29.11.2016

er.lern.bar: Mit innovativem Lernzentrum gegen Probleme in der Schule

Das Wiener Pädagogik-Startup er.lern.bar hat einen bescheidenen Wunsch: Eine Sprossenwand zur Ergotherapie von Kindern. Zu diesem Zweck startete das Startup nun eine Crowdfunding-Kampagne. Das durchaus realisierbare Finanzierungsziel: 2000 Euro.
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(c) er.lern.bar: Das Team

er.ler.bar – Der Name des Wiener Startups, ist wohl schon aussagekräftig genug. Aber er hat auch noch eine weitere Bedeutung: Er steht für „Erziehen, Lernen, Barrieren überwinden“. Das fünf Pädagoginnen starke Team will Kindern und Jugendlichen mit ihren Problemen in der Schule ganzheitlich helfen. Dazu deckt es an einem Standort im 14. Bezirk in Wien eine Vielzahl an Ansätzen ab, die in dieser umfassenden Kombination noch kaum angeboten werden. So können bei er.ler.bar Hilfe und Leistungen in den Bereichen Ergotherapie, Psychomotorik, Logopädie, Mobbingprävention und Mobbingaufarbeitung, Kinder- und Jugendmentaltraining, Traumapädagogik, Lerncoaching, Legasthenietraining, Dyskalkulietraining, Teambilding und Outdoorpädagogik in Anspruch genommen werden.

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Bislang nebenberuflich und selbstfinanziert

So sehr Hilfe im Zentrum des Angebots des Startups steht, so wenig Hilfe haben die Founderinnen bislang selbst in Anspruch genommen. Die Kosten wurden extrem gering gehalten – so gering, dass sie unter der Grenze lagen, ab der Förderungen beantragt werden können. Bisher hieß es für das Startup daher bootstrappen. „Das Team wächst und wir sind mit Feuereifer bei der Sache. Aber wir haben alle auch noch einen Hauptberuf und versuchen uns die Kosten zu teilen, bis es wirklich anläuft“, sagt Co-Founderin Nikola-Daniela Krisch.

Crowdfunding-Kampagne mit bescheidenem Finanzierungsziel

Nun ist es aber soweit, dass er.lern.bar auch auf Finanzierung von außen angewiesen ist. Der Grund: Anschaffung und Installation einer Sprossenwand, die für das Ergotherapie- und Psychomotorik-Training notwendig ist, sind deutlich höher als ursprünglich erwartet. Um die notwendige Investition durchführen zu können, hat das Startup nun eine Crowdfunding-Kampagne auf der Plattform wemakeit.com gestartet. Das Finanzierungsziel ist dabei genau so bescheiden, wie die Gründerinnen selbst: 2000 Euro. Anteile gibt es für die kleine Finanzierungsspritze naturgemäß nicht, dafür nach Höhe des Betrags gestaffelte Goodies und ein gutes Gefühl.

„Das ultimative ‚das Team flippt aus vor Freude‘-Video“

So bekommt man für einen Betrag von 200 Euro neben einem Gutschein etwa „das ultimative ‚das Team flippt aus vor Freude‘-Video“. Für 500 Euro gibt es Ständchen von den betreuten Kindern und einen Fachvortrag an einem beliebigen Ort in Österreich. Auch für 25 Euro gibt es ein Goodie: Man bekommt im kommenden Frühling einen „pädagogischen Spaziergang“, bei dem man Fragen stellen kann – dieses Angebot richtet sich, wie auch die anderen, überwiegend an Menschen, die mit Kindern und Jugendlichen arbeiten. Übrigens: Gegenwärtig fehlen noch knapp über 1500 Euro.

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BodyWision
© zVg - Kasra Seirafi (l.) und André Seirafi.

„Niemand geht öfter zum Arzt als der Österreicher oder die Österreicherin.“ Auf diese Erkenntnisse kam die „Agenda Austria“ in einem im April 2026 veröffentlichten Bericht. Demnach verzeichnete Österreich im Jahr 2023 die meisten Arztkontakte pro Kopf im europäischen Vergleich (aktuellere vergleichbare Daten liegen noch nicht vor). Mit dreizehn Kontakten jährlich liegt Österreich damit vor der Slowakei und Deutschland.

