06.11.2025
INVESTMENT

ETH-Spin-off mit Ö-Co-Founder holt sich 4,9 Millionen Euro

Das Zürcher ETH-Startup rund um den Ö-Co-Founder Moritz Futscher holt sich ein überzeichnetes Seed-Investment in Millionenhöhe.
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Das BTRY-Team entwickelt die nächste Generation von Festkörperbatterien – von Schweizer Forschungslabors hin zur globalen Produktion. Bild: BTRY AG

BTRY (sprich: Battery) hat sich eine überzeichnete Seed-Runde mit 4,6 Millionen Schweizer Franken (CHF) gesichert. Das entspricht einer Summe von rund 4,9 Millionen Euro (Stand: 06.11.2025). CEO und Co-Founder Moritz Futscher kommt ursprünglich aus Österreich. Gegründet wurde BTRY 2023 und ist inzwischen zu einem 12-köpfigen Team herangewachsen.

ETH-Spin-off mit Ö-Co-Founder

Das Zürcher ETH-Spin-off hat es sich zum Ziel gesetzt, „ultradünne Freikörperbatterien“ zu entwickeln, die „schnelles Laden, hohe Temperaturbeständigkeit und Sicherheit“ kombinieren. Damit sollen sie „die heutigen Lithium-Ionen-Zellen“ übertreffen, schreibt das Startup in einem Pressebericht.

Die nun vermeldete Finanzierungsrunde wurde von mehreren Investoren getragen. Angeführt wurde die Runde vom europäischen DeepTech-Risikokapitalgeber Redstone VC. Beteiligungen liegen zudem bei Bloomhaus Ventures, Linear Capital, Kickfund, Kick Foundation sowie den CustomCells-Gründern Leopold König und Torge Thönnessen als neuen Investoren.

Die bestehenden Investoren HTGF (High-Tech Gründerfonds) und die Zürcher Kantonalbank (ZKB) sind ebenfalls an der Runde beteiligt.

Produktion ausrollen und marktreif werden

Mit der neuen Finanzierung soll die Produktion von BTRY auf einer industriellen Rolle-zu-Rolle-Fertigungslinie skaliert werden, wie in einem Pressebericht weiter vermeldet wird. Außerdem werden die Prototypen zu einem marktreifen Produkt weiterentwickelt.

Der Fokus soll dabei auf dem Aufbau der Produktionsinfrastruktur, der Weiterentwicklung industrieller Prozesse und dem Abschluss von Liefervereinbarungen mit Pilotkunden liegen.

“Diese Finanzierungsrunde bestätigt das starke Vertrauen erfahrener Deep-Tech- und Industrieinvestoren in BTRY. Die enge Zusammenarbeit mit diesem internationalen Konsortium ermöglicht es uns, Spitzenforschung in ein skalierbares Produkt umzusetzen”, sagt Moritz Futscher, CEO und Mitgründer von BTRY.

Die Batterien von BTRY funktionieren bei Temperaturen von bis zu 150 Grad Celsius. Das ist weit über der Grenze, ab der herkömmliche Batterien bereits versagen oder Feuer fangen. Die BTRY-Batterien sind nicht entflammbar und können „ultraschnell“ ge- und entladen werden – ab einer Dicke von nur 0,1 Millimetern und in „nur einer Minute“.

Dies soll es ermöglichen, verschiedene drahtlose Signale direkt und ohne zusätzliche Kondensatoren zu senden. Die Mission von BTRY sei es indes, Anwendungen zu ermöglichen, die bisher mit „herkömmlichen Batterien“ gescheitert sind. So zum Beispiel bei aktiven Tracking Labels, Hochtemperatur-Industriesensoren, MedTech-Anwendungen und kompakter Unterhaltungselektronik.

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RNAnalytics, tecnet
© equity - (v.l.) Christian Laurer, Adriana González Palomo, Viktoria Enkmann, Hannes Burgstaller und Natalija Rajicic.

