23.05.2023

eologix: Grazer Windenergie-Sensorik-Startup fusioniert mit australischem Unternehmen

Mit der Fusion schließen sich zwei Sensorik-Unternehmen zusammen, die gemeinsam zum führenden Anbieter für die Rotorblattüberwachung von Windenergieanlagen werden möchten. Die Marke von eologix soll vorerst weitergeführt werden.
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(c) eologix Website

Das Grazer Green-Tech-Startup eologix sensor technology gmbh wurde bereits 2014 gegründet und hat sich auf die Entwicklung von Sensoren für Windkraftanlagen spezialisiert. Unter anderem kann die Technologie Eisbildung oder Unwuchten an Rotorblattoberflächen überwachen.

Für das weitere Wachstum gab das Unternehmen Anfang September 2022 den Abschluss einer Finanzierungsrunde von sechs Millionen Euro bekannt. Das frische Kapital kam damals unter anderem von Emerald Technology Ventures, Nabtesco Ventures und Orlen VC. Der bestehende Investor Phoenix Contact Innovation Ventures investierte ebenfalls in dieser Finanzierungsrunde – brutkasten berichtete.

eologix möchte international wachsen

Bislang war das Startup vorwiegend im europäischen Raum tätig, wobei mit dem frischen Kapital die Internationalisierung vorangetrieben werden sollte. Unter anderem hieß es damals im Zuge der Finanzierungsrunde, dass eologix auch in den USA durchstarten möchte.

Nun kommt neuer Schwung in die Internationalisierung von eologix. Wie das Unternehmen am Mittwochabend bekannt gab, fusionierte das Grazer Startup mit dem australischen Unternehmen Ping Services Pty Ltd, das sich auch auf die Überwachung von Rotorblättern von Windkraftanlagen spezialisiert hat.

Ping bietet laut eologix eine Lösung zur Schallmessung an, die eine frühzeitige Erkennung Rotorblattschäden ermöglicht. Durch die Fusion wollen beide Unternehmen nun gemeinsam zum „führenden Anbieter für die Rotorblattüberwachung von Windenergieanlagen werden“, wie es in der Aussendung heißt.

Marke soll vorerst weitergeführt werden

Ping wird seine Aktivitäten in Australien beibehalten, während auch eologix in Österreich ansässig bleibt. Wie eine Sprecherin von eologix gegenüber brutkasten bestätigt, sollen beide Marken vorerst fortgeführt werden. Auch die österreichische GmbH von eologix bleibt zunächst bestehen. Beide Unternehmen werden den globalen Markt bedienen.

Während die Fusion sofort wirksam wird, soll das erste gemeinsame Produkt 2023 unter einem gemeinsamen Firmennamen auf den Markt kommen. Dieser steht allerdings noch nicht fest. Derzeit beschäftigt das Unternehmen rund 30 Mitarbeiter:innen. Ping hingegen rund 15 Mitarbeiter:innen, wobei die Kräfte künftig gebündelt werden sollen.

Fusion bringt neue Features

Die kombinierte Technologie aus dem eologix Sensorsystem, das direkt auf der Rotorblattoberfläche misst, und dem akustischen Überwachungssystem von Ping soll u.a. Reparaturkosten senken, die jährliche Energieproduktion steigern, und den sicheren Betrieb von Windenergieanlagen gewährleisten.  

Das zukünftige kombinierte System wird neben den bereits existierenden Anwendungen wie Blattschadenserkennung, Vereisungsmessung, Pitchwinkelmessung und Blitzdetektion auch zusätzliche Anwendungen wie die Überwachung und Berichterstattung über den aktuellen Zustand des Rotorblattes – z.B. zur frühzeitigen Schadenserkennung – bieten.  

Thomas Schlegl, CEO von eologix, erklärt: „Durch die Kombination unserer Stärken wird das gemeinsame System das einzige auf dem Markt sein, dass den Kunden ein umfassendes Echtzeitbild des Rotorblattzustands bietet. Dies erlaubt Betreibern, Probleme frühzeitig zu erkennen, zu reagieren und somit unnötige Stillstandszeiten und hohe Reparaturkosten zu vermeiden“.


