18.02.2019

EVN möchte mit Energiemanagement-System „joulie“ die Photovoltaik smarter machen

Die EVN hat mit "joulie" ein intelligentes Energiemanagement-System für Photovoltaikanlagen von Privathaushalten entwickelt. Damit sollen Kunden einen transparenten Überblick über ihren selbst produzierten Strom erhalten. Über eine Smartphone-App werden Energieflüsse visualisiert, um den eigenen Verbrauch bzw. die Rückflüsse ins öffentliche Stromnetz managen zu können.
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Die Sonne ist unsere stärkste Energiequelle. Sie ist nicht nur für den Wasserkreislauf unseres Planeten essentiell, der uns die Nutzung von Wasserkraft ermöglicht, sondern kann seit der Entwicklung von Photovoltaikanlagen auch direkt in Strom umgewandelt werden. Die Technologie war lange Zeit der Raumfahrt vorbehalten, die auch die wesentlichen Entwicklungsschübe lieferte. Seit Ende der 1990er kommt die Photovoltaik jedoch verstärkt auch im Bereich der Energieerzeugung von Privathaushalten zur Anwendung.

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In Österreich erhebt der „Photovoltaic-Austria-Verband“ seit dem Jahr 2000 jährlich die Anzahl der neu installierten Photovoltaik-Anlagen und deren kumulierter Leistung. Hierbei zeigt sich, dass sich die Leistung in den letzten zehn Jahren exponentiell entwickelt hat. Im Jahr 2008 belief sich diese noch auf 30 Megawatt, wohingegen es im Jahr 2018 bereits 1.500 Megawatt waren.

Stromerzeugung wird smarter und vielfältiger

Nicht nur die erzeugte Leistung steigerte sich in den letzten Jahren, auch die Technik der Anlagen inklusive ihrer Batteriespeichersysteme entwickelte sich weiter. Mit der zunehmenden Digitalisierung und Vernetzung ergeben sich für private Stromerzeuger neue Möglichkeiten, den Strom ins öffentliche Stromnetz zurückfließen zu lassen und damit selbst Geld daran zu verdienen. Parallel sind zudem zahlreiche elektrische Verbraucher hinzugekommen, wie beispielsweise private Ladestationen für E-Autos.

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EVN möchte Transparenz erhöhen

Für private Stromerzeuger bringen diese neuen Vernetzungsmöglichkeiten ihrer Photovoltaikanlage – einerseits mit dem öffentlichen Stromnetz, anderseits mit den elektrischen Verbrauchern – zahlreiche Vorteile, aber auch Herausforderungen mit sich. So stehen sie aufgrund der Vielfalt des Strommarktes oftmals einem unübersichtlichen Angebot gegenüber.

Die EVN möchte dieses Problem nun lösen und hat mit „joulie“ ein Photovoltaik-Gesamtangebot entwickelt, das mit einem intelligenten Energiemanagement-System den privaten Energieerzeugern Transparenz bieten soll.

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Visualisierung der Stromflüsse mit App

Das Photovoltaik-Gesamtangebot enthält auch eine Smartphone-App mit Visualisierung der Energieströme, einem Energiespar-Modus und einem eigenen Einspeisevertrag. Das System ist modular aufgebaut. Dahingehend kann die bestehende Photovoltaik-Anlage mit einer privaten Ladestation für E-Autos oder einem Batteriespeicher verbunden werden.

Mit einem eigenen Optimierungs-Assistent soll laut EVN einerseits die Energie-Effizienz gesteigert, anderseits den privaten Stromerzeugern ein möglichst hoher Autonomiegrad ermöglicht werden. Laut EVN sollen dadurch die privaten Stromerzeuger ermächtigt werden, aktiv an der Energiewende teilzuhaben.

Transparenz für die Kunden

Über die Plattform joulie.at wird den Kunden zudem ein Tool geboten mit dem sie den Preis des Photovoltaik-Systems in fünf Minuten ausrechnen lassen können. Zudem möchte die EVN über einen sogenannten Photovoltaik-Konfigurator den privaten Stromerzeugern einen transparenten Überblick über die Kosten bieten.

Spitzen sollen abgefangen werden

Das neue System soll nicht nur privaten Stromerzeugern Vorteile bringen. Aufgrund der intelligenten Vernetzung der privaten Photovoltaikanlagen würden sich diese auch positiv auf die Netzstabilität auswirken. Wie die EVN betont, ermögliche das intelligente Energiemanagement-System das Verschieben von Stromlasten. Dadurch sollen Stromspitzen abgefangen werden können. Zudem bindet die EVN die Haushalte mit Photovoltaikanlagen verstärkt in die aktuelle Strommarkt-Situation ein – insbesondere zu Verbrauchsspitzen zwischen 17 und 20 Uhr.


=> Mehr über das Energiemanagement-System „joulie“

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(v.l.) Peter Hajek, Monika Köppl-Turyna, Lisa-Marie Fassl und Markus Raunig © Tobias Gärtner

Wie steht es um das Interesse an der Selbstständigkeit in Österreich? Eine Online-Befragung von Peter Hajek Public Opinion Strategies im Auftrag der Stiftung Unternehmerische Zukunft liefert dazu aktuelle Daten. Im Befragungszeitraum vom 22. Mai bis 8. Juni 2026 wurden insgesamt rund 1.500 Personen der österreichischen Wohnbevölkerung im erwerbsfähigen Alter zwischen 16 und 69 Jahren befragt. Die Zahlen zeigen, wie stark das direkte Umfeld die Neigung zum Unternehmertum in Österreich prägt.

