10.06.2022

EquIP: Legal Accelerator startet in Österreich

Die Anmeldephase für einen der sechzehn Slots startet im September. Kambis Kohansal in der Jury.
/artikel/equip-legal-accelerator-startet-in-oesterreich
EquIP, CMS, Legal Accelerator, Startup Accelerator
(c) CMS - Klaus Pateter, Attorney-at-Law, kennt gängige Rechtsprobleme der Startup-Szene.

CMS ist eine Rechtsanwaltskanzlei, die sich als globales Netzwerk begreift. Sie operiert in 75 Städten aus 45 Ländern und verfügt über mehr als 5.000 Anwälte. Klaus Pateter ist in Österreich als „Head of Startup Desk & Digitalization“ für die heimische Innovationsszene verantwortlich. Sein Sektor-Fokus liegt auf Technologie, Medien und Telekommunikation, Energie, Life Sciences, BioTech, FinTech und Digitalisierung. Mit EquIP verantwortet er hierzulande einen auf drei Jahre ausgelegten „Legal Accelerator“, für den man sich ab September anmelden und bewerben kann.

EquIP: Accelerator für Rechtshilfe

„Den Startup Accelerator haben wir erschaffen, weil wir gesehen haben, dass Startups sehr früh mit rechtlichen Fragen kämpfen und Beratung benötigen. Etwa wenn sie Geschäftsmodelle designen oder auf den Markt gehen“, sagt Pateter. „Besonders im FinTech-Sektor gibt es oft komplizierte Business-Pläne. Wenn man zu spät mit Juristen spricht, hat man womöglich viel Zeit vergeudet.“

Ergattert man schlussendlich einen der 16 Slots für den Accelerator, so erhält man um die Hälfte vergünstigte individuelle Beratung für: Gesellschaftsrecht, Vertragsgestaltung, Intellectual Property, Regulatory im Krypto- und FinTech-Bereich, sowie Steuerberatung.

Internationales Netzwerk

Daneben bietet die Kanzlei EquIP-Teilnehmern auch Netzwerk-Events, mit dem Ziel Awareness zu schaffen. „Wir versuchen aus unserer Klienten- und Netzwerkstruktur heraus, die relevanten Player, die wir kennen, mit Startups zu vernetzen. Und wollen ihnen eine Bühne geben“, sagt der Rechtsexperte. „Auch Pitch-Events vor internationalen Investoren fallen in unser Service. Für künftige Finanzierungsrunden ist es äußerst wichtig, dass Startups innerhalb der Investorenlandschaft bekannt sind. Und eine Nachfrage nach ihnen herrscht.“

Pateter weiß auch, dass für österreichische Gründer:innen die Expansionsfrage eine der wichtigsten ist. „Üblicherweise“, so sagt er, „expandieren Startups in den DACH-Raum, vielleicht noch nach Frankreich oder UK. Wir haben als global agierende Kanzlei den Vorteil, dass wir diese vergünstigten Konditionen auch in fast allen unserer Länder anbieten können, wo EquIP durchgeführt wird. Man muss sich für die jeweiligen Märkte nicht extra neue Kanzleien suchen.“

Anmeldephase für Accelerator im September

Die Bewerbung für den Accelerator ist prinzipiell offen gehalten. CMS sucht jedoch konkret Startups mit einem skalierbaren Geschäftsmodell, die Technologie-orientiert sind und auch ESG sowie Enviroment im Fokus haben. Anders gesagt: „Startups, wo etwas ‚Substrat‘ da ist, die idealerweise bereits auf ein kleines Financing zurückblicken können und wo ein Expansionsgedanke besteht.“

Die Rechtsprobleme von Startups

Wenn Pateter von Awareness für Startups spricht, denkt er die Bewusstseinsbildung für Rechtliches gleich mit. Seiner bisherigen Erfahrung nach verortet er in der österreichischen Startup-Szene – je nach Sektor – unterschiedliche Rechtsprobleme, mit denen Gründer zu kämpfen haben. Obwohl sie dies nicht müssten.

