinger namhafte Investoren an Bord. Nun gelang etwas mehr als drei Jahre nach der Gründung der Exit für einen nicht näher genannten Betrag.
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GoFoxBox: Gründer Ferdinand Schönburg
(c) GoFoxBox: Gründer Ferdinand Schönburg

Wochenweise mietbare Kunstoff-Umzugskisten – mit dieser Kurzbeschreibung ist das Produkt des 2015 gegründeten Wiener Startups GoFoxBox bereits relativ gut erklärt. Es ist wohl auch die Einfachheit des Konzepts, die im Frühling 2017 bei „2 Minuten 2 Millionen“ Marie-Hélène Ametsreiter von Speedinvest, Hans Peter Haselsteiner und Leo Hillinger überzeugte. 250.000 Euro steckten sie damals nach der Sendung gemeinsam in das Startup. „Wir haben mit einem relativ simplen Projekt einen ganzen Markt dazu bewegt, nachhaltiger zu agieren. Das ist schon cool“, sagt der Founder und bisherige CEO Ferdinand Schönburg.

+++ Archiv: Strabag mit “Großauftrag” für Wiener Startup +++

GoFoxBox-Exit: Marke bleibt erhalten, Gründer Schönburg geht

Schönburg wird seinen Platz nun räumen. Denn GoFoxBox wurde für einen nicht genannten Betrag an den österreichischen Umzugs-Marktführer Frachtmeister verkauft. Schönburg verrät zur Summe gegenüber dem brutkasten nur soviel: „Ich bin zufrieden“. Selbiges treffe auch auf die Investoren zu. Der Gründer wird noch einige Zeit lang beratend tätig sein und sich dann komplett zurückziehen. Die Marke GoFoxBox bleibt dabei erhalten. „Und auch das Team wird großteils übernommen“, sagt Schönburg. „GoFoxBox ergänzt unser bestehendes Leistungssortiment sehr gut. Bisher lag unser Fokus auf Firmenkunden. Nun können wir unser Angebot gegenüber Privatkunden verbessern“, erklärt Frachtmeister-Geschäftsführer Peter Minichmayr.

Schneller Exit war geplant

Der schnelle Exit sei durchaus geplant gewesen, bekennt Schönburg. „Es war mein ursprünglicher Plan, das nicht ewig fortzuführen. Jetzt hat sich dieses gute Angebot ergeben, dass für mich perfekt gepasst hat“. Jetzt werde er erst einmal Urlaub machen, sagt Schönburg. „Ich habe in der Zwischenzeit geheiratet und bin Vater geworden. Ich freue mich über dieses Zeitfenster“, sagt der Gründer. Nun sei er offen für neue Projekte: „Ein paar Angebote habe ich schon bekommen“.

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Die Entrahmungsanlage und Michael Altrichter | (c) 2nd Cycle

Anfang 2024 ist 2nd Cycle mit dem Ziel gestartet, gebrauchte Photovoltaikmodule automatisiert zu prüfen und wiederzuverwerten. Nun meldet das Amstettner Startup den ersten Verkauf einer Anlage: Die DAKA Entsorgungsunternehmen GmbH & Co. KG hat als erster Kunde eine vollautomatische Entrahmungsanlage für PV-Module erworben. Die Anlage ist laut Aussendung bereits in Betrieb.

Die Anlage erkennt unterschiedliche Modulformate und entfernt die Aluminiumrahmen automatisch. Sowohl intakte als auch bereits gebrochene, gerahmte Module können ohne mechanische Umrüstung verarbeitet werden. Das Unternehmen betont, dass die Anlage besonders materialschonend arbeite. Das soll zu einer hohen Reinheit der verwertbaren Rohstoffe Glas und Aluminium führen und damit den Wert der recycelten Materialien steigern. Nach eigenen Angaben handelt es sich um die erste vollautomatische Entrahmungsanlage für PV-Module am Markt.

Baustein einer vollautomatischen Recyclingstraße

Die Entrahmungsanlage ist eine zentrale Komponente einer von 2nd Cycle entwickelten vollautomatischen Recyclingstraße für gebrauchte PV-Module. Die Prozesskette ist auf Zero-Touch-Betrieb, hochreine Wertstofffraktionen und einen Durchsatz von bis zu 90 Modulen pro Stunde ausgelegt. Weitere Module für Reinigung, Entfernung der Anschlussdose und Delamination seien teilweise bereits entwickelt oder stünden kurz vor dem Abschluss, heißt es in der Aussendung. DAKA kann die Entrahmungsanlage eigenständig betreiben und später um weitere Komponenten ergänzen.

(c) 2nd Cycle

„Mit der ersten Kundenanlage zeigen wir, dass sich die automatisierte Aufbereitung von PV-Modulen in den industriellen Betrieb eines Entsorgungsunternehmens integrieren lässt. Entscheidend sind ein stabiler Prozess, definierte Fraktionen und ein planbarer Durchsatz“, sagt Simon Prüller, CEO und Co-Founder von 2nd Cycle.

Als Argument für den Bedarf verweist das Startup auf Zahlen des Joint Research Centre der Europäischen Kommission. Dieses erwartet für die EU-27 ein kumuliertes Aufkommen von sechs bis 13 Millionen Tonnen PV-Abfall bis 2040 und 21 bis 35 Millionen Tonnen bis 2050.

Altrichter: „Dieser Stein ist ein massives Gebirge“

2nd Cycle wurde im Jänner 2024 von einem fünfköpfigen Team um Simon Prüller als FlexCo gegründet. Bereits bei der Gründung sollen Business Angel Michael Altrichter und die Amstettner Müller Gutenbrunn Group mit jeweils sechsstelligen Beträgen eingestiegen sein. Im Oktober 2025 folgte eine Finanzierungsrunde über rund eine Million Euro, unter anderem mit eQventure, Angels United und Buzzard Energy. Damals erwirtschaftete das Startup bereits erste Umsätze mit der automatisierten Prüfung von PV-Modulen, etwa mit einem Auftrag der EVN zum Test des beim Hochwasser 2024 überfluteten Photovoltaik-Kraftwerks Dürnrohr.

Altrichter ordnet den ersten Verkauf entsprechend ein: „Das erste verkaufte Produkt ist für jedes Startup ein Meilenstein. Im Falle von 2nd Cycle ist dieser Stein ein massives Gebirge: Das Produkt ist riesig, der Sales-Prozess komplex, der Markt entwickelt sich dynamisch. Umso beeindruckender ist dieser Erfolg!“

Zuletzt wurde 2nd Cycle auch mehrfach ausgezeichnet. Im September gewann das Startup beim Generali SME EnterPRIZE 2026 die Startup-Kategorie, die mit 10.000 Euro dotiert ist. Beim Riz up Genius Ideen- und Gründerpreis hatte das Projekt schon vor der Gründung den zweiten Platz in der Kategorie ökologisch genial belegt, bei der heurigen Jubiläumsverleihung war 2nd Cycle als Alumni vertreten.

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