Als Folge davon entstehen für jeden Menschen immer mehr Daten: Laborwerte, Befunde, Arztbriefe, Diagnosen, Medikamente, Spitalsberichte und vieles mehr. Das Problem dabei sei nicht der Mangel an Informationen, sondern ihre fehlende Verbindung, mein man beim Wiener Startup BodyWision. Gesundheitsdaten liegen verstreut in Arztpraxen, Spitalssystemen, E-Mails, Papierordnern und Portalen. Gleichzeitig sind Befunde für viele Menschen schwer verständlich und ohne Zusammenhang kaum einzuordnen. Das Unternehmen möchte dies mit seiner App-Plattform ändern.

BodyWision inklusive AI-Health-Coach

Die Anwendung soll Menschen dabei helfen, Befunde und medizinische Dokumente per Scan oder Upload sicher zu verwahren, besser zu verstehen und für Arztbesuche, Vorsorge und ein gesünderes Leben nutzbar zu machen. BodyWision verbindet dabei einen privaten digitalen Gesundheitssafe mit einem persönlichen AI Health Coach — mit Fokus auf Datenschutz, Datensouveränität und europäische Infrastruktur, wie es heißt.

„Wir haben nach einer Möglichkeit gesucht, wie AI und neue Technologien Menschen dabei unterstützen können, selbstbestimmt mit ihrer Gesundheit umzugehen“, sagt Kasra Seirafi, Co-Founder von BodyWision. „Wenn Menschen ihre verstreuten Gesundheitsdaten wirklich nutzen können, dann verändert das alles. Denn mit BodyWision verwahre und verstehe ich nicht nur meine Befunde. Ich bekomme individuelle Orientierung für Vorsorge und Health-Checkups, kann Fragen stellen und mich auf Arztgespräche vorbereiten. Im Gegensatz zu Google oder ChatGPT werden Antworten und Orientierungshilfen personalisiert auf Basis meiner aktuellen Gesundheitsdaten erstellt.“

Keinen Arzt ersetzen

Dabei ersetzt BodyWision keine Ärzte, vielmehr will die Plattform die Verbindung zwischen Patient:innen und Ärzt:innen stärken. Eine „Patient Summary“ kann auf Knopfdruck erstellt und mit Ärzt:innen geteilt werden. Diese strukturierte Zusammenfassung inklusive Vorbefunde wird eigenen Angaben zufolge dynamisch generiert und individuell auf den nächsten Arztbesuch zugeschnitten.

„Ärzt:innen haben oft sehr wenig Zeit, müssen aber komplexe Informationen schnell erfassen“, sagt André Seirafi, ebenfalls Co-Founder von BodyWision. „Wenn Patient:innen mit BodyWision besser vorbereitet sind, können wichtige Informationen schneller verfügbar sein. So kann sich die gemeinsame Behandlungszeit stärker auf das Wesentliche konzentrieren.“

BodyWision als europäische Alternative?

Allgemein versteht sich BodyWision als europäische Alternative zu gängigen US-Plattformen – sie soll Menschen ermöglichen, ihre Gesundheitsdaten sinnvoll zu nutzen, ohne die Kontrolle darüber zu verlieren: „Für uns war vom ersten Tag an klar, Gesundheitsdaten gehören den Menschen, nicht Plattformen oder Konzernen“, so André Seirafi weiter. „Unser Anspruch ist es, eine kompromisslos datensouveräne Sicherheitsarchitektur für die persönliche Nutzung von Gesundheitsdaten zu entwickeln.“

Bei BodyWision werden deshalb Befunde und Dokumente in einer persönlichen Health-Wallet verschlüsselt und lokal geschützt. Persönliche Gesundheitsdaten werden nicht verkauft, nicht zu Werbezwecken weitergegeben und nicht für das Training allgemeiner AI-Modelle verwendet, so der Claim.

Ab Juli beginnt die erste Early-Access-Phase. Registrierte Nutzer:innen können BodyWision als frühe Version testen. Perspektivisch ist ein Abo-Modell geplant.

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