„Manche nehmen Bereiche als ein Problem wahr, wo keines ist. Andere werden dafür übersehen“, sagt er. „Zum Beispiel ist es hilfreich, wenn bei Finanzierungsrunden jemand mit Erfahrung dabei ist. Auch das Thema ‚Regulatory‘ ist essentiell, Sicherheit und Datenschutz ebenso. Es gibt Themen, die vielleicht erst Jahre später zu negativen Konsequenzen führen und die man am Anfang gar nicht bemerkt.“

Tipps zu AGBs

Generell seien Finanzwesen, Krypto und die Blockchain sehr beratungsintensiv, weil dort stark versucht werde zu disruptieren und alte, verkrustete Strukturen aufzubrechen. Auch Immobilien auf die Blockchain zu bringen, erweise sich oft als komplexes Unterfangen.

Ein weiteres Problemfeld, wo rechtlicher Nachholbedarf herrsche, stellen für das Brickwise-Gründungsmitglied die AGBs dar. Einer seiner Ratschläge hier: „Sich auf das Wesentliche zu beschränken. Je mehr man hineinschreibe, desto größer sei die Angriffsfläche“, sagt er. „Andere Dinge betreffen das User-Interface oder den eigenen Sales-Channel. Da muss man genauer hinschauen, damit rechtlich alles korrekt abläuft. Denn Hinweispflichten, wie Rücktrittsrechte von Verträgen, sind in Österreich sehr streng ausgelegt.“


Die Selektionsphase für EquIP wird im Oktober stattfinden. Unter anderem in der Jury: Kambis Kohansal. Interessierte Startups können sich schon vorab registrieren (noch keine Anmeldung zum Programm) und bekommen dann Informationen zum Bewerbungsprozess sowie Tipps zum Thema Startups und die Einreichung der Pitch-Unterlagen.

Deine ungelesenen Artikel:
29.05.2026

MyPilz: Startup macht Wien zur Pilzhauptstadt und sammelt 400.000 Euro frisches Kapital ein

Das Wiener Startup MyPilz nutzt DNA-Sequenzierung, um die Mykologie für die Kreislaufwirtschaft anwendbar zu machen. Über ein mehrsäuliges Geschäftsmodell aus Consulting, Laboranalysen und Bildungsformaten ist das Unternehmen seit dem elften Monat operativ cashflow-positiv.
/artikel/mypilz-startup-macht-wien-zur-pilzhauptstadt-und-sammelt-400-000-euro-frisches-kapital-ein
29.05.2026

MyPilz: Startup macht Wien zur Pilzhauptstadt und sammelt 400.000 Euro frisches Kapital ein

Das Wiener Startup MyPilz nutzt DNA-Sequenzierung, um die Mykologie für die Kreislaufwirtschaft anwendbar zu machen. Über ein mehrsäuliges Geschäftsmodell aus Consulting, Laboranalysen und Bildungsformaten ist das Unternehmen seit dem elften Monat operativ cashflow-positiv.
/artikel/mypilz-startup-macht-wien-zur-pilzhauptstadt-und-sammelt-400-000-euro-frisches-kapital-ein
MyPilz Team mit Gründern Wolfgang Hinterdobler (l.) und René Lux (r.) © MyPilz

Das vor vier Jahren gegründete Startup MyPilz hat es sich zum Ziel gesetzt, das wirtschaftliche und ökologische Potenzial von Pilzen in die industrielle Anwendung zu bringen. Ermöglicht wird dies laut Unternehmen durch den technologischen Fortschritt der letzten Jahre: Dank gesunkener Kosten in der DNA-Sequenzierung lassen sich Pilzstämme heute präzise bis auf die Ebene des Individuums bestimmen, erklärt Gründer René Lux im brutkasten-Interview.

Angewandte Mykologie für die Kreislaufwirtschaft

Das biologische Reich der Fungi bietet laut Gründer Rene Lux enorme, bisher kaum genutzte Potenziale für die Wirtschaft. Die Anwendungsmöglichkeiten reichen von Verpackungsmaterialien und Plastikersatz über den Einsatz in der Bau- und Textilbranche bis hin zur gezielten Bodenentgiftung und dem Biomassemanagement.

Pilze agieren hierbei als essenzielle Zersetzer im Ökosystem. Um die Vernetzung zwischen internationaler Wissenschaft und Wirtschaft zu fördern, veranstaltet das Startup zudem die biennale Eventreihe „Pilzfestspiele“, die auch 2027 wieder in Wien über die Bühne gehen werden.

