30.04.2020

EUvsVirus-Hackathon: Die Sieger stehen fest

Die Gewinner des größten europaweiten Hackathons #EUvsVirus wurden heute Donnerstag prämiert. Aus 2.159 Projekten gingen sechs Sieger-Projekte hervor. Insgesamt wurden 117 Lösungen prämiert, die innovative Lösungen im Kampf gegen den Coronavirus erarbeitet haben. Deren Umsetzung soll nun durch einen "Matchathon" erfolgen, bei dem die Projekte mit Investoren, Partnern und Förderstellen in ganz Europa in Kontakt gebracht werden.
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EUvsVirus
Die Award-Ceremony fand heute Donnerstag statt | (c) EUvs.Virus

Die Europäische Kommission und die EU-Mitgliedsstaaten haben am vergangenen Wochenende einen europaweiten Hackathon abgehalten. Ziel war es, Innovatoren aus ganz Europa zu vernetzen und Lösungen für die aktuelle Coronakrise zu erarbeiten.

Im Rahmen das Hackathons wurden 2.159 Projekte eingereicht, wobei die besten 117 von einer Jury ausgewählt wurden und als nächstes in einen sogenannten Matchathon eintreten.

Insgesamt haben 21.000 Teilnehmer, über 2400 Mentoren, 380 Freiwillige und 800 Partner am #EUvsVirus Hackathon mitgewirkt. Für Österreich war AustrianStartups nationaler Kurator des Hackathons und Teil des operativen Teams.

+++ Coronakrise, Wirtschaft und die Innovation +++

EUvsVirus-Hackathon: Award Ceremony

Neben den 117 ausgewählten Projekten wurden zudem sechs Siegerteams von übergeordneten Themenbereichen prämiert (siehe weiter unten). Dabei wurde das Wirkungspotenzial, die technische Komplexität und Innovationsgrad, Entwicklungsgrad des Prototyps und die Business-Planung beurteilt.

Award Ceremony

Join Matt Smith and Yrja Oftedahl for the announcement of the winning team from all the categories.

Gepostet von EUvsVirus am Donnerstag, 30. April 2020

 

Hier ein Überblick über die sechs Siegerteams der übergeordneten Kategorien „Health“, „Business Continuity“, „Social & Political Cohesion“, „Remote Working & Education“, „Digital Finance“ und der Sonderkategorie „Other“:

Health

Das Team Discovery hat ein hochskalierbares Patientenüberwachungssystem entwickelt, das die Notwendigkeit des physischen Kontakts zwischen Pflegepersonal und Patienten minimiert. | Ungarn

Business Continuity

Das Team Linistry for safe retail arbeitete an einer Lösung zur intelligenten Steuerung von Warteschlangen im Einzelhandel. Dadurch soll „Social Distancing“in Geschäften ermöglicht werden. | Ungarn

Social & Political Cohesion

In der Kategorie „Social & Politcal Cohesion“ konnte Aidbind die Jury überzeugen. Das Team hat an einer Lösung getüftelt, um die Informationslücke zwischen Nachfrage, Angebot und Finanzierung medizinischer Produkte zu schließen. | Bulgarien, Deutschland, Malta, Schweden und die Schweiz

Remote Working & Education

Die Kategorie „Remote Working and Education“ konnte hingegen das Team The Village für sich entscheiden. Entwickelt wurde eine Online-Plattform, auf der man sich mit Freunden, Familienangehörigen und Lehrern austauschen kann. | Schweiz, Ukraine, Vereinigte Staaten und Indien

Digital Finance

Das Team Bankera Business Care hat die Kategorie Digital Finance gewonnen. Die Jury wurde mit einer Lösung für die kurzfristige Finanzierung von KMU ausgezeichnet. Das Modell soll den Liquiditätsbedarfs in Krisenzeiten decken.

