30.10.2025
FUND OF FUNDS

Erste Asset Management setzt zweiten Private-Equity-Dachfonds auf

Der erste derartige Fonds, der im Jänner final geschlossen wurde, hat rund 100 Mio. Euro in 14 Fonds investiert. Nun wird ein weiterer Fund of Funds aufgesetzt.
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Der Erste Campus in Wien | © Erste Group/ Christian Wind

Dank der anhaltenden Diskussionen rund um den von der Bundesregierung geplanten staatlich gestützten Dachfonds („Scaleup Fonds“) ist das Prinzip mittlerweile weitgehend bekannt: Ein Dachfonds, auch Fund of Funds genannt, investiert nicht direkt in Unternehmen, sondern in Fonds, die dann wiederum in Unternehmen investieren.

Während die Regierung, wie erwähnt, an ihrem noch arbeitet, hat die Erste Asset Management bereits 2022 einen solchen aufgesetzt. Im Jänner dieses Jahrs erfolgte das finale Closing, wie brutkasten berichtete. Nun wird der Folgefonds „Erste Diversified Private Equity II“ aufgesetzt.

Erster Dachfonds investierte 100 Millionen Euro in 14 Zielfonds

Mit dem ersten Fonds waren laut Erste Asset Management rund 100 Millionen Euro in 14 Zielfonds investiert worden – und zwar in den Bereichen Growth Equity, Venture Capital und Buyout. Entsprechend sei auch die Bandbreite der Branchen groß: Fonds aus dem Portfolio investierten etwa in das Münchner SpaceTech-Scaleup Isar Aerospace oder in den 1990 gegründeten tschechischen Flugzeugausstatter Borcad. Der Investorenkreis des Fund of Funds bestehe aus Pensionskassen, Versicherungen, Banken, kirchlichen Einrichtungen und Kund:innen aus dem Erste Bank Private Banking.

Fokus auf Zentraleuropa und Aufteilung auf Private Equity-, Venture Capital- und Buyout-Fonds

Auch der zweite Fonds soll nun ähnlich gelagert sein. Der Fokus liegt klar auf Europa, insbesondere auf Zentraleuropa. Die Aufteilung auf Private Equity-, Venture Capital- und Buyout-Fonds bleibt. Diese sollen laut Erste Asset Management „Zugang zu wachstumsstarken Unternehmen und sogenannte Hidden Industrial Champions in der Region bieten und sich auf strategisch kritische Branchen wie Space Tech, (Cyber)-Security und Defence konzentrieren“. Das Zielvolumen des neuen Fonds wurde noch nicht bekanntgegeben.

„Stabiler und verlässlicher Wirtschaftsraum“

Man sehe Europa angesichts der geopolitischen und wirtschaftlichen Verschiebungen der vergangenen Jahre als „stabilen und verlässlichen Wirtschaftsraum“, heißt es von Erste Asset Management. Zentraleuropa wiederum wachse seit Jahrzehnten wesentlich stärker als der EU-Durchschnitt. Die einzelnen Länder hätten dabei eine deutlich geringere Verschuldung und weitgehend niedrigere Inflationsraten. Hinzu kämen kompetitive Kostenstrukturen und „viele erfolgreiche Gründer:innen und Innovationen“ ebenso wie viele „Hidden-Industrial-Champions“.

„Die Reindustrialisierung von Europa in strategisch wichtigen Schlüsselindustrien wird in den Ländern in Zentraleuropa stattfinden. Wer in die Zukunft von Europa investieren will, sollte deshalb in dieser Region investieren“, meint dazu Thomas Bobek, Head of Private Markets bei Erste Asset Management.

Europa bei Private Equity „auf Augenhöhe“ mit USA

Der Kontinent könne sich in Sachen Private Equity auch im Rendite-Vergleich mit den USA messen, wird betont. „Im 15-Jahres-Vergleich sind wir im Durchschnitt auf Augenhöhe“, so Bobek, der jedoch einen integrierten europäischer Kapitalmarkt einmahnt, denn „der Unterschied liegt hierbei weniger in der Innovationskraft als in der Struktur der Kapitalmärkte.“

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AustrianStartups, ELP
© AustrianStartups

AustrianStartups und die Stiftung Unternehmerische Zukunft haben das Entrepreneurial Leadership Program (ELP) weiterentwickelt. Der Schwerpunkt liegt künftig stärker auf der konkreten Begleitung angehender Startup-Gründer:innen. Vorgesehen sind unter anderem intensiveres persönliches Mentoring und Coaching, die gezielte Suche nach Co-Founder:innen sowie die praktische Weiterentwicklung eigener Geschäftsideen.