Das Geschäftsmodell: Drei Säulen im Untergrund

Das Geschäftsmodell von MyPilz ruht laut Lux im Wesentlichen auf drei Säulen:

  • Consulting & IP: Das siebenköpfige Team unterstützt etablierte Unternehmen und Startups bei der Entwicklung von Innovationen und begleitet sie bei Förderprojekten.
  • Laboranalytik: Mittels DNA-Metabarcoding bietet das Startup standardisierte Boden- und Schadbildanalysen an. Diese Daten nutzen unter anderem NGOs, staatliche Organisationen sowie die Landwirtschaft.
  • Education: Neben Ausbildungsprogrammen und Initiativen im Bereich Bildung vertreibt MyPilz ein ökologisches Brettspiel im deutschsprachigen Raum.

„Wir produzieren nicht ein Produkt und suchen uns dann einen Markt, sondern wir finden ein Problem und einen Partner und lösen dann dieses Problem durch Innovation“, erklärt Lux den strategischen Ansatz des Unternehmens. Zu den Kund:innen und Projektpartner:innen zählen unter anderem, das für sein Fungi Pad bekannte Startup Hermann.Bio und das Entsorgungsunternehmen öKlo. Für das Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft erstellte das Startup zudem eine Potenzialstudie.

Gründer René Lux mit dem „Pilzfest“ Brettspiel

Cashflow-Stabilität und AWS-Wachstumsfinanzierung

Nach einer ersten Seed-Finanzierung durch Family and Friends sowie strategische Mentoren-Investoren trägt sich die operative Basis des Startups seit dem elften Monat selbst. Im ersten Geschäftsjahr erwirtschaftete MyPilz einen sechsstelligen Umsatz, der laut Angaben des Unternehmens seither jährlich annähernd verdoppelt werden konnte.

Da die Grundkosten über den eigenen Cashflow gedeckt sind, verzichten die Gründer aktuell auf die Abgabe weiterer Unternehmensanteile. Um das geplante Wachstum, darunter die Erweiterung des Teams und der Ausbau eines größeren Labors an einem neuen Standort, zu finanzieren, setzt MyPilz auf Fremdkapital. Dieses wurde unter anderem durch das Double-Equity-Programm der Förderbank AWS mit 250.000 Euro vor einigen Wochen erfolgreich gehebelt und durch langjährige Nachrangdarlehen der bestehenden Gesellschafter:innen auf 400.000 Euro erhöht.

Toll dass du so interessiert bist!
Hinterlasse uns bitte ein Feedback über den Button am linken Bildschirmrand.
Und klicke hier um die ganze Welt von der brutkasten zu entdecken.

brutkasten Newsletter

Aktuelle Nachrichten zu Startups, den neuesten Innovationen und politischen Entscheidungen zur Digitalisierung direkt in dein Postfach. Wähle aus unserer breiten Palette an Newslettern den passenden für dich.

Montag, Mittwoch und Freitag

AI Summaries

EquIP: Legal Accelerator startet in Österreich

AI Kontextualisierung

Welche gesellschaftspolitischen Auswirkungen hat der Inhalt dieses Artikels?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

EquIP: Legal Accelerator startet in Österreich

AI Kontextualisierung

Welche wirtschaftlichen Auswirkungen hat der Inhalt dieses Artikels?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

EquIP: Legal Accelerator startet in Österreich

AI Kontextualisierung

Welche Relevanz hat der Inhalt dieses Artikels für mich als Innovationsmanager:in?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

EquIP: Legal Accelerator startet in Österreich

AI Kontextualisierung

Welche Relevanz hat der Inhalt dieses Artikels für mich als Investor:in?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

EquIP: Legal Accelerator startet in Österreich

AI Kontextualisierung

Welche Relevanz hat der Inhalt dieses Artikels für mich als Politiker:in?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

EquIP: Legal Accelerator startet in Österreich

AI Kontextualisierung

Was könnte das Bigger Picture von den Inhalten dieses Artikels sein?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

EquIP: Legal Accelerator startet in Österreich

AI Kontextualisierung

Wer sind die relevantesten Personen in diesem Artikel?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

EquIP: Legal Accelerator startet in Österreich

AI Kontextualisierung

Wer sind die relevantesten Organisationen in diesem Artikel?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

EquIP: Legal Accelerator startet in Österreich