11.02.2025
KULTUR

exhibitionary: KI-App als Guide für zeitgenössische Kunst

Die Kunst-App exhibitionary möchte den Zugang zu Ausstellungen vereinfachen. Istvan Szilagyi, der hinter der Applikation steht, erklärt, wie das ganze funktioniert und warum die App "niemals vollautomatisch" werden wird.
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© treat.agency - Istvan Szilagyi von der treat.agency.

Exhibitionary ist eine kostenlose App der treat.agency, die im Vorjahr neu aufgesetzt wurde, wie Founder Istvan Szilagyi erzählt. Sie soll das Erkunden zeitgenössischer Kunst so zugänglich wie nie zuvor gestalten, so das Ziel.

exhibitionary mit „Netflix-Effekt“

Dafür setzt das Team auf „KI-Technologie mit einer umfangreichen Datenbank“, um Kunstliebhaber:innen „per Knopfdruck Zugang zu Ausstellungen zu bieten“. Dabei verknüpft exhibitionary nicht nur lokale Kunstszenen mit globalen Trends, sondern gibt auch personalisierte Empfehlungen ab, die auf den individuellen Vorlieben der Nutzer:innen basieren. Inspiriert vom „Netflix-Effekt“ analysiert die App konkret Verhaltensmuster, um maßgeschneiderte Empfehlungen zu liefern – nicht nur für die Heimatstadt, sondern auch für internationale Metropolen.

Die App und die Listung der Galerien ist kostenlos – das Geschäftsmodell des Unternehmens beinhaltet bezahlte Features in Feed und im Newsletter, für die sich Ausstellungen künftig anmelden können. „Bei uns ist noch alles neu“, sagt Szilagyi auf Nachfrage. „Wir haben die App im Vorjahr neu entwickelt, noch keine zahlenden Kunden, dafür aber 10.000 aktive User:innen im Monat.“

Kuratierte Touren

Als besonderes Highlight gelten für das Unternehmen die kuratierten Touren: „Eine Künstliche Intelligenz transformiert Ausstellungstexte und Pressematerialien in spannende, informative Führungen, die Hintergründe und Zusammenhänge leicht verständlich vermitteln“, liest es sich in der Aussendung.

Aktuell ist man in Wien, Berlin, Basel, Paris, Brüssel, Zürich und London verfügbar. Im Februar folgen Köln und Düsseldorf, bald darauf Mailand und Kopenhagen.

exhibitionary
© treat.agency – Mit der kostenlosen App exhibitionary sollder Zugang zu Kunst erleichtert werden.

Als multimediale Ergänzung soll zudem der monatliche Video-Podcast „What’s Poppin?!“ das Angebot bereichern. Jede Episode widmet sich dabei einer anderen Kunstmetropole und bietet exklusive Gespräche mit Kunstschaffenden und Kurator:innen, analysiert aktuelle Trends und gewährt Einblicke in aktuelle Ausstellungen.

exhibitionary: „Keine schlechten Ausstellungen“

„Wir haben das Potential von AI erkannt und arbeiten daran, Ausstellungen stärker automatisiert zu erfassen“, erklärt Szilagyi. „Doch wir werden niemals vollautomatisch werden, weil wir die Qualität halten möchten, um nicht ’schlechte Ausstellungen‘ zu listen. Zudem wollen wir unseren Empfehlungsalgorithmus auf Events ausrollen – Openings und Talks erfassen – und unsere Features weiter ausbauen.“

Auch der Rollout in weitere Städte und der Eintritt in den nordamerikanischen Markt ist bis zum Sommer geplant.

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Der European Venture Sentiment Index deutet eine positive Entwicklung für das nächste Quartal an (c) Adobe Stock
(c) Adobe Stock

„Gute Zahlen, verhaltene Stimmung“ titelte brutkasten im Juli zur letzten Ausgabe des quartalsweise erscheinenden European Venture Sentiment Index (EVSI) von Venionaire Capital. Denn obwohl das Investment-Volumen in Europa im zweiten Quartal einen Rekordwert erreichte, fiel die im Indexwert aggregierte Stimmungslage zwar besser als ein Quartal zuvor erwartet, aber doch knapp negativ aus. Der nun erschienene EVSI für das dritte Quartal zeigt das umgekehrte Bild: Zwar ging das Investmentvolumen wieder zurück, die Stimmungslage übertrifft die Erwartung aus dem Vorquartal (4,4 Punkte; 5 ist neutral) aber deutlich und liegt mit 5,4 Punkten wieder knapp im positiven Bereich.

