24.07.2025
DEASY LABS

Exit: Österreichischer Gründer verkauft sein US-Startup an globalen Data-Governance-Riesen

Der Wiener Co‑Founder Leonard Platzer gründete 2023 in den USA das Startup Deasy Labs (damals noch Deasie), verkündete im Herbst desselben Jahres eine Finanzierung über 2,9 Millionen US-Dollar – und hat das Unternehmen nun gemeinsam mit seinen beiden Co-Foundern an den Data‑Governance‑Spezialisten Collibra verkauft.
/artikel/exit-deasy-labs-collibra
v.l. Leonard Platzer, Reece Griffiths und Mikko Peiponen | (c) Deasy Labs

Collibra, Anbieter einer Plattform für einheitliche Data‑ und AI‑Governance mit Hauptsitzen in Brüssel und New York, hat heute den Kauf des US‑Startups Deasy Labs rund um den österreichischen Co-Founder Leonard Platzer bekannt gegeben. Mit dem Deal – über den Kaufpreis ist öffentlich nichts bekannt – will Collibra seine Fähigkeit ausbauen, nicht nur strukturierte, sondern erstmals auch unstrukturierte Unternehmensdaten zentral zu verwalten.

Laut der offiziellen Mitteilung wird Deasy Labs’ Technologie direkt in Collibras Data‑Intelligence‑Plattform integriert. Sie erkennt Informationsbestände wie Verträge, Transkripte oder E‑Mails, ordnet sie automatisch mit semantischen Taxonomien und versieht sie mit Metadaten, damit sie sofort in KI‑, Such‑ und Compliance‑Workflows nutzbar sind. „Deasy Labs gibt uns die Möglichkeit, unstrukturierte Dateien in vertrauenswürdige Datenassets zu verwandeln – ein entscheidender Hebel, wenn Unternehmen KI in großem Stil einsetzen“, so Collibra‑CEO Felix Van de Maele.

2023 in den USA gegründet

Deasy Labs – damals noch unter dem Namen Deasie – wurde 2023 von Leonard Platzer (CTO), Reece Griffiths und Mikko Peiponen gegründet. Das Trio lernte sich bei McKinsey kennen und arbeitete dort bereits an Data‑Governance‑Tools für Großkunden. Ziel von Deasy Labs ist es, tausende Dokumente weitgehend automatisiert zu klassifizieren und zu strukturieren, um generativen KI‑Modellen verlässliche Trainingsdaten zu liefern – eine Aufgabe, die in vielen Unternehmen in der Vergangenheit mühsam per Hand erledigt wurde (brutkasten berichtete).

Auf LinkedIn zeigt sich der aus Wien stammende Mitgründer Platzer über den Exit erfreut: „I’m happy to announce that Deasy Labs has been acquired by Collibra! Joining Collibra means we can make this happen on a broader scale, supporting our customers in AI, search, and compliance efforts.“

Platzer, der bis zu seinem 16. Lebensjahr in Wien wohnte, war zuvor auch als Business Intelligence Engineer bei Amazon in München und bei der Mercedes Benz AG in Stuttgart tätig.

Investment in Höhe von 2,9 Mio. US-Dollar

Bereits im Oktober 2023 hatte sich Deasy Labs mit einem Seed‑Investment von 2,9 Millionen US‑Dollar wichtige Mittel für den Aufbau der Technologie gesichert. Im Zuge der Finanzierungsrunde beteiligten sich unter anderem General Catalyst, RTP Global, Rebel Fund, J12 Ventures und Y Combinator. Platzer bezeichnete sein Startup damals als eines der „schnellsten Unternehmen“, das unmittelbar nach dem YC‑Demo‑Day eine Runde abschließen konnte.

Mit der Übernahme wird Collibra nach eigenen Angaben zum ersten Anbieter, der Governance von strukturierten und unstrukturierten Daten in einer Lösung vereint. Für Bestands‑ und Neukunden soll das künftig weniger manuelle Arbeit, konsistentere Compliance‑Prozesse und vor allem bessere Datenqualität für generative‑KI‑Projekte bedeuten.