Sonderkategorie | „Other“

Zudem gab es noch die Kategorie „Other“, in der kreative Lösungen gefragt waren. Der Sieg ging an das Team Sewers4COVID für ihre Überwachungsplattform zur Virenfrüherkennung. Dadurch sollen im Falle einer Pandemie die benötigten Ressourcen frühzeitig geplant werden können. | Griechenland, Niederlande, Spanien und Vereinigtes Königreich

Teams mit österreichischer Beteiligung

Zu den 117 prämierten Teams und deren Projekten, gab es auch Teams bei denen sich Österreicher beteiligten. Die Teams setzten sich in der Regel aus unterschiedlichen Nationalitäten zusammen.

Eines von ihnen war MassVentil, dass ein revolutionäres Beatmungssystem für Patienten entwickelt hat, mit dem bis zu 50 Personen gleichzeitig beatmet werden können. Das Team erreichte Platz 12 im europaweiten Ranking.

Weitere Teams mit österreichischer Beteilung, die zu den 117 prämierten Projekten zählen, sind My Slots, Borderx.eu, SERS substrates for virus detection in exhaled droplets, tutify.org, halloSOPHIA, 3D On Demand, M I Broke – Financial Status Analysis.

Next Step: Matchathon

In einem nächsten Schritt wird nun der Matchathon vom 22. bis 25. Mai stattfinden. In den nächsten zwei Wochen werden die Finanzierungs- und Ressourcenbedürfnisse der Gewinner-Teams näher eruiert.

„Dieser Matchathon hat das Ziel die Gewinner proaktiv mit Investoren, Partnern und Förderstellen in ganz Europa in Kontakt zu bringen, um diesen Ideen den nötigen Auftrieb für den nächsten Schritt zu geben. Das könnte der Start einer neuen Ära sein – Europa könnte solche Matchathons europaweit zur Regel machen, um Europa als Standort für Startups zu stärken und zu zeigen, dass Europa eine Einheit ist“, so Michael Ionita, Vorstand von AustrianStartups und Mitorganisator des Hackathons, über die nächsten Schritte.


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V.l.n.r.: Damian Izdebski, techbold Gründer und Hauptaktionär; Matthias Stieber und Gerald Reitmayr, Vorstände der techbold technology group AG © techbold

Eine Geschichte, die das Leben schreibt: „Zwölf Jahre lang war ich ‚der mit der Pleite‘. Ab heute bin ich ‚der mit dem Comeback'“, sagt Damian Izdebski Freitagmorgen gegenüber brutkasten. Sein 2015 gegründetes Unternehmen techbold technology group AG wird von der deutschen accompio Gruppe übernommen – zu einer Bewertung von knapp 40 Millionen Euro, wie brutkasten in Erfahrung brachte. 2014 hatte Izdebski mit seinem damaligen Unternehmen DiTech Insolvenz anmelden müssen, was damals landesweit für Schlagzeilen sorgte.

28 Millionen Euro Umsatz im Mittelstand

Techbold ist auf IT-Outsourcing, Cloud-Lösungen sowie Cybersecurity für kleine und mittlere Unternehmen spezialisiert. Über das letzte Jahrzehnt akquirierte das IT-Unternehmen ganze 18 Unternehmen, um seine Expansion voranzutreiben wie brutkasten engmaschig verfolgte. Nun wird techbold selbst zum Gekauften. Die entsprechenden Verträge wurden bereits unterzeichnet, der Vollzug steht noch unter dem Vorbehalt der Freigabe durch die zuständige Wettbewerbsbehörde, wie das Unternehmen heute morgen per Aussendung mitteilte.

Techbold beschäftigt mittlerweile mehr als 170 IT-Spezialist:innen an Standorten in Wien, Oberösterreich und dem Burgenland und betreut rund 1.400 Kund:innen. Zuletzt erwirtschaftete die IT-Firma einen Jahresumsatz von rund 28 Millionen Euro. Für Kund:innen sowie laufende Verträge des Wiener Unternehmens soll sich im Tagesgeschäft laut Unternehmensangaben nichts ändern.