(c) Venionaire Capital

Die Stimmungsindikatoren im Detail: Getragen wurde die Verbesserung laut Venionaire vor allem von einer deutlich höheren Investor:innenaktivität, die gegenüber dem Vorquartal um 33,9 Prozent zulegte. Auch das Fundraising-Umfeld habe sich um 27,3 Prozent verbessert, die Qualität der Dealflows um 16,7 Prozent. Gleichzeitig gingen die Startup-Bewertungen um 6,4 Prozent und der Wettbewerb um Deals um 6,2 Prozent zurück.

Die aktuelle Prognose für das kommende Quartal ist mit dem neutralen Wert 5 wieder etwas verhaltener. Bei den konkreten Indikatoren erwarten die befragten Investor:innen aber weitreichende Verbesserungen, konkret ein Plus von 34,7 Prozent bei der Investor:innenaktivität, plus 10,6 Prozent bei Startup-Bewertungen, plus 8,2 Prozent beim Fundraising-Umfeld und plus 1,7 Prozent bei der Qualität des Dealflows. Lediglich beim Wettbewerb um Deals wird ein Minus von 8,8 Prozent erwartet.

Dealvolumen gesunken, aber deutlich über Vorjahresniveau

Das tatsächliche europaweite Dealvolumen sank im dritten Quartal zwar, wie erwähnt, im Vergleich zum Vorquartal, lag aber laut begleitender EVSI-Analyse dennoch deutlich über dem Vorjahresniveau. Demnach wurden europaweit 24,7 Milliarden US-Dollar investiert – ein Rückgang von 14,9 Prozent gegenüber Q2, aber ein Plus von 64,9 Prozent gegenüber Q3 2025. Die Zahl der Transaktionen sank gegenüber dem Vorquartal um 10,5 Prozent auf 864 Deals, lag damit aber weiterhin 1,1 Prozent über dem Vorjahreswert.

(c) Venionaire Capital

13,9 Milliarden US-Dollar beziehungsweise 56,2 Prozent des gesamten investierten Kapitals entfielen dabei im dritten Quartal auf Late-Stage-Finanzierungen. Seed- und Angel-Runden stellten mit 521 Deals zwar weiterhin mehr als 60 Prozent aller Transaktionen, machten mit 1,8 Milliarden US-Dollar jedoch lediglich 7,4 Prozent des investierten Kapitals aus. Und ein weiteres spannendes statistisches Detail: Sowohl Deutschland (6,1 Milliarden US-Dollar) als auch Frankreich (5 Milliarden) überholten beim Dealvolumen im dritten Quartal das Vereinigte Königreich (4,9 Milliarden). Herausstechend waren dabei die Investments für Mistral AI mit 3,5 Milliarden US-Dollar, Helsing mit 1,8 Milliarden US-Dollar und Quantum Systems mit 1,2 Milliarden US-Dollar.

Venionaire-Chef Berthold Baurek-Karlic kommentiert: „Der europäische Venture-Markt entwickelt sich zunehmend auf zwei unterschiedlichen Bahnen. An der Spitze zeigt Europa eine größere Bereitschaft, strategische Technologien in großem Maßstab zu finanzieren, insbesondere in den Bereichen KI, Verteidigung und DeepTech. Europa wird immer besser darin, seine stärksten Unternehmen in großem Maßstab zu finanzieren, während die Finanzierung in der Frühphase nach wie vor eine größere Herausforderung darstellt.“ Das vierte Quartal werde „turbulent“. „Wir erwarten, dass zum Jahresabschluss jede Investorin und jeder Investor noch versuchen wird, Deals zu finalisieren.“

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