Deine ungelesenen Artikel:
18.09.2026

Unternehmensinsolvenzen auf Vorjahresniveau – aber mit „besorgniseregender“ Entwicklung

Während die aktuelle Insolvenzstatistik des KSV1870 für die ersten drei Quartale nach Jahren des Anstiegs eine Stagnation bei der Anzahl der Fälle ausweist, ortet der Verband dennoch eine "alarmierende" Entwicklung.
/artikel/unternehmensinsolvenzen-auf-vorjahresniveau-aber-mit-besorgniseregender-entwicklung
18.09.2026

Unternehmensinsolvenzen auf Vorjahresniveau – aber mit „besorgniseregender“ Entwicklung

Während die aktuelle Insolvenzstatistik des KSV1870 für die ersten drei Quartale nach Jahren des Anstiegs eine Stagnation bei der Anzahl der Fälle ausweist, ortet der Verband dennoch eine "alarmierende" Entwicklung.
/artikel/unternehmensinsolvenzen-auf-vorjahresniveau-aber-mit-besorgniseregender-entwicklung
easyvegan Pixelrunner FireStart P4 Therapeutics - Insolvenzen
(c) Adobe Stock

5.139 Unternehmen mussten laut aktueller Hochrechnung des Kreditschutzverbands KSV1870 in den ersten drei Quartalen 2026 in Österreich Insolvenz anmelden. Das entspricht einem Plus von 0,4 Prozent zum gleichen Zeitraum im Vorjahr. Nach Jahren des deutlichen Anstiegs bedeutet das eine Stagnation auf hohem Niveau. Diese erwartet der Verband auch für das gesamte Jahr. Die Passiva sind wegen einer etwas geringeren Zahl an Großinsolvenzen in den ersten drei Quartalen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um rund sieben Prozent auf etwa sechs Milliarden Euro gesunken. Bei den Branchen – Handel vor Baugewerbe und Gastronomie – gab es „wenig Bewegung“.

„Kräftiger Aufschwung gegenwärtig nicht erkennbar“

Insgesamt gibt es seitens des KSV1870 weiter keine Entwarnung. Die schwache Konjunktur, die verhaltene Nachfrage und die hohen Kosten würden Betriebe weiterhin belasten, „ein kräftiger Aufschwung ist gegenwärtig nicht erkennbar“, heißt es vom Verband. „Wo Margen und finanzielle Reserven knapp sind, kann der anhaltende wirtschaftliche Druck schnell existenzbedrohend werden. Entsprechend hoch bleibt die Zahl der Betriebe, die ihre finanziellen Verpflichtungen nicht mehr erfüllen können und den Weg in die Insolvenz antreten müssen“, kommentiert Karl-Heinz Götze, Leiter KSV1870 Insolvenz.

Weiterer Zuwachs bei nicht eröffneten Fällen „alarmierend“

Mehr noch beschäftigt den Verband eine Entwicklung, die sich in den vergangenen Jahren kontinuierlich verschärft hat, und vom KSV als „besorgniserregend“ eingestuft wird: ein massiver Zuwachs bei den nicht eröffneten Fällen. So ist die Zahl der eröffneten Unternehmensinsolvenzen im dritten Quartal gegenüber dem Vorjahreszeitraum sogar um 7,2 Prozent gesunken, die Zahl der mangels Masse nicht eröffneten Verfahren dagegen um nicht weniger als 12,6 Prozent gestiegen. Konkret war es laut KSV seit Jahresbeginn bei 2.204 Fällen, also ca. 43 Prozent aller Verfahren mangels Kostendeckung nicht möglich, diese einer geordneten Abwicklung zuzuführen.

„Dass es zwischen den eröffneten und abgewiesenen Fällen mittlerweile nur noch einen zahlenmäßig geringen Unterschied gibt, ist alarmierend. Das ist ein Umstand, den die Gläubiger massiv zu spüren bekommen, da sich in diesen Fällen ihre Verluste weiter erhöhen. Das kann auch für wirtschaftlich gesunde Unternehmen mittel- und langfristig zum Problem werden“, erläutert Götze.

KSV1870 sieht Betrugsbekämpfungsgesetz „zumindest punktuell“ als Auslöser

Die Gründe für die Dynamik laut KSV: Nicht nur werde immer häufiger mit der Insolvenzanmeldung zu lange gewartet, der Verband sieht die Entwicklung auch „zumindest punktuell“ als eine Folge des im Jänner 2026 beschlossenen Betrugsbekämpfungsgesetzes. „Denn infolgedessen ist es vielfach so, dass vor der Änderung der Gesetzeslage durchsetzbare Anfechtungsansprüche nun nicht mehr geltend gemacht werden können, die Zahl der Gläubigeranträge sinkt und auch die Quoten dementsprechend für die Gläubiger zurückgehen“, heißt es vom KSV. In diesem Zusammenhang seien – „wie bereits beim Gesetzesbeschluss seitens des KSV1870 vorausgesagt“ – Folgeinsolvenzen zu befürchten.