Dabei geht es um die frühe Erprobung zentraler Annahmen – von ersten Gesprächen mit potenziellen Kunden und der Validierung konkreter Problemstellungen bis zur Entwicklung eines ersten Minimum Viable Product (MVP): „Wir wollen Menschen nicht nur die Skills für den Aufbau eines Startups mitgeben. Sie sollen die Möglichkeit bekommen, ihre Ideen tatsächlich auszuprobieren und die ersten Schritte in Richtung Gründung zu machen“, sagt Elisabeth van Holthe tot Echten, COO von AustrianStartups.

ELP: Schwerpunkt „Co-Founder“

Beim Schwerpunkt „Co-Founder“ bringt das ELP Menschen mit unterschiedlichen Hintergründen, Fähigkeiten und Perspektiven zusammen. Sie können sich kennenlernen, gemeinsam an Ideen arbeiten und mögliche Co-Founder:innen finden. Eine fertige Geschäftsidee ist dafür nicht notwendig.

„Eine Startup-Idee muss am Anfang noch nicht perfekt sein. Viel wichtiger ist, dass man bereit ist, Fragen zu stellen, Dinge auszuprobieren und gemeinsam mit anderen herauszufinden, was funktionieren kann“, so van Holthe tot Echten weiter. „Genau dafür wollen wir im ELP den Raum und die Unterstützung geben.“

Hansmann, Trummer, Kaminski, Porsche, Deutsch und Unger dabei

Ein weiterer Bestandteil des Programms ist die persönliche Begleitung der Fellows. Durch die Zusammenarbeit mit der Stiftung Unternehmerische Zukunft erhalten sie Zugang zu einem Netzwerk: Die Stiftung wird von mehr als 50 Persönlichkeiten aus der Szene unterstützt, darunter Hansi Hansmann, Christian Trummer, Kilian Kaminski, Felix Porsche, Tina Deutsch und Katharina Unger. Darüber hinaus begleiten weitere Unternehmer:innen und Investor:innen das ELP als Mentor:innen und bringen ihre Erfahrungen in das Programm ein.

Auch nach Abschluss bleiben die Fellows über die ELP-Alumni-Community miteinander verbunden. Ehemalige Teilnehmer wie Mathias Gruber (Fonio.ai), Lukas Höber (Sequestra) oder Lisa Reiss (All But Sugar) bringen ihre Erfahrungen aus der Gründung und dem Aufbau von Unternehmen sowie aus weiteren beruflichen Stationen in das Netzwerk ein.

„Wir wollen Menschen ermutigen, ihre Ideen in die Tat umzusetzen und den Schritt ins Unternehmertum zu wagen. Dafür braucht es nicht nur Wissen, sondern auch Menschen, die ihre Erfahrungen teilen, ehrliches Feedback geben und zur richtigen Zeit die richtigen Fragen stellen. Genau das wollen wir mit unserem Netzwerk ermöglichen“, sagt Markus Raunig, Vorstand der Stiftung Unternehmerische Zukunft.

Prozess steht im Mittelpunkt

Ebenso ist die praktische Arbeit an den eigenen Ideen ein wichtiger Teil des ELP. Die Teilnehmer:innen beschäftigen sich mit den Problemen und Bedürfnissen von möglichen Kunden, überprüfen ihre Annahmen und entwickeln ihre Ideen auf dieser Grundlage weiter.

Dabei gehe es nicht darum, das Programm bereits mit einem fertigen Unternehmen abzuschließen. Im Mittelpunkt steht vielmehr der Prozess, aus einer ersten Idee schrittweise eine fundierte Grundlage für eine mögliche Gründung zu entwickeln und früh praktische Erfahrungen zu sammeln, wie es heißt.

Das ELP richtet sich daher sowohl an Menschen, die bereits eine konkrete Startup-Idee haben, als auch an jene, die noch nach einer Idee, einem geeigneten Problem oder nach Mit-Gründer:innen suchen. Bewerbungen für die nächste ELP-Kohorte sind noch bis einschließlich Sonntag, 13. September 2026 möglich.

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