Spektakuläres Comeback

Gründer Damian Izdebski, der 2025 die CEO Rolle zurücklegte und danach im Aufsichtsrat tätig war, meint gegenüber brutkasten: „Zum ersten Mal seit 25 Jahren weiß ich nicht, was als Nächstes kommt. Alle, die mich kennen, wissen: Das dauert nicht lange.“

Dem heutigen Erfolg geht eine weniger erfreuliche Geschichte voran. 2014 musste Izdebski mit seinem ehemaligen Unternehmen DiTech Insolvenz anmelden. Ein Schritt mit dem der Gründer sehr offen umgeht: „Beide Schlagzeilen habe ich mir selbst geschrieben – an der zweiten habe ich nur deutlich länger gearbeitet.“ Er fügt hinzu: „In Amerika ist eine Pleite ein Kapitel im Lebenslauf. In Österreich ein Urteil fürs Leben. Ich habe beschlossen, das Urteil nicht anzunehmen.“

Auch Investor und Aufsichtsratmitglied Hermann Futter freut sich vor allem für Izdebski: „Ich habe immer an Damian geglaubt und bin seit fast 20 Jahren mit ihm befreundet. Er hat allen bewiesen, dass man auch in Österreich scheitern und wieder aufstehen kann! Chapeau.“ Und auch für ihn als Investor habe sich der Exit ausgezahlt, so Futter gegenüber brutkasten.

Reaktionen aus dem Umfeld

An techbold beteiligt waren neben Hermann Futter unter anderem auch Niki Futter, Stefan Kalteis und Hansi Hansmann. Letzterer meint zur Übernahme: „Es war ein sehr erfolgreicher Exit, der sich für mich wirklich ausgezahlt hat. Techbold ist ein wachstumstarkes Unternehmen in einem großen Markt, welches auch ordentlich profitabel ist. Das macht die Firma natürlich zu einem attraktiven Übernahmeziel“

Auch Aufsichtsratmitglied Niki Futter, der die Position von 2017 bis 2025 besetzte, meldete sich auf Anfrage zurück: „Das ist ein ganz tolles Ergebnis und ich gratuliere dem Team rund um Damian ganz herzlich und wünsche alles Beste für die weitere Zukunft. Ich freu mich, dass ich dieses Unternehmen über acht Jahre im Aufsichtsrat begleiten durfte.“

Für die Verhandlungen holte sich Izdebski Unterstützung von Thomas Hillebrand und Nico Zaiser vom Wiener M&A-Spezialisten i5invest. „Ich würde mit Thomas und Nico von „i5invest“ jederzeit wieder ein Unternehmen verkaufen. Die Jungs sind so professionell und erfahren – ich durfte in den letzten Wochen so viel von ihnen lernen. Danke dafür!“, sagt er.

Buy-and-Build-Strategie der Käufer

Auf Käuferseite fügt sich die Übernahme in die Expansionsstrategie ein. Accompio agiert als Managed Security Service Provider und beschäftigt an 22 Standorten in Deutschland, Österreich, Ungarn und Bulgarien insgesamt rund 900 IT-Expert:innen. Von der Head of M&A bei accompio Katrin Wollinger-Zepf heißt es gegenüber brutkasten „Es war ein sehr effizienter und konstruktiver Prozess auf absoluter Augenhöhe.“

„Die Übernahme von techbold ist ein weiterer konsequenter Schritt in unserer Buy-and-Build-Strategie: Wir bauen systematisch die führende IT-Services-Plattform im DACH-Raum auf“, führt Georg Willig, CFO der accompio Gruppe, aus. Man suche für den Ausbau gezielt nach unternehmergeführten IT-Dienstleistern mit starker Marktposition und durch den Zukauf aus Wien baut die Gruppe ihre Präsenz in Österreich nun weiter aus.

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EUvsVirus-Hackathon: Die Sieger stehen fest

  • Die Gewinner des größten europaweiten Hackathons #EUvsVirus wurden heute prämiert.
  • Aus knapp 21.000 Teilnehmern gingen sechs Sieger-Projekte hervor, die innovative Lösungen im Kampf gegen den Coronavirus erarbeitet haben.
  • Insgesamt wurden 117 Lösungen prämiert. Als nächster Schritt startet die Umsetzung der besten Lösungen in einem Matchathon.

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