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Die Gründer Rafael Schwarz und Philipp Linsbichler vor einem Sammelmodul | © Social Cycle

Jeder kennt es: Der Softdrink ist getrunken und übrig bleibt nur die leere Plastikflasche. Was soll man mit ihr machen? Wegwerfen und so Pfandsammlern die Arbeit erschweren oder doch bis zum nächsten Supermarkt gehen und dort die Flasche ordnungsgemäß retournieren? Genau diesem Problem nehmen sich die beiden Gründer von Social Cycle, Rafael Schwarz und Philipp Linsbichler, an. Sie haben ein System zum Pfandsammeln entwickelt, das herkömmliche Pfandringe ersetzen soll. Laut den Gründern ist es u.a. flexibler einsetzbar, sauberer und billiger.

Sammeln mit einer Röhre

Social Cycle setzt auf eine röhrenartige Konstruktion, in die leere Flaschen und Dosen gesteckt werden können. Ihr Sammelsystem ist wesentlich günstiger als herkömmliche Pfandringe. „Unser System kostet zwischen 79 und 99 Euro. Die Pfandringe kosten alleine in der Produktion schon 300 Euro, mit genau der gleichen Kapazität an Flaschen. Außerdem spart man sich die Montage“, sagt der Unternehmensberater. Die Sammelkonstruktionen von Social Cycle werden nämlich nur mit Schellen fixiert, was für zusätzliche Flexibilität sorge. „Du kannst dann einfach die Module z.B. vom Bahnhof abmontieren und dann bei einem Fest montieren“, erklärt Schwarz.

Zudem sei die Reinigung wesentlich einfacher als bei allen anderen Systemen am Markt. Weiters passen die Module laut dem Co-Founder besser ins Stadtbild als bisherige Sammelsysteme. „Wir haben auch das Feedback bekommen, dass es einfach viel besser im öffentlichen Raum ausschaut, was natürlich eins der größten Probleme bei den Pfandringen ist“, erklärt Schwarz.

So sehen die Sammelmodule von Social Cycle aus. | © Social Cycle

Wien als nächstes Ziel

Social Cycle ist bereits an über 150 Standorten in Österreich und Deutschland vertreten, unter anderem in Bregenz, Steyr und Kahl am Main. Nur in Wien fehlen noch jegliche Pfandsammelsysteme. Auf brutkasten-Anfrage erklärt das Büro des Wiener Klimastadtrats Jürgen Czernohorszky (SPÖ), dass Pfandsammelsysteme auch zur „Ablagerung sonstiger Abfälle“ verwendet würden, was zu höheren Reinigungskosten führe.

„Dabei haben wir eben unser System genau so entwickelt, dass es dieses Problem nicht gibt“, erklärt Schwarz. Ab September gebe es erneut Gespräche mit der SPÖ, den NEOS und den Grünen. Der 25-Jährige ergänzt: „Wir rechnen zu 100 Prozent mit einem positiven Ausgang. Wir sind wirklich überzeugt, dass es einfach eine perfekte Lösung auch für Wien ist.“

Dem Büro des Klimastadtrats sind Gespräche im Herbst nicht bekannt. Es erklärt, dass das Einwegpfand u. a. das Ziel verfolge, Getränkeverpackungen in den Recyclingkreislauf zurückzuführen. „Die Einführung von Pfandsammelbehältnissen würde diesem Grundgedanken entgegenstehen, da dadurch ein Anreiz entstehen kann, Pfandgebinde bewusst im öffentlichen Raum zurückzulassen und deren Rückführung auf Dritte zu verlagern“, ergänzt das Büro.

Präsenz in ganz Europa

Das im März 2026 gegründete Unternehmen finanziert sich mittels Bootstrapping. Investoren soll es keine geben. Als Kunden kommen für Social Cycle Städte, Gemeinden und Abfallverbände in Frage. Die Gründer wollen ihr Produkt durch konstantes Feedback verbessern und sich so gegenüber ihrer Konkurrenz durchsetzen. Dabei setzen sie auf Mundpropaganda, Medienberichte und die eigene Kommunikation z.B. mittels Mails. Schwarz und Linsbichler denken trotz langsamen Wachstums bereits an die nächsten großen Schritte. Das Startup soll u.a. nach Holland und Irland expandieren und seine Präsenz in Deutschland verstärken. Schwarz möchte mit dem Pfandsammelsystem auch in Hamburg und Berlin vertreten sein. „Unser Ziel ist es wirklich, dass unsere Module in die Infrastruktur eingebunden sind wie Mistkübel, in ganz Europa“, stellt der Co-Founder fest.

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