Mit einem SAFE (Simple Agreement for Future Equity) beteiligt sich tecnet equity am niederösterreichischen TechBio-Startup RNAnalytics. Das von Viktoria Enkmann und Hannes-Oliver Burgstaller gegründete Unternehmen ist im accent Makerspace in Tulln angesiedelt und entwickelt dort Lösungen für die Analyse von Lipid-Nanopartikeln – winzigen Transporthüllen, die Wirkstoffe wie RNA sicher in menschliche Zellen bringen sollen. Mit dem Investment möchte RNAnalytics die Weiterentwicklung seiner modularen Analyse-Toolkits sowie den Ausbau seiner integrierten Softwareplattform vorantreiben. Über die Höhe der Beteiligung wurde Stillschweigen vereinbart. Doch wie brutkasten erfahren hat, handelt es sich inklusive Förderungen um eine Summe im „höheren sechsstelligen Bereich“.

RNAnalytics: Analysen sehr aufwendig

RNA-basierte Medikamente haben durch neue Impfstoffe und Therapieansätze stark an Bedeutung gewonnen. Damit RNA im Körper überhaupt dort ankommt, wo sie wirken soll, braucht sie eine schützende Transporthülle. Dafür werden häufig sogenannte Lipid-Nanopartikel, kurz LNPs, eingesetzt.

Ob diese winzigen Partikel richtig funktionieren, muss während der Entwicklung eines Medikaments immer wieder überprüft werden. Entscheidend sei dabei, die Eigenschaften der Partikel genau zu verstehen, von ihrer Größe und Stabilität über die tatsächlich eingeschlossene RNA-Menge bis hin zu ihrem Verhalten in unterschiedlichen Zellen.

Diese Analysen seien heute oft aufwendig, erfordern teilweise teure Spezialgeräte und würden mangels einheitlicher Methoden nur eingeschränkt vergleichbare Ergebnisse liefern. „Das kostet Zeit und erschwert insbesondere kleineren BioTech-Unternehmen und Forschungslabors den Zugang zu einer Technologie, die für die Entwicklung neuer RNA-Therapien immer wichtiger wird“, liest man in der Aussendung.

Modulare Toolkits

RNAnalytics hat es sich daher zum Ziel gesetzt, diese Analysen einfacher und standardisierter zu machen. Dafür entwickelt das Unternehmen modulare Toolkits, die auf bereits vorhandener Laborausstattung eingesetzt werden können. Sie kombinieren validierte Messmethoden, Reagenzien und Referenzmaterialien und wollen Laboren damit einen „klar definierten Ablauf für die Untersuchung von Lipid-Nanopartikeln“ ermöglichen.

„Die SAFE-Finanzierung gibt uns in dieser frühen Phase die Möglichkeit, unsere Toolkits konsequent weiterzuentwickeln und parallel den Ausbau unserer Softwareplattform voranzutreiben. Mit tecnet equity haben wir dabei einen Partner an unserer Seite, der die Herausforderungen technologieintensiver Gründungen versteht“, sagt Enkmann, CEO von RNAnalytics.

RNAnalytics: Plattform in Entwicklung

Der Ansatz des Tullner Startups geht jedoch über einzelne Labortests hinaus, wie man mitteilt: Parallel zu den Toolkits entwickelt das Unternehmen eine Softwareplattform, in der die bei den Analysen entstehenden Daten zusammengeführt und automatisch ausgewertet werden können.

So entstehe ein umfassendes Bild der relevanten Qualitätsmerkmale eines RNA-Therapeutikums. Statt Messergebnisse aus unterschiedlichen Geräten und Tests einzeln auszuwerten, könnten Labore ihre Daten zentral verarbeiten, verschiedene Qualitätsparameter miteinander vergleichen und standardisierte Berichte erstellen. Die Kombination aus physischen Toolkits und Software soll damit einen bislang stark fragmentierten Analyseprozess in einen durchgängigen Workflow überführen.

„RNAnalytics setzt an einem sehr konkreten Problem in einem technologisch anspruchsvollen und stark wachsenden Bereich der Biotechnologie an. Besonders überzeugt uns der Ansatz, komplexe Laboranalytik durch standardisierte Toolkits zugänglicher zu machen und diese gleichzeitig in einer skalierbaren Softwareplattform zusammenzuführen“, erklärt Christian Laurer, Senior Investment Manager bei tecnet equity. „Die beiden Gründer:innen verbinden fundiertes wissenschaftliches Know-how mit einem klaren Verständnis für die Herausforderungen in der LNP-Analytik und einer überzeugenden Produktvision. Diese Kombination war für uns eine wesentliche Grundlage für das Investment in dieser frühen Phase.“

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