02.09.2026
PERSONALIE

Ex-Bitpanda-CCO Dominik Beier wird Chief Growth Officer bei flatexDEGIRO

Ab Jänner 2027 wird Dominik Beier die flatexDEGIRO AG in der neu geschaffenen Position des Chief Growth Officers verstärken. Er soll unter anderem die Marktposition des MDAX-Konzerns in Europa ausbauen.
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Dominik Beier wird neuer CGO bei flatexDEGIRO. | © Dominik Beier

Die flatexDEGIRO AG wird künftig durch einen erfahrenen Mann verstärkt. Dominik Beier soll ab Jänner 2027 in dem MDAX-Konzern die Stelle des Chief Growth Officers besetzen, eine Position, die neu im Vorstand geschaffen wurde. Die Aufgaben des Ex-CCOs von Bitpanda umfassen die Weiterentwicklung der Wachstums- und Markenstrategie der Gruppe sowie die Verzahnung von Produkt, Kundenerlebnis und Vermarktung.

„Was mich an flatexDEGIRO reizt, ist das enorme Potenzial des Unternehmens. Die Gruppe verfügt über eine einzigartige Marktposition in Europa, eine große Kundenbasis und eine hervorragende Ausgangslage, um deutlich mehr Menschen für das Investieren zu begeistern“, sagt Beier.

Beier soll Marktposition stärken

Die flatexDEGIRO AG, in Österreich unter der Marke flatex aktiv, ist in 16 europäischen Ländern als Online-Broker tätig. Der MDAX-Konzern betont, durch die Schaffung der Position u. a. seine Marktposition in Europa weiter ausbauen und mehr Menschen für langfristigen Vermögensaufbau und Investieren begeistern zu wollen. „Mit Dominik gewinnen wir einen der profiliertesten Wachstumsexperten Europas, der in seiner bisherigen Laufbahn mehrfach bewiesen hat, wie man genau dieses Potenzial erfolgreich erschließt“, sagt Oliver Behrens, CEO von flatexDEGIRO.

Beier verantwortete zuletzt als CCO bei Bitpanda die Bereiche Marketing, Wachstum und internationale Expansion. Davor war der Co-Founder von Padelzone u. a. als CEO der Interwetten Group sowie in Führungspositionen bei Sportradar tätig.

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Die Aitiologic-Gründer (vlnr.): Andreas Posch, Stephan Beisken und Achim Plum | (c) Aitiologic
Die Aitiologic-Gründer (v.l.n.r.): Andreas Posch, Stephan Beisken und Achim Plum | (c) Aitiologic

Im Oktober 2024 verließ das Wiener Startup Aitiologic den „Stealth Mode“. Damals hatte es 2,5 Millionen Euro an Investments und Förderungen eingesammelt. Jetzt folgt eine Seed-Finanzierung über 6,4 Millionen Euro, wie das Unternehmen am Dienstag bekannt gab.

Angeführt wird die Runde von den Healthcare-Investoren Heal Capital und Ananda Impact Ventures. Die bisherigen Investoren Push VC und Lana Ventures sind wieder dabei. Dazu kommen laut Startup mehrere Biotech-Gründer, die bereits Börsengänge und Exits hinter sich haben.

Ein Bluttest, der zeigt, was im Gewebe passiert

Aitiologic entwickelt die Plattform „Aitios“. Sie untersucht zellfreie DNA im Blut und wertet die Daten mit KI aus. Das Ziel: Aus einer normalen Blutprobe soll sich ablesen lassen, aus welchem Gewebe die DNA stammt und was dort gerade passiert. Die Technologie geht auf Forschung von Gründer und CEO Andreas Posch bei Siemens Healthineers zurück. Aitiologic hat sie exklusiv lizenziert.

2024 sprach das Startup noch allgemein von Krebs- und Pränataldiagnostik. Nun ist die erste Anwendung klar: die Risikoabschätzung für Präeklampsie im ersten Schwangerschaftsdrittel. Die Bluthochdruck-Erkrankung betrifft laut Aussendung geschätzt drei bis acht Prozent aller Schwangerschaften. Sie ist eine der wichtigsten Ursachen für Todesfälle von Müttern und Föten weltweit. Aitiologic will dafür dieselbe Blutprobe nutzen, die ohnehin für den nicht-invasiven Pränataltest (NIPT) abgenommen wird. Eine zusätzliche Blutabnahme wäre also nicht nötig.

Eine erste Studie mit Kypros Nicolaides und dem Fetal Medicine Research Institute habe gezeigt, dass sich damit das Präeklampsie-Risiko einschätzen lässt, so das Startup. Jetzt läuft eine größere Studie mit der Fetal Medicine Foundation, an der mehr als 1.000 Schwangere teilnehmen. „Wir sind von einer Technologie-Hypothese zu publizierten klinischen Daten gekommen“, sagt Posch. Das frische Kapital soll in diese Studie und in die Produktentwicklung fließen.

Oxford-Nanopore-Mitgründer im Beirat, neue Chief Medical Officer

Mit der Finanzierung holt Aitiologic zwei bekannte Namen an Bord. Gordon Sanghera hat Oxford Nanopore Technologies mitgegründet, ein britisches Unternehmen für DNA-Sequenzierung. Er führte es 21 Jahre lang als CEO, vom Spinoff der Universität Oxford bis zum Börsengang in London. In der Aussendung wird er als „Pionier der Molekulardiagnostik“ bezeichnet. Für Aitiologic ist das relevant, weil die eigene Plattform auf der Sequenzierung von DNA aus dem Blut aufbaut: Sanghera bringt also Erfahrung mit dem Aufbau, der Finanzierung und der Skalierung genau dieser Art von Technologie mit. Er investiert in die Runde und wird Mitglied des Beirats. Die ersten klinischen Daten von Aitiologic seien „sehr ermutigend“, sagt Sanghera.

Neue Chief Medical Officer ist Rebecca Ertl. Sie ist Fachärztin für Gynäkologie und Geburtshilfe und hat ein nach eigenen Angaben führendes Zentrum für Pränataldiagnostik in Österreich gegründet. Bei Aitiologic verantwortet sie die medizinische Strategie, zunächst für das Präeklampsie-Programm. Ertl nennt bereits ein mögliches nächstes Thema: Man prüfe, ob der Bluttest auch bei Schwangerschaftsdiabetes früher Hinweise liefern könne.

Neben dem Risikokapital erhält Aitiologic Förderungen von der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft (FFG), der Austria Wirtschaftsservice (aws) und der Wirtschaftsagentur Wien. Dazu kommt Unterstützung über den Europäischen Investitionsfonds (EIF) im Rahmen von InvestEU. Zugelassen ist die Plattform noch nicht, sie befindet sich weiterhin in der Entwicklung.

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