04.05.2026
ARBEITSPROZESSE

Erledigt: OÖ-Startup startet Tourismus-App für Aufgabenmanagement

Das oberösterreichische Softwareunternehmen "Erledigt" startet mit einer digitalen Lösung für das Aufgabenmanagement in Hotellerie, Gastronomie und Campingbranche.
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© erledigt.at - Das Team rund um die Initiatoren Gerald Aigmüller (li., vorne) und Matthias Hinterberger (re., vorne).

Am Wolfgangsee in Oberösterreich ist mit „Erledigt“ ein neues Startup an den Markt gegangen, das eine digitale Lösung für das Aufgabenmanagement in der Hotellerie, Gastronomie und Campingbranche bieten möchte. Die dazugehörige App wurde noch vor dem Start für den Branchenpreis „Tourismusstar 2026“ in der Kategorie „Smart Tourism“ nominiert und erhielt dort kürzlich eine Auszeichnung.

Erledigt: Aufgaben strukturieren

Die Software entstand aus konkreten Anforderungen des Arbeitsalltags in Tourismusbetrieben. Zu den Initiatoren zählen neben Tourismus-Marketing-Experte Gerald Aigmüller auch Matthias und Benita Hinterberger, die in St. Wolfgang unter anderem das Hotel Schwarzes Rössl betreiben. Gemeinsam entwickelten sie eine Lösung, die die Koordination von Aufgaben über Abteilungen und Standorte hinweg effizient strukturiert und die Organisation von Mitarbeitenden erleichtern soll.

„Wir haben bewusst eine Lösung entwickelt, die Arbeitsprozesse klar strukturiert und die interne Kommunikation deutlich vereinfacht. Arbeitsorte, Teams und tägliche Abläufe können zentral verwaltet werden. Das sorgt für mehr Übersicht und weniger Chaos. Obwohl die Anwendung aus der Hotellerie und Gastronomie heraus entstanden ist, sehen wir auch großes Potenzial in anderen Branchen“, erklären die Unternehmensgründer:innen

Bilddokumentation möglich

Zu den zentralen Funktionen der Software gehört die mobile Erfassung von Aufgaben durch Mitarbeitende, die im Hintergrund automatisch den zuständigen Abteilungen zugeordnet werden und sich im Büro über eine Desktop-Oberfläche übersichtlich steuern lassen. Wiederkehrende Aufgaben lassen sich automatisiert anlegen, während Zeitpläne und Checklisten eine strukturierte Tagesplanung ermöglichen, so der Claim.

Aufgaben können zudem direkt mit Bildern dokumentiert werden und eine KI-gestützte Funktion übersetzt Aufgaben automatisch in die jeweilige Muttersprache (bis zu 20 Sprachen möglich) der Mitarbeitenden. „Erledigt“ vereinfacht laut Aussendung außerdem die Kommunikation und ist branchenübergreifend für Unternehmen mit mobilen Teams von bis zu 100 Mitarbeitenden einsetzbar. Schnittstellen zu bestehenden Systemen wie Gastmanager oder C1 Manager sind vorgesehen. Die Datenverarbeitung erfolgt eigenen Angaben nach über europäische Serverstandorte mit „hoher Datensicherheit“ und einer „zuverlässigen Cloud-Lösung“.

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(v.l.) Das Führungsteam von reebuild: Nicolaus Lederer, Alexander Kornell, Matteo Cimadom, Luca Papay © Oskar Fleischanderl

Papierordner und manuell geführte Excel-Tabellen sollen der Vergangenheit angehören, zumindest wenn es nach reebuild geht. Das Tech-Startup automatisiert mit seiner KI administrative Tätigkeiten von Bauleitern. Es wandelt also Dokumente, PDFs, Fotos etc. in strukturierte Daten um oder automatisiert Aufgaben wie die Rechnungsprüfung. In der vergangenen Pre-Seed-Runde sind bereits bekannte Investoren wie Hansi Hansmann eingestiegen (brutkasten berichtete). Nun schloss reebuild eine Seed-Runde von über drei Millionen Euro ab, angeführt vom europäischen Investor Fortino Ventures, mit Beteiligung von Rise PropTech und CuriosityVC.

Weitere Automatisierung des kaufmännischen Ablaufs

Mit dem frischen Kapital sollen KI-gestützte Module weiterentwickelt werden, durch die der kaufmännische Ablauf von der Kalkulation bis zur Buchhaltung weitgehend automatisiert werde. „Wir wollen den Kosmos auf unserer Plattform mit immer neuen Workflows erweitern. Darunter verstehen wir z.B. den Erstellungsprozess von Ausgangsrechnungen“, sagt CEO und Gründer von reebuild Alexander Kornell im brutkasten-Gespräch. Zudem soll das Büro in Wien personell aufgestockt werden. Aktuell ist reebuild in Deutschland und in Österreich etabliert. Durch die Investitionen soll nun in weitere europäische Länder wie Italien oder Polen expandiert werden. Es gebe bereits Entwicklungspartnerschaften mit ersten Proof Points.

Zu den Kund:innen zählen Unternehmen wie Pittel+Brausewetter oder 3SI Immogroup. Die Software wird, laut dem Startup, in Wien entwickelt, in Deutschland gehostet und ist DSGVO-konform.

„Jetzt ist der richtige Zeitpunkt“

„Wir sind überzeugt, dass jetzt der richtige Zeitpunkt für Bauunternehmen und Projektentwickler ist, ihre Backoffice-Prozesse mit Software und KI zu digitalisieren und zu automatisieren“, sagt Wouter Goossens, Partner bei Fortino Ventures. Reebuild erklärt, dass die Verwaltung und Steuerung von Kosten zwischen den Abteilungen im operativen Geschäft der Baubranche veraltet sei. Rechnungen würden händisch mit Vertragsbedingungen oder Lieferscheinen abgeglichen und Führungskräfte würden Entscheidungen auf Basis überholter Informationen treffen müssen.

„Wir kennen die Probleme der Branche aus erster Hand und entwickeln reebuild gemeinsam mit unseren Kundinnen und Kunden extrem nah an der Praxis“, sagt Kornell über die Baubranche und ergänzt: „Wir sind überzeugt, dass wir diesen Markt mit einem Team aus Bau- und Technologie-Know-how aufmischen können. Nicht mit einem weiteren Tool, sondern mit einer Lösung, die wirklich versteht, wie Baustellen und Projekte kaufmännisch abgewickelt werden.“

Reebuild sorge für beschleunigte Prozesse und aktuellere Entscheidungsgrundlagen, was wiederum zu messbaren Einsparungen im gesamten Unternehmen führe. Beschaffungskosten könnten dadurch um bis zu 20 Prozent sinken.

Vision: Administrativer Aufwand auf null senken

Der bürokratische Aufwand soll laut reebuild in Zukunft gänzlich verschwinden. Auf Basis der strukturierten Daten hinter jedem Dokument entwickele reebuild das Agentic Backoffice für Bauunternehmen. KI-Agenten übernehmen eigenständig Routineaufgaben wie Prüfung, Abgleich und Vorkontierung. Dadurch sollen Teams ihre Zeit eher für das operative Geschäft anstatt für das manuelle Kostencontrolling nutzen.

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