23.04.2026
AUSBAU

Erste Telco-Mobilitätsversicherung: Drei und Lamie bauen Partnerschaft aus

Das österreichische InsurTech Lamie und der Telekommunikationsanbieter Drei bauen ihre Zusammenarbeit im Bereich „Embedded Insurance“ aus. Sie erweitern um einen österreichweiten Mobilitätsschutz für Straße, Schiene und Berg.
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Das Lamie-Management-Team (vlnr.) CEO Christian Pedak, Head of Prodcut Management Thomas Aumayr, CRO Roland Pedak | stehen vor blauem Hintergrund in einem weißen Hemd (c) Lamie
Das Lamie-Management-Team (vlnr.) CEO Christian Pedak, Head of Product Management Thomas Aumayr, CRO Roland Pedak | (c) Lamie

Das Linzer Scaleup Lamie und der Telekommunikationsanbieter Drei haben eine gemeinsame Mobilitätsversicherung auf den Markt gebracht. Nachdem die beiden Unternehmen im Vorjahr bereits eine Auslandsreiseversicherung eingeführt haben, wird das Portfolio nun um einen österreichweiten Schutz für den Alltag erweitert. In Kooperation mit über 1.000 Mobilitätspartnern in Österreich und eingebettet in den gesamten Mobilfunk von Drei, spricht Lamie von einer „Innovationskraft zwischen einem Corporate und einem Scaleup“.

„Mobilitätsverhalten wird vielfältiger“: Versicherung zielt auf multimodalen Verkehr ab

„Mit dem Fahrrad zur Arbeit, dem Auto zu den Großeltern und der Bahn zum Konzert – das Mobilitätsverhalten der Österreicher:innen wird immer vielfältiger. Öffentliche Verkehrsmittel, Fahrräder und Carsharing gewinnen laufend an Bedeutung“, so Drei-CCO Günter Lischka. Das neue Produkt zielt auf Kundinnen und Kunden ab, die im Alltag und in der Freizeit verschiedene Verkehrsmittel nutzen. So kommt der Mobilitätsschutz in unterschiedlichen Situationen wie Pannenhilfen, einer Pistenrettung oder bei Taxifahrten aufgrund von Öffi-Verspätungen zum Tragen.

Anstatt einer klassischen, fahrzeuggebundenen Versicherung deckt das Angebot also unterschiedliche Mobilitätsformen ab. Um die Pannenhilfe in ganz Österreich zu gewährleisten, greifen die Unternehmen auf ein Netzwerk von mehr als 1.000 Partnerbetrieben zurück. „Damit ermöglichen wir schnelle Hilfe bei KFZ-, E-Bike- oder Fahrradpannen. Angesichts des anhaltenden Outdoor-Booms und der steigenden Zahl an Bergrettungseinsätzen ist der Alpin-Schutz ein zentraler Bestandteil einer modernen Mobilitätsversicherung“, erklärt Lamie-CFO Roland Pedak.

Das Scaleup im Hintergrund der Mobilfunkunternehmen

Bei der technischen und operativen Umsetzung agiert Lamie als Full-Stack-Provider im Hintergrund. Das InsurTech, das seinen Fokus auf „Telcosurance“ legt, deckt die gesamte Wertschöpfungskette ab und betreut mit seinen Produkten mittlerweile über eine Million aktive Kundinnen und Kunden in mehr als zehn Ländern (brutkasten berichtete). Lamie wurde im Jahr 2015 von den beiden Brüdern Christian und Roland Pedak gegründet. Das Management-Team umfasst außerdem Thomas Aumayr, Head of Product Management. Drei, das 2025 einen Umsatz von 923 Millionen Euro verzeichnete, erweitert auf der anderen Seite sein Portfolio an digitalen Services für seine Endkunden.

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Claus Schmidt | © Schrotter
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Das seit diesem Sommer börsennotierte Grazer Energie- und Atomkraft-Scaleup (bzw. je nach Lesart Unicorn) Emerald Horizon hat schon zuvor mit Personal-Entscheidungen auf sich aufmerksam gemacht: Zunächst holte man vergangenes Jahr Ex-Nationalbank-Gouverneur Robert Holzmann, später Ex-FPÖ-Chef Norbert Hofer jeweils in Vice-President-Positionen ins Team. Eine nun verkündete Personalie weist etwas weniger Prominenz, dafür wohl mehr Pragmatismus auf: Der erfahrene österreichische Manager Claus Schmidt übernimmt den Verantwortungsbereich „Organizational Development & Quality Management“.

Ziel: fit für die ambitionierten Pläne

Für Emerald Horizon geht es darum, die gesamte Organisation fit für die ambitionierten Pläne zu machen. Denn sowohl mit dem erst teilweise marktreifen Energiespeichersystem „Dual Store Plus“ als auch mit den geplanten Thorium- und Teilchenbeschleuniger-basierten Mini-Atomkraftwerken „Ades“ (brutkasten berichtete) will man in den kommenden Jahren in die Serienproduktion, um in die weltweite Skalierung zu gehen. Als Produktionspartner hierfür ist die niederländische VDL Groep bereits fixiert.

„Wir kommen aus der Forschung und gehen in die Industrialisierung. Über diesen Übergang entscheidet die Organisation in wesentlichem Maße mit“, sagt Vice President Operations Philipp Pölzl. „Claus Schmidt hat in mehreren Industrien Verantwortung übernommen. Diese Erfahrung holen wir uns an Bord.“ Schmidt bringe mit, was ein Deep-Tech-Unternehmen in der Wachstumsphase brauche: „Struktur, Qualitätsdenken und ein Gespür für Teams“.

Claus Schmidt: 25 Jahre Erfahrung im Top-Management

Konkret kommt der studierte Betriebswirt Schmidt mit mehr als 25 Jahren Erfahrung als CEO und CSO in unterschiedlichen Branchen und Ländern. Er war unter anderem Geschäftsführer der Umdasch Shopfitting Group mit 1.500 Mitarbeitern in 16 Ländern, CEO der Columbia S.r.l. in Italien und der Shoptec k.f.t in Ungarn, CEO der IDEAL Kältetechnik und zuletzt Generalbevollmächtigter der SIMACEK Holding in Wien und Hamburg.

„Emerald Horizon ist in einer Phase, in der aus einer Entwicklung Schritt für Schritt großartige Produktlösungen entstehen. Diese Herausforderung reizt mich enorm, und ich freue mich auf die Arbeit mit diesem großartigen und wachsenden Team“, kommentiert Schmidt.

Ungewöhnlicher Börsengang

In einem durchaus ungewöhnlichen Schritt ging Emerald Horizon Anfang dieses Sommers im Segment „standard market continuous“ an die Wiener Börse. Ungewöhnlich deshalb, weil das erste geplante Produkt „Dual Store Plus“ nach eigenen Angaben teilweise erst in der Prototypenphase ist – konkret der Wärmespeicher „CALStore“; vom geplanten Hauptprodukt „Ades“ gibt es noch keinen Prototypen. Für die kommenden Jahre rechnet das Unternehmen mit Verlusten, was zuletzt zu einem ungewöhnlichen Finanzierungsschritt führte. Dennoch wird das Unternehmen an der Börse bereits mit mehr als einer Milliarde Euro bewertet.

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