Der KSV1870 erwartet auch für das vierte Quartal keine Entschärfung der Insolvenzdynamik und auch keine Verbesserung bei den nicht eröffneten Fällen. „Angesichts dieser Faktenlage ist es höchst an der Zeit, eine gesetzliche Basis zu schaffen, wie mit den mangels Masse abgewiesenen Fällen zukünftig umzugehen ist. Andernfalls wird sich der gesamtwirtschaftliche Schaden weiter erhöhen“, meint Götze.

Deutliches Statement zur Insolvenz-Entgelt-Fonds-Diskussion

Der Verband äußert sich zudem zur Diskussion rund um eine Finanzierungslücke beim Insolvenz-Entgelt-Fonds (IEF). „Aus Sicht des KSV1870 ist dabei ein Punkt wesentlich: Aufgrund der Tatsache, dass sich Österreichs Unternehmen seit einigen Jahren mit massiven wirtschaftlichen Herausforderungen konfrontiert sehen, ist eine automatische Anhebung der Dienstgeberbeiträge keine Option“, heißt es dazu. Götze kommentiert: „Dadurch würden die Betriebe finanziell zusätzlich belastet werden, was angesichts der derzeitigen Situation nicht erstrebenswert sein kann.“ Wichtig in der Diskussion sei jedenfalls, „nicht nur den Bedarf für das Jahr 2027 zu bewerten, sondern langfristig zu denken und sowohl die Interessen der Arbeitgeber wie auch jene der Arbeitnehmer zu berücksichtigen“, so der Verband abschließend.

Toll dass du so interessiert bist!
Hinterlasse uns bitte ein Feedback über den Button am linken Bildschirmrand.
Und klicke hier um die ganze Welt von der brutkasten zu entdecken.

brutkasten Newsletter

Aktuelle Nachrichten zu Startups, den neuesten Innovationen und politischen Entscheidungen zur Digitalisierung direkt in dein Postfach. Wähle aus unserer breiten Palette an Newslettern den passenden für dich.

Montag, Mittwoch und Freitag

AI Summaries

Exit: Österreichischer Gründer verkauft sein US-Startup an globalen Data-Governance-Riesen

AI Kontextualisierung

Welche gesellschaftspolitischen Auswirkungen hat der Inhalt dieses Artikels?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

Exit: Österreichischer Gründer verkauft sein US-Startup an globalen Data-Governance-Riesen

AI Kontextualisierung

Welche wirtschaftlichen Auswirkungen hat der Inhalt dieses Artikels?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

Exit: Österreichischer Gründer verkauft sein US-Startup an globalen Data-Governance-Riesen

AI Kontextualisierung

Welche Relevanz hat der Inhalt dieses Artikels für mich als Innovationsmanager:in?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

Exit: Österreichischer Gründer verkauft sein US-Startup an globalen Data-Governance-Riesen

AI Kontextualisierung

Welche Relevanz hat der Inhalt dieses Artikels für mich als Investor:in?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

Exit: Österreichischer Gründer verkauft sein US-Startup an globalen Data-Governance-Riesen

AI Kontextualisierung

Welche Relevanz hat der Inhalt dieses Artikels für mich als Politiker:in?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

Exit: Österreichischer Gründer verkauft sein US-Startup an globalen Data-Governance-Riesen

AI Kontextualisierung

Was könnte das Bigger Picture von den Inhalten dieses Artikels sein?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

Exit: Österreichischer Gründer verkauft sein US-Startup an globalen Data-Governance-Riesen

AI Kontextualisierung

Wer sind die relevantesten Personen in diesem Artikel?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

Exit: Österreichischer Gründer verkauft sein US-Startup an globalen Data-Governance-Riesen

AI Kontextualisierung

Wer sind die relevantesten Organisationen in diesem Artikel?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

Exit: Österreichischer Gründer verkauft sein US-Startup an globalen Data-Governance-Riesen