Der „Eltern-Effekt“ als zentraler Einflussfaktor

Der zentralste Befund der Untersuchung liegt in der familiären Prägung: Der Wunsch und die konkrete Absicht zu gründen gehen laut den Studiendaten maßgeblich mit der unternehmerischen Tätigkeit der eigenen Eltern einher. Insgesamt geben 20 Prozent der Befragten an, mindestens einen selbstständigen oder unternehmerischen Elternteil zu haben. Laut Umfrage verändert diese Erfahrung die Haltung grundlegend: Während sich ohne unternehmerischen Hintergrund lediglich 27 Prozent der Befragten eine Gründung grundsätzlich vorstellen können, steigt dieser Wert bei Personen mit unternehmerischem Elternhaus auf 47 Prozent.

Noch drastischer unterscheidet sich die konkrete Planung: Bei Befragten ohne unternehmerische Eltern geben derzeit nur 7 Prozent an, innerhalb der nächsten zwölf Monate konkret eine Gründung zu planen. Hat mindestens ein Elternteil ein Unternehmen geführt oder gegründet, springt diese Gründungsabsicht auf 18 Prozent, also mehr als das Doppelte. Das Elternhaus senkt somit laut Studie die subjektiven Hürden von der bloßen Vorstellung hin zur konkreten Absicht.

Eklatanter Mangel an sichtbaren Vorbildern im Alltag

Dass die familiäre Herkunft in den Daten eine so dominante Rolle spielt, deckt sich mit einem deutlichen Mangel an sichtbaren Alternativen im öffentlichen Raum. Laut Umfrage fällt fast der Hälfte der Gesamtbevölkerung (49 Prozent) spontan kein einziger Name einer Unternehmerin oder eines Unternehmers ein.

Unter den Befragten zwischen 16 und 29 Jahren geben sogar 60 Prozent an, niemanden nennen zu können. Werden überhaupt Namen genannt, handelt es sich meist um prominente Großunternehmer wie Mateschitz (13 Prozent), Haselsteiner (5 Prozent), Benko (3 Prozent), Swarovski (3 Prozent) oder Elon Musk (2 Prozent). Greifbare Vorbilder aus dem alltäglichen Leben fehlen in der Wahrnehmung vieler Befragter.

Gleichzeitig zeigt die Erhebung: Wer im unternehmerischen Umfeld aufwächst oder entsprechende Kontakte hat, würde im Falle eines Gründungsvorhabens eine nahestehende Person laut Eigenangabe mit 37 Prozent mehr als doppelt so oft aktiv bestärken wie Personen ohne dieses Umfeld (17 Prozent).

Breiter Ruf nach Wirtschaftsbildung an Schulen

Unterstützung aus dem Elternhaus ist ein wichtiger Faktor, doch soll er laut den Befragten nicht der einzige sein, der über die berufliche Zukunft entscheidet, wie sich aus weiteren Ergebnissen ablesen lässt. 80 Prozent sprechen sich dafür aus, dass Jugendliche bereits in der Schule stärker lernen sollten, wie man Unternehmen gründet oder führt. Zudem hätten sich 75 Prozent selbst mehr praktische Wirtschaftsbildung gewünscht.

Für Markus Raunig, Vorstand der Stiftung Unternehmerische Zukunft, liefern die Befragungsergebnisse deshalb einen klaren Auftrag an die Bildungspolitik. Seine zentrale These formuliert Raunig bei der heutigen Pressekonferenz als Kernversprechen der Stiftungsarbeit: „Unsere Überzeugung als Stiftung lautet: Es darf nicht davon abhängen, was für Eltern oder welches Umfeld man hat, ob man unternehmerisch tätig wird oder nicht.“

Durch praxisnahe Schulprogramme, den Aufbau eigener Medienkanäle zur Veranschaulichung des unternehmerischen Alltags und die gezielte Sichtbarmachung nahbarer Vorbilder soll dieses Herkunfts-Delta geschlossen werden.

Wachstumsorientierte Startups als echter Jobmotor

Aus volkswirtschaftlicher Sicht kommt es jedoch nicht bloß auf die reine Anzahl an Gründungen an, sondern auf deren Qualität, das betont Monika Köppl-Turyna, Direktorin von EcoAustria. Die auch als Vorstandsmitglied der Stiftung agierende Wirtschaftsforscherin hebt hervor, dass vor allem junge, wachstumsstarke Unternehmen als entscheidender Motor für Beschäftigung und Innovation wirken und überproportional viele neue Arbeitsplätze schaffen.

Auf der Pressekonferenz spitzte Investorin und Stiftungs-Vorstandsmitglied Lisa-Marie Fassl die Notwendigkeit einer gesamtgesellschaftlichen Haltungswende zu: „Das einzige, was uns hilft wirtschaftlich erfolgreich zu bleiben als Standort, ist Innovation. […] Es muss gesamtgesellschaftlich gesehen einfach wieder sexy sein, einen Beitrag zu leisten. Wir leben in einem Land mit einer massiven Vollkaskomentalität, wo man darauf wartet, dass irgendwer etwas für einen richtet.“

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