26.02.2021

Epiclay: Wiener Startup entwickelt skalierbare Fassadenbegrünung für In- & Outdoor

Das Wiener Startup Epiclay rund um Gründer und CEO Christoph Hornik hat eine skalierbare Lösung zur Stadtbegrünung entwickelt. Aktuell bereitet das Unternehmen seine erste Finanzierungsrunde vor und hat bereits Anfragen von international tätigen Fassadenherstellern.
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Epiclay
(c) Epiclay

Forscher der ETH Zürich errechneten 2019 in einer viel zitierten Studie, dass das Klima in Europas Städten 2050 in etwa dem entsprechen wird, wie das von Städten, die aktuell am Längengrad rund 1000 Kilometer südlicher liegen. In rund 30 Jahren könnte Wien somit den klimatischen Bedingungen Athens ausgesetzt sein oder London jenen Madrids.

Kurz um: Es wird immer heißer in Europas Städten und wir brauchen dafür Lösungen – angefangen von einer langfristigen CO2 Reduktion bis hin zu Initiativen, die bereits jetzt zu einem kühleren Klima beitragen können. Dazu zählt unter anderem der gezielte Einsatz von Fassadenbegrünungen im urbanen Raum.

Wien hat 16.800 Fußballfelder an Fassaden

Das Wiener Startup Epiclay rund um Gründer und CEO Christoph Hornik hat sich genau dies zur Aufgabe gemacht und eine skalierbare und platzeffiziente Lösung zur Stadtbegrünung entwickelt, die sowohl im Innen- als auch im Außenbereich angebracht werden kann.

Platz dafür gibt es jedenfalls genug. Laut Hornik stehen allein in Wien aktuell rund 120 Millionen Quadratmeter an Fassaden zur Verfügung, die potentiell begrünbar wären. Dies entspricht einer Fläche von rund 16.800 Fußballfeldern.

Wie Hornik weiters ausführt, ergeben sich für Gebäudebesitzer auch wirtschaftliche Vorteile, da grüne Wände die Energieeffizienz der Gebäude deutlich verbessern. „Epiclay hat nicht nur Umweltvorteile, unter dem Strich spart sich der Gebäudebesitzer aufgrund der geringen Wartungsausgaben unserer Green Wall auch tatsächlich Geld“, so Hornik.

Die Gründung von Epiclay erfolgte im Zuge eines EU-Projektes. Seitdem positioniert sich das Unternehmen als ein Anbieter von „Urban Climate Technologien“ und möchte durch seinen ganzheitlichen Zugang punkten. Im internationalen Team von Epiclay sind sowohl Bioingenieure, Architekten und Wirtschaftswissenschaftler vertreten.

Die Einsatzmöglichkeiten sind vielfältig | (c) Epiclay

Epiclay möchte mit Skalierbarkeit punkten

Epiclay möchte insbesondere mit der Skalierbarkeit seiner naturbasierten Module punkten. Hornik spricht in diesem Zusammenhang von einer sogenannten „Plattformtechnologie“, die sich für unterschiedliche Anwendungsgebiete der Stadtbegrünung einsetzen lässt.

„Im Zentrum stehen hier insbesondere die geringen Wartungskosten, die bis zu 90 Prozent niedriger als der Großteil bestehender Systeme sind und sogar geringere Kosten als Glasfassaden haben“, so Hornik.

Die geringen Wartungskosten sind dadurch möglich, da keine Erde benötigt wird und somit auf eine konstante Bewässerung verzichtet werden kann. Zudem setzt das Startup auf robuste Pflanzenarten.

Ein naturbasiertes Modul von Epiclay | (c) Epiclay

Das Geschäftsmodell von Epiclay

Das Geschäftsmodell von Epiclay basiert einerseits auf einem Projektumsatz, andererseits wird ein optionaler Wartungsvertrag angeboten. Zudem hat sich das Startup bereits sehr früh mit seiner IP-Strategie beschäftigt. Dadurch gab es laut Hornik bereits Anfragen von international tätigen Fassadenherstellern für künftige Lizenzierungsmodelle.

„Durch ein enorm positives Feedback aus diversen Branchen haben wir erkannt, dass sich die Epiclay Zielgruppe nicht anhand einer bestimmten Industrie definieren lässt“, so Hornik.

Die Lösung kann auch Indoor für ein besseres Raumklima sorgen | (c) Epiclay

Referenzprojekte, Regionalität und Finanzierungsrunde

Das noch recht junge Unternehmen konnte laut Hornik bereits erste Referenzprojekte umsetzen – unter anderem gemeinsam mit öffentlichen Stellen, wie der Stadt Innsbruck.

