20.02.2024

Ex-2min2mio-Teilnehmer aus Bregenz in Konkurs – Sanierung fraglich

Die Naturkosmetik-Hersteller Eliah Sahil ist in Konkurs. Ob ein Sanierungsverfahren möglich ist, erfährt man erst Ende Mai.
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Eliah Sahil, Perpmer
(c) Perpmer/FB - Eliah Sahil-Gründer Silvio Perpmer.

Das Naturkosmetik-Startup Eliah Sahil von Silvio Perpmer stellt Naturkosmetika her und setzt dabei auf ein „Zero-Waste“-Konzept. Nach dem Auftritt bei „2 Minuten 2 Millionen“ sind 2021 zwar Investoren an Bord gekommen, wie brutkasten berichtete. Mit heute wurde jedoch ein Konkursverfahren des Vorarlberger Startups eröffnet, heißt es aus der KSV-Stelle Feldkirch.

Bergab mit dem Bio-Fachhandel

Bergab gegangen sei es für das Vorarlberger Startup schon 2022 nach Kriegsausbruch in der Ukraine, sagt der Founder Silvio Perpmer über das aktuell laufende Konkurs-Verfahren des Unternehmens. „Der Ganze Bio-Fachhandel ist damals eingebrochen“, erzählt Prepmer. In den letzten zwei Jahren haben sich die Umsätze zwar wieder stabilisiert, auch die AWS-Förderungen haben geholfen, dann aber haben sich die Zinsen versechsfacht. „Derzeit arbeiten wir nur noch für die Zinsen, das geht nicht“, erzählt der Gründer auf Nachfrage von brutkasten.

Hoffnung auf Sanierungsverfahren

Obwohl die Lage auch am deutschen Markt schlecht aussehe, gibt es derzeit noch Hoffnung für das Startup: Nachdem eine außergerichtliche Einigung mit dem Gläubiger nicht gelungen ist, kann nun ein Sanierungsverfahren eingeleitet werden. Die allgemeine Wirtschaftskrise, die hohen Zinsen und der Einfall des Bio-Markts habe für sie als Startup viele Stolpersteine in den Weg gelegt, erklärt der Gründer.

Ob ein Sanierungsverfahren mit einer 20-Prozent-Quote für das Unternehmen möglich sei, wird sich laut Vorarlberger KSV-Stelle Ende Mai 2024 im Gerichtsverfahren herausstellen. Auf Seiten des Startups wartet man nun auf Informationen aus dem Landesgericht, der Antrag auf die Sanierung ist jedenfalls gestellt. „Wir hoffen natürlich sehr, dass wir das noch hinbiegen können“, betont der Gründer im Gespräch mit brutkasten.

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Die Adspresso-Geschäftsführer (v.r.) Daniel Muftić und Marcus Schnellinger © Adspresso

Rund 30 Stunden aktive Arbeitszeit fallen laut Adspresso bei der Besetzung einer offenen Stelle an. Diesen Aufwand will das Welser Startup auf unter eineinhalb Stunden senken, also um 95 Prozent. Erreichen wollen die Gründer Daniel Muftić und Marcus Schnellinger das mit TalentBlend, einer KI-Plattform für die Fachkräftegewinnung. Ein erstes Modul ist nun als Prototyp bei einem Testkunden im Einsatz.

Vom Agenturgeschäft zur Software

Hinter TalentBlend steht ein Verfahren, das Adspresso bisher als Agenturleistung manuell umsetzt. Unternehmen werben dabei Fachkräfte über Active Sourcing, Werbeanzeigen auf Meta, TikTok, Google und LinkedIn sowie ein kurzes Bewerbungs-Quiz an. Telefonisch werden die Kandidat:innen anschließend vorqualifiziert. Angesprochen werden sollen vor allem wechselbereite Fachkräfte, die nicht aktiv auf Jobbörsen suchen. Als Zielgruppe nennt Adspresso Industrie und Mittelstand. Ihr Know-how bringen Muftić und Schnellinger aus früheren Marketing- und Recruiting-Jobs bei Resch&Frisch und BRP-Rotax mit.

Ein Modul live, zwei in Entwicklung

Die Software besteht aus drei Bausteinen. Am weitesten ist die sogenannte „Creative Engine“. Sie soll aus der Stellenausschreibung sowie Foto- und Videomaterial des Betriebs automatisiert die Werbemittel einer Kampagne erstellen, inklusive CI-Vorgaben und arbeitsrechtlichen Anforderungen. „Was früher Tage an Abstimmung und Gestaltung gebraucht hat, entsteht heute aus Stellenausschreibung und Bildmaterial in einem automatisierten Ablauf“, sagt Schnellinger. Beim Testkunden, einem Industriebetrieb, verkürzt sich die Kampagnenerstellung laut Adspresso bisher um rund 40 Prozent.

Ein zweites Modul, eine Voice AI, soll innerhalb einer Minute nach Bewerbungseingang ein strukturiertes Erstgespräch führen. Fragen zu Alter, Herkunft oder Gesundheit sollen dabei technisch ausgeschlossen sein. Ein erster Prototyp konnte die Vorqualifizierung laut dem Unternehmen jedoch noch nicht verlässlich übernehmen. „Jetzt sind wir an einem Punkt, an dem wir noch einmal in die Grundlagenarbeit gehen müssen“, so Schnellinger. Ebenfalls in Entwicklung ist ein Dashboard, das Kandidat:innen nach Qualifikation aufbereiten soll.

Niedriger sechsstelliger Betrag gesucht

Finanziert wurden die bisherigen Prototypen aus dem laufenden Agenturgeschäft. Dessen Monatsumsatz liegt laut Adspresso bei rund 25.000 Euro. Für die weitere Entwicklung, insbesondere der Voice AI, benötigt das Startup nun zusätzliche Mittel. Kalkuliert wird mit einer niedrigen sechsstelligen Summe, Gespräche mit Förderstellen und Kapitalgebern laufen nach Angaben der Gründer bereits. Langfristig soll TalentBlend zu einem eigenständigen SaaS-Produkt werden, das Betriebe selbst bedienen können. Einen Termin für den Marktstart nennt Adspresso noch nicht, dieser hänge vom Verlauf der Finanzierung ab.

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