Epiclay fokussiert sich dabei bewusst auf den österreichischen Markt. Dies hat auch seine Gründe, da das Startup die Materialen für die Module regional bezieht – sowohl die Bepflanzung als auch der Unterbau stammen aus Österreich.

„Nachfrageseitig zeigt sich der Markt als äußerst dynamisch, da bereits eine Vielzahl an Unternehmen und Gemeinden die Bedeutung der CO2-Reduktion und Minimierung von Luftverschmutzung erkannt haben“, so Hornik über den Wachstumsmarkt von Urban-Climate-Technologien. Abschließend verrät der Gründer, dass Epiclay aktuell seine erste Finanzierungsrunde vorbereitet.


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easy-connect, mamdani, Metropolitan Opera, Met, NY
© Laura Böhler - Gerald Stockinger (l.)(Co-Founder & CTO) und Wolfgang Graf (Co-Founder & CEO).

Die Metropolitan Opera und New Yorks Bürgermeister Zohran Mamdani kündigten Ende September eine Initiative an: In der Saison 2026/27 gibt die Met jeden Monat 10.000 Karten an New Yorker:innen frei, die seit 2019 kein Met-Ticket gekauft haben. Das sind rund zehn Prozent aller Tickets der Saison. Das Unternehmen easy-connect aus Wien liefert dafür die Technologie, wie dieses heute bekanntgab.

easy-connect in New York

Die Tickets werden über die bestehende digitale Lotterie in der App vergeben: Dazu müssen Nutzer:innen ihren Ausweis für die Berechtigungsprüfung in der App hochladen und sich für eine Vorstellung zur Lotterie anmelden. Von einem möglichen Gewinn erfahren sie per Push-Nachricht – und erhalten das Ticket direkt am Handy. Das Besondere daran: So kann die Met auch jene Teilnehmer:innen erneut ansprechen, die bei der Lotterie nicht gewinnen.

„Mit Opera for All wollten wir es New Yorker:innen in allen fünf Stadtbezirken leicht machen, die Met zu entdecken – und sie persönlich bei uns willkommen heißen. Weil Lotterie und Ausweisprüfung bereits in der App, die wir auch für unsere Rush-Tickets nutzen, verfügbar waren, ging es bemerkenswert schnell von der Idee zum Start – und das in der Größenordnung, die diese ambitionierte Initiative gebraucht hat. Möglich war das dank unserer Zusammenarbeit mit dem innovativen und flexiblen Team von easy-connect, das uns bei jedem Schritt begleitet hat, vom Design bis zur Umsetzung“, sagt Gillian Brierley, Chief Audiences, Marketing, and Communications Officer der Metropolitan Opera.

Bürgermeister Mamdani über „Opera for All“

Das Modell lässt sich auf viele Kulturbetriebe übertragen. Seit 2024 vergibt die Met über eine Lotterie in der App vergünstigte Tickets für 25 Dollar. Mehr als 550.000-mal haben Menschen seither bei der Verlosung mitgemacht, mehr als die Hälfte der App-Nutzer:innen ist unter 40 Jahren alt – und trotzdem sind rund vier von fünf Tickets, die in der App gekauft werden, ganz reguläre (Vollpreis-)Karten. Für viele Menschen stelle die Lotterie den ersten Schritt ins Haus dar.

Denn wer sich in der App anmeldet, sei für die Met kein:e Unbekannte:r mehr. Wer bei der Lotterie nicht gewinnt, bekommt automatisch ein passendes Angebot für ein reguläres Ticket. Im deutschsprachigen Raum gibt es ebenfalls solche Modelle und Initiativen, um kulturelle Teilhabe über alle Besuchergruppen hinweg zu ermöglichen, unabhängig von Herkunft oder finanziellen Möglichkeiten. Zum Beispiel am Opernhaus Zürich mit einer Ticket-Lotterie und der digitalen Prüfung der „KulturLegi-Berechtigung“ für Menschen mit geringem Einkommen, direkt in der App.

„Stammpublikum entwickeln“

„Kultur einfacher zugänglich zu machen, war von Anfang an unser Anspruch. Nun macht es uns besonders stolz, dass die Technologie hinter einem Programm dieser Größenordnung aus Wien kommt“, sagt Wolfgang Graf, Co-Founder & CEO von easy-connect, der das Unternehmen gemeinsam mit Gerald Stockinger gegründet hat. „Drei von vier Erstbesucher:innen kommen nie wieder. Mit einer eigenen App können Häuser das ändern: Menschen zum ersten Mal hereinholen, sie persönlich ansprechen und daraus Stammpublikum entwickeln. Am Ende des Tages geht es darum, möglichst viele Menschen für Kunst und Kultur zu begeistern. Und was in New York funktioniert, funktioniert genauso in Wien, Zürich oder Berlin.“

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